Das Gerede vom „rapiden Anstieg der Anhängerschaft einer rechtsradikalen Bewegung in Deutschland“

Forsa-Chef schüttet Gülle über AfD aus – Der NSDAP-Vergleich wird hoffähig gemacht

von Alexander Wallasch (Kommentare: 8)

Manfred Güllner: Demoskop und Demagoge mit SPD-Parteibuch© Quelle: Youtube / beml, Screenshot

Das Meinungsumfrage-Institut Forsa wird seinen über 80-jährigen Chef nicht los, Manfred Güllner fährt sein Unternehmen gerade brutal an die Wand. Der SPD-Genosse wettert mit Nazi-Vergleichen gegen die AfD. Noch Monate zuvor hatte er allerdings von einer grünen Diktatur gesprochen.

Das Meinungsumfrageinstitut „Forsa“ gilt vielen immer noch als seriös und unabhängig. Aber kann das stimmen, wenn der Chef des Unternehmens genau das nicht ist? Manfred Güllner ist SPD-Mitglied und anstatt sich auf wissenschaftsbasierte, nicht interpretierbare Umfragen und die Veröffentlichung der Ergebnisse zu konzentrieren, hat Güllner seit Jahren Gefallen daran gefunden, sich öffentlich politisch zu positionieren.

Die beauftragenden Mainstream-Medien stören sich bisher nicht daran, solange Güllner bloß die Regierungsparteien unterstützt, denen er angehört. Die Beurteilung der Rolle des Betagten wird allerdings erschwert, denn Manfred Güllner teilt auch gern gegen die eigene Partei aus und schwingt sich zum Schulmeister auf.

Zuletzt hatte Güllner zur Gaudi der Opposition der SPD bescheinigt, dass sie in der Ampelregierung einer „grünen Diktatur“ zuarbeite. Wörtlich sagte der Forsa-Chef:

„Die große Mehrheit der früheren SPD-Wähler in normalen Arbeitsverhältnissen hat den Eindruck, dass sich 'ihre' einstige Partei zu sehr einer Art grüner Diktatur beugt.“

Den Eindruck haben allerdings nicht nur die SPD-Wähler, dieser Eindruck ist beim Bürger mutmaßlich mehrheitsfähig. Nicht auslassen darf man hier, dass Güllner mit solchen Aussagen immer auch sich selbst rückblickend bestätigt, 2013 warnte er nämlich in einem Buch vor einer solchen „grünen Diktatur“.

Aber ganz gleich, ob er nun gegen oder für die Grüne spricht, als Chef eines Umfrageinstitutes steht er noch einmal ganz besonders unter Beobachtung. Das Vertrauen in solche Umfragen ist in der Bevölkerung immer noch erstaunlich hoch, diese Umfragen gelten vielfach als unbestechlich bzw. ihre Ursprungsorte als neutrale Institute – Manfred Güllner trägt allerdings wenig dazu bei, dass das dauerhaft so bleibt.

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Güllner gründete sein Institut vor 40 Jahren. Ist ihm über die Jahrzehnte langweilig geworden, immer nur das Material zu liefern, aus dem andere dann ihre Nachrichten basteln? Wollte der Müller hier selbst mal die Brötchen backen, anstatt immer nur das Korn zu mahlen?

Aktuell hat sich der Sozialdemokrat Manfred Güllner wieder in die Schlagzeilen katapultiert, aber nicht mit neuen Umfragen seines Forsa-Instituts, sondern zur Freude seiner dahinsiechenden Partei mit einer lupenreinen Diffamierung des politischen Gegners via Newsletter. Der Merkur schreibt dazu:

„Die AfD ist im Umfrage-Höhenflug. Einen Demoskopen veranlasst das nun zu einer eindringlichen Warnung. Er zieht den Vergleich zum Beginn der NS-Diktatur.“

Forsa hatte zuvor für RTL und n-tv der AfD in den Umfragewerten 23 Prozentpunkte zähneknirschend zugebilligt. Güllner kommentierte dieses Ergebnis so:

„Das für uns erschreckendste Ergebnis ist der bisher nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus noch nie zu beobachtende rapide Anstieg der Anhängerschaft einer rechtsradikalen Bewegung in Deutschland.“

Offenbar aufgestachelt von dieser diffamierenden Wahlkampfarbeit des Forsa-Chefs legte der Merkur noch einen drauf und gab seinen Lesern im Zusammenhang mit dem AfD-Erfolg Geschichtsunterricht:

„Bei der Reichstagswahl 1930 hatte die NSDAP 18,3 Prozent der Stimmen erzielt – 15,5 Prozentpunkte mehr als 1928. Bei der vorgezogenen Neuwahl 1932 erreichten die Nazis bereits 37,3 Prozent, das Unheil nahm seinen Lauf. Seit Gründung der Bundesrepublik 1949 hatten abseits der AfD Rechtsextreme nie mehr als 4,3 Prozent der Stimmen erhalten. Auf diesen Wert kam 1969 die NPD.“

Der Deutsche Presserat hat sich dieser Ungeheuerlichkeit bisher noch nicht angenommen. Mehr als eine Rüge kann aber auch dabei nicht herauskommen.

Und Güllner legte noch einen drauf: Er forderte die demokratischen Parteien Verantwortung zu übernehmen. Jedenfalls, was er dafür hält: Ziel müsse es sein, im Konsens einen Zulauf zur AfD wie in den 1930er Jahren zur NSDAP zu verhindern.

Zusammengefasst: Der Mann, der eine grüne Diktatur am Horizont auftauchen sah, wurde von seinen Genossen geschliffen und behauptet jetzt, die Diktatur wäre ein AfD-Geschäft. Dabei fährt der betagte Institutschef seinen Laden an die Wand und verspielt den letzten Rest an Glaubwürdigkeit. Verbrannte Erde. Nach mir die Sintflut. Was für ein charakterloser Auftritt, sinnbildlich für eine verstörte Gesellschaft am Rande des Wahnsinns.

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