In einem der aufregendsten Interviews des Jahres – mit dem linksliberalen US-Magazin „TheAtlantic“ – rechnet der Ökonom und Demografie-Experte Jesús Fernández-Villaverde von der University of Pennsylvania mit einem halben Jahrhundert politischer Panikmache ab.
Im Gespräch mit Derek Thompson erklärt er (übersetzt):
„Das Jahr 2023 war ein einzigartiges Jahr in der Geschichte der Menschheit, denn es war das erste Mal, dass unsere Gesamtfruchtbarkeitsrate weltweit unter die Reproduktionsrate fiel. Das ist in den letzten 200.000 Jahren noch nie vorgekommen.“
Das bedeutet, dass die große Bevölkerungsexplosion, mit der linke und grüne Kreise jahrzehntelang Angst geschürt und Politik begründet haben, sich endgültig als grandioser Irrtum erwiesen hat. Stattdessen beginnt die „Great Depopulation“ – die große Entvölkerung. Die Bevölkerungsexplosion ist demnach der Saure Regen von heute. Spannend wird sein, wie krampfhaft all jene an dieser nun widerlegten These festhalten werden – welche Geschäftsmodelle der NGOs hängen an so einem Soylent Green-Weltuntergangsszenario?
Fernández-Villaverde prognostiziert im Interview, dass die Weltbevölkerung in etwa 30 Jahren ihren Höhepunkt erreichen und ab etwa 2055 strukturell schrumpfen wird. Das alte Schreckensszenario von Paul Ehrlichs „Population Bomb“ von 1968 – unaufhaltsames Wachstum, Massenhunger, Ressourcenkriege und ökologischer Kollaps – löst sich damit in Luft auf.
Tatsächlich waren seriöse Demografen waren schon früher skeptisch, während Linksintellektuelle und Institutionen wie die UN jahrzehntelang am Narrativ der Bombe festhielten. An Zahlen und Faken mangelt es nicht. Dennoch tut sich die UN sehr schwer, ihr eigenes Weltbild aufzugeben.
Die Ursachen für den weltweiten Geburtenrückgang sind vielfältig und betreffen nicht nur reiche Länder. Fernández-Villaverde zählt sie alle auf: veränderte soziale Normen, stark beschleunigt durch Social Media und Smartphones, die jungen Frauen in traditionellen Gesellschaften plötzlich Alternativen zur klassischen Rollenverteilung zeigen. Dazu kommt der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft, die Frauen bessere berufliche Chancen bietet, das „educational arms race“ – das Bildungs-Wettrüsten mit immer längeren Ausbildungszeiten, späterer Familiengründung und enormem Druck, die wenigen Kinder optimal zu fördern, besonders extrem in Ostasien. Hohe Wohnkosten tun ihr Übriges.
Viele dieser Entwicklungen seien grundsätzlich positiv, betont der Ökonom: mehr Bildung, mehr Freiheit für Frauen, bessere Verhütung. Dennoch sei der Absturz weit dramatischer ausgefallen als erwartet (übersetzt):
„Was mich überrascht hat, ist, dass wir nicht von sieben auf zwei gesunken sind. Wir sind viel, viel weiter gesunken.“
Die „7“ steht für die hohen Geburtenraten, die in vielen Entwicklungsländern noch in den 1960er Jahren üblich waren. Damals lagen die Raten oft bei 6 bis 7 Kindern pro Frau. Das war die Zeit der klassischen „Bevölkerungsbombe“-Szenarien. Die „2“ steht für das Niveau von etwa 2,1 Kindern pro Frau. Das ist die Rate, bei der eine Bevölkerung langfristig stabil bleibt – ohne Ein- oder Auswanderung.
In Ländern wie Südkorea, Japan, aber auch in Teilen Lateinamerikas liegen die Raten inzwischen deutlich unter dem US-Niveau. Besonders eindrücklich und unbequem wird die Analyse tatsächlich beim Beispiel Japan. Fernández-Villaverde rechnet vor (übersetzt):
„Wenn man die Bevölkerung Japans durch Einwanderung über einen Zeitraum von 200 Jahren konstant halten wollte, würde Japan in 200 Jahren zu 5 Prozent aus Japanern und zu 95 Prozent aus Nicht-Japanern bestehen. Hier geht es nicht darum, ein paar Einwanderer aufzunehmen. Hier geht es darum, das eigene Land zu verändern. Dieses Land wäre dann nicht mehr Japan.“
Es gehe nicht um ein paar zusätzliche Einwanderer, sondern um die komplette demografische und kulturelle Transformation eines Landes. Der renommierte Demograf betont gegenüber „The Atlantic“:
„Es geht hier nicht darum, fremdenfeindlich zu sein. Es geht hier nicht darum, gegen Einwanderer zu sein. Es geht darum, dass wir kein Land mehr haben.“
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Fernández-Villaverde, selbst Einwanderer, hält ein vernünftiges, gesteuertes Maß an Zuwanderung für sinnvoll. Aber:
Das Volumen jedoch, das nötig wäre, um die Schrumpfung komplett auszugleichen, würde die kulturelle Identität vieler Nationen auslöschen.
Am Beispiel Kataloniens verdeutlicht er, dass die katalanische Sprache bei anhaltender Zuwanderung als lebendiges Alltagsidiom zum Untergang verurteilt sei. Die Frage „Habe ich nicht das Recht, dass meine Sprache weiter existiert?“ sei legitim.
Dabei führt das Interview führt hier keine abstrakte philosophische Debatte, ob „Volk“ und „Nation“ an sich ein Wert sei. Fernández-Villaverde nimmt allerdings die Perspektive der betroffenen Menschen ernst. Viele Japaner, Koreaner, Spanier oder Europäer sehen ihr Land nicht als austauschbare Wirtschaftszone. Sprache, Traditionen, soziale Vertrautheit und gewachsene Kohäsion gelten ihnen als schützenswert – ein Wunsch, der durch die demografische Realität plötzlich wieder hochaktuell wird.
Die Folgen der Schrumpfung seien zweischneidig. Positiv wirken sich für Fernández-Villaverde geringerer Energieverbrauch, Entlastung für Umwelt und Ökosysteme sowie die Möglichkeit aus, hässliche Hochhausviertel aus den Boomzeiten abzureißen und Städte menschlicher zu gestalten. Negativ überwiegen für ihn jedoch die gesellschaftlichen Belastungen bei weitem: der drohende Kollaps von Renten- und Gesundheitssystemen, die Schließung von Schulen und Krankenhäusern, der Verlust ganzer Regionen an Lebensqualität.
Ein Extrembeispiel gibt Fernández-Villaverde mit Thailand (übersetzt): „Wie wickelt man eine Gesellschaft von 63 Millionen Menschen auf nur noch 2 Millionen herunter?“ Bei anhaltender Rate von 0,8 Kindern pro Frau wäre aber genau das das langfristige Ergebnis.
Der Demograf äußert sich auch zu den dann fehlenden „Fachkräften“: KI und Deep Learning könnten einen Teil der Produktivitätslücken füllen und den Übergang erleichtern. Dennoch ersetze Technologie und Robotik keine gewachsene Gemeinschaft (übersetzt): „Wie willst du das mit künstlicher Intelligenz ersetzen?“– etwa den lokalen Pub als sozialen Treffpunkt eines englischen Dorfes.
Die große Entvolkung zwingt Gesellschaften zu unbequemen Wahrheiten. Masseneinwanderung als vermeintliches Allheilmittel löse das demografische Problem nicht, so Fernández-Villaverde, sondern ersetzt lediglich eine schrumpfende Bevölkerung durch eine andere.
Wer seine Nation, Kultur und Kontinuität als schützenswerten Wert betrachte, steht vor einer klaren Wahl: bewusste Schrumpfung mit mutiger Anpassung oder die schrittweise kulturelle Selbstaufgabe.
Das alte linke Narrativ der Überbevölkerung ist endgültig Geschichte. Die neue Realität verlangt ehrliche, illusionsfreie Antworten – und die sind alles andere als bequem.
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Kommentar von Matthias Brilliant
Meiner Meinung nach enthält der Artikel leider zwei wichtige Fehler:
1. Mitnichten ist die Ressourcenknappheit in den nächsten Jahrzehnten vom Tisch, auch nicht bei stark schrumpfender Bevölkerung: Der Pro -Kopf-Verbrauch erhöht sich kontinuierlich in allen Ländern, so dass das Problem leider noch Jahrzehnte real bleibt. Aktuell "brauchen" wir 1,7 Planeten Erde , um unseren Konsum zu decken.
2. Der Experte - und auch Herr Wallasch - machen doch denselben Fehler wie die "Experten" in den 60ern: falsche Prognosen, Milchmädchenrechnungen.
Wer sagt denn, dass die nächste oder übernächste Generation - aufgrund von mehr Platz, mehr Wohnraum z.B. - nicht wieder mehr Kinder bekommt?!
In aller Regel ist das nämlich in der Biologie so der Fall: Überpopulation kommt i.d. R. immer einher mit einbrechenden Geburtenraten. Ganz normal also.
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Kommentar von Joseph Conrad
Die Idee vom Bevölkerungswachstum ohne Ende war kein „linkes Narrativ“.
Die These wurde bezüglich der angenommenen weiteren Folgen
ganz unterschiedlich und je nach Interessenlage und Weltanschauung der jeweiligen Prognostiker angewendet.
So befürchten rechte Denker ein weiterhin anhaltendes, unterschiedliches demographisches Wachstumstempo der verschiedenen Kulturen, so dass - per Migration und demographischer Mehrheit - am Ende die Herrschaft der am wenigsten entwickelten, deshalb auch die höchste Fertilität aufweisenden Kulturen stehen würde.
Linke Verfechter des Kampfes gegen den Klimawandel prognostizieren schon seit Jahrzehnten ein Ende des Welt-Bevölkerungswachstums, da ansonsten deren Vorstellung von der Umstellung auf nur Solar- und Windenergie sowie die woke Idee des „zero-growth“ keinen Sinn machen würde.
Es ist erfreulich, dass auch der hier vorgestellte Forscher die Problematik einer uneingeschränkten Migration bei unterschiedlicher Fertilitätsrate der einzelnen Kulturen erkannt hat.
Bei seinen Vorhersagen für die Zukunft ist er jedoch mehr Prophet als Demograf.
Es könnte sich also auch lediglich um Wunschdenken handeln, anzunehmen, dass verelendete Massen in gänzlich bzw. fast gescheiterten Staaten Nordafrikas, des südlichen Afrikas sowie des islamischen Nahen und Mittleren Ostens sich von den Prognosen westlicher Sozialwissenschaftler leiten lassen!
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Kommentar von T S
Wenn das Bevölkerungswachstum weltweit (wirklich in jedem Land?) stagniert oder sich gar umkehrt bedeutet daß auch daß damit die Massenzuwanderung aus humanitären Gründen nicht mehr nötig ist, denn weniger Bevölkerung reduziert auch Konfliktpotentiale und räumliche wie materielle Knappheit. Eine gute Nachricht!
Zudem ist es sehr zu begrüßen daß die Gesamtbevölkerung schrumpft, denn wenn man der Aussage folgt daß der medial zelebrierte "Erdüberlastungstag" nun schon im Frühjahr (vor einem Jahrzehnt noch im späten Sommer) liegt bedeutet daß daß die Menschheit auf ein Viertel schrumpfen muß um dauerhaft nachhaltig allen ein annehmliches Leben ermöglichen zu können. Bei einer Milliarde Menschen könnte sogar jeder gemäßigtem Luxus fröhnen ohne daß darunter andere oder die Natur unangemessen geschädigt werden.
Also, freuen wir uns doch darüber daß die Karnickelwimmelei ihrem Ende zugeht, denn der vielerorts weitverbreitete Vermehrungsjubel ist mir schon immer unverständlich gewesen: Was soll dieser den Nachkommen bringen die dann nur einer unter Millionen sind, zumal in Zeiten in denen die Maschinisierung mittlerweile jede Tätigkeit von Fischfang bis Romanschreiben zur reinen sinnminimierten Kontrollaufgabe einiger weniger degradiert hat? Da bleibt dann auch für Altenpflege und Kulturbewahrung nicht mehr viel Substanz übrig.
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Kommentar von Winfried Bähring
Zitat: „Das Volumen jedoch, das nötig wäre, um die Schrumpfung komplett auszugleichen, würde die kulturelle Identität vieler Nationen auslöschen“.
Ja, genau! Aber genau das ist auch das Ziel dieser Fanatiker für „bunte Vielfalt“.
Einer davon, Frau Bärbel Bas (SPD, Bundesministerin für Arbeit und Soziales), hat es am 21. Mai 2026 auf dem vom Deutschen Kulturrat initiierten Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ auf den Punkt gebracht:
Sie bezeichnete die deutsche Bevölkerung bzw. Deutschland als „Einheitsgrau“ bzw. „Einheitsbraun“, dem etwas entgegengesetzt werden müßte.
Sie erklärte nämlich, dass Deutschland Migranten nicht nur als Fachkräfte brauche, sondern auch für die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft (Zitat): „Wir brauchen die Zuwanderer auch gegen das deutsche Einheitsgrau, besser Einheitsbraun“.
Besser kann man seinen Hass gegenüber der deutsche Nation, ihrer autochthonen Bevölkerung und ihrer kulturellen Identität sowie seine wahren (destruktiven) Ziele in Richtung eines gesichtslosen, identitätslosen "Territoriums", das seiner landesspezifischen Identität, die es als Nation ausmachte, zugunsten einer "bunten Vielfalt" beraubt wurde, nicht offenbaren.
Vor solchen "Volksvertretern" kommt mir das kalte Grausen!
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Kommentar von Eddy Nova
Das hat jedes Land selbst in der Hand - eine volksfreundliche Regierung könnte den negativen Trend sofort umkehren. Reine Mathematik !
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650.000 Geburten jährlich - davon 400.000 von biodeutschen Frauen. Ein Schnitt um 0,8 anstatt der benötigten 2,1 = 1.050.000
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5800 Milliarden Euro Kosten werden aktuell laut Bernd Raffelhüschen für die Muslim Invasion 2015 - 2025 veranschlagt ... Teilt man die Zahlen ergibt das rd. 6.000 Euro jährlich ! Dazu zu rechnen wären die 3.000 Euro die heute schon an Kindergeld bezahlt werden. Ergebnis 9.000 Euro.
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Ein Deutsche Frau könnte folgerichtig bei 3 Kindern jährlich Euro 27.000 Kindergeld erhalten wenn anstatt auf Muslimmigration auf Deutschen Nachwuchs gesetzt werden würde.
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Ich bin sicher - dieses Gesamtkosten neutrale Angebot würde in wenigen Jahren wieder zu einer Fortpflanzungsquote plus 2,1 führen. 2 Kinder - 18.000 Euro jährlich ist mit Sicherheit lukrativer als jeder ALDI Job für 16 bis 29 jährige Frauen.
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Nebenbei noch erwähnt : die Rechnungen 0,8 oder 2,1 sind mathematisch ssowieso nicht correct da nur mit halben Zahlenmaterial berechnet wird. Würden Deutsche Frauen median 4 Kinder und Afrikanischen Frauen median nur 3,5 Kinder bekommen würde Afrika trotzdem schneller als Deutschland wachsen.
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Der point sind die Zahl der Generationen pro 100 Jahre : 6 in Afrika , nur 3 im Abendland.
Das Kindergeld müsste bei Frauen unter 20 deutlich höher als bei Frauen 35 plus sein ...