Viele Frauen zicken reflexartig, wenn man es thematisiert: Warum Millionen engagierter Väter im Schatten stehen

Die unsichtbaren Helden: Geschiedene Väter in Deutschland

von Alexander Wallasch (Kommentare: 4)

Sie machen einfach – Lobby Fehlanzeige© Quelle: Pixabay/Surprising_Media

Geschiedene Väter zahlen Unterhalt, balancieren emotionale Konflikte und opfern sich für ihre Kinder – oft ohne Lobby und Respekt. Persönliche Beobachtungen und harte Fakten zeigen: Es ist Zeit für eine ausgewogenere Sicht auf getrennte Familien.

Oft ist die persönliche Beobachtung wertvoller als irgendwelche zurechtgebogenen Statistiken. Ich will hier mal eine Lanze für geschiedene Väter brechen. Mir ist das nicht passiert, wir haben vier Kinder, die mittlerweile erwachsen sind. Aber diese Männer sind mir immer wieder begegnet, von der Kita über die Grundschule bis zur Schule.

Väter ohne Lobby, Spielball der Launen ihrer launigen Ex-Frauen von der Terminierung bis zur Unterhaltszahlung. Als ich es zuletzt so via X postete und um Verständnis für diese vergessene Gruppe bat, wurden sofort die üblichen Narrative dagegengehalten von den armen alleinerziehenden Frauen. Dass es diese in großer Zahl gibt, ist unbestritten.

Aber die Sache mit der aufopferungsvollen Armut ist längst nicht mehr so wie früher. Viele Väter müssen tief in die Tasche greifen und sind dann jahrelang auf die Goodwill-Veranstaltung ihrer Ex angewiesen, was den Kontakt zu den Kindern angeht. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die viele Männer gebrochen zurücklässt. Und da lacht manche Frau dann wieder: Haha, Männer und Emotionen, haha, soll er sich doch ein Trösterchen-Bier aufmachen, haha.

Es gab Elternabende, wo meine Frau und ich die einzigen noch zusammenlebenden Eltern waren. Ich habe viele Väter erlebt, die einfach nur machen und am Wochenende mit hängenden Schultern mit den Kindern am Angelteich sitzen. Eine Gruppe ohne Lobby. Und wenn sich mal einer emotional öffnet und beschwert, wird er ausgelacht. Dann wird ihm ohne mit der Wimper zu zucken wieder die Männerrolle übergestülpt, dass Männer nicht zu jammern haben, während Mama erst mal zur Klangschalentherapie muss, um den „Stress“ abzubauen – ich spitze hier natürlich absichtlich zu.

In einer Gesellschaft, die oft die Rolle der Mütter idealisiert, bleiben die Leistungen geschiedener Väter im Schatten. Die der Verheirateten übrigens sowieso.

Auch mit dieser Mär von der Alleinerziehenden muss mal aufgeräumt werden. Weit über 90 Prozent teilen das Sorgerecht. Aber die Mutter hat überwiegend die Entscheidungsgewalt, weil die Kinder bei ihr wohnen bleiben – oft mit einem neuen Partner.

Millionen von Männern opfern sich täglich für ihre Kinder – sie balancieren emotionale Konflikte mit Ex-Partnerinnen, stemmen finanzielle Lasten und sorgen dennoch vorbildlich für die Erziehung. Diese stillen Helden verdienen nicht nur Respekt, sondern eine ehrliche Anerkennung.

Während Väter trotz Trennung engagiert bleiben, initiieren Frauen häufiger Scheidungen aus Gründen der Selbstverwirklichung und verwalten letztlich das Unterhaltsgeld, das Väter zahlen. Ich möchte zudem eine Lanze für jene Väter brechen, die noch verheiratet sind und mit den Müttern zusammenleben, den Kindern zuliebe. Über diese Väter gibt es keinerlei Statistiken. Väter, die nach einem langen Arbeitstag (Frau in solchen Konstellationen oft halbtags oder zu Hause) immer wieder damit konfrontiert werden, dass sie sich angeblich nur defizitär um ihre Kinder kümmern würden.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 3,2 bis 3,3 Millionen geschiedene Männer, von denen viele sehr wohl aktiv in der Kindererziehung involviert sind. Laut Mikrozensus 2023 leben rund 300.000 alleinerziehende Väter mit minderjährigen Kindern – ein Anstieg von 10 auf 18 Prozent seit 2007, was zeigt, dass Väter zunehmend auch die Alleinerzieherrolle übernehmen.

Unterhalt von den Frauen? Ich habe da eine Idee.

Diese Männer investieren Zeit: Durchschnittlich 1 Stunde und 19 Minuten täglich in die Kinderbetreuung, eine Steigerung um fast eine halbe Stunde seit 2012.

In 98 Prozent der Scheidungen bleibt das gemeinsame Sorgerecht bestehen. Konflikte um Umgang und Erziehung sind hier fast unvermeidbar. Oft mit hohen emotionalen und finanziellen Kosten für Väter. Und es ist leider bestürzend, welche biestige Zickigkeit und Eiseskälte Frauen an den Tag legen, wenn man die Aufmerksamkeit auf diese Väter legt, achten Sie gleich mal auf Kommentare zu diesem Text.

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Auch die moderne Forschung unterstreicht den Wert der Väter: Väter fördern durch spielerische, risikobereite Ansätze das Selbstvertrauen der Kinder, reduzieren Risiken wie Sucht oder Gewalt und stärken die Geschlechtsidentität, insbesondere bei Jungen.

Doch warum enden so viele Ehen? Internationale Studien, die auf Deutschland übertragbar sind, zeigen 69 Prozent weibliche Initiativen. Gründe wie unterschiedliche Lebensvorstellungen und das Bedürfnis nach individueller Erfüllung dominieren. Dies soll auch kein Vorwurf sein, sondern einfach nur eine Beobachtung: Die Verschiebung von Pflicht zu Selbstentfaltung macht Ehen fragiler, und Frauen nutzen diese Option deutlich öfter. Warum? In welchem Rollenbild ist der Mann hier eingesperrt? Und wie oft wird dieses Rollenbild dann von Frauen ausgespielt?

Finanziell trifft das Väter hart, aber niemand redet drüber: Sie zahlen in den meisten Fällen Unterhalt, während Frauen das Geld verwalten – und letztlich entscheiden, wie es ausgegeben wird. Der durchschnittliche Kindesunterhalt beträgt 479 Euro monatlich, und in 92,3 Prozent der Fälle sind Frauen die Empfängerinnen. Nur 7,7 Prozent der Empfänger sind Männer, was die Geschlechterverteilung unterstreicht.

Die Erklärung ist einfach: Rund 90 Prozent der unterhaltsberechtigten Kinder leben bei der Mutter, was Väter zu den primären Zahlern macht. Für 2025 liegt der Mindestunterhalt bei 482 Euro für Kleinkinder bis 693 Euro für Volljährige – Summen, die Väter neben ihrem eigenen Haushalt stemmen.

Im Wechselmodell steigt die Zahlungsbereitschaft auf 83,2 Prozent, da Väter aktiver involviert sind, insgesamt zahlen 59,3 Prozent der Pflichtigen (meist Väter) den vollen Betrag. Aber im Wechselmodell fallen oft auch die einseitigen Unterhaltszahlungen aus.

Das sei eine niedrige Zahl? Das soll man mal den fast 60 Prozent der Väter erzählen. Jeder kennt die Mütter mit den drei Kindern von vier Vätern, die fünfmal Unterhalt bekommt, wenn man den neuen Begleiter noch dazuzählt, der ebenfalls verdient und Geld einbringt – die Unterhaltszahlungen der Verflossenen sind davon abgekoppelt.

Aber richtig ist auch: Studien zeigen, dass Frauen nach Trennung stärker Einkommensrückgänge erleiden. Doch langfristig erreichen knapp die Hälfte der Frauen ihr Vor-Niveau. Weshalb? Weil sie durch Unterhalt unterstützt werden.

Diese Väter sind Helden, weil sie trotz biestiger Ex-Partnerinnen und finanzieller Belastungen standhalten. Sie opfern Freizeit und Karriere, um Präsenz zu zeigen – oft in Wechselmodellen. In einer Zeit wandelnder Geschlechterrollen verdienen sie Anerkennung: Nicht nur als Ernährer-Typ, sondern auch als engagierte Partner in der Erziehung. Die Debatte sollte sich auf Unterstützung konzentrieren – für Väter, die still leisten, was die Gesellschaft braucht. Respekt vor diesen Millionen!

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