Oft ist die persönliche Beobachtung wertvoller als irgendwelche zurechtgebogenen Statistiken. Ich will hier mal eine Lanze für geschiedene Väter brechen. Mir ist das nicht passiert, wir haben vier Kinder, die mittlerweile erwachsen sind. Aber diese Männer sind mir immer wieder begegnet, von der Kita über die Grundschule bis zur Schule.
Väter ohne Lobby, Spielball der Launen ihrer launigen Ex-Frauen von der Terminierung bis zur Unterhaltszahlung. Als ich es zuletzt so via X postete und um Verständnis für diese vergessene Gruppe bat, wurden sofort die üblichen Narrative dagegengehalten von den armen alleinerziehenden Frauen. Dass es diese in großer Zahl gibt, ist unbestritten.
Aber die Sache mit der aufopferungsvollen Armut ist längst nicht mehr so wie früher. Viele Väter müssen tief in die Tasche greifen und sind dann jahrelang auf die Goodwill-Veranstaltung ihrer Ex angewiesen, was den Kontakt zu den Kindern angeht. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die viele Männer gebrochen zurücklässt. Und da lacht manche Frau dann wieder: Haha, Männer und Emotionen, haha, soll er sich doch ein Trösterchen-Bier aufmachen, haha.
Es gab Elternabende, wo meine Frau und ich die einzigen noch zusammenlebenden Eltern waren. Ich habe viele Väter erlebt, die einfach nur machen und am Wochenende mit hängenden Schultern mit den Kindern am Angelteich sitzen. Eine Gruppe ohne Lobby. Und wenn sich mal einer emotional öffnet und beschwert, wird er ausgelacht. Dann wird ihm ohne mit der Wimper zu zucken wieder die Männerrolle übergestülpt, dass Männer nicht zu jammern haben, während Mama erst mal zur Klangschalentherapie muss, um den „Stress“ abzubauen – ich spitze hier natürlich absichtlich zu.
In einer Gesellschaft, die oft die Rolle der Mütter idealisiert, bleiben die Leistungen geschiedener Väter im Schatten. Die der Verheirateten übrigens sowieso.
Auch mit dieser Mär von der Alleinerziehenden muss mal aufgeräumt werden. Weit über 90 Prozent teilen das Sorgerecht. Aber die Mutter hat überwiegend die Entscheidungsgewalt, weil die Kinder bei ihr wohnen bleiben – oft mit einem neuen Partner.
Millionen von Männern opfern sich täglich für ihre Kinder – sie balancieren emotionale Konflikte mit Ex-Partnerinnen, stemmen finanzielle Lasten und sorgen dennoch vorbildlich für die Erziehung. Diese stillen Helden verdienen nicht nur Respekt, sondern eine ehrliche Anerkennung.
Während Väter trotz Trennung engagiert bleiben, initiieren Frauen häufiger Scheidungen aus Gründen der Selbstverwirklichung und verwalten letztlich das Unterhaltsgeld, das Väter zahlen. Ich möchte zudem eine Lanze für jene Väter brechen, die noch verheiratet sind und mit den Müttern zusammenleben, den Kindern zuliebe. Über diese Väter gibt es keinerlei Statistiken. Väter, die nach einem langen Arbeitstag (Frau in solchen Konstellationen oft halbtags oder zu Hause) immer wieder damit konfrontiert werden, dass sie sich angeblich nur defizitär um ihre Kinder kümmern würden.
In Deutschland gibt es schätzungsweise 3,2 bis 3,3 Millionen geschiedene Männer, von denen viele sehr wohl aktiv in der Kindererziehung involviert sind. Laut Mikrozensus 2023 leben rund 300.000 alleinerziehende Väter mit minderjährigen Kindern – ein Anstieg von 10 auf 18 Prozent seit 2007, was zeigt, dass Väter zunehmend auch die Alleinerzieherrolle übernehmen.
Unterhalt von den Frauen? Ich habe da eine Idee.
Diese Männer investieren Zeit: Durchschnittlich 1 Stunde und 19 Minuten täglich in die Kinderbetreuung, eine Steigerung um fast eine halbe Stunde seit 2012.
In 98 Prozent der Scheidungen bleibt das gemeinsame Sorgerecht bestehen. Konflikte um Umgang und Erziehung sind hier fast unvermeidbar. Oft mit hohen emotionalen und finanziellen Kosten für Väter. Und es ist leider bestürzend, welche biestige Zickigkeit und Eiseskälte Frauen an den Tag legen, wenn man die Aufmerksamkeit auf diese Väter legt, achten Sie gleich mal auf Kommentare zu diesem Text.
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Auch die moderne Forschung unterstreicht den Wert der Väter: Väter fördern durch spielerische, risikobereite Ansätze das Selbstvertrauen der Kinder, reduzieren Risiken wie Sucht oder Gewalt und stärken die Geschlechtsidentität, insbesondere bei Jungen.
Doch warum enden so viele Ehen? Internationale Studien, die auf Deutschland übertragbar sind, zeigen 69 Prozent weibliche Initiativen. Gründe wie unterschiedliche Lebensvorstellungen und das Bedürfnis nach individueller Erfüllung dominieren. Dies soll auch kein Vorwurf sein, sondern einfach nur eine Beobachtung: Die Verschiebung von Pflicht zu Selbstentfaltung macht Ehen fragiler, und Frauen nutzen diese Option deutlich öfter. Warum? In welchem Rollenbild ist der Mann hier eingesperrt? Und wie oft wird dieses Rollenbild dann von Frauen ausgespielt?
Finanziell trifft das Väter hart, aber niemand redet drüber: Sie zahlen in den meisten Fällen Unterhalt, während Frauen das Geld verwalten – und letztlich entscheiden, wie es ausgegeben wird. Der durchschnittliche Kindesunterhalt beträgt 479 Euro monatlich, und in 92,3 Prozent der Fälle sind Frauen die Empfängerinnen. Nur 7,7 Prozent der Empfänger sind Männer, was die Geschlechterverteilung unterstreicht.
Die Erklärung ist einfach: Rund 90 Prozent der unterhaltsberechtigten Kinder leben bei der Mutter, was Väter zu den primären Zahlern macht. Für 2025 liegt der Mindestunterhalt bei 482 Euro für Kleinkinder bis 693 Euro für Volljährige – Summen, die Väter neben ihrem eigenen Haushalt stemmen.
Im Wechselmodell steigt die Zahlungsbereitschaft auf 83,2 Prozent, da Väter aktiver involviert sind, insgesamt zahlen 59,3 Prozent der Pflichtigen (meist Väter) den vollen Betrag. Aber im Wechselmodell fallen oft auch die einseitigen Unterhaltszahlungen aus.
Das sei eine niedrige Zahl? Das soll man mal den fast 60 Prozent der Väter erzählen. Jeder kennt die Mütter mit den drei Kindern von vier Vätern, die fünfmal Unterhalt bekommt, wenn man den neuen Begleiter noch dazuzählt, der ebenfalls verdient und Geld einbringt – die Unterhaltszahlungen der Verflossenen sind davon abgekoppelt.
Aber richtig ist auch: Studien zeigen, dass Frauen nach Trennung stärker Einkommensrückgänge erleiden. Doch langfristig erreichen knapp die Hälfte der Frauen ihr Vor-Niveau. Weshalb? Weil sie durch Unterhalt unterstützt werden.
Diese Väter sind Helden, weil sie trotz biestiger Ex-Partnerinnen und finanzieller Belastungen standhalten. Sie opfern Freizeit und Karriere, um Präsenz zu zeigen – oft in Wechselmodellen. In einer Zeit wandelnder Geschlechterrollen verdienen sie Anerkennung: Nicht nur als Ernährer-Typ, sondern auch als engagierte Partner in der Erziehung. Die Debatte sollte sich auf Unterstützung konzentrieren – für Väter, die still leisten, was die Gesellschaft braucht. Respekt vor diesen Millionen!
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Kommentar von T S
Kenne persönlich keine Mütter die sich mit dem Kindergeld mehrerer einkommensstarker Väter umfangreich auf die Prinzessinenhaut legen können. Wohl aber mehrere die meinten mit neuer Ungebundenheit oder auch "mit einem neuen Papa" eine goldene Zukunft erhofft hatten, am Ende aber unter schlechteren Bedingungen landeten als diejenigen die sie aus eigenem Anlass verlassen hatten.
Die Kinder tun mir da schon leid, die Eltern nicht - denn zum Kinder bekommen braucht es immer zwei, und die sind beide erwachsen genug um wissen zu müssen was sie tun.
Gibt zum Glück aber mehr Gegenbeispiele bei denen die Eltern verantwortungsvoll und gut genug zusammenraufen können um auch nach Trennung noch ein hinreichend geborgenes Umfeld für ihren Nachwuchs bieten zu können.
Generell ist es aber weiterhin so daß Väter gesellschaftlich in zweiter Reihe stehen, durch den ganzen neuzeitlichen Änderungen ist zwar erwünscht wenn auch der Papa die Kleinen brustbeutelnd umherschleppt, aber wenn es um die wirklich relevanten Themen geht werden auch von den Gleichberechtigungsfanatikern praktisch nur die Mütter hofiert.
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Kommentar von M. Friedland
Ich habe im Laufe von 40 Jahren unfreiwilliger Beschäftigung mit diesem Thema einige "Triggerpunkte" kennengelernt für größere Zweifel an irgendwelchen "Erfahrungsberichten". Einer dieser Triggerpunkte ist der Hinweis auf "8 Massagen an einem Tag, um Essen kaufen zu können": klingt schlimm, aber eine medizinische Massage dauert 25 Minuten, d.h. 8 davon dauern 4 Stunden - ich kennen sehr viele Menschen, Männer wie Frauen, mit und ohne Kinder, die deutlich längere Arbeitstage haben ...
Zum zweiten, immer wieder gern genannt: "der Vater zahlt keinen Unterhalt", möglichst auch über Jahre.... Klingt immer wieder schrecklich, wenn man die rechtliche Lage nicht kennt. Richtig ist: die Unterhaltszahlung für minderjährige Kinder hat allerhöchste rechtliche Priorität und unterliegt NICHT dem Belieben des/der Unterhaltspflichtigen, weder in der Höhe noch generell. Die Höhe der Unterhaltszahlung wird letztlich jeweils vom Familiengericht festgelegt und auf einfache formlose Anforderung hin tituliert, d.h. bei einer Nicht-Zahlung kann unmittelbar der Gerichtsvollzieher tätig werden. Bei der Bemessung der Unterhaltsverpflichtung wird sogar ein "fiktives Einkommen" angerechnet, d.h. der Unterhaltspflichtige kann sich nicht durch z.B. Arbeitslosigkeit "arm rechnen". Zudem verjähren Unterhaltsansprüche nach 30 Jahren. Seit längerer Zeit greift bei Nichtzahlung des Unterhalts der Staat direkt ein durch den sogenannten "Unterhaltsvorschuss", inzwischen sogar bis zur Volljährigkeit. Was u.U. an dem "Erfahrungsbericht" stimmen könnte: es gibt durchaus Frauen, die sogar den sehr einfachen Weg zum Familiengericht scheuen und lieber den Unterhalt nicht einfordern - dies kann man allerdings einem unterhaltspflichtigen Mann nicht anlasten.
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Kommentar von Detlef Piel
@ Karina Kaiser:
Sehen Sie sich den Kommentar von Ilka Fischer an.
"Die Väter haben in diesem Land keine Stimme"
Wir leben in Zeiten einer vaterlosen Gesellschaft. Nach dem Krieg war dies ein Zustand, den eben jener Krieg zu verantworten hatte. Dank dem Marsch durch die Institutionen, der letztlich eben alle Institutionen ausgehöhlt hat, vom Bildungswesen bis zur Ehe wurde dieser Zustand politisch erzeugt. Bedeutet, daß ein Rollenvorbild für Millionen Kinder komplett wegfällt, selbst wo noch Väter sind, wissen diese meist gar nicht mehr, wie sie die eigene Rolle ausfüllen sollen. Das andere Rollenvorbild, nämlich Sie als Mutter droht zu zerbrechen, wenn von allen Seiten gezerrt wird. Sie können nicht Alleinverdiener in vollem Umfang sein und auch noch den Kindern gerecht werden, geschweige denn Ihren eigenen Bedürfnissen nachkommen, die Ihnen ja auch zustehen.
In letzter Konsequenz ist die gescheiterte Familienpolitik eben kein isolierter Baustein, sondern Teil eines Komplexes und der geht jeden was an, die Väter, die Mütter, selbst die Kinderlosen, die ja trotzdem auch im eigenen Alter Infrastruktur nutzen wollen.
Was ich zu erklären versuche, daß Geschlechterideologie eben Werkzeug der Spaltung ist und mal so gar kein Interesse an arbeitenden Frauen, erst recht nicht Müttern hat. Die Ideologie dient Ihren Hohepriestern und unterscheidet sich darin auch nicht vom Sozialismus, der ja nicht den Arbeitern und Bauern zu Gute kam, sondern den Funktionären, die sich selber alles gönnen konnten, während das arbeitende Volk kaserniert wird und in sozialistischer Enthaltsamkeit leben darf.
Dass ist kein Widerspruch zu Ihren realen Erfahrungen. Ihre Erfahrungen und jene der beschrieben Väter, auch der von Kindern ferngehaltenen Väter sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Es gibt kein richtiges Leben in einem Gemeinwesen, welches falschen Werten huldigt. Am Ende kann man sich nur noch komplett entziehen, wozu den meisten die Mittel fehlen oder wird, wenn man selber noch werteorientiert leben möchte, an diesem System zerbrechen. Ein korruptes System ist nur für korrupte Menschen gut, den Anständigen gereicht es zum Nachteil.
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Kommentar von Karina Kaiser
@Detlef Piel
Sehr geehrter Herr Piel,
mein Kommentar zielte nicht darauf, persönliche Erfahrung zu verallgemeinern oder „hochzurechnen“, sondern darauf, anhand einer konkreten Erfahrung die Wirkung der gewählten Darstellung sichtbar zu machen. Titel und Zuspitzungen erzeugen Rahmungen, die bestimmte Realitäten sichtbar machen und andere ausblenden. Darauf habe ich reagiert.
Dass es darüber hinaus familienpolitische und demografische Fragen gibt, bestreite ich nicht – sie waren jedoch nicht Gegenstand meines Kommentars.
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Kommentar von Karina Kaiser
Sehr geehrter Herr Wallasch ,
danke für Ihre Antwort.
Ich verstehe Ihren Ansatz, bewusst eine Perspektive sichtbar zu machen, die aus Ihrer Sicht unterrepräsentiert ist. Mein Kommentar wollte das nicht in Abrede stellen. Dem Anliegen kann ich folgen – der Art der Zuspitzung jedoch nicht.
Meine Irritation begann bereits beim Titel. „Unsichtbare Helden“ ist eine starke Wertung, die Anerkennung sehr eindeutig verteilt und damit eine Gegenposition implizit mitsetzt. Dieser Rahmen prägt den Text von Beginn an.
Der Titel und Teile des Beitrags erzeugen so eine Gegenüberstellung, in der Trennungsrealitäten entlang klarer Rollenbilder erscheinen. Genau dort setze ich meinen Einwand. Verantwortung, Belastung und Verletzlichkeit verlaufen nicht verlässlich entlang von Geschlechterlinien, und Anerkennung entsteht aus meiner Sicht nicht dadurch, dass man sie über solche Gegenbilder herstellt.
Mein Kommentar war deshalb kein Gegenangriff und kein Infragestellen engagierter Väter, sondern ein Hinweis darauf, dass diese Form der Rahmung andere reale Erfahrungen ausblendet – obwohl sie ebenso existieren.
Darauf wollte ich aufmerksam machen.
Danke für den Austausch.
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Kommentar von Ilka Fischer
Im Ansatz ist Ihr Artikel völlig richtig, aber leider die Problematik nicht bis zum Schluss aufgegriffen. Was ist mit den Vätern, die jahrelang horrende Unterhaltszahlungen leisten, im konkreten Fall über 700€ pro Monat, die Kindesmutter aber jedweden Kontakt zum Kind unterbindet, trotz anderslautender Gerichtsurteile und geteiltem Sorgerecht!! Seit 7 Jahren Kampf, vergebens. Und zur Krönung sagt einem dann der männliche Sachbearbeiter beim Jugendamt Zitat: „Er verstehe dieses ganze neumodische nicht, warum Väter sich um ihre Kinder kümmern wollen?“ Die Väter haben in diesem Land keine Stimme…
Alles zum Wohl des Kindes sag ich nur
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Kommentar von Daniel Becker
Ich muss zugeben, dass ich Sie nicht so häufig lese und politisch wahrscheinlich anders liege. Aber ich mag Schubladen nicht so gerne und Sie haben ein paar Wahrheiten aufgezeigt.
Bei Scheidungen sind Männer doch oft im Nachteil. Viele moderne Männer können sich sehr wohl um ihren Nachwuchs, selbst Kleinkinder, kümmern. Und zeigen das jeden Tag. Das Familienrecht trägt dem nicht Rechnung. In der Regel ist es sehr einfach für Frauen das Residenzmodell und den entsprechenden Unterhalt einzufordern. Schön blöd, wer heutzutage als Mann noch heiratet, fleißig arbeitet, in Deutschland Kinder in die Welt setzt und sich um sie sorgt. Ich bin auch so ein Trottel.
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Kommentar von Detlef Piel
@ Olaf:
Der Kampf gegen das "Patriarchiat" ist nichts anderes als der Kampf gegen die Abstammungsgesellschaft.
Die Verweichlichung des westlichen Mannes, seine zunehmende Wehrlosigkeit sind gewollt, genau wie der Zustrom an "Migranten". Entscheidend sind für Deutschland aber nicht nur die offensichtlich linken Kräfte, siehe auch 68er, sondern die Rolle der CDU, deren Herkunft viel zu wenig thematisiert wird.
Aushöhlung der Souveränität durch Verzicht auf Währung und Grenzsicherung, sowie dieses abhängig machen von von internationalen Organisationen spielt hier ebenso hinein.
Das ist ein ziemlich weites Feld, ohne Remaskulinisierung ist der Verlust der eigenen Kultur und Identität nicht mehr aufzuhalten. Der wirtschaftliche Abstieg um mehr als ein paar Plätze kommt so oder so.
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Kommentar von Detlef Piel
@ Karina Kaiser:
Ihnen fehlt die Fähigkeit zu abstahieren. Sie können nicht Ihre persönlichen Erfahrungen nehmen und diese dann hochrechnen. Zudem argumentieren Sie auf einer emotionalen Basis. Ist zwar verständlich, aber wenig sachdienlich.
Es geht bei dem Thema weder um Männer und Frauen, sondern um ein Land, welches zwar Familienpolitik heuchelt, in Wirklichkeit aber indigene Familienbildung seit Jahren massiv bekämpft und den Ausfall an Arbeitskräften, sowie Konsumenten durch Zuzug ausgleichen will.
Geschlechtergerecht ist hier mal gar nichts, siehe Wehrpflichtdebatte, aber selbst das ist nicht so relevant wie die Frage, wie bekommt man junge Leute wieder dazu stabile Beziehungen zu schließen und Kinder in die Welt zu setzen. Alexander Wallschs Motivation mag den Artikel aus dem Wunsch nach mehr Gerechtigkeit verfaßt haben, in Wirklichkeit ist das Thema längst existentiell.
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Kommentar von Detlef Piel
Was es wirklich dringend brauchen würde, wäre die Rückabwicklung des Feminismus, damit würde automatisch eine Reduktion des Staatsapparats einhergehen. Zudem darf sich der Staat nicht mehr in Partnerschaften einmischen und auch das Schuldprinzip muß wieder eingeführt werden. Den Bruch von Partnerschaften darf man nicht erleichtern. Der Fokus der Politik muß weg von den Frauen, hin zu Familien und Kindern und damit zur Zukunft, schließt eine komplett veränderte Steuerpolitik ein, die Arbeit nicht bestraft und bei der Dinge, die man zum Leben benötigt, nicht mit Märchensteuern belegt werden, nur um Umverteilung nach außen und in den Funktionärsapparat zu ermöglichen.
Mal ganz abgesehen davon, daß Deutschland wieder männlich werden muß und ein männliches Abstammungsprinzip benötigt, wenn es nicht überrannt werden will und zum Etikettenschwindel verkommen.
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Kommentar von Karina Kaiser
Sehr geehrter Herr Wallasch,
ich lese Ihren Text und frage mich ernsthaft, in welcher Realität er verortet ist – und vor allem, welche Erfahrungen darin systematisch ausgeblendet werden.
Ich war alleinerziehende Mutter von zwei sehr kleinen Kindern. Bei der Trennung war mein Sohn zweieinhalb, meine Tochter viereinhalb. Beide Kinder konnten in dieser Zeit nicht ohne ihre Mutter sein – Übernachtungen beim Vater waren lange unmöglich, selbst tagsüber war mein Sohn nicht in der Lage, ohne mich zu bleiben. Nicht aus Bosheit, nicht aus „Launen“, sondern aus kindlicher Not.
Ich hatte meine Kinder 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Ohne Familie, ohne Unterstützung, ohne Netzwerk. Unterhalt? Null. Keinen Pfennig. Über Jahre. Als mein Sohn nach einem Jahr zum ersten Mal bereit war, einen Tag beim Vater zu bleiben, habe ich an genau diesem einen Tag gearbeitet – acht Massagen hintereinander –, damit ich Essen für meine Kinder bezahlen konnte. Manchmal mussten sie sich einen winzigen Joghurt teilen, weil schlicht nichts da war.
Von „Goodwill-Veranstaltungen“, von lachenden Frauen, von verwalteten Unterhaltsgeldern, von aufopferungsvollen Vätern im Schatten war in meinem Leben nichts zu sehen. Der Vater hat keine finanzielle Last getragen. Keine emotionale Hauptlast. Keine Alltagsverantwortung. Später zahlte er die Schulkosten – das war alles.
Ich lese seit langem Ihre Beiträge, lese sie gerne, teile sie regelmäßig – auch auf X –, verlinke Sie dort, erwähne Sie namentlich und schreibe nicht einfach nur weiter, sondern setze Ihre Texte in einen eigenen Kontext. Dies ist das erste Mal, dass mich ein Beitrag von Ihnen wirklich auf die Palme bringt, weil ich mich darin massiv abgewertet fühle. Nicht als Einzelperson, sondern als Frau und als alleinerziehende Mutter.
Ihre Darstellung zeichnet Frauen pauschal als zickig, kalt, berechnend oder lachend über „gebrochene Männer“. Diese Zuspitzung blendet eine Realität aus, die es ebenso gibt: Frauen, die Trennungen nicht aus Leichtfertigkeit vollziehen, sondern weil innerlich nichts mehr trägt. Nicht wegen eines anderen Mannes, nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil eine Beziehung innerlich nicht mehr mitgeht.
Ich habe nichts idealisiert bekommen. Ich habe nichts verwaltet. Ich habe funktioniert. Jahre lang. Allein.
Vielleicht geht es nicht darum, Väter gegen Mütter auszuspielen. Vielleicht geht es darum, anzuerkennen, dass es auf beiden Seiten Lebensrealitäten gibt, die sich nicht in ein einziges Narrativ pressen lassen.
Antwort von Alexander Wallasch
Danke für ihre ausführliche Schilderung, die sicher nicht leicht gefallen ist. Danke. Aber die Antwort ist relativ einfach: ich habe hier konsequent die andere Seite gezeigt, weil sie massiv unterrepräsentiert ist. Das ist Teil der Anerkennung der Problematik insgesamt. Und hier wird auch nur eine bestimmte Klientel besonders aufs Korn genommen. Vielleicht hilft es ja, mal beide Seiten zu sehen. Die Überschrift macht die Intention ja bereits deutlich. Hier wäre vielleicht es aus Ihrer Perspektive hilfreich gewesen mal zu schreiben: ja, diese Frauen gibt es, die Männer, die wirklich an ihren Kindern hängen, die jetzt Tagein tagaus den Launen der Ex ausgesetzt werden, tun mir leid. Danke Ihnen für die Debatte!
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Kommentar von Eugen Karl
Nunja, es ist leider meisten eine Geldfrage. Bei Scheidungen verlieren die Männer. So ist das nun mal, und deswegen reichen mehr Frauen als Männer die Scheidung ein. Gleichstellungsbeamte helfen hier nicht; denn Männer haben nun plötzlich die alte Rolle des Zahlmeisters, wie sie im Kriege ja auch weiter die alte Rolle der primär Gefährdeten zu spielen haben (Wehrpflicht nur für Männer). Feminismus war nie an Gleichberechtigung interessiert, sondern stets vor allem an Privilegierung, und da hat diese Ideologie inzwischen viel errecht.
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Kommentar von Maria Eing
Kommentar von Maria Eing
09.01.2026 um 15:24 Uhr
Ein nigerianisches Sprichwort lautet: „Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“
Dass Kinder in einem sozialen Gefüge aufwachsen, dass sie vielfältige Ansprechpartner brauchen für ihre Selbstentwicklung bedeutet nun mal, dass die Verantwortung nicht nur auf den Schultern von einem oder zwei Elternteilen ruht, sondern in Gesellschaft gelebt wird.
Das soziale Gefüge für Eltern und Kinder ist komplett zerstört. Betreuung wird gebucht, verkommt zur Dienstleistung, wird damit teuer und verlangt stetige Anstrengung im Alltag. Das durchorganisierte System ist völlig überlastet, gaukelt allen Individualität und Entwicklung vor und sperrt "Alle" in ein monotones funktionierendes Gefängnis.
Gemeinsam Rhythmen zu leben ist so nicht möglich, das Funktionieren bewahrt ein sich immer schneller drehendes Hamsterrad, einen Verlust der Identität.
Dass Väter dabei in den Fokus kommen - ist wichtig und es hat die ganze Familie in unserem derzeitigem Alltag einen Verlust von sozialem Gefüge erlitten. Dieses exentiell wichtige Miteinander ist unserer Gesellschaft abhanden gekommen.
Mit dem Einzug der Realität, mit einer Bestandsaufnahme ohne Vorwurf, mit einem Anliegen, dass es uns Allen in jeder Lebensphase, in jeder Generation gut geht und auch noch miteinander, drängt es zur Veränderung. Kreativität taucht auf und macht es möglich sich daraus zu entwickeln. Aus vielen kleinen Impulsen wird eine große Welle......
Maria Eing
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Kommentar von Martin Friedland
Schön, daß Sie sich dieses Themas annehmen! Ihre Schilderungen sind noch sehr zurückhaltend - dazu kann noch sehr viel mehr gesagt werden, beginnend damit, daß ziemlich viele Leute von dem Trennungskrieg profitieren, seelisch und natürlich finanziell, Anwälte, Beratungsstellen, sogenannte Freunde etc.
Ein wesentlicher Punkt ist, daß eine Frau durch Trennungs- und Kindesunterhalt (idealerweise mit 3 Kindern von drei Männern) wirtschaftlich deutlich besser dasteht als die Ehefrau eines Normalverdieners (mit ebenfalls drei Kindern). Aber es gibt noch viel mehr und auch abscheuliche Aspekte derartiger "Kriege" - dies wäre mal einen eigenen Artikel wert.
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Kommentar von Axel Berger
> In 98 Prozent der Scheidungen bleibt das gemeinsame Sorgerecht
Hallelujah. Das war 1990 noch ein ferner Traum, auf den keiner zu hoffen wagte. Einen Aspekt haben Sie vergessen. Frauen, die ohne Bindung an einen Arbeitsplatz von Unterhalt leben, sind hochmobil. Nicht selten wird dann aus wenig nachvollziehbaren Gründen mal eben tausend Kilometer weit weg gezogen. Kontakt zum Kind ist nur ein Recht sondern eine Pflicht, aber die Kosten landen ohne irgendwelche Anrechnung allein beim Vater. An den Flügen der Tochter zu mir oder meinen Flügen und Hotelübernachtungen hat sich meine Ex natürlich mit keinem Pfennig beteiligt. Die vorher sehr enge Bindung zur Tochter hat im damals sehr jungen Alter irreparabel gelitten.
Wie in der Josephsgeschichte hat sich manches zum Guten gewandelt und auch Positives hergebracht. Trotzdem wird keiner den Verkauf in die Sklaverei als generelles Erziehungsmodell propagieren wollen.
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Kommentar von Olaf
Mein eigener Vater hatte damals an meine Mutter die Häfte seines Geldes abtreten müssen bei der Scheidung, die dabei ständig mit anderen Kerlen los ist, während mein Vater ständig in Schicht gearbeitet hat, damit es uns gut geht. Ich kann bezeugen, dass mein Vater ein ordentlicher und treuer Typ war, der sich um die Kinder gekümmert hat, auch wenn er mal hart war, wenn es sein musste.
Frauen und Feminismus, sowie die Social Media Kanäle und die Filmindustrie, haben aus den Frauen heute in großer Zahl Schlampen gemacht, die sich laufend auf einen anderen Kerl setzen. Da Frauen von Natur aus den Reiz haben und die Kerle verstärkt den Trieb, damit Die Art erhalten wird, haben wir nun eine Atombombe gezündet. Sie können es eben und haben dabei täglich eine große Auswahl an mittlerweile Bittstellern. Es ist wie bei einer Bewerbung in einer Firma geworden für den Alltagstypen, ohne das er es selbst bemerkt, weil er sich ja immer nur selbst sieht und nur die Frau den Überblick hat über die vielen potentiellen Möglichkeiten. Daraus wird sie dann, auch natur bedingt, sehr wählerisch und, selektiert eben.
Portale wie Tinder haben, diese Sache nur weiter verschlimmert.
Die Gesellschaft vereinsamt zusehens und die Geschlechter liegen auch noch im Kampf.
Das ist nicht nur eine Folge, sondern auch angestrebt.
Einer der Rothschild's soll angeblich dazu mal einen Kommentar abgegeben haben, den ich mal paraphrisiere:
Wir haben jetzt doppelte Steuereinnahmen,( meine Anmerkung dazu: da die Frau auch arbeiten gehen muss). Wir haben zeitig die Kontrolle über die Kinder bekommen(durch die Abgabe an entsprechende Einrichtungen und die dortige Bespielung der Hirne).
Die Familien sind zerstört und geschwächt und somit der Zusammenhalt im Volk.
Der Konsum wurde gesteigert(Single Frauen kaufen bis zu 80% mehr als Frauen in Partnerschaften, weil sie hier das Auge auf Familie haben und besser haushalten).
Und alle glauben an ihre Karrieren und laufen so einem vermeintlichen Glück nach.
Ich glaube da warennoch 1-2 mehr solcher Ansagen, die mir nicht mehr einfallen.
Aktuell werden die Männer ja auch als toxisch gebrandmarkt und umerzogen hin zu JA-Sagern, die immer der Dame alles Recht machen wollen, die dann zur Belohnung von diesem zahmen Männern Abstand nimmt und sich den bösen Buben zuwendet, die ihr wieder die Säfte zwischen die Beine treiben.
Die Männer merken es zusehens, dass sie nur noch Opfer sind und ziehen sich zurück. Die logische Konsequenz dieser Situation schlussendlich...
Wenn dann noch Kinder im Spiel sind und eine Ehe, dann ist der Kerl ganz schnell der Dumme.
Wir haben eine seit Millionen von Jahren bestehende natürliche Grundordnung beendet, da durch Fortschritt das alles sicherer geworden ist und die normale Abfolge der Natur nicht mehr eingehalten wird. Die schwächere Frau körperlich, schliesst sich dem stärken Mann an und er ist der Führer und der der Schutz und Sicherheit bietet.
Auf der einen Seite ist die Freiheit über Fortschritt eine tolle Sache, auf der anderen Seite haben wir so jetzt andere Problem dafür erschaffen.