Rund eine Million Syrer und Afghanen stehen mit gepackten Koffern, prall gefüllten Plastiktüten und strahlenden Gesichtern an den Gates. Sie sind bester Laune, lachen, klatschen und rufen immer wieder im Chor: „Nach Hause! Nach Hause!“
Grund für die fröhliche Massenversammlung: Friedrich Merz hatte in seiner Rede beim Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten in Berlin allen, die freiwillig zurück in ihre Heimat wollen, einen gratis Heimflug inklusive 5.000 Euro Startkapital versprochen.
Das Angebot lief unter dem Motto „Willkommen zurück in der alten Heimat – auf Kosten der neuen“. Nun stehen sie da. Aber die Flieger fehlen. Während die Flughafenleitung verzweifelt versucht, irgendwo in Europa noch Maschinen aufzutreiben, entwickelt sich an den Terminals eine Szene wie aus einem Hollywood-Film mit Herz:
Anwohner aus den umliegenden Ortschaften sind mit Thermoskannen voller Kaffee und selbstgebackenem Kuchen angerückt. Türkische Imbissbuden haben spontan ihre Grills aufgebaut. Es riecht nach Döner, Baklava und Bratwurst – ein echtes deutsches Willkommens-Abschieds-Buffet.
Überall liegen sich Menschen in den Armen. Syrische Großfamilien tanzen Dabke im Wartebereich, afghanische Väter heben ihre Kinder hoch und zeigen ihnen zum letzten Mal die großen Flugzeuge, die leider nicht kommen wollen.
Deutsche Frauen stehen hinter den Absperrungen, winken mit weißen Taschentüchern und rufen unter Tränen: „Macht’s gut! Passt auf euch auf! Und schickt mal ne Postkarte!“
Ein Sprecher des Bundeskanzleramts erklärte sichtlich überfordert: „Das Angebot war natürlich ernst gemeint… äh… theoretisch. Wir hatten nur nicht mit so viel… äh… Begeisterung gerechnet.“
Friedrich Merz selbst twitterte um 9:17 Uhr nur ein einziges Wort: „Hoppla.“
Am Flughafen Frankfurt wurde inzwischen ein provisorisches Abschiedsfest organisiert. Die Band „Die Original Oberkrainer“ spielt gemeinsam mit einer syrischen Duduk-Gruppe. Es wird gesungen, geweint und gelacht.
Ein syrischer Familienvater fasste die Stimmung zusammen, während er seinen Koffer wie einen Tanzpartner durch die Halle schwang:„ Endlich mal ein Versprechen, das die Deutschen halten wollten. Schade nur, dass die Flugzeuge nicht mitmachen.“
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Kommentar von Jürgen Hentschel
Ach, es hätte ein so schöner Tag werden können, Herr Wallasch. Schade, dass es nur der 1. April ist.