Die Süddeutsche Zeitung lässt Weimer fallen: Aber das geht nicht ohne uns – Die SZ versucht es trotzdem und scheitert

Der falsche Mann? Die SZ gegen Weimer – ein halbes Jahr zu spät

von Alexander Wallasch

Claudius Seidl will Weimer der Lüge überführt haben und blendet dessen Lügengebäude samt Hochstapelei komplett aus.© Quelle: X/claudiusSeidl, Youtube/Bundesregierung/Screnshot, Montage: Wallasch

Wolfram Weimer ist der „falsche Mann“ – das findet jetzt auch die SZ. In einem Essay vom 11. März 2026 attestiert die Zeitung dem Kulturstaatsminister Überforderung, Lügen und intellektuelle Dürftigkeit. Nur: Der echte Skandal – Fake-Imperium, ungefragter Textklau, falsche Reichweiten – wurde vor Monaten von Alexander-Wallasch.de enthüllt. Die SZ umschifft das in einem schmerzhaften Slalom, um nicht zugeben zu müssen, dass sie Weimer monatelang gedeckt hat.

Wie kann man den Kulturstaatsminister kippen, ohne sich dabei auf die monatelange Investigativ-Recherche von Alexander-Wallasch.de über die Hochstapelei von Wolfram Weimer zu berufen? Es ist schlicht unmöglich.

Und wer es doch versucht – wie jetzt Claudius Seidl für die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ), die „taz“ und andere, der muss einen Slalomlauf hinlegen und dabei Spießruten laufen. Mal ganz davon abgesehen, dass es Fremdscham-Momente produziert und zudem unjournalistisch erscheint.

Mal zur Erinnerung für die Kollegen: Wolfram Weimer ist ein Hochstapler und Scharlatan. Er hat mit seiner Weimer Media Group ein Fake-Imperium aufgebaut, um eine unternehmerische Größe darzustellen, die er schlicht nicht hat. Mit diesem Windbeutel-Unternehmen hat er Gipfeltreffen organisiert, namenhafte Politiker angelockt und Unternehmen Werbepakete verkauft, für in der Verbreitung quasi bedeutungslose Print- und Online-Produkte, denen er unter Vortäuschung falscher Zahlen Relevanz verschafft hat.

Mal zur Verdeutlichung: Alle Publikationen der Weimer Media Group zusammengenommen haben wohl weniger monatliche Leser als Alexander-Wallasch.de. Und was am Weimer-Skandal über Monate hinweg immer auffälliger wurde: Nach zwei bemerkenswerten, aber solitären Artikeln im Spiegel und bei T-Online waren die Etablierten in der Causa Weimer wieder vom Journalismus in ihr Lagerdenken zurückgekehrt.

Und so blieb es bis zur Berlinale beim unausgesprochenen Deal zwischen Weimer und dem linken Kultur- und Medienbetrieb: Weimer wird in Ruhe gelassen, in etwa so, wie die linksextreme Antifa seit Merkel die CDU in Ruhe lässt, weil man sich auf eine Koexistenz geeinigt hat. Und natürlich auch, weil man auf Subventionen hofft.

Dieser Deal ist für Weimer nun vorbei. Zunächst wurde öffentlich, dass der Kulturstaatsminister die Berlinale-Chefin entsorgen wollte. Und jetzt hat er drei linksradikale Buchläden trotz Jury-Entscheidung von der Liste der Nominierten für den Buchhandlungspreis der Bundesregierung genommen. Eine Jury übrigens, die vom Kulturstaatsministerium selbst bestimmt wird, und sich trotzdem ausnahmslos aus Linken zusammensetzt.

Und jetzt wird es problematisch: Weimer soll weg, aber wie soll man Weimer fallen lassen, wenn man zuvor noch gegen jede Investigativ-Recherche als Munition immun war, getragen vom falschen – von Weimer selbst verbreiteten – Narrativ, die AfD habe eine Kampagne gegen ihn losgetreten? Dabei war es Weimer selbst, der hunderte – wenn nicht tausende – von Autorenprofilen angelegt und mit öffentlichen Aussagen und Texten dieser Autoren zugemüllt hatte, ohne die Autoren selbst um Erlaubnis zu fragen – darunter hundert Texte von Alice Weidel, der AfD-Chefin höchstpersönlich!

Es gab einmal eine Zeit, da hatte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) hohe Auflagen, da gehörte, was Seidel, Weidermann und Minkmar dort zu sagen hatten, zum Goldstandard des deutschen Kulturbetriebs. Das ist schon lange vorbei, die Herren allesamt verschlissen und nicht mehr am Platz.

Claudius Seidl schrieb einmal so weit vorn, dass „Welt“-Herausgeber Ulf Poschardt die Körperhaltung Seidls auf dessen Profilbild in seinem eigenen Profilbild nachahmte.

Jetzt stand Seidl also für die SZ – bei der er nach einem Vierteljahrhundert Fremdarbeit - Ende vergangenen Jahres wieder gelandet war, vor der für ihn tatsächlich unüberwindbaren Aufgabe, Weimer fallen zu lassen, ohne den Aufdecker und unsere Investigativ-Recherche zum Weimer-Skandal zu erwähnen.

Und dann passiert Folgendes: Bald ein halbes Jahr nachdem Weimer als Hochstapler enttarnt war, schreibt Seidl in seinem Intro in der SZ, Wolfram Weimer erscheine so überfordert, „dass er sich nicht anders zu helfen weiß, als dreist die Unwahrheit zu verbreiten. Ist der Schaden, den er sich selbst und seinem Amt als Kulturstaatsminister zugefügt hat, noch zu reparieren?“

Ausgerechnet die SZ, die Weimer mitten im Skandal über sechs Monate hinweg gedeckt hat, hat nun entschieden, Weimer fallen zu lassen, weil der aus Sicht der Zeitung einmal zu oft pampig geworden war, und mehr sein wollte, als nur der spleenige pseudokonservative Operettenminister des linken Kulturbetriebs.

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Claudius Seidl beamt sich also notgedrungen Jahre und weit hinter den Weimer-Skandal zurück, dorthin, wo es – ja – schon einmal Kritik am Autor Weimer gab, die aber nichts mit der Aufdeckung des Skandals zu tun hat, den die SZ verpasst bzw. Weimer folgend als AfD-Kram geframt hat.

Also schreibt sich Seidl zurück zu einem uralt Buchplagiat von Weimer und übt sich ein bisschen in einer unnötigen und diffamierenden Küchenpsychologie nach dem Motto: Der Weimer war doch schon immer ein minderbegabter Blödmann:

„Wenn Weimer zitiert, liest sich das, als habe er die Sätze aus Wikipedia zusammengeschrieben. Wenn er auf Bücher verweist, dann klingt es, als habe er sie nicht verstanden.“

In einem schmerzhaften Slalom um den über Monate investigativ recherchierten Weimer-Skandal hinweg etikettierte Seidl Weimer als schlampig, überfordert und attestiert ihm eine theoretische Unzulänglichkeit.

Der Klavierspieler Seidl trinkt den Weimer-Nektar mit abgespreiztem Finger aus einer Teetasse und rümpft die Nase über dem gesamten Skandal hinweg. Dieser Spagat muss im Schritt furchtbar weh tun, jedenfalls dann, wenn man dort noch etwas spürt.

Wenn man für die SZ arbeitet, die Weimer geschützt hat, als dieser obszön umfassende Skandal aufgedeckt wurde, dann ist man im Moment der späten Einsicht doppelt gefordert, sich damit zu befassen. Macht Seidl aber nicht. Stattdessen beleidigt er den Kulturstaatsminister in der Umgehung unserer Investigativ-Recherchen lieber persönlich:

„Und wenn Weimer, zu allen möglichen festlichen Gelegenheiten, ein paar pompöse Stichworte zur geistig-moralischen Lage der Dinge sagte, hörte man den Autor des „Konservativen Manifests“ sprechen, einen Mann, der außer Floskeln nicht viel zu bieten hat.“

Die SZ hat Schützling Weimer aufgegeben. Seidl titelt kurz und knapp: „Der falsche Mann“. Und das soll nun damit begründet werden, dass Weimer den genannten drei Buchhandlungen einen verlogenen Brief zugesandt hatte. Nein, das reicht nicht für einen Skandal. Aber wozu einen erfinden, wenn der Skandal längst in einem unendlich langen Güterzug vor der Tür steht? Es erscheint  grotesk. Und es ist politisch und nicht journalistisch.

Seidl endet mit den Worten:

„Wenn die von ihm geleitete Behörde auch noch so offensichtlich lügt, möchte man von ihm kein Wort mehr hören. In keiner, wirklich gar keiner Angelegenheit.“

Claudius Seidl ruft über Weimer-Skandal hinweg „Skandal!“ Und die „taz“ macht es ihm heute brav nach, immerhin da kann sich die FAS-Eminenz noch über Beachtung wie früher erfreuen. Die „taz“ titelt mit Anspielung auf die Streichung der linksradikalen Buchverlage von der Nominierungsliste: „Streicht Weimer von der Ministerliste!“.

Und die Grüne „taz“-Leserin Katrin Göring-Eckardt bläst via X heute ins selbe Horn: „Wolfram Weimer zeigt sich jeden Tag deutlicher als das was er ist, aber stets verneint hat: Er ist Kulturkampfminister.“

Claudius Seidl will Weimer der Lüge überführt haben und blendet dessen Lügengebäude samt Hochstapelei komplett aus. Als journalistische Arbeit ist das glatt gelogen.

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