„Hier kommen ununterbrochen Menschen an. Das ist gigantisch, wie geholfen wird.“

Hilfsgüter-Konvoi aus Halle steht kurz vor Lemberg

von Alexander Wallasch

David Strübing führt in Halle einen Containerdienst. Sein Engagement für Bedürftige ist vielfältig. Zuletzt sprachen wir mit ihm über sein aktuelles Hilfsprojekt für die Ukraine.

Gestern um 13 Uhr ist Strübing mit dem „Convoi of Hope“ in die Ukraine aufgebrochen. Er schickt uns 24 Stunden später Filme und Bilder vom Beladen der Fahrzeuge in Halle und von der Fahrt bis an die polnisch-ukrainische Grenze. Als er gegen 13 Uhr telefonisch erreichbar ist, macht sich der Konvoi gerade auf den Weg Richtung Grenze.

Ich frage ihn zunächst, wie gefährlich es seiner Meinung nach ist, jetzt im Konvoi bis Lemberg durchzufahren.

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David Strübing: Grundsätzlich gibt es auch in der Ukraine klar strukturierte Gemeinden, Bezirke und Einzugsgebiete von Verwaltungsbehörden. Lemberg erstreckt sich über achtzig Kilometer über die Stadtgrenze hinweg. Militäreinrichtungen sind hier 60 Kilometer entfernt.

Alexander Wallasch: Sind Sie bisher gut durchgekommen?

David Strübing: Wir rollen seit jetzt exakt 24 Stunden.Wir hatten ganz entspannt sechs Stunden Nachtschlaf, vor einer Stunde gab es Frühstück für alle, wir haben ja ein Verpflegungsfahrzeug mit.

Alexander Wallasch: Mit wie vielen Leuten und Fahrzeugen sind sie unterwegs?

David Strübing: 17 Autos und 35 Begleiter. Der Schwerpunkt der Fahrzeuge liegt in Sitzbussen, insbesondere deshalb, um die Chargen explizit zu verladen und auszuladen: Krankenhaus- und Lazarettmaterial, dann haben wird zwei Kleinbusse voll mit Verbandsmittel, Intensivmedizin, ein Koffersprinter voll mit normalen Verbandsmitteln. Auch Defibrillatoren und solche Dinge haben wir geladen. Ansonsten haben wir noch einen 7,5-Tonner und einen 40-Tonner mit Lebensmitteln dabei.

Alexander Wallasch: Ist es nicht zu auffällig, wenn Sie da in großer Kolonne in die Ukraine einfahren?

David Strübing: Alles gut. Die Caritas kümmert sich ebenfalls mit um die Planung der Fahrt. Ich habe viele Freunde, die gerne mitgefahren wären, um zu helfen. Während wir telefonieren, sind es noch 127 Kilometer bis Lemberg. Wir sind aber noch in Polen, von der Grenze bis Lemberg sind es ja nur 60 Kilometer.

Alexander Wallasch: Wie ist das Militäraufkommen in Polen?

David Strübing: Erstaunlicherweise sind uns sehr viele polnische Militärkonvois entgegengekommen. Also nicht in Richtung Ukraine, sondern von der Grenze kommend.

Alexander Wallasch: Die Polen sind freundlich mit Ihrem Vorhaben?

David Strübing: Na klar, alles gut. Die Polen sind ein katholisches Volk. Die sind strenggläubig und zwischenmenschlich topp. So wie sich die Polen hier kümmern um die Flüchtlinge aus der Ukraine – das machen die auch nicht aus Geldgier oder so etwas. Die bekommen nichts vom Staat – die kümmern sich richtig. Hier kommen ununterbrochen die Menschen an. Das ist echt gigantisch, wie hier geholfen wird. Ich habe einen Haufen Freunde in Halle und deutschlandweit, die mich kontaktieren, die uns Glück wünschen, Leute, die ich teilweise lange nicht gesprochen habe, der Zuspruch ist groß. Hier kommen alle fünfzehn Minuten Anrufe an.

Alexander Wallasch: Danke für das Gespräch und gute Fahrt.

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Strübing rechnet damit, dass der Konvoi gegen 15 Uhr in der Ukraine ist.

Videos bereitgestellt von David Strübung

Quelle: Privat

 

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