Verstörendes Drohnen-Ballett mit Semtex am Flughafen Leipzig/Halle. Alles, was bisher in Summe zu diesem explosiven Fund bekannt oder behauptet wurde, fügt sich zu einem chaotischen Bild. Nichts will hier richtig zusammenpassen.
Zunächst ist es eine mit Munition beladene Frachtmaschine, die aus Frankreich kommend in Leipzig/Halle zwischengelandet ist, um in die Ukraine durchzustarten. Dann soll es eine Maschine sein, die leer aus der Ukraine kam. Als Nächstes wird eine Kamera-Sichtung einer Bodenlandung der Drohne um kurz nach 18 Uhr gemeldet, dann soll die im Tiefflug im ukrainisch genutzten Hangar kreisende Drohne von Bodenpersonal per Tritt außer Gefecht gesetzt worden sein.
Als Nächstes sollen Drohnenteile auf den Treibstofftanks des Flugzeuges entdeckt worden sein. Sogar von einer zweiten Drohne ist die Rede, die mit einem weiteren Flugzeug kollidiert sein soll, das nach Hannover abgehoben ist, wo leichte Beschädigungen festgestellt wurden.
War es zunächst ein Fall der Generalstaatsanwaltschaft Leipzig, kümmert sich jetzt der Generalbundesanwalt persönlich um die Aufklärung dieser wirr erscheinenden Gemengelage. Was bisher als zentrale Botschaft beim Bürger hängengeblieben ist und was viele bisher nicht wussten: Hier wird die zivile Luftfahrt offenbar schon über Jahre hinweg massiv durch für den Ukrainekrieg relevante Waffen- und Munitionstransporte gefährdet.
Und die etablierten Medien berichten kaum. So bleibt diese Gefährdung unter dem Radar – jedenfalls bis gestern. Faktisch wäre so ein Angriff auf eine Waffenlieferung an die Ukraine der vielfach befürchtete direkte Angriff Russlands auf Deutschland als Kriegsteilnehmer. Damit wäre erstmals ein NATO-Mitgliedstaat direkt angegriffen und der ukrainische Präsident wäre der Letzte, der sich gegen eine Ausweitung dieses Krieges zur Wehr setzen würde.
Die deutschen Dienste werden demnach genau schauen müssen, wenn sie Terror und Krieg auf deutschem Boden wirklich zu verhindern suchen. Ihr Blick muss dabei in zwei Richtungen gehen: einmal nach Moskau, wo man Deutschland als Unterstützer der Ukraine identifiziert. Aber ebenso nach Kiew, wo eine russische Eskalation gegen Deutschland die deutschen Unterstützer noch enger an die Ukraine binden würde.
In dem Kontext muss das Augenmerk auch dahin gehen, wo den Betreibern des zivilen Flughafens Leipzig/Halle mittlerweile ein Teil der Kontrolle ihres Areals faktisch entzogen wurde, die Ukrainer dort ihre Hangars betreiben und eine Drehscheibe für Rüstungsgüter eingerichtet haben. Die Betreiber sind übrigens das Land Sachsen und beteiligte Städte.
Nach den ersten Medienberichten über den Vorfall konnte bzw. kann man die Uhr danach stellen, wann sich ein bestimmtes Quintett zu Wort meldet, das bereits nach der Sprengung von Teilen der Nord-Stream-Pipeline sofort Russland als Schuldigen ausgemacht hatte – heute weiß man, dass die Ukraine die Pipeline gesprengt hat, mutmaßlich mit den USA als Mitwissern.
Die Schuldzuweisungen Richtung Russland kamen nach der Sprengung der Pipeline am 26. September 2022 erwartbar aus der Ecke der üblichen Verdächtigen:
Roderich Kiesewetter erklärte schon am 28.09.2022 gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) Russland zum Hauptverdächtigen. Die Schlagzeile der Zeitung damals: „Kiesewetter und Strack-Zimmermann vermuten russischen Sabotageakt hinter Nord-Stream-Lecks“
Und Kiesewetter hatte erklärt:
„Es ist deshalb wahrscheinlich, dass Russland auf diese Weise versucht, einerseits Verunsicherung in der europäischen Bevölkerung zu schüren und andererseits auf staatlicher Ebene ein weiteres Mal auf die Bedrohungsmöglichkeit durch den Angriff auf kritische Infrastruktur hinweist. (…) Deshalb würde ein solcher Sabotageakt auch zu der von Staatsterrorismus geprägten und hybriden Vorgehensweise Russlands passen.“
Zu Strack-Zimmermann kommen wir gleich. Zunächst der direkte Vergleich mit den neuesten Aussagen von Roderich Kiesewetter zum Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle:
„Die Bedrohung für Deutschland durch von Russland gesteuerte hybride Angriffe halte ich für gravierend. (…) Auch bei dem versuchten Drohnenangriff am Leipziger Flughafen gehe ich von einem gezielten hybriden Angriff, also einem versuchten Terrorakt, gesteuert von Russland aus.“
Sekundiert wird Kiesewetter vom ukrainischen Botschafter. Und um noch einen draufzusetzen und erst gar keine Unklarheiten aufkommen zu lassen, fordert der CDU-Politiker gleich mal dazu auf, die NATO-Bündnispartner nach Artikel 4 des Nordatlantikvertrags zu konsultieren.
Und dass das alles andere als ein Kavaliersdelikt ist, kann man erahnen, wenn man sich die Folgen der Lüge von den Massenvernichtungswaffen der Iraker vor Augen führt: Am 5. Februar 2003 hielt der damalige US-Außenminister Colin Powell eine berüchtigte Rede vor dem UN-Sicherheitsrat. Er präsentierte angeblich sichere Beweise dafür, dass der Irak unter Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen verstecke. Diese Darstellung diente als wesentlicher Vorwand für den US-geführten Irakkrieg, stellte sich jedoch im Nachhinein als falsch und auf manipulierten Geheimdienstdaten basierend heraus.
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Nun ist Kiesewetter nicht der Außenminister der USA, er ist nicht einmal jener Deutschlands, er ist ein einfacher Abgeordneter. Aber er scheint der Liebling der etablierten deutschen Medien zu sein, hier insbesondere jener des Springer-Konzerns, die jedes Hüsteln Kiesewetters aufzunehmen bereit sind. Hier passt dann besonders gut zusammen, dass Springer selbst aktiv die Ukraine-Kriegspartnerschaft der Bundesregierung unterstützt und mittlerweile tief verstrickt ist ins Drohnengeschäft und den Springer-Palantir-Komplex rund um Döpfner und Ukraine-Ordensträger Ulf Poschardt.
Kommen wir zu Agnes Strack-Zimmermann. Die EU-Abgeordnete der FDP erklärte zwei Tage nach dem Attentat auf die Nord-Stream-Pipelines über ihre Abgeordnetenseite:
„Je länger und brutaler der russische Überfall auf die Ukraine andauert, desto größer ist auch die Gefahr, dass es zu solch enthemmten Anschlägen kommt. Nicht ausgeschlossen ist, dass sie von Russland gelenkt werden, um unsere Märkte zu erschüttern.“
Und gegenüber Springers „Welt“ erklärte Strack-Zimmermann ebenfalls zwei Tage nach dem Anschlag:
„Ich persönlich denke, dass das Russland ist. Wer sonst hätte ein Interesse daran?“
Wir bleiben bei Strack-Zimmermann und der „Welt“. Nach dem aktuellen Drohnenvorfall erklärte sie, Deutschland stehe „im Fadenkreuz“ Russlands. Ziel sei es, durch Angst und Angriffe auf kritische Infrastruktur politischen Druck aufzubauen. Sie vermute Russland hinter der Sprengstoffdrohne.
Der Artikel in der „Welt“ von gestern beginnt übrigens so: „Russland habe ein Interesse daran, dass „Widerstand in der deutschen Öffentlichkeit erzeugt wird“, sagt die FDP-Politikerin. Rheinmetall-Chef Armin Papperger fordert Deutschland bei der Drohnenabwehr auf, „unbedingt etwas zu tun“.“
Kein Wort von „Welt“ zur Nähe der Politikerin zu Rheinmetall: gleicher Wahlkreis wie der Firmensitz, Präsidiumsmitglied im Förderkreis Deutsches Heer e.V. (FKH) und der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT), Organisationen, in denen neben Politik und Bundeswehr auch Unternehmen wie Rheinmetall vertreten sind.
Weiter heißt es im selben Artikel: „Rheinmetall arbeitet nach Worten Pappergers etwa mit der Telekom zusammen, um künftig Funkmasten zur frühzeitigen Erkennung von Drohnen in ganz Deutschland zu nutzen. Das Rüstungsunternehmen habe auch ein Frühwarnsystem entwickelt, das potenzielle Bedrohungen aus der Luft bereits im weiten Vorfeld erkennen, identifizieren und lückenlos verfolgen könne. Auch andere Rüstungskonzerne entwickeln Systeme zur Erkennung und Abwehr von Drohnen.“
Der Big-Deal läuft auf vollen Touren, hier werden Milliarden verteilt. Erinnerungen zum Corona-Regime werden wach. Der Dritte im Bund dieser fünf ukrainischen Musketiere ist Michael Roth (CDU), der ehemalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und Staatsminister für Europa beim Bundesminister des Auswärtigen zweiter Merkel-Regierungen. Er schied 2025 aus dem Bundestag aus. Überliefert sind eine Reihe von Schuldzuweisungen in Richtung Moskau mit Blick auf die gesprengte deutsch-russische Pipeline.
Noch wenige Wochen vor dem russischen Angriff hatte Roth erklärt: „Sollte Russland die militärische Eskalation gegenüber der Ukraine wirklich fortsetzen, gehören alle Optionen auf den Tisch“. Später erklärte er, er glaube nicht, dass die ukrainische Regierung hinter der Sabotage stecke. Er hoffe, man könne „noch Licht hinter das Dunkel bringen, vor allem auch bei der Frage, wer ist denn der eigentliche Auftraggeber“.
Zudem, so Roth damals, hätte die ukrainische und die amerikanische Regierung eine direkte oder indirekte Beteiligung ausgeschlossen. Roth ordnete die Explosionen auch an anderer Stelle mehrfach in den Kontext russischer hybrider Kriegsführung ein.
Roth forderte in der Vergangenheit immer wieder noch mehr Unterstützung, Waffen und Drohnen für die Ukraine. Explizit zum Drohnenfund in Leipzig-Halle hat sich Roth allerdings noch nicht geäußert, er agiert hier deutlich vorsichtiger als Kiesewetter und Strack-Zimmermann. Entlang seiner bisherigen eskalativen Äußerungen darf man aber gespannt sein, was in den kommenden Tagen noch folgt.
Kommen wir zum Grünen Anton Hofreiter, einem der aktivsten Befürworter einer massiven Aufrüstung der Ukraine. Hofreiter erklärte im Oktober 2022 gegenüber der Berliner Morgenpost im Kontext mit Sabotagen gegen die Deutsche Bahn:
„Wir haben ja auch die Anschläge auf die Nordstream-Pipelines erlebt. Die plausibelste Hypothese ist inzwischen, dass die Sprengkörper schon beim Bau des letzten Streckenabschnitts von Nord Stream 2 eingesetzt wurden. Damals hatte Amerika schon Sanktionen erlassen, und russische Spezialschiffe wurden an der Baustelle in der Ostsee gesichtet. Die Spur führt in den Kreml. Und wir können nicht ausschließen, dass Russland auch hinter dem Angriff auf die Bahn steckt.“
Heute weiß man, dass die Ukraine für die Pipeline-Sprengung verantwortlich ist. Aber auch Hofreiters Vorwurf die Bahn-Sabotage betreffend hat sich als falsch herausgestellt. Die Ermittlungen des Generalbundesanwalts ergaben keine Hinweise auf politischen Hintergrund, Terrorismus oder Beteiligung eines ausländischen Staates. Noch wurde Hofreiter von keinem Medium zu Drohnensprengstoff von Leipzig/Halle befragt.
Kommen wir zum fünften Protagonisten im Bund: Norbert Röttgen ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und ist seit 1994 Abgeordneter. Zwischen 2014 und 2021 war Röttgen Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Auch Röttgen erklärte 2022 mehrfach zur Sprengung der Nord-Stream-Pipeline, die Explosionen passten in das Muster russischer hybrider Kriegsführung. Schlagzeile: „Röttgen: Kiew fehlt Motiv für Pipeline-Anschlag“ Laut Röttgen klänge die Geschichte „nicht sehr glaubhaft.“ Dazu fehle der Ukraine das Motiv. Bleibt also nur Russland.
Noch bleibt der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle nur ein weiteres Kapitel in der langen Reihe widersprüchlicher Meldungen, voreiliger Schuldzuweisungen und selektiver Empörung. Aber wer kontrolliert eigentlich die Sicherheit der zivilen Luftfahrt in Deutschland – und wessen Interessen werden dabei wirklich geschützt?
In den kommenden Tagen wird sich zeigen, was sich Roth, Röttgen und Hofreiter expliziter zum Drohnenvorfall einfallen lassen. Nach den falschen Schuldzuweisungen Richtung Moskau zur Pipeline sind spontane Statements zur Drohne vorerst ausgeblieben. Doch der Druck ist längst zu stark – die Freunde Kiews müssen liefern. Und sie werden liefern, wetten dass?
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Kommentar von Manfred Sonntag
Ob es nur um eine Warnung oder ein verunglückter Terroranschlag von wem auch immer war ist momentan nicht feststellbar.
Ich denke, diese Attacke auf dem Flughafen ist das Werk von Vorfeldorganisationen der Antifa und damit auch der Kartellparteien (massive finanzielle Zuwendungen). Zu denken gibt mir, dass der sächsische Innenminister die Antifa als seine besten Mitarbeiter bezeichnete und auch die niedersächsische Stasi alias Verfassungsschutz mit der Antifa ins politische Bett steigt. Art und Weise dieses Verbrechens haben für mich auch eine gewisse Ähnlichkeit mit den Attacken der Vulkangruppe welche bis heute nicht geschnappt wurde, dafür aber die langweilige harmlose Rollatorgang ohne jeglichen Beweis seit Jahren hinter Gittern sitzt. Vielleicht ist das "das System" im System BRD? Sollen vielleicht "nur" die Wahlen im Herbst verhindert werden, so wie Selensky seine Abwahl durch das Kriegsrecht erfolgreich verhindert. Oder ist es vielleicht doch der Russe?
Wir werden es nie wirklich erfahren.