Vom BILD-Ukraine-Propagandisten direkt in die Drohnen-Industrie – mit Verbindungen zu Peter Thiel, Moritz Döpfner und Stark Defense?

BILD-Röpcke wechselt zur Drohne: Das unheilige Springer-Döpfner-Rüstungs-Netzwerk

von Alexander Wallasch

Journalist zeigt Flagge© Quelle: https://x.com/JulianRoepcke/status/1961517911073329411

Julian Röpcke verlässt Springer und geht zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenhersteller. Gleichzeitig investiert die Döpfner-Familie über ihren Fonds in Stark Defense, BILD-Mann Johannes Boie sitzt schon bei Helsing – und Röpcke hat monatelang Werbung für genau diese Systeme gemacht. Zufall oder Springer-Drehtür ins Rüstungsgeschäft?

Röpcke gab bekannt, zu einem Drohnen-Hersteller zu wechseln. Zu welchem, ließ er offen. Jetzt beginnt also das Rätselraten rund um die zukünftige Beschäftigung des Springer-Angestellten. Der agiert in den vergangenen Jahren offen parteiisch für die Ukraine, was grundsätzlich ebenso wenig vereinbar ist mit seiner Tätigkeit als Journalist wie die Annahme eines Verdienstordens der Ukraine für Propaganda durch Röpcke vor vier Jahren.

Ein paar Schlaglichter: Röpcke tauchte Mitte 2025 im Berliner Bunker Museum im Dreizack-T-Shirt einer ukrainischen Kampfbrigade auf, die wiederum Empfänger-Einheit bestimmter Kampfdrohnen aus deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit ist. Das Museum selbst wurde von Enno Renze aufgebaut, man kennt sich. Waffenhändler Renze wird von Röpcke wiederum in einem BILD-Artikel als „Akteur“ bei Ausstattungen für kurdische Kämpfer erwähnt.

Es gibt eine Reihe weiterer Verbindungen, die im Zusammenhang mit Röpckes Abschied von BILD interessant sein könnten. Jedenfalls dann, wenn man als Journalist herausfinden will, wo Röpcke nun eigentlich angeheuert hat. In seinem gestrigen X-Post sprach er von einem deutsch-ukrainischen Drohnenhersteller, der seit 2023 aktiv sei. Das schließt Unternehmen neueren Datums zunächst aus.

Schaut man auf die Springer-Veröffentlichungen von Röpcke aus den letzten Monaten, dann fallen bestimmte Berichte über Drohnen besonders auf, wenn da in Werbemanier begeistert von den Vorzügen und Game-Change-Möglichkeiten der neuesten Technik berichtet wird.

Auch hier wieder Querverbindungen Röpckes zu Drohnen-Herstellern wie Sergej Sumlenny von United Unmanned Systems (UUS), man duzt sich gegenseitig auf X und teilt Posts. Und auch Drohnenhändler Sumlenny gibt wiederum Anlass für weitere Recherchen, wenn er unter anderem als Büro-Chef der Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew genannt wird, als Chef des European Resilience Initiative Center oder die Freie Universität Berlin via LinkedIn als Referenz nennt.

Ein Anruf beim großen deutsch-ukrainischen Drohnenhersteller Quantum Systems führt in die Sackgasse, der Sprecher teilt mit, eine Neuanstellung von Julian Röpcke könne er „definitiv ausschließen“.

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Wo also dann? Die Recherche geht weiter. Und da kommt nun Lars Wienand von T-Online ins Spiel. Der fragte Ende Dezember 2025 in einem Artikel bei T-Online: „Was macht eine Kamikazedrohne in den Räumen der Journalistenschule von Axel Springer?“ Und er antwortete, Springer-Boss Mathias Döpfner habe Verbindungen zu einer Drohnenfirma.

Und was die Recherche-Abteilung von Wienand da herausgefunden hat, erscheint mit Blick auf den Wechsel von „BILD“-Kriegsreporter Röpcke in einem neuen Licht. Konkret geht es um den Drohnenhersteller „Stark Defense“. Im Bericht heißt es, dass die Räume der Axel Springer Academy of Journalism & Technology mit einer entschärften Virtus-Drohne von Stark dekoriert wurden.

Beachtlich, was T-Online da über den Drohnenhersteller zusammengetragen hat: Zu den Geldgebern gehören offenbar auch Fonds des Milliardärs und Großinvestors Peter Thiel. Dieser wiederum sei nicht nur Förderer von US-Vizepräsident JD Vance, sondern auch von Moritz Döpfner. Der wiederum ist der Sohn des Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner. Lars Wienand schreibt:

„Und als Döpfner Junior im Dezember 2024 seinen eigenen Wagniskapitalfonds Doepfner Capital Fund I, L.P. in Delaware registrierte, investierte Thiel als Ankerinvestor nach Recherchen des ‚Manager Magazins‘ 50 Millionen US-Dollar hinein.“

Und dieser Döpfner-Fonds sei bei Stark eingestiegen, heißt es im Artikel. Aber nicht nur dieser Fonds. Unter den Geldgebern von Drohnen-Stark sei auch Project A Ventures – ein weiterer Fonds mit Verbindungen zum Springer-Verlag. Als die Drohne in der Springer Academy präsentiert wurde, seien zwei Stark-Mitarbeiter als ständige Aufsicht vor Ort gewesen.

Wurde Julian Röpcke von Springer aus dem Geschäft genommen, um den Ruf des Hauses als Ukraine-Lobbyist nicht zu beschädigen, und um sich dann mit seiner Drohnenexpertise aus der Ukraine-Berichterstattung direkt beim Döpfner-nahen Drohnenhersteller Stark einzubringen?

Angenommen, Julian Röpcke bestreitet jetzt eine Beschäftigung bei Drohnen Stark. Und hier muss erwähnt werden, dass Röpcke in der letzten Zeit plötzlich durch eine verschärfte Kritik an Stark-Produkten aufgefallen ist. Dann kommt noch eine weitere Möglichkeit in Betracht: Die Springer-Jungs sind perfekt und multiple aufgestellt im Ukraine-Drohnen-Geschäft.

Denn auch beim KI-Rüstungsunternehmen und Drohnenspezialisten Helsing ist Springer schon an vorderster Front im Spiel: Ab August 2025 ist Johannes Boie, der ehemalige Chefredakteur von „Bild“ und „Welt am Sonntag“, als Marketingchef und Pressesprecher beim KI-Rüstungsunternehmen Helsing tätig. Und Boie und Röpcke haben bei BILD lange eng zusammengearbeitet, man kennt sich, man weiß also, wie man miteinander ins Geschäft kommt.

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