Wie serviert man den Leichenschmaus zu seinem eigenen Abgang?

Die freiwillige Selbstabschaffung der Deutschen

von Alexander Wallasch (Kommentare: 25)

Der Bürger wird vom Tempo der Umgestaltung der Gesellschaft regelrecht übertölpelt.© Quelle: Pixabay / Analogicus

Fühlen Sie sich auch immer öfter von politischen Entscheidungen überrannt und fragen Sie sich die ganze Zeit schon, wie es wieder zum nächsten, Ihnen grotesk erscheinenden Gesetz kommen konnte?

Forscht man nach, bekommt man nicht selten die Antwort, solche Entscheidungen basierten etwa auf dem Koalitionsvertrag, auf einer Vorgabe der EU, der UN oder seien von welcher überstaatlichen Organisation auch immer initiiert. Begleitet noch von einer lässigen Geste frei nach dem Motto: Tja, uns sind halt die Hände gebunden, höhere Gewalt.

Angela Merkel war als Bundekanzlerin das personifizierte Schulterzucken. Sie berief sich nicht selten auf EU-Richtlinien und UN-Vereinbarungen, die nunmal zu erfüllen seien. Dabei prahlte Merkel nie mit dem Einfluss deutscher Politik auf solche Beschlüsse. Hier lohnt es sicher einmal genauer zu schauen, wer beispielsweise die Ende 2018 in Marrakesch in Anwesenheit der Bundeskanzlerin unterzeichneten „UN-Flucht- und Migrationspläne“ maßgeblich mit entworfen hat.

Der ehemalige Chef des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, hatte in einem Interview einmal sinngemäß erklärt, auffällig an deutschen Mitarbeitern bei internationalen Organisationen sei oft, dass diese sich besonders hingebungsvoll mit der Institution selbst identifizieren und dabei die eigene Herkunft und den damit verbundenen Auftrag vergessen würden.

Wo Angela Merkel in Sachen illegale Massenzuwanderung noch erklärt haben soll, jetzt seien sie nun mal da, verzichtet Nachfolger Olaf Scholz gleich ganz auf Erklärungen oder Beschwichtigungen und kichert jeden Hinweis auf seine Arbeitsverweigerung einfach weg. Der Bundeskanzler macht stattdessen Witze über besorgte Bürger oder beschimpft sie als Ausgeburten der Hölle.

Die Vorgehensweise der Bundesregierung kann man heute so beschreiben: Der Bürger wird durch die schiere Masse der Veränderungen und Vorhaben zur radikalen Umgestaltung der Gesellschaft regelrecht übertölpelt.

Das Mittel der Wahl sind vorgeschobene Dringlichkeiten und behauptete oder inszenierte Katastrophen. Politik agiert hier wie der fliegende Händler an einem Strand in Kenia, welcher Badegästen erklärt, das sei die wirklich allerletzte Rolex, die er im Angebot hätte, garantiert original aber leider ohne Papiere. Und jetzt aber bitte „schnell, schnell“, der Engländer auf dem Nachbarhandtuch hätte schon großes Interesse signalisiert, aber der sei ja viel weniger sympathisch.

Wirtschaftsminister Robert Habeck macht übrigens gar kein Geheimnis daraus, dass man die Zeitenwende, die Transformation, den Gesellschaftsumbau schnell über die Bühne bringen und zu einer unumkehrbaren Realität auf verbrannter Erde machen will.

Im Gespräch mit dem taz-Reporter Peter Unfried, selbst eine tief über den Kartentisch gebeugte zentrale Figur der Öko-Transformation, prahlte der Minister im Frühjahr dieses Jahres noch damit, in welcher Geschwindigkeit die Ampel neue Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht habe.

Jetzt ist es ein Leichtes, immer wieder neu eine woke, eine öko-sozialistische oder rotgrüne Ideologie zu behaupten und von den Verwerfungen dieser Ideologie zu erzählen. Aber was genau meint das konkret?

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Das lässt sich derzeitig gut an zwei aktuellen Beispielen aufzeigen, garniert mit dem Anspruch, daran für den Moment nicht hysterisch zu werden: Da sind das Selbstbestimmungs- und das Einbürgerungsgesetz. Zwei Kabinettsbeschlüsse, die viel enger miteinander zusammenhängen, als man glauben mag.

Das Selbststimmungsgesetz ermöglicht es jedem Bürger, sich über sein biologisch bestimmtes Geschlecht hinwegzusetzen und selbst zu bestimmen, was man auf dem Papier morgen gern sein will: Frau oder Mann oder was auch immer. Und wer offenlegt, dass eine Person biologisch einem anderen Geschlecht angehört, als sie vorgibt, bekommt zukünftig ein Bußgeld verhängt.

Zur zusätzlichen Verschleierung der Identität passt hier der Gesetzesentwurf für ein neues Namensrecht, der es Eheleuten erlaubt, ihre unterschiedlichen Nachnamen zu einem neuen Fantasienamen zu verschmelzen. Das ist zunächst bedauerlich für Historiker und die Genealogie. Denn die konnten Doppelnamen bisher bei ihrer Forschungsarbeit immer noch zuordnen. Mit einer willkürlichen Verschmelzung von Namen geht allerdings jedweder historische Kontext, jedenfalls „dem Namen nach“, vollkommen verloren.

Kommen wir zum Kabinettsbeschluss zum Einbürgerungsgesetz. Hier soll es Ausländern ein weiteres Mal erleichtert werden, Deutsche zu werden. Das Kabinett hat den Entwurf von Innenministerin Nancy Faeser heute gebilligt. Nach fünf Jahren Aufenthalt darf sich der Ausländer berechtigte Hoffnungen machen, eingebürgert zu werden, das gilt demnach für den Ausländer, der vor 2019 eingereist ist.

Dabei muss niemand mehr seinen Pass eintauschen, Doppelstaatsbürgerschaften sind hier ausdrücklich erwünscht. Fünf Jahre dauern viel zu lange? Auch kein großes Problem, denn bei "besonderen Integrationsleistungen" soll eine Einbürgerung künftig sogar schon nach drei Jahren möglich sein. Kurz gesagt: Da lässt sich was drehen, da soll sich was drehen lassen. Nur zur Erinnerung: Bislang mussten Ausländer immerhin noch acht Jahre warten und zudem bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Der vollständige Irrsinn dieses Vorhabens in einem Satz von Bundesinnenministerin Nancy Faeser:

„Wir werden die besten Köpfe in der Welt nur gewinnen, wenn sie in absehbarer Zeit voll und ganz Teil unserer Gesellschaft werden können - mit allen demokratischen Rechten.“

Aber warum hängen diese zwei Kabinettsbeschlüsse nun viel enger mit einander zusammen, als man glauben mag?

Weil sie beide das Potenzial haben, zum Kerosin der nächsten Raketenstufe einer woken Ideologie zu werden, der Unkenntlichmachung einer traditionellen und – maximal böse und Nazi: – von Familienzugehörigkeiten bestimmten deutschen Identität.

Das Geschlecht ist jetzt keine feste Größe mehr, in die man hineinwachsen und sich mit ihr identifizieren kann. Die Staatszugehörigkeit wird dadurch entwertet, das sie für sich keinen Wert mehr hat, den man anstreben und gewinnen will. Man sitzt ihn einfach aus. Früher dauerten Asylverfahren länger, als man heute Deutscher werden kann. Folgerichtig sollen jetzt auch Asylverfahren beschleunigt werden.

Nein, nicht, indem man mehr Personal anstellt oder Überstunden einlegt. Sondern indem man die Ausschlussverfahren immer noch weiter aufweicht, bis man Asyl zuletzt nicht beantragt, sondern bei Grenzübertritt automatisch beanspruchen kann samt aller damit einhergehenden Leistungen.

Man muss sich präzise verdeutlichen, was hier konkret geschieht: Es geht letztlich um nicht weniger als darum, angestammte Rechte, die Deutsche sich erworben haben, abzuschaffen. Jedwedes Erbe soll für nichtig erklärt werden. Was etwa Eltern oder Großeltern mühevoll und unter persönlichen Entbehrungen zum Wohle ihrer Kinder erarbeitet haben, damit diese ein besseres Leben führen können, wird einem Jedermannsrecht zugeführt.

Ließ sich über Jahrhunderte der Reichtum einer Nation am Ergebnis des Fleißes der Angehörigen dieser Nation messen, ist auch das vollständig hinfällig geworden.

Jeder, der jetzt mag, soll auch profitieren können. Die deutsche Gesellschaft ist aufgefordert, sich freiwillig aufzulösen, das Land vergeht, die Türen stehen jedem weit offen, zu plündern, was ihm noch wertvoll erscheint von dem, was die Deutschen über Generationen für die Ihren zusammengetragen haben.

Ein Festessen, und danach werden die Teller zerschlagen, die Kronjuwelen eingeschmolzen und die vormaligen Bewohner vertrieben, die gerade noch freiwillig das Essen zu ihrem eigenen Abgang serviert haben.

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