Dobrindt weiht Unity Hubs ein – aber am ersten Publikumstag trifft man keinen einzigen Ukrainer

Geheime ukrainische Behörde auf deutschem Boden jetzt öffentlich: Begegnungsstätte oder verkappte Feldjäger?

von Alexander Wallasch (Kommentare: 5)

Alles ganz harmlos ...© Quelle: Christian Witt

Monatelang geheim gehalten, mit deutscher Steuergeld-Unterstützung und unter ukrainischer Hoheit: Der erste „Unity Hub“ öffnet heute offiziell. Offiziell harmlos? Oder in Wahrheit ein weiterer Schritt, wehrfähige Ukrainer in Deutschland unter Druck zu setzen und zurück in den Krieg zu schicken? Am Eröffnungstag: gähnende Leere. Kein Andrang auf „freiwillige Rückkehr“. Die düstere Realität hinter der nordisch-modernen Fassade wird immer offensichtlicher.

Fotograf und Autor Christian Witt vor Ort

Seit Anfang 2025 hat Alexander-Wallasch.de als eines der wenigen Medien intensiv und kritisch über die geplanten und inzwischen realisierten ukrainischen „Unity Hubs“ in Deutschland berichtet – vor allem über den ersten Standort in Berlin.

Offiziell werden die Unity Hubs als harmlose Anlaufstellen für ukrainische Geflüchtete präsentiert: Sie sollen kulturelle Angebote, Sprachkurse, Jobvermittlung (sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine) sowie Beratung zur freiwilligen Rückkehr und zum Wiederaufbau des Landes bieten. Die Bundesregierung unterstützt die Einrichtung finanziell und räumlich. Bereits im Februar 2025 unterzeichnete sie eine entsprechende Absichtserklärung mit dem damaligen ukrainischen Vizepremier und Minister für nationale Einheit, Oleksii Chernyshov.

Jetzt ist die Phase der Geheimniskrämerei vorüber: Gestern besuchte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt den Hub, heute ab zehn Uhr ist er für den Publikumsverkehr geöffnet.

Der Unity Hub der Ukraine – eine ukrainische Behörde auf deutschem Boden – liegt fußläufig direkt am Gendarmenmarkt in bester Touristenlage. Nebenan finden sich moderne Co-Working-Spaces, die Einrichtung ist nordisch-modern und einladend. Mit über einer Million Ukrainern in Deutschland ist der Adressatenkreis groß. Eine Webseite rät, schnell zu kommen, bevor der Andrang zu groß wird.

Fotograf und Autor Christian Witt war für Alexander-Wallasch.de pünktlich zur Publikumseröffnung vor Ort – und traf ganz genau keinen einzigen Ukrainer, zwei Mitarbeiterinnen des Hauses ausgenommen.

Und Witt kam mit dem Personal ins Gespräch: Es sollen Veranstaltungen stattfinden und ein soziales Café entstehen, doch bisher sei noch nichts davon gestartet. Zum Zeitpunkt der Eröffnung gab es praktisch keinen Publikumsverkehr.Die etwa zwanzigjährige Ukrainerin am Empfang konnte zudem nur wiedergeben, was auch auf dem ausliegenden ukrainischsprachigen Flyer steht. Größere Medien wie die „Zeit“ übernahmen heute früh einen unkritischen dpa-Bericht.

Wie sieht es im Inneren des Unity Hub aus? Der öffentliche Bereich präsentiert sich als langer Schlauch von der kleinen Ladenfront bis ins Innere. Theoretisch könnten hier bei bestuhlten Veranstaltungen 50–60 Personen Platz finden. Aktuell ist alles wie ein Café eingerichtet – ein Hinweis auf die angekündigte Social-Café-Idee. Büros in den angrenzenden Bereichen waren nicht zugänglich.

Im großen Schaufenster weist ein Schild auf den Unity Hub hin, ein weiteres steht am Eingangstor in der Durchfahrt. Wer die Adresse kennt, findet hin.

Offiziell geht es um Integration in Deutschland. Auf den Flyern wird zudem auf die Anmeldung von Rentenansprüchen aus der Ukraine in Deutschland hingewiesen. Sind das die entscheidenden Behördengänge, für die Ukrainer hierherkommen wollen? Am Eröffnungstag interessierte es offenbar keinen einzigen. Und aus den bisherigen Recherchen von Alexander-Wallasch.de (Chronologie siehe unten) wird deutlich, warum hier niemand drängelt.

Das Unity Hub in Berlin ist nach monatelanger Geheimhaltung nun zugänglich. Auffällig ist, dass keine erkennbaren Sicherheitsmaßnahmen oder Wachen vor Ort sind. Links neben dem Hub liegt besagtes Co-Working-Space, rechts die diplomatische Vertretung Belgiens.

Alexander-Wallasch.de hat von Beginn an massive Transparenzdefizite, Souveränitätsprobleme und einen möglichen verborgenen Zweck kritisiert: Die Hubs stehen ausschließlich unter ukraiinischer Hoheit und werden von Kiewer Behörden betrieben – zunächst vom Ministerium für nationale Einheit, später vom Ministerium für Sozialpolitik.

Das Bundesinnenministerium (BMI) hat die Adresse des Berliner Unity Hubs lange als „geheim“ behandelt, keine öffentliche Einladung zur Übergabe am 19. Dezember 2025 verschickt und Anfragen von Alexander-Wallasch.de mehrfach verzögert oder abgewehrt. Der ursprüngliche ukrainische Vertragspartner Minister Chernyshov geriet kurz nach der Unterzeichnung in einen schweren Korruptionsskandal und wurde verhaftet – dennoch wurde das Projekt weiter umgesetzt.

Im Kontext von rund 200.000 wehrfähigen Ukrainern in Deutschland und der Suche nach Wehrpflichtigen stellt sich die Frage, ob die Hubs – in enger Zusammenarbeit mit Jobcentern und der Bundesagentur für Arbeit – primär der Identifikation, dem Druck und der Remigration wehrfähiger ukrainischer Männer dienen sollen. Naheliegend erscheint hier eine Art „Feldjäger-Stützpunkt“ auf deutschem Boden.  

Diese Vermutung wurde verstärkt, als Kanzler Merz Anfang der Woche bei einem Besuch von Präsident Selenskyj in Berlin zugesagt, Deutschland werde mithelfen, dass wehrfähige Ukrainer „zur Verfügung stehen“.

Alexander-Wallasch.de hat wiederholt die Souveränitätskonflikte thematisiert – eine ukrainische Behörde auf deutschem Territorium mit deutscher Unterstützung. Ebenso die mangelnde Transparenz der Bundesregierung und den Widerspruch zwischen der offiziell betonten „Freiwilligkeit“ und dem realen Druck auf ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter.

Unter dem Deckmantel harmloser Beratung könnten die Unity Hubs damit ein Instrument der ukrainischen Wehrdienstbeschaffung mit deutscher Unterstützung sein. Die Geheimhaltungspolitik Berlins wird von Alexander-Wallasch.de scharf kritisiert.

Zweiter Teil nach der Galerie

Weiterlesen nach der Werbung >>>

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Kommentare