Zunächst einmal ist es eine Hürde, eine Äußerung in einem Podcast zu kommentieren, die nicht Wort für Wort niedergeschrieben ist. Gerade rollt eine Empörungswelle über die AfD und hier speziell über den zurzeit wohl erfolgreichsten Politiker der Partei, Ulrich Siegmund, AfD-Chef von Sachsen-Anhalt.
Der hatte zuletzt in Umfragen die 40-Prozent-Marke angekratzt. Und jetzt steht Siegmund im Mittelpunkt einer Empörung um eine angebliche Verharmlosung des Holocaust. Ein Straftatbestand übrigens (§ 130 Abs. 3 StGB).
Ulrich Siegmund hatte in besagtem Podcast eine mutmaßlich politisch motivierte Frage von Politico aus dem regierungsnahen Axel-Springer-Konzern beantwortet. Der Interviewer wollte wissen, ob der Holocaust für Siegmund das schlimmste Menschheitsverbrechen sei. Da müssen eigentlich jedem AfD-ler sofort die Alarmsirenen losgehen, schlicht deshalb, weil die AfD von den etablierten Parteien seit über einem Jahrzehnt als „Nazis“ gekeult wird – die Etablierten sehen das bei einer rechten Alternative als das erfolgreichste Mittel der Diffamierung an.
Beispielhaft steht dafür eine Maischberger-Sendung von Januar 2016, als Ralf Stegner, Jakob Augstein und Moderatorin Maischberger wie entfesselte Furien über die damalige AfD-Chefin Frauke Petry herfielen.
Neun Jahre später soll also Ulrich Siegmund getriggert werden. Natürlich kennt Siegmund die richtigen Antworten und auch jene Antworten, die diesen Angriff sofort abwehren. Aber der Sachsen-Anhaltiner hatte keine Lust mehr dazu, lässt sich triggern und gibt halbgare und halbwahre, angreifbare Antworten:
„Das maße ich mir nicht an zu bewerten, weil ich die gesamte Menschheit nicht aufarbeiten kann und aus allen Verbrechen dieser Menschheit natürlich lernen muss. (…) Ich finde es maßlos übertrieben und völlig fernab jeglicher Realität, wie man das auslegt. Und für mich gilt es, eine Perspektive, nach vorne zu blicken und nicht zurück. Und natürlich muss man immer aus Geschichte lernen, aber nicht nur aus einzelnen Aspekten der Geschichte, sondern aus der gesamten Geschichte. (…) Der erste Schritt, wo ich aus der Geschichte lerne, ist ja, dass ich keine Sprachpolizei möchte. Wenn ich sage, das darfst du sagen, das darfst du nicht sagen, weil das vor 80 Jahren mal so und so war, dann beginne ich, eine Sprachpolizei einzurichten.“
Das muss man zweimal lesen und sich die Frage stellen, ob Ulrich Siegmund diese Sätze auch freigegeben hätte, wenn sie ihm in schriftlicher Form noch einmal vorgelegt worden wären. Die AfD-Führung distanzierte sich schnell von den Aussagen Siegmunds.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden, hat Siegmunds Äußerungen als „völlige Schamlosigkeit“ verurteilt. Gleichzeitig wäre es wünschenswert gewesen, wenn der Zentralrat in den vergangenen Jahren beim Thema importierter Antisemitismus (etwa bei antiisraelischen Demonstrationen seit Ende 2023) noch lauter und noch konsequenter aufgetreten wäre. Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht beim Zentralrat, sondern in einer verbreiteten Deutung der Nachkriegszeit: Dass aus der deutschen Schuld die Lehre gezogen wurde, jede Form positiver nationaler Identität sei von vornherein gefährlich und müsse deshalb unterdrückt oder aufgelöst werden. Genau diese Übertragung historischer Verantwortung auf völlig Unschuldige erzeugt bei der jungen Generation verständlichen Widerstand.
Und hier kann man junge Deutschen verstehen, welche dieses Erbe ablehnen. Die dritte Nachkriegsgeneration möchte sich nicht immer wieder in Geiselhaft nehmen lassen für etwas, was deutsche Naziverbrecher vor 80 Jahren geplant und durchgeführt haben. Wer den heute 30-Jährigen Deutschen eine besondere Verantwortung für den Holocaust überantworten will, der muss das genau begründen können.
Und er gerät dabei zwangsläufig in einen Strudel – jetzt aufpassen! –, diesen jungen Deutschen automatisch dem Verdacht auszusetzen, genetisch als Deutsche mit parallel verlaufenden Familiengeschichten die Fähigkeit zur Organisation eines solchen singulären Menschheitsverbrechens auf besondere Weise zu besitzen. Das allerdings wäre purer Rassismus. Eine lupenreine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Was die sogenannte Boomer-Generation dabei vergisst: Die Generation Siegmund dieser Republik ist von Boomern erzogen worden, die wiederum von Lehrern erzogen wurden, deren Lehre aus dem Holocaust im Wesentlichen darin bestand, das Eigene abgrundtief hassen gelernt zu haben.
Der spätere Faschist und Antisemit Horst Mahler wurde in seiner linksextremistischen Phase einmal gefragt, warum er die RAF gegründet und Terrorist geworden sei. Seine Antwort damals noch: Wegen Auschwitz. Und auch ein Joschka Fischer, der es als Grüner zum Außenminister brachte, begründete die erste Beteiligung der Bundeswehr an einem Krieg in Europa (Jugoslawien) mit Auschwitz.
Die Generation Siegmund hat in die Muttermilch hineingepresst bekommen, dass Deutschland und die Deutschen eine Art Kainsmal in sich tragen, einen Gendefekt, über den man nicht spricht, der sie immer wieder potenziell zu Massenmördern macht.
Weiterlesen nach der Werbung >>>
Ihre Unterstützung zählt
Hat diese Generation nicht das Recht, sich dagegen aufzulehnen? Aber wie macht man das historisch korrekt? Es kommt hier noch etwas Gravierendes hinzu: Die Generation Siegmund hat spätestens seit 2015 eine von Boomern (ich will nicht auf dem Begriff herumreiten, aber mir fiel kein besserer ein) bestimmte Politik erlebt, die ihren gelernten Hass auf das Eigene auf eine Weise in einem Hochamt überführt haben, das auf ein Ende der souveränen Selbstbestimmung eines ganzen Volkes abzielte – eines Volkes, das sich bis dahin über die Staatsbürgerschaft hinaus wie selbstverständlich auch als Volk mit parallel verlaufenden Familiengeschichten verstanden hatte. Die Politik von Merkel und der ihr nachfolgenden Ampel muss der Generation Siegmund vor allem eines deutlich gemacht haben:
Viele Boomer haben aus dem Holocaust die Lehre gezogen, dass deutsche Identität an sich gefährlich sei und am besten ganz aufgelöst werden sollte.
Die Generation Siegmund ist die erste Nachkriegsgeneration, die diese Selbstgeißelung mit erstaunlicher Vehemenz abwehrt. Und sie opponiert dagegen, weil der Kampf der Boomer gegen das Eigene so überaus erfolgreich verlief.
Zur großen Überraschung der Katrin Göring-Eckardts, der Hohepriesterinnen des Hasses auf das Eigene, steht hier eine Generation Deutscher für das Eigene ein – vielleicht zum letzten Mal. Entsprechend laut das Geschrei, entsprechend mies die Tricks, wie politisch erfolgreiche Protagonisten wie Ulrich Siegmund, der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, hier von den regierungsnahen Medien nach altbekannten Mustern belästigt und getriggert wurde.
Den Äußerungen von Ulrich Siegmund muss natürlich klar widersprochen werden, wie es die AfD-Führung auch getan hat: Der Holocaust als industrielle Vernichtung der Juden ist in der Menschheitsgeschichte einzigartig. Und das unsagbare Grauen wiegt noch schwerer, weil es mitten in Europa von einer Kulturnation begangen wurde, die zwar von der Hitler-Diktatur beherrscht wurde, ihr aber überwiegend willig folgte. Die Verfolgung und Vernichtung der Juden – man muss es so sagen – wurde von den Deutschen im Dritten Reich als Kollateralschaden hingenommen. Jeder konnte davon wissen, aber man war zuerst mit dem persönlichen Aufstieg und Wohlstandszuwachs beschäftigt und später mit der verzweifelten Abwehr eines verlorenen Krieges und der Bombenangriffe.
Es waren damals zweifellos sehr viele Deutsche mitverantwortlich für diesen – jetzt bitte genau hinhören, Herr Siegmund – beispiellosen Zivilisationsbruch, der schnurstracks in die industrielle Vernichtung der Juden führte. Und daraus erwächst heute explizit ein zwangsläufiger Auftrag für jene Politiker, die Deutschland weiter als Nation der Deutschen und auch als traditionelle Heimstatt von Deutschen verstehen wollen, die ähnliche Familiengeschichten haben, deren Vorfahren diesen Holocaust eben nicht verhindert haben.
Und die nicht aufbegehrten, als ihre Nachbarn mit Sternen markiert, ihre Synagogen in Flammen aufgingen, sie aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, totgeschlagen, misshandelt und beraubt und dann abtransportiert und im Osten Europas millionenfach industriell vernichtet wurden.
Oder knapper: Wer dem Hass der Boomer auf das Eigene begegnen will, der darf nicht den Fehler machen, alles umkehren zu wollen, was diese Nachkriegsgeneration in ihren Hass auf das Eigene getrieben hat.
Denn erst, indem man das Furchtbarste, was Menschen jemals Menschen angetan haben, ohne Wenn und Aber als deutsches Verbrechen anerkennt, kann ein Deutschland der Deutschen weiterbestehen. Davon bin ich zutiefst überzeugt.
Und Ulrich Siegmund soll nicht vergessen, dass es nach wie vor Überlebende dieses Menschheitsverbrechens gibt – da sind 80 Jahre dann keine so lange Zeit. Und diesen Menschen gegenüber ist jedes Wort des Bedauerns keins, das verschenkt wäre, denn der Schmerz kann niemals verlöschen.
Hier ist es schon aus Respekt geboten, seine Worte sorgsam zu wählen, keinen Unsinn zu erzählen, auch wenn man sich selbst so weit entfernt von den grausamen Ereignissen wähnt. Und das kann dann auch der entscheidende Unterschied sein zwischen der radikalen Selbstauflösungsrhetorik weiter Teile der Boomer-Generation und dem finalen Versuch einer Generation Deutscher, sich als Deutsche in Deutschland definieren zu wollen.
Und als Nachschlag: Die Linke relativiert den Holocaust, indem sie – wie die Nazis – ihre politischen Gegner mundtot macht oder gleich totschlägt. Hier wäre ein "Nie wieder!" angebracht.
Einen Kommentar schreiben
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.
Zur Anmeldung
Kommentare
melden
Kommentar von Frau Niemandsland
@Kommentar von Carl Peter
24.11.2025 um 05:57 Uhr
Ich möchte mich für ihren wunderbaren Kommentar bedanken!!!
Schade das viele das nicht verstehen :-(
melden
Kommentar von Marion Sönnichsen
Sehr gute Analyse, Alexander Wallasch. Da wird vieles gesagt, was gesagt werden muss. Auf NIUS erschien ein engagierter Kommentar der Journalistin Pauline Voss. Aber man muss auch die andere Argumentation sehen. So finde ich die Kommentare von Boris Reitschuster, des Beschuldigten Ulrich Siegmund und Kolja Barghoorn sehr gut und überzeugend. Schlussendlich auch eine wichtige Leseempfehlung von Mathias Brodkorb auf X. Die üblich Verdächtigen hingegen kommentieren einmal wieder absolut unseriös und unter der Gürtellinie, in der Hoffnung daraus politisch dem „Weiter so“ zu dienen. Enttäuschend auch, mal wieder, die Jüdische Allgemeine und der Zentralrat der Juden. Gruselig ebenfalls der Kommentar von Ahmad Mansour, der frisch von der CDU in ein Expertengremium gehievt, jetzt wohl meint, als Gegenleistung ein bisschen Wahlkampfhilfe für die angeschlagene Merz-CDU betreiben zu müssen? Dass er damit dem „Weiter so“ und den Falschen dient, dürfte dem Mann eigentlich klar sein. Das Ganze ist doch durchsichtiger als die Negligés von Marilyn Monroe. Stimmts oder habe ich recht? Die wirklich engagierten Kämpfer gegen den Antisemitismus und für die Ehrlichkeit, wie Malca Goldstein-Wolf oder etwa Karoline Preisler und viele andere, lassen sich nicht ablenken und konzentrieren sich auf das wirklich Wichtige. Gespannt bin ich auf die nächste Ausgabe und natürlich auf die Dezember-Kolumne von Rafael Korenzecher der Jüdischen Rundschau. Aber hier bin ich mir auch sicher, dass diese, wie immer, sachlich bleiben.
melden
Kommentar von Ombudsmann Wohlgemut
"Der spätere Faschist und Antisemit Horst Mahler wurde in seiner linksextremistischen Phase einmal gefragt, warum er die RAF gegründet und Terrorist geworden sei."
Seit wann ist ein linksextremer Antisemit kein Rassist, Faschist und Terrorist?
Wieso muss man Siegmunds Aussage widersprechen? Er sagt nicht nur 100% die Wahrheit, sondern nicht einmal etwas Anstößiges, außer für Linke.
Und was genau war einzigartig? Die versuchte Vernichtung eines Volkes mit bestimmten Mitteln? Sicher nicht.
Neu war nur die durch die manipulierte Bevölkerung anfangs getragene Entscheidung, weil es früher eben keine Demokratien gab. Aber einzigartig ist das ebenfalls nicht, wenn man sieht, wie Islamisten ebenfalls bereitwillig jederzeit das Werk fortführen würden.
Ob man jetzt im Willen eines einzelnen Herrschers oder der Masse Verbrechen begeht, macht keinen Unterschied, außer für die eigene Moral, weil man dann nicht mehr so leicht die Schuld auf andere schieben kann!
Es ist jedenfalls theoretisch jederzeit wieder möglich.
So wie Broder bereits sagte, "weil ihr heute so seid, wie sie früher waren."
melden
Kommentar von Herbert Gerstendorf
Der Interviewer wollte wissen, ob der Holocaust für Siegmund das schlimmste Menschheitsverbrechen sei. Antwort Sigmund: „Das maße ich mir nicht an zu bewerten, weil ich die gesamte Menschheit nicht aufarbeiten kann und aus allen Verbrechen dieser Menschheit natürlich lernen muss." Ich kann an diesem Satz nichts Falsches entdecken. Viele abscheuliche Greueltaten mit abermillionen Toten sind im Laufe der Menschheitsgeschichte verübt worden. Wer maßt sich da an, eine Rangfolge der Grausamkeiten festzulegen?
melden
Kommentar von stephan manus
Der Politico Typ hat im Nachgang noch ein YT über Siegmund veröffentlicht ("Merz bei G20 und die Siegmund Debatte").
Er sei mit Merz in Südfrika und fliegt jetzt nach Angola. Ukraine wird von Europa entschieden, nicht von Amerika. Herr Siegmund hat am Ende zu ihm gesagt: Das hast Du gut gemacht".
Der Typ befragt noch eine Kollegin nach den AfD parteiinternen Reaktionen. Sie sagte, dass ein Parteisprecher zur Welt gesagt hätte, natürlich sei der Holocaust das schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Nach wie vor ist der Name des Parteisprechers unbekannt.
Dann kam seine Begründung dafür, dass sein Holocaust das schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte sei. Er sagt der Holocaust sei ein singuläres Ereignis. Deshalb. Und natürlich müsse Siegmund kritische Fragen beantworten, wie er sie jedem anderen Ministerpräsident/-kandidat auch stellen würde.
Meiner Meinung nach macht seine Begründung keinen Sinn, den dann gäbe es ja Hunderte, wenn nicht Tausende schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte seit 300.000 Jahren. China/Mao, Russland und Ukraine/Stalin, Belgien/Kongo, USA/Truman...endlos fortsetzbar nach dem Motto: Das war das schlimmste Verbrechen, es gibt aber noch sehr viele andere schlimmste Verbrechen. Siegmund hat es richtig formuliert. Tiefpunkt deutscher Geschichte.
Sorry, aber diese Art von Journalismus ist beides. Erbärmlich und peinlich.
Gut, dass es Menschen wie Siegmund gibt, welche sich qualifiziert mit gesundem Menschenverstand und treffsicher ggü. ideologisch verblendeten Journalisten äußern können. M.E. hat die AfD viele seines Kalibers. Übrigens, der Politico Typ will weitere AfD Politiker interviewen.
melden
Kommentar von Carl Peter
Schon mit dem Kauf eines woken E-Autos mit unwoker Plastik-Ausstattung kann man urplötzlich zur Beute von heiligen Planetariern ohne Unterleib werden - auch wenn diese selbst diese Autos fahren, verteilen sie die Fahrerlaubnis und Besitz ihrem eigenen Rechtssinn und Gutdünken gemäß.
Als deutscher ungeimpfter Drecksnazi, der von deutschen geimpften Drecksnazis und so verflucht mit dem Tod bedroht wurde, kann ich mir ein Urteil über den unbefruchtbaren geistigen Zustand und menschlichen Anschein der den eigens veranstalteten Holocaust überlebenden Deutschen durchaus erlauben - und sie haben vielleicht wieder die falschen Babys geboomt.
Und das Bewusstsein, dass meine deutschen Vorfahren Menschen in Öfen gesteckt haben, weil man ihnen ein falsches Sein unterstellte, bleibt präsent, weil ich in diesem Nachfeld aufgewachsen bin und mich schämte im Coronawahn die Auffrischung einer Unmenschlichkeit erleben zu müssen.
Über den Holocaust kann man nicht einfach fachsimpeln oder eifrig philosophieren, und wenn schon früh der Historiker Ernst Nolte, dem wir das beachtenswert Buch "Der Faschismus in seiner Epoche" verdanken, daran scheiterte, und seine hervorragenden Frühwerke mit einem einzigen Spätzünderwerk selbst relativierte, mag man ermessen, welch gewaltigen Schäden der Holocaust bis heute verursacht.
Nolte versuchte den nach dem Holocaust geborenen deutschen Generationen eine geschichtliche Aufarbeitung des Holocaust anzuempfehlen, die auch als als Gnade für diese Spätgeborenen aufzufassen war, aber daran scheitern musste, ohne eine Relativierung des Holocaust in Deutschland überhaupt beginnen zu können - wie lässt sich ein Zeitrahmen der Auslöschung der Menschlichkeit innerhalb des deutschen Volkes auf die Nachgeborenen des gleichen Volkes übertragen, um zu einer Menschlichkeit zurückzufinden?
Es scheint einfach mit diesen deutschen Spätgeborenen nicht wirklich zu gelingen, als erschöpfte sich dieses Wiederfinden der Menschlichkeit schon in Erinnerungsreden über den damaligen Verlust und der unbestreitbaren Tatsache, man war ja damals nicht dabeigewesen, und hätte keine Hände gehabt, um sie sich schmutzig zu machen, und benötige auch heute keine Unschuldseife, um sie zu waschen.
Diese Täuschung ist perfekt, denn die Deutschen sind die Nachfahren der Holocaust-Veranstalter, und wenn der Laden vielleicht auch völlig pleite geht, aus diesem Register kann man sich nicht einfach streichen lassen, wie aus einem Handelsregister - aber wenn der Laden wieder neu gegründet wird, sollte man auch nicht die gleiche alte Produktion wieder aufnehmen.
Das Schlimmste ist auch das Harmloseste, weil von dem kommenden Schlimmsten niemand wissen kann, also hofft und vertraut man auf die Einzigartigkeit des Holocaust.
Das Vergessen und die Vergebung ist ein Gegensatzpaar, ein Vergessen kann man zurückerinnern, aber eine Vergebung niemals zurückholen - die deutschen Nachfolgegenerationen können den Holocaust auch schon mal vergessen, wenn ihren Vorfahren vergeben wurde.
Aber die deutschen Nachfolgegenerationen sollten sich auch nicht so verhalten, als müsse der Holocaust ihnen vergeben werden - sie sind die Zeugen und nicht dieTäter und für die Taten ihrer Vorfahren werden sie bis zum Ende der Welt oder der Deutschen aussagen müssen, und wenn sie das aufrichtig tun, schuldet ihnen die ganze Welt Dank.
Und daß ihren Vorfahren vergeben wird, bedeutet nicht, die Schuld ihrer deutschen Vorfahren zu übernehmen, es geht hier nicht um Erbschaftsfragen und Tätervolk und auch nicht um feige Verleumdung einer deutschen Identität - es geht um die Chance der Deutschen zu zeigen, wie man ohne Tötungsindustrie zu leben imstande ist, und nicht nur den Anschein erweckt, die letzte Generation der Menschheit sein zu müssen.
Und um das Ende jeglicher Führer-Herrschaft, um das Ende der Verdummung der Massen als geprägte Ornamente des Grauens.
Aber wollen die Massen überhaupt Aufklärung über die Nazis, die DDR, den Coronawahn, den Klimaschwindel, Entstehung der Kriege - wollen sie das wirklich, oder nur die Silberlinge?
melden
Kommentar von Frank Heitmann
Herr Wallasch, Sie sind weitreichenstark nur möchten Sie sich nicht von ihrer Meinung abbringen lassen.
Nun ich habe keine Ausschwitz Lüge erzählt, dazu kennen sie meinen Hintergrund nicht.
Sie haben ohne weiteres einfach einen Pfeil auf mich abgeschossen, der wie bei dem Podcast mit Siegmund trifft. Danke ich hatte diese Reaktion erwartet.
Gerne gebe ich Ihnen offizielle Literatur, schauen Sie über den Tellerrand. In ihrem Artikel mit Herrn Reichelt hatten Sie ja auch einen Familiären Hintergrund.
"Glauben ist einfacher, als etwas zu wissen" Brecht, passt immer.
melden
Kommentar von Frank Heitmann
Herr Wallasch, mmh für mich liegen Sie doch etwas daneben, Zitat: "Was die sogenannte Boomer-Generation dabei vergisst: Die Generation Siegmund dieser Republik ist von Boomern erzogen worden, die wiederum von Lehrern erzogen wurden, deren Lehre aus dem Holocaust im Wesentlichen darin bestand, das Eigene abgrundtief hassen gelernt zu haben."
Herr Siegmund könnte also mein Sohn sein, nur ich bin in der DDR groß geworden und dort tickten die Uhren anders. Den Holocaust gab es nicht, nicht einmal das Wort ist Bestandteil im Unterricht gewesen. Nicht das es die Untaten nicht erwähnt wurden, nein das einpressen mit der Muttermilch gab es nicht.
Sie Herr Wallasch sind anders sozialisiert worden, das unterscheidet uns und die Sichtweise auf die Dinge des Lebens.
Ich habe mir die Mühe gemacht und bin vor zwei Monaten in Ausschwitz gewesen um mir die industrielle Tötungsmaschine anzuschauen. Ich habe einen Beruf und Job wo es um wirtschaftliche Abläufe und Effizienz geht und so wollte das Grauen in Ausschwitz dieser Tötungsabläufe nachgehen.
Ich habe dergleichen nichts gefunden außer ein Objekt welches Grauen mit Kommerz verbindet und uns als Deutsche zu Gespenstern gemacht hat.
Nur ein Beispiel eines fraglichen Kürzels KZ, findet sich nicht in Ausschwitz sondern das korrekte Kürzel KL ist sowohl bis 1945 in allen Unterlagen zweckbestimmend. Wer kümmert sich um die fünf Jahre des weiter Betreibens der Lager in Ostdeutschland bis 1950.
Der Holocaust ist zu einer Industrie verkommen wie Norman G. Finkelstein über das Ausbeuten der Juden nach 1945 schreibt.
Herr Siegmund hat alles richtig gemacht. Wir Deutschen trauen uns nicht mehr hervor da die Sieger uns einen Bannfluch auferlegt hatten.
Ihr Text ist schön geschrieben hat aber auch Angst die Wahrheiten zu hinterfragen, wünsche noch einen schönen Sonntag.
Antwort von Alexander Wallasch
Hallo, Ich bin überrascht, dass Sie mir eingangs vorhalten daneben zu liegen nur um dann mit einer – man kann es nicht anders sagen – verkappten Auschwitz-Lüge ums Ecke zu kommen. Unfassbar auch der komische nachgereichte Rechtfertigungsmove mit der 1950er Nummer. Normalerweise muss man so etwas löschen samt Verbreiter, ich lass es mal exemplarisch stehen. Danke
melden
Kommentar von stephan manus
Ich habe mir das Interview auf politico angehört.
Herr Siegmund hat die NS Zeit als Tiefpunkt der (deutschen) Geschichte bezeichnet und sich nicht angemaßt zu beurteilen ob das das schlimmste Menschheitsverbrechen jemals war. Ich gehe davon aus, dass es um den homo sapiens ging, also ca. 300.000 Jahre Geschichte der Menschheit. Ich sehe das ich genauso wie Herr Siegmund, m.E. hat sehr er gut geantwortet. Ich glaube auch nicht, dass der Interviewer in der Lage ist, weltweit ein Ranking schlimmer Menschheitsverbrechen, aufzustellen. Was maßt sich dieser Typ an?
Ich lehne jegliche persönliche Verantwortung für diese dunklen 12 Jahre ab. Ich habe damals nicht gelebt. Das gleiche gilt für meine Kinder und Enkel und zukünftige Generationen. Die 25% Deutschen mit Migrationshintergrund wahrscheinlich auch.
Johannes Gross, RIP; hat diesen (geschichtlichen) Irrsinn wie folgt beschrieben: "Je länger das Dritte Reich tot ist, umso stärker wird der Widerstand gegen Hitler und die Seinen." M.E. ist eine Gesellschaft, welche sich aus 12 Jahren dunkler Geschichte (1.2%, auf einem Zeitstrahl ein "Fliegenschiss)) identifiziert, nicht zukunftsfähig. Und das zurecht.
"Den Äußerungen von Ulrich Siegmund muss natürlich klar widersprochen werden, wie es die AfD-Führung auch getan hat". Sorry, ich kenne namentlich niemanden aus der "AFD-Führung", welche widersprochen haben. Ist m.E. Fake News.
Fazit: Sehr gute Wahlwerbung für Siegmund. Die absolute Mehrheit ist näher herangerückt, zum Greifen nahe. Herr Siegmund ist einfach Klasse
melden
Kommentar von F. Lo
Der Interviewer wollte wissen, ob der Holocaust für Siegmund das schlimmste Menschheitsverbrechen sei.
Ich halte diese Frage für absurd und unanständig und meine, Herr Siegmund hat ausgewogen geantwortet. Niemand bestreitet, dass die Gräuel der NS-Zeit schrecklich und unvorstellbar waren, eben: einzigartig, dass Nachkommen eine moralische Verantwortung dafür tragen, dass so etwas nie wieder passiert! Das ist unstrittig.
Trotzdem sollte man keine „Hitlisteׅ der schlimmsten Menschheitsverbrechen“ erstellen. Auf Platz 1 …, gefolgt von … und … dann Platz 4 …. Es hat seit Adam und Eva zahlreiche brutale Kriege und Angriffe auf Volksgruppen gegeben. Wie soll man die in eine historische und weltweite „Rangfolge“ bringen: nach Anzahl der Toten, Anteil der Getöteten an der Bevölkerung oder betroffenen Eigengruppe, Art des Sterbens, Planmäßigkeit der Tötungsmaschinerie? Wer Rangfolgen erstellt, degradiert meines Erachtens die Opfer der vielen anderen Tötungen/Ermordungen.
melden
Kommentar von Hans Bendix
Nun, ob man in der Geschichte überhaupt eine "Verbrechensolympiade" mit "Genozid-Medallien" abhalten kann/soll/darf, wäre wohl grundsätzlich zu diskutieren - und würde hier sicher den Rahmen sprengen.
Aber es bleibt festzuhalten: Selbst wenn der industrielle Massenmord aus national-sozialistischem Geiste das schlimmste aller Menschheitsverbrechen gewesen sein sollte, bietet das noch lange keine Gewähr dafür, daß nicht morgen ein noch schlimmeres Menschheitsverbrechen begangen wird, das den humanitären Tiefpunkt des Nationalsozialismus mühelos unterbietet.
melden
Kommentar von Franz Schlappack
Wallasch springt jetzt auch auf den Zug des pauschalen Babyboomerbashings auf, mein Eltern waren schon in der DDR rechtskonservativ. Was sollen solche Headlines ich überlege ernsthaft ob ich die Unterstützung einstelle.
Antwort von Alexander Wallasch
War der Text zu lang? Einfach mal lesen! Und ja, Unterstützung gern einstellen. Diese inneren Konflikte will Ihnen niemand zumuten. Herzlich Ihr Wallasch
melden
Kommentar von winfried Claus
Wer will schon über Semitismus sprechen? Den gibt es eh' nicht!
Das Wort: *Holocaust* ist ein Fremdwort? Warum? Was bedeutet es auf Deutsch?
In der wörtlichen Übersetzung?
melden
Kommentar von Eugen Karl
So war es schon immer. Die Deutschen wollen stets die Besten sein; und wenn sie es nicht sein können, dann wollen sie wenigstens die Schlechtesten gewesen sein. Vielleicht hängt beides zusammen. Vielleicht auch nicht.
melden
Kommentar von Marco B.
DOCH "genetisch als Deutsche mit parallel verlaufenden Familiengeschichten die Fähigkeit zur Organisation eines solchen singulären Menschheitsverbrechens auf besondere Weise zu besitzen. " Ich traue es diesen Deutschen - nicht allen - zu, so etwas wieder zu tun. Die Verantwortung aller Deutschen bleibt! Ich kenne eine nicht so kleine Gegend wo genügend solche "Deutsche" sind, die ohne die Verbrechen von vor 80 Jahren richtig aufgearbeitet haben, durchaus so etwas sofort wieder tun würden. ;-(
melden
Kommentar von Ego Cogito
Es geht hier nur darum, der AfD einen Makel anzuhängen, gezielt! Ein aussichtsreicher Wahlkandidat soll verbal angeschossen werden.
Motto: semper aliquid haeret – es bleibt immer was hängen. Es geht hier null um Gedenken, es geht um knallhartes Fertigmachen!
Und genau die, die dieses Spiel seit Jahren aufs charakterloseste gegen die AfD betreiben, sind eine Kopie nach dem Muster der Faschisten, die sie angeblich verachten und ächten wollen, denn sie scheuen keine Gelegenheit, ihre Verdorbenheit gegen die AfD zu kehren, mit allen Mitteln und der Manipulation aller gesellschaftlichen Strömungen. Einziger Zweck: eigener Machterhalt.
Es ist keine politische Auseinandersetzung, sondern sie werfen mit Dreck und arbeiten mit Rufmord und Unterstellungen bis zur Existenzvernichtung. Hörige Medien machen freiwillig die ergänzende Drecksarbeit mit Reichweite.
Wer die täglichen Opfer der Gegenwart, die Toten, die Vergewaltigten und die an Leib und Seele Verletzten ignoriert und null Empathie für sie aufbringt, ja am Ende diese noch leugnet, wie die Täter, dem kann keiner glauben schenken für seine Rituale. Wer heute weder bereit ist, aktuelle Fehlentwicklungen zuzugeben, noch Verantwortung dafür zu übernehmen, noch sie wirklich zu korrigieren, dem spreche ich ein ehrliches, empathisches Gedenken an die vielen Opfer des Faschismus ab.
melden
Kommentar von Manfred Sonntag
Herr Wallasch, ich stimme Ihren Ausführungen zu und denke, der folgende Satz ist der wichtigste im Artikel: "Der Holocaust als industrielle Vernichtung der Juden ist in der Menschheitsgeschichte einzigartig.". Ich denke, keiner der Nachgeborenen ist dafür verantwortlich! Jedoch noch in tausend Jahren wird dieses Verbrechen in den Schulbüchern der Europäer vermerkt sein. Was uns bleibt, dass ist so eine Entwicklung schon im Keim zu ersticken. Und das bedeutet, jedwede Entmenschlichung friedlicher "Andersdenkenden", anderer Nationen, friedlicher "Andersgläubigen" mit allen Mitteln zu verhindern. Denn das war es, was seit 1933 diese Exzesse erst ermöglichte da damit die Menschen zu "Übermenschen" manipuliert werden konnten. Haben wir daraus gelernt? NEIN! Corona hat es gezeigt. Es gibt ganze Bücher mit den Formen der Entmenschlichungen "Andersdenkender", "Ungeimpfter" oder "Demonstranten". So wurde auch die Polizei von den Politikern zu Prügelorgien an Demonstranten gesandt und Ungeimpfte verloren ihre Arbeit im Gesundheitswesen (eigener Schwiegersohn auch) weil sie auf ihrem Selbstbestimmungsrecht beharrten.
Die Politiker der Blockparteien geben vor alles zu tun um "RECHTS" als Widergänger der Nazis zu verhindern, wollen aber nicht bemerken das sie selbst deren Sprachgebrauch täglich anwenden. Selbst der Bundespräsident spricht von "Ratten" und deren Fängern und meint "Andersdenkende" und selbst in Gesetzen der Coronzeit findet sich die schaurige Formulierung "Ermächtigung". Ich denke, es wäre wieder an der Zeit für "Runde Tische" zur Klärung und Verständigung.
melden
Kommentar von Corinne Henker
Ich stimme nur teilweise zu. Ja: Siegmund hätte sich hier geschickter verhalten können. Ja: der Holocaust muss in ständiger Erinnerung bleiben, damit sich ähnliches niemals wiederholt. Ja: man kann die industrielle Vernichtung der Juden als singuläres Ereignis betrachten. Aber es ist bei weitem nicht der einzige Massenmord in der Geschichte der Menschheit: die weitgehende (in einigen Regionen vollständige) Ausrottung der amerikanischen Ureinwohner, die Massaker von Pol Pot, Mao und Stalin an der eigenen Bevölkerung kosteten ähnlich viele oder sogar deutlich mehr Menschenleben. Auch das wahnsinnige Abschlachten von unschuldigen Menschen, mit denen man kurz vorher noch friedlich zusammengelebt hatte, ist nicht einzigartig: Ruanda, Sri Lanka, IS - um nur einige Beispiele zu nennen. Kurz: die menschliche Geschichte ist voll von Gräueltaten. Wäre es nicht sinnvoller, zu analysieren, WARUM es immer wieder dazu kommt und in Zukunft möglichst die Ursachen zu bekämpfen, als Ranglisten des Grauens aufzustellen, damit Deutschland wenigstens hier mal die Nummer Eins sein kann? Entschuldigen Sie bitte den Sarkasmus, anders ist Merzland 2025 nicht auszuhalten. Und noch ein ganz anderer Punkt: Sind diejenigen, die die AfD immer wieder mit den Nationalsozialisten gleichsetzen, nicht oft auch dieselben, die ständig diejenigen verharmlosen, die den Holocaust auch heute noch gut finden und am liebsten zu Ende bringen würden (Hamas und andere Islamisten)?
melden
Kommentar von Paul
Nachtrag zu meinem Kommentar: Das, was Herr Siegmund hier sagt, nämlich, daß er dazu, was "das Schlimmste" Menscheitsverbrechen gewesen ist, keine Aussage treffen kann - das ist angesichts der Menschheitsgeschichte das Selbstverständlichste, was man dazu nur sagen kann! Gut gemacht, Herr Siegmund!
melden
Kommentar von Eddy Nova
Ich bin überrascht - 45 Minuten dauerte der Podcast , Transkript gibt es automatisch dabei ...ich habe vergeblich nach der kritablen Minute gesucht die die Schuldkult Wahn Army in Stellung gebracht hat.
****
Ulrich Siegmund ist am 25.10.1990 in Stendal geboren - ich denke jetzt nicht das in den kommenden 16 Jahren die Deutsche Schuld DAS Topic gewesen sein wird. Wenn , dann sicher eher DDR geprägt und da war eher der Socialistas Antifaschismuskram denn die in Holocaust umbenannte Shoa der geschichtliche Ansatz.
****
Das scheint mir dahingehend interessant da der 'Hass der Boomer am Eigenen' an mir 1960 bis 1990 völlig vorbeigegangen ist. Trotz Anwesenheit habe ich ihn nie kennengelernt. In den 90s 00s auf Gebiet der Ex DDR ist mir besagter Boomer Hass auch in keinster Weise begegnet.
****
Herr Siegmund hat hier eine Gemeinsamkeit mir mir erlebt - ich habe in meinen ersten 30 Lebensjahren 0 Schuldkult Zwang in der BRD erllebt - Herr Siegmund in seinen minimo ersten 25 Lebensjahren 0 Schuldkult Zwang in Mitteldeutschland. Warum auch - atheistisch geprägt beschränkt sich die historische Verantwortung auf die eigene Lebenszeit.
****
OHNE ,respektive mit minimaler klerikaler Prägung in den Jungmann Jahren funktioniert die Holocaust Erbschuld Nummer nur überschaubar begrenzt. Es ist einfachh so...
*****
Mehr noch : wer im Jahr 2025 anlässlich der harmlosen Siegmund Rede voller verlogener Entrüstung Relativierung schreit ABER einen Atemzug zuvor auf Palestine Demos 'Israel Völkermörder' schreit DER und nur DER hat die History nicht verstanden.
****
Mich interessiert der Holocaust als Unbeteiligter Deutscher nur als unbeteiligter Deutscher der keinerlei Schuld in sich trägt und nichts daran ändern kann - ganz im Gegensatz zum aktuellem Geschehen vom 7 Oktober 2023 in Israel.
****
Wäre Herr Siegmund Dauergast auf Anti israelischen Demonstrationen Pro Palestine gewesen hätte ich das X fach schlimmer gefunden als seine berechtigte Lustlosigkeit sich den Schuldkultmantel anzuziehen.
****
Fällt eigentlich keinem auf das die Irren die den Terrorort Palestine als Staat anerkennen wollen identisch mit denen sind die aktuell die Vorwürfe gegen Herrn Siegmund inzinieren. UND hier sehe sehr wohl einen direkten Zusammenhhang.
melden
Kommentar von Paul
Zwischen "das Schlimmste" und "einzigartig" ist ein Unterschied. Über "einzigartig" muß man nicht diskutieren. Was "das Schlimmste" betrifft maße ich mir persönlich auch kein Urteil an. In der kommunistischen Ära in der Sowjetunion: 20 Millionen Tote. In China, ebenfalls unter den Kommunisten: 65 Millionen Tote. Menschen, die oft Jahre oder jahrzehntelang in Gullags oder ähnlichen Lagern dahinvegetierten und irgendwann starben. Menschen, die man verhungern ließ und die dadurch zuvor zu Kannibalen werden mußten. Sollte man tatsächlich eine Art Hierarchie entwerfen, welcher Tod schlimmer gewesen ist? Vielleicht kann und sollte man diese Frage auch nicht beantworten. Insofern lehne ich die Distanzierung der AFD-Führung ab und auch einige Dinge, die hier im Artikel stehen, beispielsweise fettgedruckt: "Denn indem man das Furchtbarste, was Menschen jemals Menschen angetan haben, ohne Wenn und Aber als deutsches Verbrechen anerkennt, kann ein Deutschland der Deutschen weiterbestehen." Nein, dieser Meinung bin ich nicht.
melden
Kommentar von Jürgen Frohwein
Herr Wallasch, hier unterschreibe ich jeden Satz von Ihnen!
melden
Kommentar von Rainer Möller
Ich finde, Siegmund hat seine Worte recht gut abgewogen. Was er fomuliert, sind Ich-Aussagen, die nach klassischer Rechtsprechung nicht als "Verharmlosung" des Tatbestands gewertet werden könnten. Das heißt, er zwingt die Rechtsprechung dazu, sich entweder weiter zu radikalisieren oder einen Rückzieher zu machen. Wenn er die Justiz zwingt, eine Grenze für die Erweiterung des Begriffs "Verharmlosung" zu ziehen, dann tut er dem Rechtsstaat und uns allen einen Gefallen. (Selbst Schuster hat übrigens vorsichtig nur von "Schamlosigkeit" gesprochen, also einen justiziablen Tatvorwurf nicht erhoben.)
Antwort von Alexander Wallasch
Aber was um Himmelswillen soll das mit meinen doch sehr ausgewogenen Text zu tun haben, den man auch als eine Siegmund-Verteidigungsrede lesen kann,m wenn man mag. Danke
melden
Kommentar von Edlosi
Danke für diesen Text.
Antwort von Alexander Wallasch
Danke für das Lesen!