Im Interview: MdB Matthias Moosdorf (AfD)

Die Epstein-Files: Eine Minderheitendiktatur von psychisch Gestörten in Wirtschaft, Politik und Medien?

von Alexander Wallasch

Epstein war gut vernetzt und zählte Prominente und hochrangige Politiker zu seinen Freunden.© Quelle: Youtube/ Tagesschau, Screenshot

Dreieinhalb Millionen Dateien, 180.000 Bilder, 2.000 Videos – frisch vom US-Justizministerium freigegeben. Mit KI durchforstet AfD-Politiker Matthias Moosdorf die Akten und sieht Muster. Ist das der Beweis für einen systematischen moralischen Kollaps der westlichen Elite? Ein schonungsloses Gespräch über Indizien, die niemand hören will – aber mit klarem Hinweis: Viele Punkte sind Spekulationen, Indizienketten und unbewiesene Vorwürfe. Keine Vorverurteilung, aber offene Fragen an die Macht.

Ich spreche mit dem Bundestagsabgeordneten Matthias Moosdorf (AfD) über die veröffentlichten Epstein-Akten und die damit verbundenen Fragen zu Machtstrukturen, möglichen Netzwerken und gesellschaftlichen Implikationen.

Unser Gespräch basiert auf öffentlich zugänglichen Dokumenten, Berichten, Indizien und persönlichen Recherchen Moosdorfs – einschließlich seiner Nutzung von KI zur Durchsuchung großer Datenmengen.

Viele der genannten Punkte sind Gegenstand laufender Debatten, Spekulationen und teilweise unbestätigter Vorwürfe. Es handelt sich um Meinungen, Interpretationen und Beobachtungen von Matthias Moosdorf.

Bislang liegen zu den meisten der angesprochenen Namen und Vorfälle keine rechtskräftigen Urteile vor, und einige Behauptungen beruhen – das betont auch Matthias Moosdorf – auf Indizienketten oder Berichten Dritter.

Wir möchten niemanden vorverurteilen. Das Ziel dieses Gesprächs ist es, unbequeme Fragen zu stellen, Muster sichtbar zu machen und zur kritischen Auseinandersetzung mit Macht und Verantwortung anzuregen – nicht, endgültige Schuldzuweisungen zu treffen.

Wer sich tiefer informieren möchte, empfehle ich, die Originaldokumente (soweit öffentlich zugänglich), seriöse Berichterstattung und Gerichtsunterlagen selbst zu prüfen. Sensible Themen wie Missbrauch und Menschenhandel verdienen Respekt gegenüber allen Betroffenen. Vielen Dank an Matthias Moosdorf für das offene und mutige Gespräch.

Zum Interview:

Sie haben sich bereits näher mit den Epstein-Files beschäftigt. Drei Fragen vorweg. Warum überhaupt? Wie geht man dabei vor? Und wie starke Nerven braucht man? Also: Warum überhaupt?

„Warum überhaupt“ hat viele Dimensionen. Erste Dimension: Wir erleben jetzt quasi so eine Art Zerfall der westlichen Wertegemeinschaft. Und das ist ja schon in Anführungsstrichen. Wenn man sich noch erinnert, an den Fall Marc Dutroux in Belgien. Da galt das alles noch als Einzelfall. Da hat man noch ganz verschämt weggeguckt.

Und jetzt bei den Epstein Files, allein die schiere Menge! Wir reden jetzt von dreieinhalb Millionen Dateien, die man dort mit KI durchsuchen kann. Es sind fast 200.000 Bilder und etliche Videos, die bewertet werden müssen.

Wir kommen einfach an dem Punkt nicht vorbei zu fragen: Ist das tatsächlich für die westliche Werte im 21. Jahrhundert ein Systemversagen? Wir kommen nicht darum herum zu sagen: Wir haben immer so gefühlt, dass alle vier Jahre Wahlen stattfinden in den demokratischen Ländern, aber dass sich im Wesentlichen ja nichts ändert.

Und wenn man jetzt diese Dinge Revue passieren lässt, dann stellt man fest, dass diese Leute, egal wo sie sitzen, alle irgendwie füreinander gearbeitet haben, sich lange kennen, in irgendwelchen vertrauten Gemeinschaften gewesen sind, im Zweifel miteinander Pferde gestohlen haben.

Oder eben auch – das ist jetzt ganz offensichtlich bis in höchste Kreise, und zwar ganz mit Vorbedacht – Straftaten verübt haben, die so widerlich und so antikulturell sind, dass man sich – mal vom menschlichen Leid abgesehen – gleich als Erstes die Frage stellen muss: Was müssen sich all diese Länder denken, die jetzt auf den Westen gucken und sich im Kopf zusammenreimen, wie oft sie moralisch von oben herab belehrt worden sind. Das sind die Dinge, die mich wirklich umtreiben.

Eine weitere Dimensionen: Nachdem ein großer Teil der Tech-CEO's selbst zugegeben hat, unter dem Asperger-Syndrom zu leiden: Gates, Musk, Thiel, Zuckerberg, Brin usw., stellen wir fest, dass ein anderer großer Teil der Entscheider diesen perversen Neigungen nachgeht, Was folgt daraus?

Von Epstein ist nun belegt, dass er sich in jeden Konflikt (Lybien, Gaza, Ukraine) auf hohem Level eingemischt hat. In die Politik der USA sowieso. Es ging dabei um Einfluss, Geld und Frischfleisch für seine Kundschaft. Auch Putin hatte das wohl erkannt und stellte gern "Kompromat" zur Verfügung. Nie ist es einfacher, die Menschen zu lenken, als über ihre Leidenschaften.

Epstein arbeitete auch daran, Gender-, Trans- , Schwulen- und Lesben-Ideologien gezielt und weltweit zu verbreiten. All das, was wir gerade in Europa erleben. Geht es dabei nur um Liberalisierung oder um Neudefinition von Normalität? Erliegen wir jetzt schon einer Minderheitendiktatur von psychisch Gestörten in Wirtschaft, Politik und Medien, Leuten, die uns glauben machen, die neue Freiheit sei dann vollendet, wenn das Perverse das neue "Normal" ist? Einschließlich Sex mit Minderjährigen, Geburtenrückgang, Kollaps von Familie und Gesellschaften?

Die Beantwortung dieser Frage gibt den Ausschlag über den Fortbestand der Welt, wie wir sie kennen!

Sie würden die Akte Epstein auf den westlichen Kulturraum begrenzen wollen?

Das ist das, was momentan zur Verfügung steht. Ich habe die Files die letzten Tage mit KI auf Schlagworte durchsucht. Es beschränkt sich hauptsächlich auf Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Nur wenn mittelbar Leute noch dabei sind, ist manchmal Israel mit im Spiel. Oder eben zum Beispiel europäische Länder außerhalb von Großbritannien wie das Königshaus Norwegen.

Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit taucht dort ungefähr eintausend Mal auf in verschiedenen Konstellationen. Das muss man aber dazu sagen: Noch ist nichts erwiesen. Es gibt nur eine ganze Fülle von Indizien. Aber die erfindet man nicht von heute auf morgen. Etwa ein A4-Brief, in dem Bill Gates den Epstein bittet, ihm doch Medikamente zur Verfügung zu stellen, weil er sich offensichtlich einen Tripper eingefangen hat mit einer russischen Frau. Und er hat Angst, das seiner Gattin zu beichten. Und er möchte nun von Epstein ein Medikament, das man der Frau unters Essen mischen kann, damit das möglichst unbemerkt wieder verschwindet. Diese Frau ist übrigens offenbar Mitglied der russischen Jugendorganisation „Naschi“. Und ihre Teilnahme an Epstein-Partys sicher kein Zufall.

Das sind zunächst Dinge, die sind einfach nur anrüchig. Aber es geht ja dann fünf Schritte weiter. Es sind etliche Mädchen verschwunden. Es gibt dieses Video von einem mexikanischen Modell, die sagt, die essen dort Menschen. Die Frau wird von der Polizei weggefangen. Die ist danach nie wieder aufgetaucht. Einfach verschwunden.

Es gibt diese Erzählung, dass ein Mann in einer Pizzeria in Washington D.C., der dafür zuständig war, tagtäglich Mädchen vorzuführen, die dann weitergegeben worden sind, der ist ins Gefängnis gebracht worden. Er hat – wohl unter Berücksichtigung eines Teilverrats dieser Sache, wer alles daran beteiligt sein konnte – fünf Jahre Gefängnis bekommen. Die Richterin, die ihn dazu verurteilt hat, ist dann später von Joe Biden in den Supreme Court berufen worden. Und der Mann kam etwas vorzeitig aus diesem Gefängnis wieder raus, gerät in die erste Verkehrskontrolle und wird aber leider erschossen. Zufall? Sicher nicht!

Natürlich kann das auch Zufall sein, nur eben unwahrscheinlich. Es ist ganz interessant, dass Sie Joe Biden erwähnen. Da haben wir ja die Affäre um die Laptops des Sohnes. Das ist schon fast in Vergessenheit geraten. Hier überschneiden sich unglaublich viele Dinge.

Hinzu kommen etwa diese bemerkenswerten Ausfälle des deutschen Sängers Xavier Naidoo zum Thema angeblich weggefangener Kinder. Da mischen sich jetzt offensichtlich ganz viele Geschichten auch mit Verschwörungstheorien. Und mit Geschichten, die dann eben doch keine sind.

Diese Frau, die Sie gerade geschildert haben in Mexiko, das hat man ja bis heute nicht besonders ernst genommen. Wer sich damit beschäftigte, hat nur gedacht okay, das ist vielleicht wirklich eine Psychopathin. Unter dem Eindruck der Epstein Files liest man das jetzt ganz anders. Wie sind diese Files überhaupt zusammengekommen? Was wissen Sie darüber?

Es gab immer wieder Vorwürfe von Frauen, die gesagt haben: Es gibt da einen Ring. Wir sind dort vergewaltigt worden.  Im Zuge von „Me too“. Am Anfang war ich selber skeptisch, weil da lagen zehn, zwanzig Jahre zwischen Tat und Aussage. Aber man hat dann angefangen, sich zumindest mal die ganzen Dinge zu notieren. Und plötzlich festgestellt: Aha, da gibt es schon Muster.

Die Frauen hatten untereinander gar keinen Kontakt und haben dann aber von derselben Pizzeria beispielsweise, von derselben Art der Anheuerung gesprochen. Jetzt sind weitere Details aufgetaucht zur Frau von Epstein. Sie war sozusagen das Alibi für die gute Gesellschaft. Die Epsteins hatten zur Familie Bush und zur Familie Clinton engste Kontakte gepflegt.

Und wie sich jetzt rausstellt, sind das nicht nur Kontakte auf freundschaftlicher oder platonischer Ebene, sondern auch ganz andere. Und wenn man dann noch weiter schaut und feststellt, ein Bill Gates hat offensichtlich ein, wie es in den Akten heißt, „inzestuöses Verhältnis mit Anthony Fauci“ gehabt, das ist der Mann, der für die ganze Corona-Geschichte verantwortlich ist, dann bleibt einem wirklich die Spucke weg.

Ein weiterer Blick um die Ecke und man sieht, dass das Ganze auch noch verquickt ist mit dem Rothschild-Clan und dass Epstein mal dem Ehud Barak 2009 sagt: Du, wir sind jetzt so viele und wir haben so viele verrückte Sachen zusammen gemacht. Du müsstest mir jetzt schon mal bescheinigen, dass ich nicht für den Mossad arbeite.

Und die dritte Dimension, die ich schon erwähnte: Putin und die Ukraine. Epstein hat sich um das Thema bemüht, schon in der Zeit des Maidan 2014, weil er ein völlig neues Geschäftsfeld witterte, nämlich ukrainische Mädchen nach Amerika zu bringen. Die Webseiten zur Auswahl existieren heute noch und reichen bis in die Pariser Modeszene.

Aber offensichtlich gab es auch schon vorher geheime Treffen zwischen den Russen und Epstein. Und dort war entweder Epstein selber derjenige, der bestimmte Botschaften aus den USA überbracht hat, oder es war jemand, der im Europarat gesessen hat, nämlich der ehemalige Premierminister von Norwegen – ebenfalls eine Epstein-Bekanntschaft. Alle zusammen haben sozusagen Botendienste zwischen den Amerikanern und den Russen verrichtet, die nicht nur das Politische betroffen haben, getarnt über die Vorliebe für sexuelle Ausschweifungen.

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Klingt das nicht alles sehr wie ein Sammelsurium aus Anwürfen aus den sozialen Medien? Oder sind das jetzt alles Informationen, die Sie aus den Epstein Files haben? Und wir haben noch nicht beantwortet: Wie sind die entstanden? Was sind diese Files? Wer hat die überhaupt zusammengestellt?

Das sind zum großen Teil FBI-Vernehmungsprotokolle aus der damaligen Zeit, beginnend mit 2018/19. Und in den Daten, die Epstein selber hinterlassen hat, man hat die ganzen Festplatten und Fotodateien ausgewertet. Das ist ein Kreis, der erst ganz klein war und der jetzt immer größer wird. Und zur Art und Weise, wie das jetzt an die Öffentlichkeit kommt, gibt es ebenfalls viele Spekulationen.

Donald Trump hat ja vor einem halben Jahr noch gesagt, er glaubt nicht, dass es für die Gesellschaft besonders nützlich ist, wenn man diese Dinge veröffentlicht. Da seien viele Dinge nicht wirklich strafbar und manche auch verjährt. Aber insgesamt wäre das schon gewaltig.

Zur Frage, warum gerade jetzt, gibt es mehrere Theorien: Erstens: Wer hat ein großes Interesse daran? Das waren einmal die Demokraten. Die hatten gehofft, dass der amtierende Präsident Trump so sehr verwickelt sein könnte, dass er vielleicht darüber stürzt. Und nun läuft es genau andersrum. Er ist offensichtlich viel weniger verwickelt in ernsthafte Dinge, als man glauben kann. Dafür sind sehr viele demokratische Politiker aus Amerika darin verwickelt. Und es gibt auch noch die Annahme – ich sage das nur, weil es dort immer wieder erörtert wird –, dass Bibi Netanjahu offensichtlich einige Dinge in der Hand hat und jetzt sagt: Wenn ihr nicht das tut, was ich sage, dann bin ich bereit, alles zu veröffentlichen.

Wir sind jetzt auf einem brandgefährlichen Terrain unterwegs. Das ist ja der klassische Antisemitismus. So würden Antisemiten vorgehen. Die würden hier Rothschild, Mossad, Israel und Netanjahu nennen. Die würden etwa, wenn sie pro Gaza sind, schauen, dass sie Netanjahu in irgendeiner Weise beschädigen.

Interessant ist ja auch, dass es ein Gefälle gibt, was Moral, Ethik, Gesetze usw. angeht zwischen Europa und den USA. Was hier einem 16-jährigen Mädchen erlaubt ist, ist dort drüben noch untersagt und verboten. Das Gefälle gibt es ja. Wenn man das eine oder andere hier anklagen würde, das würde ein ganz anderes Ergebnis geben als in den USA.

Ja, auch bei uns wird über bestimmte Dinge hinweggesehen. Ich will jetzt mal unverfängliche Sachen sagen: François Mitterrand hat eine Tochter von einer anderen Frau. Das wusste halb Frankreich, aber das kam nicht in den Medien vor. Das hat man ihm zugestanden.

Wenn man noch ein Stückchen weiter zurückgeht, gibt es die berühmten Nachtzüge mit Willy Brandt, die auf offener Strecke gehalten haben und wo man ihm dann irgendwelche Leute zugeführt hat. Das gab es schon immer.

Die Frage ist immer nur: Welche Dimensionen hat das? Und bei Minderjährigen muss man schon fragen, was ist eigentlich einvernehmlich? Man gefällt sich heute darin, etwa bei den Musikern von Rammstein tief zu graben und stellt da unglaublich hohe moralische Forderungen auf, was völlig in Ordnung ist.
Aber man muss sich den Epstein-Fall in seiner ganzen Größe vergegenwärtigen: Über Generationen hat sich hier im Prinzip eine Elite über Recht und Gesetz hinweggesetzt. Wir reden ja noch gar nicht mal von dem ganzen Geld, was dort im Hintergrund geflossen ist. Wir reden nicht davon, dass politische Entscheidungen teilweise in der Unterhose oder sogar ohne getroffen worden sind. Das Ganze hat in der führenden westlichen Macht stattgefunden. Ich stelle mir vor, dass dann bei manchen Treffen der Atomkoffer gleich im Nachbarzimmer geparkt war, weil der amtierende Präsident sich nebenan seinen Neigungen hingegeben hat.

Aber ich glaube, wir müssen auch ein bisschen aufpassen, dass wir hier nicht mit diesem pseudo-moralischen katholischen Barometer losrennen. Gerade was diesen Katholizismus angeht in Europa, müssen wir uns nichts vormachen. Den als Moralinstanz anzurufen, das wäre maximal bigott.

Aber ich habe noch eine andere Parallele, die ich ganz interessant finde, weil Sie von westlichen Werten sprachen. Wir hatten die großen Skandale in England. Missbrauch von Kindern, das waren durchweg Pakistani-Clans. Also das ist kein rein westliches Problem, auch wenn es überwiegend im Westen vorkommt. Es ist aus dem Blickwinkel nicht mal ein elitäres Problem, weil diese Menschen, die dort diese englischen Mädchen über Jahrzehnte zu Tausenden weggefangen und prostituiert haben, sind oft ungebildete Migranten aus der Unterschicht.

Aber mir ist nicht bekannt, dass sich pakistanische Migranten auf der moralischen Überholspur äußern. Wir schon! Wir reden die ganze Zeit von der Dominanz der westlichen Wertegemeinschaft. Und wenn ausgerechnet deren Repräsentanten vor wirklich gar nichts zurückschrecken, was uns überhaupt heilig sein kann, ist das schon bezeichnend.

Es wurde ja auch über ganze Generationen hinweg geduldet. Das, was man bis jetzt sehen kann, auf diesen zweieinhalb Millionen Seiten, das ist ja das Wissen darüber in verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen und verteilt auf eintausend Leute. Diese eintausend Leute haben geschwiegen, aus den unterschiedlichsten Motiven, oder wurden mundtot, manchmal sogar physisch tot, gemacht. Ja, auch das gab es. Einige der Frauen, die aussagen könnten, sind verschwunden. Übrigens ist das wieder eine Parallele zu Marc Dutroux in Belgien. Wie viele Zeugen gab es da, die kurz vor der Vernehmung zurückgezogen haben oder verschwunden sind?

Aber wir wissen ja nicht von einem einzigen Mädchen, dessen Leiche gefunden wurde. Wir sind hier im Bereich der Spekulation. Spannend ist an der Stelle für mich auch: Wie will man verhindern, dass diese Files, die jetzt veröffentlicht wurden, dass dort jetzt mit KI gearbeitet wurde, um ganz bestimmten Leuten ganz bewusst etwas anzuhängen. Denn jedes Foto, alles was man dort finden kann, kann ja mittlerweile auch schon in diesen Dateien zu einem bestimmten Zeitpunkt kontaminierend bearbeitet worden sein.

Ich habe da selbst ein wenig drauf geachtet. Manche Fotos haben eine Signatur. Bei den E-Mails sind manche Dinge auch geschwärzt, also in den FBI-Vernehmungsprotokollen zum Beispiel. Aber dann gibt es zum ganze Gerichtsprozesse, mit richtig durchnummerierten gerichtsfesten Akten, wo auch Stempel und Unterschriften in verschiedenen Farben da sind. Signaturen, nachprüfbare Orte und Daten.

Aber wo ist denn das Team in den Vereinigten Staaten, die da weiter ermitteln, das ist doch offenbar alles ausermittelt. Ich halte das persönlich für merkwürdig, jetzt so etwas zu veröffentlichen.

Der Kongress hat einen Ausschuss gegründet, der sollte sich zuerst ein Bild drüber machen. Die Demokraten waren der Meinung, wir veröffentlichen das jetzt. Trump hat hingegen um das negative Potenzial gewusst und wollte es eigentlich nicht veröffentlichen. Aber es gab eine knappe Mehrheit, die für die Veröffentlichung gestimmt hat. Nun gibt es bis jetzt immer noch das Gerücht, dass Trump ihn selbst betreffende Akten unterdrückt haben könnte. In diesem Zusammenhang wurde heute ein Video-Statement von Bill Clinton online gestellt, der genau diese Sicht insinuiert und sagt: „Also kann schon sein. Aber ich muss mir nichts vorwerfen. Das ist teilweise überzogen. Jedoch möchte ich gern mal sehen, wie weit ist denn Trump daran beteiligt?“

Hinzu kommt Trumps Streit mit Elon Musk, wo letzterer schwere Anklage gegen Trump erhoben hat mit Blick auf die Epstein Files, die Musk allerdings später widerrufen hat. Aber abschließend: Was für eine Lehre können wir aus all dem ziehen?

Das ist erst mal nur der Anfang. Die Spiele sind eröffnet. Ich rechne damit, dass da noch viel mehr Dinge zum Vorschein kommen. Sie haben es ja selber schon angedeutet. Manche Details werden erst mal als Vorwurf eingebracht und dann wieder zurückgezogen. Warum?
Elon Musk, Sie haben jetzt gerade den Namen gesagt, hat einmal Epstein gefragt: „Oh, wann sind denn bei dir eigentlich die ganz geilen Partys? Ich würde ja gerne mal eine längere Zeit kommen.“ Und heute sagt er: Ich war nie dort gewesen. Mir war das von Anfang an klar, dass das furchtbar ist.“ Er ist eben intelligent!

Ich habe heute noch eine Zeile gefunden zu Trump, der gesagt hat, er war der Erste, der dort erfahren habe, was wirklich los war und der zur Polizei gegangen ist. Und danach hat er Epstein – und das sagt er jetzt in Anführungsstrichen – „aus Mar-a-Lago rausgeschmissen“. Seitdem war er offenbar nie wieder dort. Trump selber gibt es nur in dem Video, das ich auch gesehen habe, wo dort so eine Art Schönheitswettbewerb stattfand, mit Mädchen zwischen 14- und 18 Jahren. Das kann man zwar mögen oder nicht. Allein ist das aber noch nichts Verwerfliches.

Wollen Sie da jetzt dranbleiben?

Mich hat zum Beispiel interessiert: Gibt es dort eine Spur nach Deutschland? Mit dem Werkzeug der KI habe ich verschiedene Schlagworte eingegeben, Personen, Orte, Daten, Zusammenhänge. Man kann ganz konkret fragen. In der Summe lautet die Antwort von der KI „Nein, es gibt bisher keine einzige Spur“.

Wenn, hätte man anfangen können mit dem ganz normalen parlamentarischen Fragerecht: Was wissen bestimmte Leute davon? Ist der Epstein auch in Deutschland gewesen? Gab es da vielleicht auch Regierungskontakte etc.? Das alles gibt es aber – zunächst einmal- nicht.

Ich habe vorhin jedoch Politiker genannt, das wird noch spannend. Also Ehud Barak zum Beispiel, der ehemalige israelische Ministerpräsident. Das finde ich höchst spannend, auf welche Weise er dort involviert gewesen ist. Das Ganze ist ja jetzt erst mal der erste Wurf eines Steines in den See. Wir können und sollten sogar sehr gespannt sein. In Amerika gibt es verschiedene Auswertungen von dem, was jetzt schon da ist, auf verschiedenen intellektuellen Levels. Denn mit Abstand betrachtet, steht viel auf dem Spiel: Unser Zusammenleben. Und sogar der Glaube an eine Welt wie wir sie kennen.

Danke für das Gespräch!

(Foto: MdB Matthias Moosdorf)

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