Von solchen Leuten ist für die Zukunft dieses Landes nichts zu erwarten

Eine Dampfwalze rollt über das Land – Sie macht kaputt, was uns lieb ist

von Alexander Wallasch (Kommentare: 7)

Diese Landsleute stehen tatsächlich sinnbildlich für das, was es zu verteidigen gilt. Und für die elementare Frage: Kann ich mich mit ihnen identifizieren oder nicht? Sind diese Menschen für mich Teil der Gemeinschaft, die sich einmal „Die Deutschen“ genannt hat?© Quelle: Pixabay / Marenchi / hitro4ka / webandi, Montage Alexander Wallasch

Halten Sie mich gerne für naiv, aber ich begreife einen Teil meiner Mitmenschen nicht mehr. Dieser Applaus zur Talfahrt unseres Landes ist mir vollkommen schleierhaft.

Sorgen diese Leute sich nicht um ihre Zukunft und um die ihrer Kinder? Oder besteht der Verdacht, dass sie egoistisch genug sind, zu glauben, dass die Verwerfungen bei ihnen nicht ankommen?

Fangen wir mal bei den Prominenten aus Politik, Kultur und Medien an. Oppositionsführer Friedrich Merz beispielsweise. Der Christdemokrat hat sich in den Bundestag wählen lassen. Aber um was zu tun? Nur etwas für Merz selbst oder auch für Deutschland?

Wer die Geschichte dieses Mannes mitverfolgt hat in den letzten Jahrzehnten, hätte es wissen können. Dennoch haben sogar viele Konservative bis tief hinein in die Alternativen Medien in diesem Oppositionsneutralisierer so etwas wie einen Hoffnungsträger gegen Merkel gesehen.

Was haben sie bekommen? Einen Merz mit nur einem Ziel: Irgendwann neben den allmächtigen Grünen mit auf der Regierungsbank zu sitzen. Vielleicht sogar als deren Marionettenkanzler. Der zum Brand gerufene Feuerwehrmann hält Aktien der Zündholzfabrik.

Unvergessen, als Merz auf dem Weg ins Parlament wortstark und vorlaut einen ihm angedachten Preis ablehnte, weil er ihm vom Erfinder der Alternativen Medien überreicht werden sollte. Roland Tichy war anschließend nicht mehr im Vorstand der Stiftung, die sich Merz als Preisträger ausgedacht hatte.

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Oder nehmen wir Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt-Gruppe. Eine Biegemännchen wie es im Buche steht. Kaum jemand personifiziert wie er den diffamierenden Mainstream. Aber der grinsende Dauerdandy findet nichts dabei, sich heute hinzustellen und so zu tun, als stände er an der Spitze einer vierten Gewalt. Eine Anmaßung sondergleichen.

Die Verleihung des ukrainischen Verdienstordens dritter Klasse dafür, dass er mit seinem Blatt Einfluss genommen hat auf die deutsche Politik, schwerere Waffen zu liefern, hat Poschardt dankend angenommen – der abbestellte Hetzbotschafter Andrij Melnyk bedankte sich anschließen bei „einem Freund“. Poschardt ist ein Georg Restle in Gelb, zwei Artverwandte und beide verbrüdert im Geiste mit weiteren Hängemattenkolumnisten.

Nein, von solchen Vertretern ihrer eigenen Sache ist für die Zukunft dieses Landes nichts zu erwarten. Und man darf auch nicht davon ausgehen, dass sie etwa katastrophale Entwicklungen selbst nicht sehen. Also aus Unwissenheit handeln – beziehungsweise nicht handeln. Es ist ihnen schlicht egal. Das Land ist ihnen egal, die Deutschen sind ihnen wahrscheinlich sogar unangenehm, so wie man sich wegdreht, wenn etwas unangenehm riecht.

Deshalb pflegen diese sich selbst zu den Eliten des Landes zählenden Leute Narrative und diffamieren regelmäßig die Überbringer alarmierender Botschaften. Der Bote ist jetzt der Schuldige. Um was es hier von der anhaltenden – nein, explodierenden! - Zuwanderungskrise bis hin zur Energie- und Rentenkatastrophe geht, muss nicht mehr extra erwähnt werden.

Niemand kann sich etwa damit rausreden, er hätte die Dampfwalze nicht kommen sehen, als das Kind auf der Straße gespielt hat. Aber was ist mit denen, die sich auch noch ans Steuer der Walze gesetzt haben?

Mir persönlich hat sich vor vielen Jahren ein Bild tief eingebrannt. Ich habe schon einmal darüber geschrieben. Ich bin damals im Auftrag einer Zeitung von Dresden aus mit einem Dampfer der Weißen Flotte die Elbe herunter nach Bad Schandau gefahren. Es war ein wunderbarer und ein sonniger Tag.

Nach einer ganzen Weile des Vorsichhinschaufelns ging es zunächst in eine linke Elbschleife. Dort wurde es schlagartig schattig und kühl, ein hoher Felsen hatte sich vor die Sonne geschoben, auf dem Massiv thronte die Festung Königstein, wie es die am Berg widerhallende Stimme des Kapitäns durch den Lautsprecher verkündete. Deutsche Geschichte pur von einem Ausflugsdampfer aus erlebbar beim Radeberger, oder was damals als kühles Blondes an Bord ausgeschenkt wurde.

Die so heimelich sächselnde Lautsprecherstimme stellte Königstein als eine der größten Bergfestungen Europas vor. Mal davon abgesehen, dass hier nicht wirklich die ganz großen Verteidigungsschlachten für Deutschland oder Sachsen geschlagen wurden, so hätten sie allein von der Anlage her genau hier passieren können. Aber das ist gar nicht, wovon ich Ihnen erzählen will.

Denn der Dampfer fuhr gemächlich weiter und als hätte man den Vorhang aufgezogen, leuchte hinter dem Feldmassiv wieder strahlend die Sonne. Und was mir dann ins Auge fiel, beschrieb ich so:

„Eine Gruppe Monoblockstühle am Ufer oberhalb des Elbwassers, um einen Grill herum aufgestellt, spielende Kinder am Wasser, gemütliche Frauen über irgendwelche Beete gebeugt und Männer im Gespräch oder bei Handwerksarbeiten, während einer von ihnen den Grill am Feuer hielt und die Fleischauflage überwachte. Ein feiner Rauchfaden stieg senkrecht auf, kein Lüftchen noch. Vom Dampfer aus betrachtet, sahen die Menschen am Elbufer aus wie kleine bunte Flecken in der blau-grünen Landschaft. Und auf sympathische Weise wirkten sie vollkommen unbeeindruckt von dieser mächtigen Festung in Sichtweite hoch oben im Elbsandsteingebirge, eine Verteidigungsanlage übrigens, die niemals von ihren Feinden eingenommen werden konnte.“

Diese Landsleute stehen tatsächlich sinnbildlich für das, was es zu verteidigen gilt. Und für die elementare Frage: Kann ich mich mit ihnen identifizieren oder nicht? Sind diese Menschen für mich Teil der Gemeinschaft, die sich einmal „Die Deutschen“ genannt hat?

Wo immer von deutscher Kultur geschwätzt wird, gar Beethoven oder Goethe als Zeugen benannt werden, da klingt das für viele so fern, so früher, so gestrig. Hier auf der Elbe ist es nur einen Katzensprung entfernt bis hinüber ans Ufer und mitten hinein in die deutsche Seele. Ja, angeln würde man mit diesen Sachsen hier gern einmal. Aber gibt es noch Fisch genug für alle oder fährt die Weiße Flotte über totem Gewässer?

Wer Dresden etwas besser kennt, der weiß, dass Dresden auch einen – nennen wir ihn mal so – Poschardt/Merz-Kern hat. Präziser eine eigene kleine für Normalsterbliche verrammelte Welt, eine Art modernen Adelsstand von Menschen, die nicht mit den Schmuddelkindern spielen. Ihre Besucher von außerhalb übernachten im Kempinski und treffen sich bei Events in einer der historischen Destinationen. Bis zum Dieselgate stand dafür sinnbildlich die Gläserne Manufaktur von Volkswagen mitten in Dresden, deren Bau für den Automobilkonzern in etwas so teuer war, wie der Wiederaufbau der Frauenkirche.

Hinter Glas und mit Blick auf die Fertigung der Volkswagen-Phaeton-Luxusklasse spielten hier beispielsweise die extra dafür eingeflogenen New Yorker Philharmoniker, während rechts von der Bühne ausgewählte Dresdner in weißen Handschuhen auf Edelholzparkett Autofertigteile montierten.

Einmal spielte die französische Starpianistin Helene Grimaud sogar mitten in der Fertigung, erlesenes Publikum lauschte davor auf weichen Klappstühlen. Da muss man kaum noch erwähnen, dass der Glaspalast damals auch ein Restaurant samt Sternekoch für die Verköstigung der illustren Gäste vorgehalten hat.

Nach Dieselgate und dem abrupten Ende der Phaeton-Fertigung ist die Gläserne Manufaktur heute ein Haus der Elektromobilität. Elektrifizierung klingt hier wie Demokratisierung, wie die Abkehr vom überbordenden Luxus, ist aber ein verschämt leiser Vorgang, vergleichbar einem tiefen Abtauchen. Eines hat sich nicht verändert: In Rufweite des Hauses skandieren wie eh und je die Fans im nahen Stadion von Dynamo Dresden.

Was lohnt es in Deutschland gegen wen zu verteidigen? Wer dem Land schadet, ist viel schneller formuliert, als die Antwort auf die Frage gegeben, wer sich nützlich macht.

Wenn ich mich mit Freunden und Nachbarn unterhalte, dann sehe ich vor allem eine große Verunsicherung. Die explodierende Veränderung unseres Landes geht ganz sicher nicht von diesen Leuten aus.

Aber die Baerbocks, Joe Kaesers, Poschardts und Göring-Eckardts, die mit ihrer woken Ideologie dieses Land zerstören wollen – ob nun aus ideologischer Überzeugung (Habeck und Co) oder aus Eitelkeit und Egoismus (Poschardt und Co) – haben genau verstanden, dass sie dafür erst in die Vorgärten der Leute klettern müssen, dass sie die Monoblockstühle umtreten müssen, dass sie Familienbande zerschneiden müssen und dass sie jene Deutschen, denen noch etwas an ihrem Land liegt, brechen und zutiefst verunsichern müssen.

Erst wurden die Menschen, dann das Land aufgegeben. Von der Kita an bis hinauf in die Abiturklassen werden die Kinder ideologisch indoktriniert. Und sie tragen ihr Gift in die Familien. Die Mütter infizieren sich in der Regel schneller als die Väter, ihre Bindung zum Kinde und den Institutionen sind naturgemäß intensiver.

Die Väter verstummen darunter. In vielen von ihnen tobt längst ein verzweifelter Kampf darum, diese Familien zusammenzuhalten, die meisten Scheidungen gehen von Frauen aus, die Männer sind still geworden, selbst an Werkbänken ein großes Schweigen, ein Lauern, vielleicht noch ein Klammern an Erinnerungen oder eine große Wut, die sich nachts unter Pseudonym am hellen Laptop-Fenster auf Telegram entlädt.

Aber es gibt Ausnahmen. Es gibt noch intakte Familien, die sich gegen die mittlerweile mit hunderte von Millionen Euro subventionierte staatliche Ideologisierungsmaschine stemmen und die Rückhalt in ihrer Nachbarschaft und im Freundeskreis finden.

DDR-Bürger wissen hier sehr gut, wovon die Rede ist. Opposition muss man nicht auf einem Schild im Vorgarten verkünden, man musste sich nicht einmal mit dem Nachbarn heimlich im Keller treffen. Es reichte ein Blick, ein Nicken, ein kurzes Einvernehmen und ein gemeinsames Warten auf wieder einen besonderen Tag im November.

Der November ist zuverlässig, er kommt Jahr für Jahr wieder. Selbst dann noch, wenn man ihn aus Sicherheitsgründen umbenennen würde.

Ich wünsche meinen Lesern, Freunden und Unterstützern einen guten Rutsch und ein Frohes Neues Jahr. Bitte unterstützen Sie mich weiter, wenn es Ihnen möglich ist. Und wenn Ihnen etwas auf der Seele brennt, schreiben Sie mir bitte, damit wir Ihrem Anliegen eine Stimme geben können.

Bitte verstummen Sie nicht. Bleiben Sie wachsam, bleiben Sie mutig. Und lassen Sie sich die schönen Momente des Lebens nicht nehmen. Wenn Sie mögen, fahren Sie im Frühjahr doch einmal mit der Weißen Flotte von Dresden nach Bad Schandau und winken Sie hinüber zu den Menschen am Ufer, die sich gerade eine Rostbratwurst grillen. Mal schauen, ob vielleicht jemand zurückwinkt. Ich könnte darauf wetten.

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