Die „Zeit“ fasste es vor ein paar Tagen so zusammen:
„Die Nato setzt KI-Software der US-Firma Palantir ein. Die Bundeswehr schließt das aus – weil sie ihre Daten nicht mit dem umstrittenen Unternehmen teilen will.“
Und der deutsche Vizeadmiral Thomas Daum erzählte der Zeitung auch, warum nicht. Es ginge um die Frage, wer diese Software bediene. „Das machen in der Nato tatsächlich Vertreter der Industrie, also der Firma Palantir“, sagte Daum. Und weiter:
„So sehr wir an der Funktionalität interessiert sind (…), so unvorstellbar ist es eben momentan, Industriemitarbeiter auf den nationalen Datenbestand zuzulassen.“
Stattdessen habe die Bundeswehr zwei deutsche und einen französischen Anbieter ausgewählt. Das mag aus europäischer Sicht Sinn machen. Zudem hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bereits im Februar Bedenken gegen eine Zusammenarbeit mit Peter Thiel, dem Mitgründer von Palantir, geäußert. Dabei gehe es, so die Zeitung weiter, um Thiels Rolle beim deutschen Drohnenhersteller Stark Defence, einem möglichen Lieferanten von Drohnen für die Bundeswehr.
Zuletzt bekam Stark dann aber doch noch einen hunderte Millionen Euro schweren Auftrag der Bundeswehr, nachdem das Unternehmen versichert hatte, dass Thiel keine operativen Befugnisse habe.
Die Plantir-Software, die bisher nicht in die Bundeswehr implantiert werden konnte, bedeutet allerdings mehr als nur Geld: Sie sichert Kontrolle, wie kein geringerer als besagter Vizeadmiral befürchtet.
Und hier kommt jetzt das Medienhaus Axel Springer SE ins Spiel. Deren Verbindungen zu Palantir und auch das Propaganda-Engagement für die Ukraine sind vielfältig, eins greift hier ins andere. Palantir ist eine Unternehmensgründung co-finanziert von der CIA und in enger Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Militär. Man kann sogar sagen, Palantir ist heute das digitale Herzstück des Pentagons.
Und die Vernetzung schreitet immer weiter voran: Im März 2026 hatte der stellvertretende US-Verteidigungsminister Feinberg in einem Memo angeordnet, dass Palantirs Maven Smart System (MSS) als offizielles „Program of Record“ eingestuft wird. Das bedeutet: Langfristige, stabile Finanzierung über Jahre hinweg, verpflichtende Einführung in allen Teilstreitkräften. Und Maven wird zur Standard-Plattform für KI-gestützte Zielerkennung, Datenfusion und Entscheidungsunterstützung im Gefecht.
Parallel passiert das Gleiche in der Ukraine. Und Gründer Karp immer ganz vorn mit dabei: Im Juni 2022 war er der erste CEO eines großen westlichen Unternehmens, der sich nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine mit Präsident Wolodymyr Selenskyj traf.
Gestern dann die Pro-Palantir-Offensive bei der „Welt“. Die veröffentlichte einen Artikel mit der Schlagzeile „„Als würde man über Hexerei sprechen“ – Alex Karp hält Deutschland eine Standpauke.“
Karp ist Mitgründer und CEO von Palantir Technologies. Aber nicht nur das: Karp ist auch ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats der Axel Springer SE (2018–2020). Und nun raten Sie mal, ob im Artikel aus Transparenzgründen darauf hingewiesen wurde. Natürlich nicht.
Und wer hat den Artikel bei Springer geschrieben? Das war Filipp Piatov. Er ist in der Ukraine-Berichterstattung – Bindestrich Propaganda – die rechte Hand von Paul Ronzheimer. Kollege Julian Röpcke wechselte zuletzt zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenhersteller und „Welt“-Herausgeber Ulf Poschardt bekam schon 2022 den Verdienstorden der Ukraine dritter Klasse für seine Propaganda bei Springer für die Waffen- und Milliardenbeschaffung für die Ukraine.
Weiterlesen nach der Werbung >>>
Ihre Unterstützung zählt
Zeitgleich erhielten auch Röpcke und Ronzheimer diesen Orden zugesprochen. Nur Ronzheimer roch den Braten und lehnte ab. Aber das ist mit Blick auf Springer noch längst nicht alles. Moritz Döpfner, der Sohn des Springer-Chefs Mathias Döpfner – wie Lars Wienand für T-Online zuerst berichtet hatte – ist eng mit Peter Thiel von Palantir verbunden, er arbeitete als Chief of Staff für Thiel. Und der wiederum investierte Ende 2024 in Unternehmungen von Döpfner Junior nach Recherchen des „Manager Magazins“ 50 Millionen US-Dollar in den Doepfner Capital Fund.
Dieser Döpfner Wagniskapitalfonds wiederum investierte in den Drohnenhersteller Stark, an dem Thiel von Palantir beteiligt ist, der zuletzt – nach anfänglichem Zögern – doch noch eine Großauftrag der Bundeswehr bekam. Warum hat Filipp Piatov eigentlich noch keinen Ukraine-Verdienstorden bekommen?
Auch in der „Bild“-Zeitung von heute eine exklusive Strecke für den Palantir-CEO Karp von Ukraine-Berichter Piatov. Und wiederum kann Milliardär Karp hier bei einem Springer-Produkt ohne jeden Widerspruch seine Palantir-Propaganda und seine Empörung verbreiten, jetzt fehlt sogar die kritische Stimme des Vizeadmirals Daum.
Stattdessen sagt Karp, er wundere sich über die Ablehnung, schließlich seien er und Thiel deutsche bzw. deutschsprachige Geschäftsleute und die prominentesten dazu. Also kein Wort zur Auseinandersetzung mit der Kritik an Palantir, die letztlich zu einer Absage der Vernetzung der Bundeswehr mit Palantir führte.
Filipp Piatov schreibt:
„Karp ist stolz darauf, dass sein Unternehmen einen Beitrag zur erfolgreichen Verteidigung der Ukraine leistet. Wie die Armee seine Produkte einsetzt, beschreibt er so: ‚Man kann es sich gewissermaßen wie ein Betriebssystem für den Krieg vorstellen.‘“
Und so langsam dämmert einem dann auch, warum Präsident Selenskyj und Leute wie der ehemalige Botschafter Andry Melnyk immer so ein irritierend forderndes Auftreten hatten und haben, wenn es um Milliarden aus dem Westen und Deutschland geht. Sie wissen ziemlich genau, wem es nutzt, wenn dieser Krieg noch eine Weile weiterläuft. Aber welche Rolle spielt Putin dabei, der hier ein jahrelanges Scharmützel mit dem Einmarsch in die Ukraine/Donbass auf einen Palantir-kompatiblen Kriegslevel gehoben hatte?
War hier schon erwähnt, dass der ehemalige „Bild“-Chef Johannes Boie jetzt für den Drohnenhersteller Helsing arbeitet?
Einen Kommentar schreiben
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.
Zur Anmeldung