Wem noch etwas am Journalismus liegt, der stellt fest, nachdem er sich die Kotze kübelweise aus den Mundwinkeln gewischt hat, dass wir es hier mit einem Skandal zu tun haben, der das Potenzial hat, die Grundfesten des Journalismus in Deutschland zu erschüttern – schlimmer als Relotius und die Hitlertagebücher zusammengenommen.
Julian Röpke, langjähriger Leitender Redakteur für Sicherheitspolitik und Konflikte bei der BILD-Zeitung und bekannt als einer der lautstärksten und schrillsten Pro-Ukraine-Plärrer im „BILD-Lagezentrum“ – die haben ihren eigenen Kartentisch– , wechselt nach eigenen Angaben zu einem ukrainischen Drohnenhersteller. Man muss zwei Mal überlegen: Ist der 1. April schon vorbei? Oder nur eine irre Provokation der Gegenseite?
Ein Mann, der jahrelang als Reporter über den Ukraine-Krieg berichtete, Drohnenangriffe analysierte und Russland scharf kritisierte, macht nun gemeinsame Sache mit der Rüstungsindustrie? Das ist nicht nur ein Interessenkonflikt – das ist der offene Grabgesang auf die Unabhängigkeit der Presse.
Und der Brechreiz stellt sich erneut ein, wenn man die Vorgeschichte kennt. Bereits 2022 bekam Röpke gemeinsam mit BILD-Kollege Paul Ronzheimer und Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt den ukrainischen Verdienstorden (dritter Klasse) von Wolodymyr Selenskyj persönlich zugesprochen – eine Auszeichnung für ihre Propaganda bei der Waffen- und Milliardenbeschaffung für die Ukraine.
Immerhin: Ronzheimer soll diese Ehre aus gutem Grund abgelehnt haben, weil er als Journalist klare Distanz zu staatlichen Akteuren wahren wollte. Was dieses Statement über Röpke und Poschardt sagt, die lächelnd zugegriffen haben, ist eindeutig: Vom Journalisten zum Aktivisten. Ein fatales Signal: Journalisten, die Orden von einer Kriegspartei annehmen, machen sich zu Hofberichterstattern. Sie verlieren jede Glaubwürdigkeit als neutrale Beobachter.
Nun der nächste Schritt: Der Wechsel zu einem Drohnenhersteller. Röpke, der monatelang Drohneneinsätze in der Ukraine detailliert beschrieb (KI-Drohnen wie die „Hornet“, Angriffe auf russische Ziele etc.), geht direkt in die Branche, die von genau diesem Krieg profitiert! Als Journalist der Vierten Gewalt hat man die Pflicht, Macht zu kontrollieren – nicht, sich in deren Dienste zu stellen. Wer von der Berichterstattung über Waffen direkt in die Vermarktung oder Entwicklung von Drohnen wechselt, zerstört genau das: Unabhängigkeit.
Leser und Zuschauer – so der ukrainisch-deutsche Ordensträger Röpcke noch welche hatte – erfahren also nachgereicht, dass Röpckes frühere Berichte von wirtschaftlichen Interessen gefärbt waren. Das ist Korruption der diskreten Art – keine Bargeldübergabe, aber ein nahtloser Übergang vom Beobachter zum Beteiligten. Die vierte Gewalt wird zur fünften Kolonne der Rüstungslobby.
Besonders pikant: Röpke, Ronzheimer und Poschardt bilden ein befreundetes Trio innerhalb der Springer-Welt. Man kennt sich, man arbeitet zusammen oder hat zusammengearbeitet, man posiert zusammen. Jetzt muss man ganz genau hinschauen, wie dieses Netzwerk auf Röpkes Gang reagiert. Wird es bagatellisiert? Wird „Kollegialität“ vorgeschoben? Oder gibt es endlich kritische Stimmen aus dem eigenen Lager? Und wie reagiert „Nius“-Chef und Ex-Kriegsreporter Julian Reichelt, der bei dieser Truppe einst das vierte Rad am Wagen war?
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Schnelle Kritik kommt etwa vom BSW-Co-Chef Fabio Di Masi:
„Kriegsprofiteure in den Redaktionsstuben! Dieser BILD-„ Journalist“ hat dem BSW immer wieder Putin-Nähe unterstellt, weil wir den Abnutzungskrieg kritisierten! Nun wird bekannt er wechselt zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenbauer. Zuvor will er aber noch weiter für BILD berichten. Alles was man über den Zustand des deutschen Journalismus im Bereich der Sicherheitspolitik wissen muss. Es trieft vor Interessenkonflikten!“
Deutsche Mainstreammedien haben seit Jahren massivste Glaubwürdigkeitsprobleme. Röpkes Wechsel muss jetzt einen Tsunami auslösen, der noch den letzten Rest an Glaubwürdig einfach hinwegfegt.
Es geht nicht um eine einzelne Person – es geht um das System. Wer als Journalist – Quatsch, als Aktivist! - staatliche Orden von Kriegsparteien annimmt und dann nahtlos in die Rüstungsbranche wechselt, der hat die rote Linie nicht nur überschritten, sondern mit Füßen getreten.
Das muss auch für „Bild“ und Springer Folgen haben. Nicht morgen oder übermorgen, sondern heute. Und hier muss nahtlos offengelegt werden, wie dieses Nuttengeschäft zustande gekommen ist, welche Rolle die Politik dabei gespielt hat und ob und wie tief Springer in diesen Sumpf involviert ist.
Röpcke schrieb heute um eine Minute vor 18 Uhr via X:
In eigener Sache, da mich dazu heute zahlreiche Anfragen erreicht haben: Es trifft zu, dass ich BILD noch in diesem Jahr verlassen werde. Ich selbst wollte das jedoch erst in einigen Monaten bekannt geben, um mich bis dahin weiter voll auf die journalistische Arbeit am #Lagezentrum und darüber hinaus konzentrieren zu können.
Was ansteht, ist der Wechsel zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenbauer, der seit 2023 operiert und zu den größten Lieferanten für die Ukraine gehört. Das Unternehmen entwickelt Lösungen, die bei den Streitkräften der Ukraine wesentlich zur Verteidigung des Landes beitragen. Das Unternehmen betreibt seine Öffentlichkeitsarbeit zum Schutz seiner Mitarbeiter in Deutschland und der Ukraine bewusst zurückhaltend, daher ist eine zeitnahe Nennung des Firmennamens nicht vorgesehen. Dass ich BILD nach mehr als elf Jahren im Unternehmen sehr dankbar bin, versteht sich von selbst. Mehr dazu, wenn es soweit ist. Zurück zur Arbeit.🫡“
Zum Kotzen!
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