Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj haben heute ein neues Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Kern des Deals: Deutschland finanziert einen Großauftrag der Ukraine beim US-Konzern Raytheon/Lockheed Martin über mehrere Hundert PAC-3 MSE-Patriot-Raketen. Die Waffen werden in Amerika produziert – die Rechnung zahlt der deutsche Steuerzahler.
Jede einzelne dieser modernen Raketen kostet – je nach Vertrag, Exportaufschlägen und Logistik – realistisch zwischen 4 und 7 Millionen Euro. Bei „mehreren Hundert“ Raketen reden wir schnell von 1 bis 2 Milliarden Euro oder mehr allein für diesen Posten – Geld, das direkt aus dem deutschen Haushalt fließt.
Warum macht die Bundesregierung das? Es ist das perfekte Geschäftsmodell unter Donald Trump: Europa übernimmt die Kosten, amerikanische Rüstungsfirmen kassieren satte Profite, und Berlin darf sich als „großer Unterstützer“ feiern. Aber diese Politik ist nicht nur abhängig und teuer – sie ist sogar grundlegend falsch. Denn seit Beginn des Krieges hat Deutschland bereits rund 55 Milliarden Euro militärische und fast 40 Milliarden Euro zivile Unterstützung geleistet – insgesamt deutlich über 90 Milliarden Euro. Hinzu kommt der erhebliche deutsche Anteil an den umfangreichen EU-weiten Hilfsprogrammen, der die reale Belastung für den deutschen Steuerzahler weiter massiv erhöht. Für 2026 allein sind bereits über 11 Milliarden Euro Militärhilfe vorgesehen.
Es profitieren die Ukraine und die USA — beide stehen gemeinsam unter dringendem Tatverdacht, die NordStream-Pipelines gesprengt zu haben.
Diplomatie Fehlanzeige. Aber lohnt es sich Verhandlungen mit Russland abzusagen? Was sind die zählbaren Ergebnisse der Kriegsfinanzierung nach mehr als vier Jahren? Russland hat seine Eroberungen weitgehend gehalten, die Ukraine erleidet verheerende Verluste und Zerstörungen, und ein militärischer Sieg Kiews ist nicht in Sicht.
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Statt diese bittere Realität endlich anzuerkennen und auf ernsthafte Verhandlungen zu drängen, setzt Kanzler Merz die Eskalationslogik fort: mehr Geld, mehr Technologie-Kooperation, noch engere Bindung an Washington.
Besonders bezeichnend ist besagter Patriot-Teil des Deals: Deutschland kauft bei US-Konzernen ein, anstatt – wenn schon, denn schon – ausschließlich die eigene Rüstungsindustrie oder eine europäische Luftabwehr massiv auszubauen. Das stärkt nicht Europa. Es vertieft lediglich die Abhängigkeit von den USA und treibt die Kosten in schwindelerregende Höhen.
Diese Unterstützungspolitik schadet deutschen Interessen auf mehreren Ebenen. Sie belastet den Staatshaushalt massiv und langfristig, erhöht das Risiko russischer Hybridangriffe, Sabotage und Cyberoperationen und verzögert jede politische Lösung, weil sie weiter die Illusion aufrechterhält, der Krieg sei militärisch zu gewinnen. Man wagt es kaum noch anzufügen, weil es so weit weg klingt: zudem opfert Merz damit deutsche Souveränität für transatlantische Gefälligkeit.
Die regierungsnahen Medien schaffen es auch vier Jahre nach Kriegsbeginn noch, moralische Scheuklappen lebendig zu halten und Widerspruch als Verrat zu deklarieren – Stichwort „Putin-Versteher“. Aber unbegrenzte Waffenlieferungen und Milliarden-Zahlungen ohne klare Exit-Strategie und ohne ernsthafte diplomatische Initiative sind deshalb trotzdem keine verantwortungsvolle Außenpolitik. Sie sind verantwortungsloses Durchwurschteln auf Kosten der eigenen Bevölkerung und kommender Generationen!
Deutschland vernachlässigt seine Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen und wird zum Zahlmeister eines nicht zu gewinnenden Stellvertreterkriegs. Man muss nicht lange fragen, wer den Wiederaufbau finanziert, wer ihn durchführt und welche Firmen am Ende davon profitieren. Die USA sind seit über einem Jahrzehnt in der Ukraine tätigt. Der Krieg ist nur eine Übergangszeit hin zum fetten verdienen. Und dank deutschen Geldes wird schon während des Krieges richtig fett verdient.
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