Ein 30-jähriger sudanesischer Asylbewerber soll in Belfast versucht haben, einem Mann den Kopf abzuschneiden, nachdem er mehrfach auf ihn eingestochen hatte. Der Täter wurde wegen versuchten Mordes angeklagt. Der Fall löste Proteste auf den Straßen aus. Zuletzt war zudem der Fall eines 18-jährigen Studenten bekannt geworden, der im Dezember 2025 in Southampton, England, verblutete, nachdem er von einem Migranten niedergestochen worden war. Der Täter hatte die eintreffenden Polizisten belogen und behauptet, das Opfer habe ihn rassistisch attackiert. Die Beamten glaubten dem Angreifer, legten dem schwer verletzten Studenten Handschellen an und ignorierten seine Hilferufe.
Gestern zündeten maskierte Gruppen Autos, Busse und Häuser in Belfast an. Sie blockierten Straßen und griffen die Polizei an. Es gab auch vermehrt Aufrufe zu „Bürger-Checkpoints“. Aufnahmen gingen viral von einem Mob, der durch die Straßen zieht und Türen von mutmaßlichen Migrantenwohnungen eintritt.
Etwa die deutsche Autorin Birgit Kelle teilt einen Film von den brennenden Häusern und schreibt dazu:
„Belfast: Brennende Häuser und Autos, Jagd auf Menschen anderer Herkunft: So was geschieht in Städten, wenn Bürger nicht mehr daran glauben, dass der Staat sie vor gewalttätigen Auswirkungen der Migration schützen kann, will und wird.“
Für Kelle sind das „Ausschreitungen mit Ansage“, die auch in Deutschland und jedem europäischen Land drohen würden, „wenn die Politik versagt und lieber ihr Volk als Rechte beschimpft, anstatt ihren Job zu machen.“
Die Ex-AfD-Abgeordnete Joana Cotar teilte Bilder vom Mob, der durch die Straßen zieht und Türen von Migranten eintritt, und schrieb dazu nur einen Satz: „Eine Frage der Zeit bis wir diese Szenen auch in Deutschland sehen.“
Es gibt viele weitere Kommentare in diese Richtung. Was allen gemein scheint, ist der Unterton, der besagt: So was kommt von so was. Was allerdings nachhaltig irritieren sollte: Es ist keine Frage der Zeit, bis wir solche Szenen in Deutschland sehen, es gab sie bereits nach 1990. Etwa 1992 in Rostock-Lichtenhagen, wo eine bewohnte Asylunterkunft unter den johlenden Rufen des Mobs brannte.
Im Vorfeld waren immer mehr Zuwanderer mit Bussen in Lichtenhagen angekommen. Vorwiegend Roma und Sinti. Vor der ZAST mit 280 Plätzen hatten sich lange Menschenschlangen gebildet. Viele campierten tagelang samt Kind und Kegel vor der Unterkunft. Auslöser war hier ein Versagen der Politik, der Polizei und zudem eine heillose Überforderung der Bürokratie. Anwohner erklärten gegenüber dem Deutschlandfunk:
„Wir können unsere Kinder nicht mehr auf die Straße schicken, denen ziehen sie die Fahrräder unter dem Hintern weg. Wir können nicht in der Halle einkaufen gehen, wir werden belästigt.“
Aber erklärt das, warum 2000 Deutsche vor eine vietnamesische Unterkunft voller Menschen ziehen, johlen, während diese von einem kleineren radikalen Teil der Gruppe angegriffen und in Brand gesteckt wird?
Schrecklich. Aber es gab auch hier eine Zeit davor, wie die Webseite des Rathauses Rostock über das Jahr 1938 berichtet:
„In Rostock steckten lokale Täter die Synagoge in der Augustenstraße in Brand, schändeten den Jüdischen Friedhof im Lindenpark und verwüsteten Geschäfte und Privatwohnungen von Rostocker Juden und Jüdinnen. Zudem wurden 64 jüdische Mitbürger*innen Rostocks in so genannte Schutzhaft genommen. Durch das Novemberpogrom verschwanden die letzten öffentlichen Anzeichen jüdischen Kulturlebens in der Stadt.“
All das ist bekannt. Es am liebsten vergessen zu wollen, etwa mit Verweis auf die „Nazi-Keule“, ist schändlich.
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Und die Lehre aus den 1990er Jahren muss doch heute sein: Der Protest und die Wut der Bürger müssen sich immer und ausschließlich gegen die Politik richten, die solche Zustände zulässt. Wer bei den Bildern von Belfast kein mulmiges Gefühl bekommt oder gar heimlich jubelt darüber, dass das Volk sich zur Wehr setzt, der ist entweder zu feige, sich der Politik entgegenzustellen, oder er ist schon auf erschreckende Weise verroht.
Wenn eine Masse an Bürgern auf die Straße geht, wie das 1989 in der DDR der Fall war, dann hat die Politik keine Chance. Oder sie muss Panzer auffahren. Umso enttäuschender, wie wenige Deutsche dem Ruf nachkommen. Weil die Falschen rufen? Tatsächlich hat es die Politik in Deutschland erfolgreich geschafft, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Linke gegen Rechte, Deutsche gegen Ausländer. So sind sie mit sich beschäftigt und die Verantwortlichen bleiben unbehelligt. Geld spielt hier natürlich auch eine Rolle: regierungsnahe NGOs werden mit hunderten Millionen gefüttert.
Aber es ist ganz einfach: Wenn die verantwortlichen Politiker verschwinden, verschwindet mit ihnen jene Politik, die Mädchen und Frauen vergewaltigt, die Köpfe abschneiden will, die überproportional kriminell ist, die ins Bürgergeld einwandert und sich einer angeordneten Heimreise verweigert. Und das ist in Berlin nicht anders als in Belfast.
Sie empfinden eine klammheimliche Freude über den Mob in Belfast? Oder Sie prognostizieren – womöglich in Erinnerung an Rostock-Lichtenhagen: „Eine Frage der Zeit bis wir diese Szenen auch in Deutschland sehen“? Dann haben Sie die Hauptverantwortlichen aus dem Blick verloren. Es sind die Regierenden, die diese Probleme nicht nur nicht verhindern, sondern vielfach selbst produziert haben. Sie sind es auch, die gezielt bestimmte Gruppen in der Bevölkerung finanzieren und gegen andere Gruppen hetzen.
Die Mächtigen möchten von ihrem Tun ablenken und den Druck gegen sie aus der Vertikalen in die Horizontale verschieben. Sie sichern sich ihre Macht, indem sie die Menschen gegeneinander aufhetzen. Aber das Ziel der Menge müssen die Plätze vor den Parlamenten sein.
Diese müssen so lange belagert werden, bis es endet oder die Staatsmacht ihr wahres Gesicht zeigt, wie sie es bei so vielen Demonstrationen während des Corona-Regimes auf brutale Weise durchexerziert hat. Aber auch damals – das muss man erinnern – gab es schon eine vom medial-politischen Komplex erfolgreich provozierte Spaltung der Gesellschaft.
Der Staat wusste, dass ihm Leute wie der Querdenken-Gründer Michael Ballweg gefährlich werden. Und bevor das Volk real vor den Reichstag zieht, haben sie damals einfach ein paar Maskerade-Reichsbürger vorgelassen. Bis heute ist ungeklärt, wie viele IMs dabei waren. Und Ballweg wurde anschließend weggesperrt.
Die Mächtigen lassen ihre Maske fallen, wenn es ihnen an den Kragen geht. Aber Demokratie heißt auch: Macht auf Zeit. Wer das ignoriert, steht außerhalb des demokratischen Kontextes und muss entsprechend mit allen legalen Mitteln bekämpft werden.
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