Internes Schreiben der Bundesgeschäftsstelle zum Vorfall

Exklusiv: AfD informiert Abgeordnete über Hackerangriff und Datenleck

von Alexander Wallasch

Interne E-Mail der AfD zum Leak© Quelle: privat

Die AfD teilt Mitgliedern und Förderern jetzt mit, dass vor wenigen Wochen E-Mail-Postfächer kompromittiert und Daten kopiert wurden. Ein Teil der Daten ist inzwischen im Internet aufgetaucht. Das Schreiben zeigt, wie die Partei den Vorfall intern bewertet und welche Schritte sie einleitet.

Das folgende interne Schreiben stammt von der Bundesgeschäftsstelle der Alternative für Deutschland und richtet sich an Mitglieder und Förderer der Partei. Es fasst den aktuellen Stand zu einem Hackerangriff zusammen, der vor wenigen Wochen auf einen technischen Hosting-Dienstleister der AfD stattgefunden hat.

Nach Angaben der Partei wurden dabei rund zwei Dutzend E-Mail-Postfächer kompromittiert. Aus zehn davon konnten Daten kopiert werden, von denen ein Teil inzwischen im Internet aufgetaucht ist. Besonders betroffen ist offenbar der Landesverband Nordrhein-Westfalen – unter anderem, weil dort unverschlüsselte Mitgliederlisten per E-Mail verschickt wurden. Die Parteiverwaltungssoftware selbst sei nicht betroffen. Die Datenschutzbeauftragte bereitet Meldungen an die zuständigen Landesdatenschutzbehörden sowie Strafanzeigen vor.

Ich veröffentliche diese interne Mitteilung, weil sie zeigt, wie die AfD-Führung den Vorfall intern bewertet, welche Daten nach eigenen Angaben betroffen sind und wie sie mit den daraus folgenden datenschutzrechtlichen und strafrechtlichen Pflichten umgeht.

Solche internen Kommunikationsvorgänge sind in der Regel nicht öffentlich – gerade bei einem laufenden Datenleck und möglichen strafrechtlichen Ermittlungen ist jedoch von öffentlichem Interesse, wie eine im Bundestag vertretene Partei mit der Sicherheit personenbezogener Daten ihrer Mitglieder umgeht und welche Konsequenzen sie daraus zieht.

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Liebe Mitglieder und Förderer der Alternative für Deutschland,

zu den aktuellen Pressemeldungen über einen Hackerangriff auf unsere Partei erhalten Sie nachfolgend eine Zusammenfassung des Sachstands:

Vor wenigen Wochen kam es zu einem Hackerangriff auf einen technischen Hosting-Dienstleister unserer Partei, bei dem zwei Dutzend E-Mail-Postfächer kompromittiert wurden. Bevor der Angriff nach wenigen Stunden bemerkt und abgewehrt wurde, gelang es den kriminellen Angreifern offensichtlich, Daten aus zehn der kompromittierten Postfächer zu kopieren. Ein Teil dieser Daten ist seit gestern im Internet verfügbar gemacht worden. Die Betroffenen sind sowohl damals wie auch gestern jeweils unmittelbar informiert und die Datenschutzbeauftragte einbezogen worden.

Unsere Parteiverwaltungssoftware (Parteimanager) ist hiervon nicht betroffen.

Konkret handelt es sich um

drei alte E-Mail-Adressen des AfD-Bundesverbandes, die seit Jahren nicht mehr verwendet werden;
drei E-Mail-Adressen des AfD-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen;
zwei E-Mail-Adressen des LV Mecklenburg-Vorpommern;
zwei E-Mail-Adressen des AfD-Fanshop.


Besonders betroffen ist offenbar unser Landesverband Nordrhein-Westfalen: Zum einen liegt das daran, das aus dem Postfach einer Funktionsadresse vergleichsweise viele E-Mails kopiert - und zum anderen, dass Mitgliederlisten mit personenbezogenen Daten als unverschlüsselte Dateianhänge per E-Mail versendet worden sind.

An dieser Stelle sei deshalb darauf hingewiesen, dass der Versand unverschlüsselter personenbezogener Mitgliederdaten per E-Mail aus datenschutzrechtlichen Gründen grundsätzlich nicht zulässig ist (mit Ausnahme schon anderweitig von unserer Partei schon veröffentlichter Daten, z.B. Namen und Erreichbarkeit von Vorstandsmitgliedern).

Unsere Datenschutzbeauftragte bereitet gerade die erforderlichen Meldungen an die zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten in den Bundesländern sowie die Anzeige dieser Straftat bei den jeweiligen Landeskriminalämtern vor (Hinweis: Auch jeder, der solche gestohlenen Daten verbreitet oder nutzt, macht sich strafbar).

Ansonsten befinden wir uns weiterhin in der Auswertung der kopierten Daten, weshalb zum aktuellen Zeitpunkt noch keine abschließende Einschätzung mitgeteilt werden kann. Sobald es Neuigkeiten hierzu gibt, werden Sie wieder informiert.

Mit freundlichen Grüßen  
XXXXXXX
Alternative für Deutschland

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