Dieter Stein zu Gast bei Jasmin Kosubek. Ihr YouTube-Kanal hat gigantische 320.000 Abonnenten, was eine gute Reichweite ihrer Beiträge verspricht. Der 58-jährige Talkgast ist Herausgeber der „Jungen Freiheit“, eines der ältesten rechtskonservativen Magazine der Nachwende-Zeit. Frau Kosubek ist nicht dafür bekannt, ihren Gästen nach dem Mund zu reden. Beide kann man als Teil einer gemeinsamen Anti-Establishment-Blase betrachten.
Der durchaus altersattraktive Dieter Stein beginnt irgendwie zerknittert, mit sich ringend, knauserig, zitronig, aber nicht per se unsympathisch. Jasmin Kosubek spricht mit ihm zunächst über die Entstehung seines Blattes. Anschließend landen beide in Dieter Steins Jugendzimmer und sprechen über eine wandgroße Deutschlandkarte.
Frau Kosubek will wissen, ob es denn eine alte Karte war oder eine neuere. Dieter Stein erwidert, er habe die innerdeutsche Grenze an der Wand sogar mit Stacheldraht markiert. Deutschland war also schon in Steins Elternhaus ein Thema. Dann spricht Stein über das Dresdner Militärmuseum. Hier beschwert er sich, dass man einen modernen architektonischen Keil in ein historisches Gebäude getrieben habe. Der Keil allerdings wurde von Daniel Libeskind, einem jüdischen Architekten, entworfen. Allein diese Tatsache machte das dröge Museum auch international zu einem attraktiven Besuchsort. Das Militärmuseum beherbergt zudem eine moderne Ausstellung. Hier kann man den grausigen Leichengeruch des Schützengrabens im Ersten Weltkrieg erschnüffeln. Es gibt zudem eine Strecke mit ausgestopften Tieren, die im Krieg missbraucht wurden.
Für Dieter Stein ist all das nur Zeichen eines verkrampften Umgangs mit der Vergangenheit. Dass man hier überhaupt mit Vergangenheit umgeht, versucht, modern mit ihr umzugehen, und vielleicht auch einen kritischen Blick auf die Militärtradition Deutschlands zu werfen, findet beim militärisch geprägten – dazu gleich mehr – Stein keine Beachtung. Der nennt als eines seiner Leitthemen, wie schwer es den Deutschen falle, Frieden mit sich zu machen.
Stein erinnert sich an eine Rollback-Erwartung bei der Ablösung der sozialdemokratischen Regierung durch den CDU-Kanzler Helmut Kohl. Auch das zeigt das knapp eineinhalbstündige Gespräch: Diese Zeit hat Stein maßgeblich geprägt, hier haben sich bei ihm ein paar Glaubenssätze gefestigt, aber auch Schicksalsschläge wie den frühen Tod des Vaters. So eine Rollback-Erwartung gab es auch beim Amtsantritt der Regierung Merz, aber die CDU hat hier abermals enttäuscht.
Es holt den Zuschauer emotional ab, wenn Dieter Stein offen über seine Familiengeschichte erzählt. Er hat zwei Brüder und zwei Schwestern. Der Vater ist Militär. Das Gespräch gewinnt, wo Stein so offen und freigiebig mit privaten Dingen umgeht. Jasmin Kosubek versteht es allerdings auch glänzend, ihn dort abzuholen.
Stein berichtet über den frühen Tod seines Vaters, der in die Anfangsphase seiner frühen Verlegerschaft fällt. Und er bedauert, dass sein Vater nicht mehr sein Gesamtwerk „Junge Freiheit“ anschauen und stolz auf den Sohn sein konnte, der in seinem Sinne agiert – die eigene Arbeit also als Vermächtnis und ganz im Zeichen des zu früh verstorbenen Vaters.
Der ist, so erfährt man, an einer aggressiven Demenz erkrankt und bereits mit 57 verstorben. Dieter Stein reflektiert dazu bald verwundert, er sei jetzt zwei Jahre älter. Das berührt und hier ringt der ansonsten gefasste und an Angriffe von Außen gewöhnte Stein in der geschützten Kosubek-Atmosphäre mit sich. Aber Stein bleibt auch seinen inneren Dämonen gegenüber stabil.
Interessant auch jener Moment, wo sich Dieter Stein explizit zu Götz Kubitschek äußert, der ja ebenfalls Bundeswehr-Hintergrund hat wie Stein selbst. Kubitschek war vielgelesener Autor bei „Junge Freiheit“, beide haben lange zusammengearbeitet. Hier insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Institut für Staatspolitik (IfS), das viel später vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft werden sollte.
Dieter Stein berichtet mit Blick auf Kubitschek davon, dass es immer einen Druck von außen gibt und eine Radikalisierung innen, wenn es um konservative Bewegungen geht. Das sei seine Erfahrung. Man fragt sich stellenweise, warum sich Stein überhaupt dieser Diskussion mit Frau Kosubek stellt. Es wirkt ja während des gesamten Gesprächs so, als habe er eigentlich gar keine Lust dazu.
Stein vermittelt durchgehend das Gefühl, dass er solche Gespräche alle schon tausend Mal geführt habe und eigentlich gar keine Lust mehr dazu habe, sich zum hundertsten Mal neu zu erklären.
Aber wer weiß, mag er gedacht haben, vielleicht nutzt es ja der „Jungen Freiheit“. Und hier wissen jene, die mit ihm zu tun haben, dass Dieter Stein, was seine verlegerische Arbeit angeht, durchaus auch aggressive und raumgreifende Bewegungen vollziehen kann. Wo Dieter Stein vorher noch auf Distanz zum Institut gegangen ist und gesagt hat, dass das nichts mit der „Jungen Freiheit“ zu tun habe, erzählt er via YouTube wiederum, dass besagte Einrichtung „im Kielwasser der Jungen Freiheit“ gegründet wurde. Also einerseits doch irgendwie stolz auf die Verbindung, andererseits natürlich unter dem Druck der Beobachtung durch den Verfassungsschutz dann in der Distanzbewegung.
Stein beschreibt noch einmal, wo er sich mit Kubitschek überworfen hatte, und nennt konkret jenen Moment, als die NPD, die Stein rechtsextrem sortiert, einen kurzen Frühling hatte, in den sächsischen Landtag einzog und Kubitschek hier ergebnisoffen einer NPD-Zeitung ein Interview gab. Er habe sich darüber empört, dass im Interview die Möglichkeit verpasst wurde, die NPD auch inhaltlich zu kritisieren.
Unterhaltsam die Frage von Kosubek an Stein, ob es für ihn denn ein „zu rechts“ gebe. Antwort: „Natürlich“. Und Stein erzählt auch, was er von Sellners Identitären hält, deren Mannschaft er rechtsextreme Lebensläufe zuweist. Die Identitären sind für Stein „ein Durchlauferhitzer für Personen, die schon vorher verbrannt waren“.
Aufschlussreich auch, wo ihn Jasmin Kosubek auf einen Verriss über Björn Höcke anspricht, der ein paar Jahre her ist, wo ihn Stein als nationalen Sozialisten markiert hatte, der sich aber selbst nie so nennen würde. Stein rudert zurück und meint, natürlich sei Höcke heute nicht verfassungsfeindlich. Also doch kein nationaler Sozialist mehr?
Dieter Stein nennt, was Höcke macht, absichtlich schwammig. Ist es auch absichtlich provokant, wenn Höcke wieder und wieder mit den Versatzstücken aus den düsteren zwölf Jahren spielt? Interessantes Bonbon nebenbei: Dieter Stein behauptet, dass ein Höcke-Buch zur Hälfte von Götz Kubitschek geschrieben wurde. Und dann fällt wieder einer dieser zitierbaren Sätze, die man über solche Formate schreibt: „Höcke wäre besser Lehrer geblieben“, antwortet Stein auf die Frage, was er heute von der politischen Arbeit von Höcke im thüringischen Landtag hält.
Na klar, auch Frau Kosubek muss sortieren, kann nicht alles berücksichtigen. Unerwähnt blieb so, dass Stein eine Webseite führt, die regelmäßig Petitionen für die AfD durchführt. An der Stelle ist er kein Journalist mehr, sondern politischer Aktivist für die AfD, da ist Stein ganz nahe bei Jürgen Elsässer. Nur dass der im Interview erklärt hatte, dass beides zusammen gehe: Journalismus und ein bisschen Aktivismus.
Dieter Stein meint, er kenne seine „Pappenheimer“ und diese rechte Szene. Dazu die These, dass es viele Protagonisten in der rechten Szene gebe, die schon mehrfach ihre Biografie verbrannt hätten und trotzdem in neue Projekte gingen, um diese zu kontaminieren. Und hier nennt Stein konkret Götz Kubitschek. Auch Höcke soll so jemand sein und Teile seines Umfeldes. Bemerkenswert, dass Dieter Stein die Isolierung der AfD auch als Verschulden von innen betrachtet und nicht ausschließlich als Druck von außen.
Hatte Stein zunächst leidenschaftlich kritisiert, dass andere zu schwammig sind, flüchtet er sich ins Schwammige, als es um die Einordnung des Ukrainekriegs geht. Er spricht in militaristischen Bildern vom „heldenhaften Kampf der Ukrainer“ und kritisiert eine zu positive Haltung der AfD gegenüber Russland.
Hier bleibt Stein ganz in traditionellen Feindbildern verfangen. Zu diskutieren wäre hier allerdings die Unterstützung der Bundesrepublik für diesen Krieg. Die Eröffnung einer Schicksalsgemeinschaft mit einem Land, mit dem wir in keinerlei Bündnissen stehen. Hier wird Stein so schwammig, wie er es anderen vorwirft. Amüsant der verblüffte Blick von Herrn Stein, als Kosubek direkt erwidert, Steins Haltung zur Ukraine sei doch ein sehr starkes Mainstream-Narrativ.
Und sie erklärt ihrem Gast weiter, dass der Ukrainekrieg doch etwas mehr sei als nur die Verteidigung einer Nation gegen einen Angreifer. Na klar, es geht um die Vorgeschichte. Es geht auch um die Zerstörung von Nord Stream 2. Auch darauf wird Stein angesprochen. Aber der ist verliebt in einfache Lösungen. Und hier passt bei Stein dann alles zu seiner Vorgeschichte, die er ausgiebig ausgebreitet hat.
Jasmin Kosubek ist hier wie nebenbei auch ein vielsagendes Psychogramm gelungen – gewissermaßen die Kür einer solchen Interviewführung. Bei Stein ist es die Familiengeschichte, der offenbar traumatisierende frühe Tod des Vaters. Das alles zeigt einen Mann, der längst seine Zugbrücke hochgezogen hat und keine neuen Experimente wagen möchte. Wahrscheinlich seit den 1990er-Jahren schon nicht mehr.
Wenn man aber die Welt der Gegenwart mit den Augen des jungen Steins von 1990 betrachtet, dann kommt es zu Verzerrungen, dann leidet die Sehschärfe: Dieter Stein meint mit Blick auf Nord Stream 2, Selenskyj habe möglicherweise von alledem nichts gewusst. Ein schräger Versuch, der daran erinnert, dass es mal eine groteske Debatte darum gab, ob Hitler überhaupt etwas vom Holocaust gewusst habe.
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Dieter nennt die Sprengung „einen unfreundlichen Akt“. Er sieht überhaupt keine Veranlassung, dass damit seine Grundhaltung zur Ukraine beschädigt sein könnte. Frau Kosubek sticht weiter in die Wunde. Und wie man es erwarten konnte, versucht Dieter Stein dann auch noch, diesen kriegerischen Akt gegen die Bundesrepublik Deutschland zu verteidigen, indem er wörtlich sagt, die ganze Pipeline wäre doch sowieso eine „Schnapsidee“ gewesen. Die für ihn viel wichtigere Frage sei sowieso: Wie wird Deutschland souverän?
Aber ist nicht Steins Haltung zur Ukraine so besonders wenig souverän, bis dahin gehend, dass der deutsche Botschafter in der Türkei die ukrainische Fahne an das Botschaftsgebäude hängen ließ und der Kanzler aus der Unterstützung der Ukraine eine Schicksalsfrage auch für Deutschland gemacht hat?
All diese inneren Widersprüche in der eigenen Argumentation stören Stein nicht. Stein legt noch einen drauf, und argumentiert, dass viele auf der rechten Seite nicht bereit wären, ihr Land zu verteidigen. Deutschland sei erst wirklich souverän, wenn wir einen Verteidigungswillen hätten.
Dieter Stein mag nicht begreifen, dass das während des andauernden Ukrainekrieges und dieser gefährlichen Verknüpfung mit einer Schicksalsfrage für Deutschland der unpassendste Moment überhaupt ist. Schlimmer: Hier wurde eine Grundsehnsucht bei Stein geweckt, die keinen Aufschub duldet: Die Militarisierung der Gesellschaft als Vermächtnis an den Vater. Hier will Dieter Stein sich verdient machen.
Das ist nach knapp einer Stunde Interview jener Moment, wo Dieter Stein wackelt, wo er hadert, wo die Stimme höher geht, wo er drumherum redet und doch selbst genau weiß, dass er hier einen dunklen Fleck in seiner Argumentation hat, den er selbst nicht aufhellen möchte, weil er eben so tief bis hin zur Familiengeschichte verhaftet bleibt als Gefangener seiner eigenen Dämonen.
Jetzt mit Blick auf die Haltung der Bundesregierung zum Ukrainekrieg könnte so etwas wie ein Lebenstraum des Dieter Stein in Erfüllung gehen: Endlich Deutschland wieder als Militärmacht zu platzieren. Dieter Stein hat wahrscheinlich seit den 90er-Jahren das allererste Mal das dringende Gefühl, ganz nah dran zu sein an der Verwirklichung eines militarisierten Deutschlands, wehrhaft, angriffslustig und was immer man in den letzten 150 Jahren von einem militarisierten Deutschland so erzählen kann.
Und Jasmin Kosubek macht das natürlich goldrichtig: Exakt an der Stelle lässt sie ihn einfach plaudern, schweigt vielsagend, wohl weil sie merkt, wie schrecklich sich ihr Gegenüber verplaudert. Das hat fast etwas Gnadenloses, aber die Journalistin kann hier nicht der Anwalt von Stein sein. Sie stützt den Kopf auf ihren Arm und fragt lächelnd: „Ich überlege gerade, wo ich hier ansetze.“ Und da weiß man dann noch genauer, dass sie ihn gerade knietief in die Honigfalle hat tapsen lassen.
Stein meint, wir könnten es uns abschminken, eine Pipeline nationalen Interesses wieder neu zu eröffnen. Aber zuvor hatte er gerade noch die Souveränität Deutschlands als wünschenswert bezeichnet. Wäre sie wünschenswert, wäre auch die Pipeline möglich. Frau Kosubek fragt: „Wo ist das Problem, dass Deutschland seine nationalen Interessen auch im energiepolitischen Bereich durchsetzt?“
Es gäbe die Nation nicht, wenn nicht vorher Leute ihre Haut dafür hingehalten hätten, erwidert Dieter Stein. Nun ist die Erinnerung der Deutschen an der Stelle sehr lebendig, was zwei Weltkriege mit einem großen Blutzoll angeht. Was diese beiden Kriege mit der Werdung einer Nation zu tun haben, kann auch ein Dieter Stein nicht wirklich erklären. Weil es einfach Unsinn ist. Stein geht also weiter zurück und landet beim deutsch-französischen Krieg 1870/71.
Frau Kosubek spiegelt die Haltung der allermeisten jungen Leute in Deutschland wider, als sie fragt, was es denn für eine Gegenleistung gebe, an der Front sein Leben für Deutschland zu geben. Bildung, Sicherheit? Für die ich dann das Kostbarste geben soll, was man habe, das Leben?
Und Dieter Stein schlingert um etwas herum, das er zum ersten Mal im Elternhaus vom Vater hörte, verinnerlichte und weiter ausgebaut hat: Es gehe um die Befreiungskriege. Und die Bundeswehr habe doch weiterhin das Eiserne Kreuz. Zudem spricht er von den napoleonischen Kriegen und verheddert sich erneut.
Dieter Stein bemängelt weiter, dass unsere Gesellschaft es nicht aushalten würde, dass wir in einem Konflikt Menschen verlieren. Aber in welchem Jahrzehnt lebt dieser Mann eigentlich? Im Nachkriegsdeutschland wurde darauf hingearbeitet, dass eben diese Akzeptanz nicht mehr vorhanden ist, dass man zuerst und auch danach auf Diplomatie setzt und das Motto „Nie wieder Krieg!“ zur Staatsräson gemacht hat.
All das wirft Dieter Stein hier über Bord wie unnötigen Ballast auf seiner Zeitreise zurück in die Kaiserzeit und den Sommer 1914. Aber es bleibt eine zivilisatorische Entwicklung, dass wir niemals wieder wollen, dass junge Männer im Krieg sterben. Das sei nichts Schlechtes, erinnert Kosubek ihren Gesprächspartner.
Dieter Stein erwidert, dass er es sehr bedauere, dass seine beiden Söhne, als sie 18 wurden, nicht gleich den Einberufungsbescheid bekommen hätten. Wenn es hart auf hart komme, rufe das Vaterland, sagt Dieter Stein. Und wieder macht es Jasmin Kosubek richtig und lässt ihn einfach erzählen. Und Stein redet sich ein weiteres Mal um den Verstand.
Hier wird es dann auch richtig abstoßend, wenn der Vater bald diabolisch lächelnd darauf hofft, dass sein jüngster Sohn, der gerade 18 geworden ist und den Fragebogen zur Bundeswehr gekriegt hat, vielleicht doch noch zur Bundeswehr kommt. Das würde den Vater stolz machen, sagt Stein wörtlich. So stolz, wie Dieter Stein seinen eigenen Vater stolz gemacht hat?
Wie schrecklich ist das denn, wenn Väter ihren Söhnen wünschen, dass Handwerk des Tötens zu lernen, anstatt Tischler oder Architekt zu werden? Da schwingt dann alles mit, was dieses steinsche Deutschsein so unattraktiv macht und was die Welt in so tiefe Verwerfungen geführt hat über zwei Weltkriege hinweg. Dieter Stein verkörpert das auf so erschreckende Weise, dass einem 2026 der Atem stockt.
Erschreckend auch, wie wenig Selbstreflexion bei Dieter Stein stattfindet. Und dann noch eine Eskalation: Frau Kosubek fragt Stein, ob es für ihn okay wäre, dass sein Sohn das Leben für das Land gibt. Und Dieter Stein antwortet: „Natürlich“. Hier stockt einem abermals der Atem und man versteht auch den um Beherrschung bemühten Blick von Frau Kosubek im Anschluss an die Antwort von Dieter Stein. Und weil das alles so schrecklich ist, fragt Jasmin Kosubek ein zweites Mal nach: „Sie sind bereit, ihren Sohn zu opfern?“ Darauf kommt ein militärisch verkniffenes „Jawoll!“ und sonst nichts.
Steins Hände bleiben unterm Tisch. Er schaut, als habe er gerade etwas sehr Bedeutsames gesagt. Aber es war nur besonders traurig. Als Frau Kosubek zusammenfasst, dass seine Ideologie und sein Blick auf die Nation noch das Leben seines Sohnes trumpft, fällt Stein nichts anderes ein, als zu antworten, er wisse gar nicht, warum das jetzt so kompliziert gemacht werde.
Das ist die deutsche Tradition des Gehorsams, von der auch Kubitschek mal irgendwo geschwärmt hatte. Denn darum geht es ja, um Gehorsam auch der Nation gegenüber. Das alles bleiben Relikte aus einer Zeit, die niemand mehr wiederhaben möchte, was Dieter Stein hier aber geschickt ausblendet.
Aber Dieter Stein legt noch einen drauf: Der Krieg sei ja schon da: Auf den Straßen mit Clan-Kriminellen usw. Kosubek bohrt weiter: Auf die Frage, ob er den Begriff „Remigration“ nutzen würde, verneint Stein. Das sei ähnlich wie mit dem Begriff„Neuer Rechter“. Da müsste man sich immer wieder erklären. Auch hier versteht Dieter Stein das Prinzip nicht. Es wird wohl nie einen Begriff geben, der akzeptiert wird, wenn es darum geht, anstehende Abschiebungen durchzuführen. Die Antideutschen warten nicht auf einen wohlklingenderen Begriff, es geht ihnen um die Sache.
Am Ende bleibt der Eindruck, dass Dieter Stein auch in Sachen Ukraine, vor allem deshalb für diesen Krieg ist, weil hier die Möglichkeit im Raum steht, dass sich endlich auch Steins heilige Bundeswehr als Nachfolger der Wehrmacht militärisch einbringen kann. Ein Lebenstraum in Stahlgewittern. Endlich der Krieg als unmittelbarer Nachweis von Männlichkeit im Sinne Ernst Jüngers, der dem Vater doch verwehrt wurde.
Bei den Steins scheint traditionell alles auf das Einfachste heruntergebrochen: dort der Feind, hier die Waffe und die Verteidigung. Da gibt es dann keine Debatten mehr. Keine dieser endlosen Diskussionen mit diesen des Pazifismus Verdächtigen.
Dieter Stein hat sich vor Jasmin Kosubek nackig gemacht. Spannend für jene, die einmal wissen wollten, wer Dieter Stein ist und was ihn ausmacht. Und Dieter Stein weiß jetzt noch genauer, warum er solche Gespräche besser gemieden hätte.
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Kommentar von T S
@Joseph Conrad:
Irgendwas muß das Merzmittel aber doch "richtig" gemacht haben, hockt er doch schon über ein Jahr in seinem SPD-Steigbügelhalter-Sattel und hat für seine Kompanen doch mal glatt eine Million Millionen Teuronen Sonderschulden durchgesetzt. Und beim Kampf gegen Redefreiheit ist er auch fleißig dabei.
Zu Stein ist festzustellen daß es für diesen gar keine andere Wahrheit geben kann, denn auch wenn "Zeitung für Debatte" draufsteht ist doch vor allem nur die einseitige Sicht eines Alt-BRD-Westalgikers drin.
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Kommentar von Joseph Conrad
Bei aller berechtigter Polemik, darunter auch meinem Vergleich von Stein mit Merz, sollte man doch die Kirche im Dorf lassen:
Stein "kann" Chefredakteur und Herausgeber und eigenhändig Aufbauen; nämlich mit der "Jungen Freiheit" eine wichtige und stetige Stimme im politischen Meinungsspektrum.
Merz hingegen "kann's nicht" — weder als Kanzler noch als Kriegsherr der Neuen Ostfront; Erfolg und Kreativität sind allenfalls in seiner früheren Tätigkeit als gut bezahlter Wirtschaftslobbyist innerhalb der CDU zu vermuten ...
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Kommentar von stephan manus
Stein ist vielleicht ein typisches Narrativ-Opfer der Lügenpropaganda bzgl. des Ukrainekriegs. Das ist sehr enttäuschend, sollte er doch intellktmäßig in der Lage sein zu differenzieren.
Artikel in der Ukraine Pravda von heute:
"Europe believes Russia could attack within the next two years while Trump is in power". Ich könnte mir gut vorstellen, dass Stein für solche idtiotische Panikmache empfänglich ist. Wen Russland angreift und warum weiß allerdings niemand.
Wenn das alles nicht so trauurig wäre, wäre es sehr lustig. Russland hat keine Munition, keine Soldaten, ist wirtschaftlich dank der Sanktion am Boden. Das wird nun seit 4 Jahren unentwegt erzählt. Genauso gaga.
Übrigens Olaf Scholz wurde in der Harvard Kennedy School interviewt. Beschämend, aber ein gutes Beispiel für den geistigen Verfall der sog. EU Eliten. Russland ist bereits am Scheitern, Nato so stark wie nie usw...
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Kommentar von Ombudsmann Wohlgemut
Herr Stein zeigt hier, dass er genau wie die meisten anderen Leute ihre vorgefertigte Meinung haben und andere schwer akzeptieren können.
Es hat den Anschein, dass er starr an damals gelernten Mustern festhält und deshalb Vieles nicht differenziert betrachten kann.
Allerdings schließe ich mich Thomas Bernhards Aussage an, dass man über die Empörung nur den Kopf schütteln kann, ist sie doch nichts anderes als das, was täglich von linken Aktivisten betrieben wird, was zeigt, dass man sich die Demokratie einfach zurechtlegt.
@Alexander Wallasch
Zuerst, damit Sie mich nicht falsch verstehen, ich bin auch ganz klar gegen Krieg und Säbelrasseln. Aber man muss die Realitäten anerkennen und darf sich nicht alles romantisch zeichnen.
Es geht nicht um Russland, das war nur ein greifbares Beispiel von Herrn Bernhard, sondern um die Fähigkeit, uns überhaupt vor möglichen Bedrohungen zu schützen, was man mit der bloßen Einstellung "Weltfrieden" gegen böswillige Aggressoren eben nicht schafft.
Es mag sein, dass einzelne Leute Ihren Patriotismus und ihre Heimatverbundenheit missbrauchen, aber dem kann man ja auch leicht argumentativ begegnen. Hier hätte es ausgereicht, die Widersprüche seiner Aussagen aufzuzeigen, damit man deutlich sieht, dass jemand, der nicht (mehr) über den Tellerrand schauen kann, ungeeignet ist, eine führende militärische (auch beratende) Position einzunehmen.
Stattdessen jedoch Meinungen aus moralischer Erhöhung als abstoßend zu bezeichnen, dient hauptsächlich dem agitierenden Populismus. Es ist vollkommen legitim, sich lieber einen Soldaten als z.B. einen Politiker oder einen Journalisten zum Sohn zu wünschen. Die erzwungene Bestätigung, ob er den Sohn opfern würde, ist auch verdreht, denn es bleibt immer noch die Entscheidung des Sohnes. Lediglich die Einstellung des Vaters dazu, wie er mit dem möglichen Tod umgehen würde, wurde dadurch klar.
Wäre der Sohn von ihm lange manipuliert worden, um diese Entscheidung aus Überzeugung zu treffen, dann ist das zwar egoistisch, aber das hat ihn eben geprägt und er tat es ja trotzdem aus Überzeugung. Sowas wird man nicht einfach wieder los, vielleicht nach einem Krieg, aber nicht durch Moralpredigten.
Wieso also müssen andere Leute immer darüber urteilen und herabsetzen, obwohl sie in keiner Weise involviert sind?
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Kommentar von Winfried Bähring
Zitat: „Dieter Stein hat sich vor Jasmin Kosubek nackig gemacht“.
Das klingt zu freundlich. Er hat sich (Gott sei Dank) selbst entlarvt.
Zitat: „Spannend für jene, die einmal wissen wollten, wer Dieter Stein ist und was ihn ausmacht“.
Statt „spannend“ fände ich hier „erhellend“ passender.
Zitat: „Und Dieter Stein weiß jetzt noch genauer, warum er solche Gespräche besser gemieden hätte“.
DAS allerdings bezweifle ich, weil neben seiner selbst offenbarten geistigen Schlichtheit „auch erschreckend [ist], wie wenig Selbstreflexion bei Dieter Stein stattfindet“!
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Kommentar von Joseph Conrad
Hier drängt sich eine Frage auf:
Ist das Phänomen Stein eine bessere Erklärung für das Phänomen Merz als die hier kürzlich ventilierte Idee von Friedrich Merz als Blackrock-Agent 007 mit der "Lizenz" zum Deutschland töten?
Merz hat, was Stein auch hat: Laut Wikipedia entstammt Merz' Vater "einer evangelischen Soldatenfamilie aus Breslau". Möchte Merz seinem — als Soldat des 2. Weltkriegs und späterem Richter am Landgericht — wahrscheinlich übermächtig prägendem Vater etwas beweisen? Etwa, daß mehr in ihm steckt, als per CDU - Wirtschaftslobbyismus zugunsten dutzender deutscher Großunternehmen und "verliehenen" Aufsichtsratsmandaten etc., ein Millionenvermögen angesammelt zu haben?
Dass er es bis zum Bundeskanzler und Kriegsherren bringen kann, obwohl Merkel ihm berühmterweise und richtigerweise attestierte, "daß er es nicht kann"? —
— Lauter Spekulationen, genauso wie manche der Überlegungen zu den psychologischen Beweggründen von Dieter Stein. —
Aber: Ist die politische Lage nicht bereits so verworren und ernst, dass auch Spekulationen etwas mehr Klarheit bringen können?
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Kommentar von T S
Stein lügt wenn er den so Diffamierten unterstellt "dass viele auf der rechten Seite nicht bereit wären, ihr Land zu verteidigen", denn zur Wahrheit gehört auch daß es aktuell nicht "unser" Land ist.
Fragt sich ob er das absichtlich macht oder ebenfalls der gestrigkeitsnostalgischen BRD-sozialisierten Faktenblindheitsblase ist.
Am Ende verfestigt sich weiter der Eindruck daß für Stein wie Reichelt dasselbe wie für weitere erfolgreiche Westextremisten gilt: Ihre Arbeit ist angesichts anderer dringender Probleme anerkennenswert und nötig, aber leider am Ende nicht mehr als ein zeitweise notwendiges Übel. Auch für sie gilt - wer distanziert verliert.
Zu dem Pseudoaktivismus mit den von Stein initiierten Unterschriftensammlungen: Da wurde jedesmal wochenlang mit etlichen zehn- bis hundertausenden bereits erzielten Zeichnungen geworben, aber hat man jemals groß davon gehört was danach daraus geworden ist? Praktisch nix, null, nada, und so bleibt nur der schale Eindruck daß das nichts als Opium fürs oppositionelle Volk ist.
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Kommentar von Maria Eing
Es scheint so, als habe ein Teil der Menschen vergessen, wie friedlich wir in unserer "Grundausstattung" füreinander im Miteinander leben können. Ich erlebe in meiner Tätigkeit jeden Tag die Jüngsten in unserem Land. Krieg und Überlebenskampf kommt in einem vertrauenden, friedlichem Klima nicht vor, es sei denn es ist erschüttert durch das Umfeld. Dann müssen sich die Kleinsten in ihrer emotionalen Abhängigkeit anpassen. Das ist eine immense Schutzfunktion unserer Körperbiologie. Im Erwachsenenalter wird dieses erlernte Verhaltensmuster dann zum Verhängnis, da die Wahrnehmung zum tiefen inneren Frieden verloren gegangen ist und nicht mehr erinnert wird. Der Überlebenskampf erscheint dann als alternativlos und genauso inzenieren sich dann die "beschädigten" Menschen ihren Alltag.
Ja, zum Frieden in uns und mit uns "Allen".
Ja, zur Wahrnehmung, wenn er uns abhanden kommt.
Ja, der Frieden, ist unsere innere Heimat.
Ich selbst habe einen Verlust an friedlichem, innerlichem Daein über viele Jahre erlebt und bin dankbar dem inneren Frieden jeden Tag ein Stück entgegen zu gehen....... Einladungen dahin gibt viele jeden Tag :).
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Kommentar von Thomas Bernhard
Eine Frage an Herrn Wallasch, an Frau Kosubek und all die anderen, über deren Empörung zu Herrn Steins Worte ich nur den Kopf schütteln kann: Wenn ein anderer Staat uns militärisch angreifen sollte - sagen wir mal es wäre tatsächlich Rußland - wie wollen wir uns eigentlich verteidigen, wenn alle so denken würden wie Sie - und die meisten jungen Leute denken tatsächlich so, das ist jedenfalls mein Eindruck? Für einen Mann wie Putin sind wir doch ein gefundenes Fressen mit dieser Einstellung. Für mich war es vor mehr als 40 Jahren eine Selbstverständlichkeit als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr zu gehen, um im Ernstfall MEIN Land zu verteidigen. Und das ist Ihr Problem bzw. leider auch das von uns allen: Es ist überhaupt nicht IHR Land. Sie gehören m. E. zu den Leuten, die so lange in Frieden und Wohlstand gelebt haben bzw. im Biedermeier des Nachkriegsdeutschlands, in dem die USA uns militärisch umsorgt haben, dass Sie gar nicht auf die Idee kommen, dass die Welt da draußen völlig anders funktioniert wie hier bei uns, dass es also eine ‚böse‘ Welt‘ gibt. Nur das pazifistische, alles friedlich in einem Stuhlkreis ausdiskutierende Deutschland ist Ihr Maßstab. Dass so gut wie alle anderen das Motto „Nie wieder Krieg!“ eben nicht zur Staatsräson erhoben haben, wollen Sie nicht sehen. Es gibt schon längst keinen Zusammenhalt mehr in Deutschland, nur mehr Ichs. Wenn es Leute unverständlich finden, dass es eine verteidigungswürdige Nation gibt, dann existiert diese Nation auch nicht mehr. Die 68er und die anderen Linken haben insofern ganze Arbeit geleistet.
Antwort von Alexander Wallasch
Warum sollte es Russland sein? Weil wir über Bande (Ukraine) längst einen Krieg gegen Russland führen? Denken Sie es mal so herum! Was für eine alberne selbsterfüllende Prophezeihung soll, das denn sein? Vor diesem Ukraineengagement von Scholz/Merz hat kein Hahn nach Wehrpflicht und Aufrüstung geschrien, jetzt wird es bereits als Wirtschaftsmotor Nummer eins gehandelt (https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/weimers-ruestungs-gipfel-das-neue-geschaeftsfeld-der-hochstaplertruppe). Was ist so schwer daran, Ursache und Wirkung einzuordnen um dann die Ursache abzuschaffen anstatt die Wirkung zu akzeptieren? Ihr Kommentar liest sich wie ein Festessen für jene, die diesen Krieg weiter am Laufen halten wollen. Und diese Leute missbrauchen Ihren Patriotismus und ihre Heimatverbundenheit. Daran ist nichts schwer verstehen. Ich müsste den Kopf schütteln über Ihre Haltung.