Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) trat heute vor die Kameras und verkündete eine folgenschwere Wende in Luxemburg: Ukrainische Männer zwischen 23 und 60 Jahren sollen – wenn es nach dem Willen der Mehrheit der EU.-Außenminister geht – künftig nicht mehr automatisch den Schutz der EU-Massenzustromrichtlinie bekommen. Stattdessen müssen sie ein reguläres Asylverfahren durchlaufen.
Damit folgt die Bundesregierung – in seltener Einigkeit von Scholz über Merz bis hin zu Selenskyj – einem lange vorbereiteten Begehren der Ukraine und ihrer Alliierten: Deutschland und die EU sollen kein Schutzraum mehr für jene sein, die Kiew als „Drohnenfutter“ braucht.
Der Bundesinnenminister wörtlich in Luxemburg:
„Wir diskutieren die Frage folgendermaßen: dass wir die Massenzustromrichtlinie verlängern wollen, dass wir aber Zweifel haben, dass Ukrainer im wehrpflichtigen Alter darunter zu sehen sind.“
Männer dieser Altersgruppe könnten stattdessen ein reguläres Asylverfahren durchlaufen. Dafür zeichne sich in der EU eine Mehrheit ab, so Dobrindt weiter.
Wer also von den betroffenen Männern nach März 2027 – dem aktuellen Ablaufdatum der bestehenden Richtlinie – an den Außengrenzen der EU ankommt, wird abgewiesen. Die Ukraine selbst wird diese Männer an die Front schicken. Das ist keine humanitäre Maßnahme, sondern eine logistische Unterstützung für die ukrainische Mobilmachung – verbrämt als Rechtsstaatlichkeit.
Die aktuellen Bemühungen um Aufrüstung in der gesamten EU, die durchgetakteten Milliardenzahlungen in diesen Krieg, die neu aufgebauten Munitions- und Rüstungsfabriken mit EU-Beteiligung sowie die offene Ansage, dass es 2029 einen Krieg mit Russland geben könnte, geben keinerlei Anlass zu der Annahme, dass dieser Konflikt diplomatisch gelöst wird. Auch die Amerikaner, explizit unter Trump, haben ihre Friedensbemühungen eingestellt, weil sie mittlerweile zu den großen Profiteuren dieses Krieges gehören.
In dieser Lage erklärt Minister Dobrindt, die betroffenen Männer könnten ja einen Asylantrag stellen. Das klingt human, ist aber eine grausame Mogelpackung. Denn viele ukrainische Männer können zwar begründen, dass sie vor Bombardements und spezifischen Risiken fliehen. Allerdings wird die Wehrpflicht selbst in der EU oft nicht als alleiniger Asylgrund anerkannt.
Desertion oder Wehrdienstverweigerung führen nicht immer zum Schutz – es sei denn, es drohen unverhältnismäßige Strafen oder der Krieg wird als völkerrechtswidrig eingestuft. Selenskyj wird sich hüten, genau diese Voraussetzungen offiziell zu schaffen. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Die meisten Anträge werden abgelehnt.
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Noch perfider wird es in der Praxis. Asylanträge sollen offenbar nicht im Inland, sondern an den Außengrenzen oder sogar auf ukrainischem Boden bearbeitet werden – unter Aufsicht ukrainischer Behörden? Der beschönigende Begriff „Return Hubs“ geistert bereits durch die Brüsseler Debatten.
Exakt im gleichen Zusammenhang und am gleichen Verhandlungstisch verhandeln die EU-Innenminister heute in Luxemburg bei einem gemütlichen Mittagessen über diese Regelungen – während Zehntausende, möglicherweise Hunderttausende ukrainische Familienväter, Söhne und Enkel als Kanonenfutter an der Front verheizt werden sollen.
Diese Politik kommt nicht von ungefähr. Alexander Dobrindt vertritt eine Bundesregierung, die sich einen Wirtschaftsaufschwung von Rüstungsgeschäften erhofft. Explizit können hier Unternehmen wie Volkswagen und andere Rüstungsunternehmen (z. B. Rheinmetall) genannt werden, die die deutsche Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen sollen. Die Milliardenzahlungen an die Ukraine sollen sich langfristig durch neue Rüstungsexporte und Folgeaufträge „rechnen“. Die Ukraine wird dabei bereits als kommendes EU-Mitglied behandelt – Krieg hin oder her.
Es geht hier ausdrücklich auch nicht darum, dass ukrainische Männer über das Bürgergeld zur Last fallen. Hier sollen Männer in einen Krieg getrieben werden, der diplomatisch nicht gelöst wird und längst zum großen Geschäft geworden ist. Die willfährige „Drohnen-Fangquote“ soll erhöht werden. Ihr Tod ist zu einer gesicherten Größe geworden.
Die Folgen liegen auf der Hand. An den Grenzen abgewiesene Männer werden in Auffanglagern landen, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Ablehnung ihres Asylantrags erhalten und anschließend der Verfolgung durch ukrainische Behörden ausgesetzt sein.
Sodann wird es zu großen illegalen Fluchtbewegungen kommen. Das bedeutet zwangsläufig Auslieferungen und Rückführungen – es sei denn, eine tatsächlich einmal den Namen verdienende deutsche und europäische Zivilgesellschaft verhindert dies.
Die Entscheidung Dobrindts ist mehr als eine migrationspolitische Korrektur. Sie ist ein moralischer Offenbarungseid: Der Krieg ist wichtiger geworden als die Menschen, die ihn führen und erleiden sollen. Und Deutschland ist nicht nur Zahlmeister, sondern aktiver Mitspieler in diesem grausamen Spiel.
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Kommentar von Axel Berger
Ich verstehe den Post nicht. Man kann diskutieren, wie man sich zum Krieg Rußlands gegen die Ukraine -- beide Seiten außerhalb der EU und NATO und nicht mit Deutschland verbündet oder in engeren Beziehen stehend[1] -- stellen soll, aber eine einmal getroffene Entscheidung hat Konsequenzen. Was ganz klar und eindeutig nicht gehen sollte, ist:
1) Milliarden aus deutschem Stergeld in Form von Waffen an die Ukraine verschenken.
2) Gleichzeitig die ukrainische Verteidigung gezielt und vorsätzlich schwächen, indem wir Deserteure aufnehmen und als Zusatzanreiz mit Bürgergeld in der gleichen Höhe versehen, die jahrzehntelange Beitrags- und Steuerzahler erhalten.
3) Und drittens ganz offen die Bedingungen diskutieren, unter denen deutsche Männer als Soldaten in die Ukraine geschickt werden sollen.
Genau diese Dreiheit passiert heute und das muß ein Ende haben.
[1] Wenn man hier eine deutsche Allzuständigkeit und Allverantwortung ins Feld führt, was ist dann mit dem Sudan, den Uiguren, mit Äthiopien, Myanmar, Somalia und Nigeria, dem Yemen, Kolumbien und Venzuela und dem Osten des Kongo?
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Kommentar von stephan manus
Alle Mobilisierungsaktivitäten haben bisher nichts gebracht. Außer Tod.
Die Herabsetzung des Einberufungsalters auf 25 Jahre. Nichts gebracht, außer Tod. Das finanziell hoch attraktive "Contract 18-24" Programm auf freiwilliger Basis. Nichts gebracht, außer Tod.
Noch nicht geregelt sind die 300.000 wehrfähigen Ukrainer in D. Merz forderte im April, zusammen mit Selenski, dass die Ukraine diese nach Hause holt, weil sie dringend in ihrer Heimat gebraucht würden.
Das künftige EU Abweisungssystem wird wie alles andere nichts bringen. Außer Tod.
Meine Empfehlung: Keinerlei miliärische Hilfe (Waffen und Geld für Waffen) für die Ukraine. Grund: Militärische Hilfe hat bisher -unnützerweise- nur zu Tod und Territorialverlusten für die Ukraine geführt. Daran wird sich m.E. nichts ändern. Keine militärisch Hilfe und Diplomatie sind deshalb m.E. die Lösung.
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Kommentar von Max Meier
Der Krieg gegen Russland ist vermutlich beschlossene Sache. Deutschland wird nur Lieferant von Ressourcen und Zielgebiet/Schlachtfeld sein. Wenn, dann wird der Krieg wohl auch nicht genau 2029 ausbrechen. Diese Angabe des Kriegsbeginns dient nur der Beruhigung (man hat ja noch viel Zeit, man wird verhandeln). Aber man will in Wirklichkeit überhaupt keinen Frieden und Interessensausgleich mit Russland. Man wartet nur auf die Wahl/Amtsübernahme des nächsten US-Präsidenten. Mit dessen Unterstützung werden sich die EU-Machthaber mutig genug fühlen, um den Krieg zu entfachen. Im Grunde köchelt der Krieg bereits auf kleiner Flamme. Die USA werden sich nicht direkt beteiligen, sondern nur daran verdienen.
Die EU braucht den Krieg, um von ihrem wirtschaftlichen Niedergang, den nicht mehr zu beherrschenden Staatsschulden, den fatalen Auswirkungen der Massenmigration, d.h. all den inneren Missständen abzulenken bzw. um den durch ihre pure Existenz gebildeten gordischen Knoten zu durchschlagen - Krieg ist die Lösung, denn der Verlierer zahlt alles. Oder man geht unter. Als deutsche Nation endgültig - für unsere demokratischen Machthaber gilt dies selbstverständlich nicht. Die werden zu gegebener Zeit in Florida oder Südamerika residieren.
Wenn man aber will, dass Deutsche bereitwillig oder gar begeistert in den Krieg gegen Russland ziehen und wenn man maximale Opferbereitschaft abverlangt, ist es kontraproduktiv, Tausende und Abertausende ukrainische Kriegsdienstverweigerer hier aufzunehmen ... Dies wäre nicht gut für die Kampfmoral der künftigen deutschen Helden, die für unsre Demokratie sterben werden.