Unser Team sendet Filme und Fotos im Minutentakt in die Redaktion

Exklusivbilder Wallasch vor Ort: Die Ausschreitungen in Paris eskalieren

von Alexander Wallasch

Team Wallasch aus Paris© Quelle: Team Wallasch

Unser Team am Telefon aus Paris: „Ich bin gerade mitten drin. Hier brennt gerade ein Feuer. Wir müssen jetzt alle weglaufen. Wir machen weiter Fotos. Aber wir müssen jetzt abbrechen.“ Das Material, das die beiden gemacht haben, hier im Anhang.

Am Samstag fanden in Frankreich landesweit große Demonstrationen mit insgesamt bis zu einer Million Menschen statt. Eigentlicher Ausgangspunkt waren monatelange Schüler- und Studentenproteste, die allerdings schnell eskalierten: Vermummte Gruppen rissen Pflastersteine heraus und warfen damit, sie zündeten Barrikaden und Fahrzeuge an, plünderten Boutiquen und Supermärkte und schlugen Fenster ein.

In Paris konzentrierte sich vieles auf die Achse zwischen Place de la Bastille und Place de la République – genau dort, wo einer der beiden deutschen Studenten wohnt, die für Alexander-Wallasch.de unterwegs sind. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Landesweit gab es über 1.800 Festnahmen, davon allein 855 in Paris.

Heute Abend weitere Eskalationen. Unser Team mittendrin.

Das Gespräch brach mehrfach ab, weil sie den Ort wechseln mussten. Es ist ein ungeschöntes, atemloses Protokoll aus der Situation: Protest, Randale, Polizei, gemischte Menschenmengen und der Versuch, das alles irgendwie einzufangen, während man selbst nicht weiterkommt und irgendwann weglaufen muss. Das Filmmaterial, das sie gemacht haben, ungeschnitten im Anhang.

Ein Student unseres Teams in Paris erzählt heute gegen 22 Uhr:

Mein Plan gestern war eigentlich nur, zur Bibliothek zu gehen, weil ich nächste Woche Klausuren habe. Ich wohne zwischen Bastille und République – also genau auf der Straße, wo die meisten Proteste laufen. Bastille und République sind die zwei großen Plätze, an denen sich die Leute versammeln. Ich wollte wirklich nur zur Bibliothek, aber ich bin gar nicht hingekommen. Auf allen Straßen waren Menschen, die protestiert haben, Krawall gemacht haben, überall rumgelaufen sind. Sobald man in eine Straße kommt, in der viele Leute sind, sperrt die Polizei in jeder Richtung ab, damit niemand zu den Plätzen durchkommt. Überall, wo man läuft, kommt man nicht weiter.

Überall werden Tränengas-Granaten geworfen, weil sie nicht wollen, dass die Leute weiterlaufen. Und es gibt Leute, die Pflastersteine aus der Straße reißen und mit Stangen die Fenster einschlagen. Es war ja erstmal nur ein Protest. Aber dadurch, dass sich so viele Menschen versammelt hatten, haben das manche ausgenutzt, um Läden zu plündern. In der Innenstadt gibt es viele Boutiquen und Supermärkte – alles wurde aufgebrochen und Barrikaden gebaut. Es war unterschiedliche Menschen auf den Straßen. Aber ind er ersten Reihe waren es meistens vermummte Leute.

Was für eine Klientel war das?

Zum Teil Migranten, auf jeden Fall sehr viele Algerier und dunkelhäutige Menschen, aber auch Touristen und normale Leute. Meistens aber Migranten, die vermummt waren. Gerade hat jemand ein Fenster eingeschlagen.

Da waren auch ein paar Fahnen zu Palästina, ja. Aber ich würde nicht sagen, dass das das Hauptthema war. Mein Eindruck ist, dass die älteren Franzosen verschreckt sind. Aber einige von Ihnen mit denen wir sprachen, finden es auch gut, dass die Jugendlichen für sich aufstehen.

Ich bin gerade mitten drin. Hier brennt gerade ein Feuer. Wir müssen jetzt alle weglaufen. Wir machen weiter Fotos. Aber wir müssen jetzt abbrechen.

Das Material, das die beiden geschickt haben:

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(Quelle:Alexander Wallasch privat)
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