Karfreitag ist der Tag, der unmittelbar mit dem Kreuz zu tun hat – er ist für Christen der zentrale Gedenktag der Kreuzigung und des Todes Jesu am Kreuz.
Das Kreuz ist das verbreitetste Religionssymbol der Welt. Ein römisches Tötungsinstrument, das für Gläubige durch Jesu freiwilligen Tod zum Zeichen des Sieges über Sünde, Tod und das Böse wurde. Das ist die Kernlehre des Christentums.
Fast jeder Juwelier in der westlichen Welt bietet Kreuze in vielen Materialien an – vom schlichten Holzkreuz bis hin zum Anhänger aus Gold. In Gestalt des leidenden oder toten Jesus hängen Kruzifixe als Wandschmuck in christlichen Haushalten. Der Westen bezeichnet seine Kultur als jüdisch-christlich, Jesus war Jude, das Judentum ist die Wurzel des Christentums.
Auch ein Minister des Kabinetts des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu trägt ein goldenes Tötungssymbol als Anstecknadel am Revers eines Sakkos. Das ist auf eine Weise kulturlos und zudem zwangsläufig eine Verhöhnung jedes Christen, wie man es sich abstoßender kaum vorstellen kann. Jedenfalls dann, wenn es um Symbole einer Religion oder Ideologie geht. Und nein, das ist auch nicht mit dem Verweis auf Terrorismus zu beschönigen.
Der Träger dieses symbolischen Galgens in Gold ist kein Geringerer als Itamar Ben-Gvir, Minister für Nationale Sicherheit in der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.
Die Jüdische Allgemeine nennt den Minister rechtsextrem und seine Forderung nach der Todesstrafe für Palästinenser einen Widerspruch zu fundamentalen Werten des Judentums. Die Knesset hat das Gesetz zu dieser ethnischen Todesstrafe jetzt mehrheitlich beschlossen.Fokus-Jerusalem.tv, ein kleiner, deutschsprachiger und christlich-zionistisch orientierter Sender bzw. ein Portal aus Jerusalem, schreibt dazu:
„Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, und die Mitglieder seiner Otzma-Yehudit-Partei haben in der Knesset erneut für Furore gesorgt. Bei der gestrigen (Montag) Diskussion im Parlament über das Todesstrafengesetz für Terroristen trugen Ben-Gvir und seine Anhänger eine goldene Anstecknadel in Form eines Strangs. Die Anstecknadel solle „das Engagement der Politiker symbolisieren, die Einführung der Todesstrafe zu verabschieden“.
Ben-Gvir sagte dazu: „Es ist eine klare Botschaft, dass Terroristen den Tod verdienen.“ Das ist furchtbar und aus christlicher Sicht zweifellos gottlos. Jesus wird als Märtyrer gesehen. Sein Kreuz ist Zeichen seines Martyriums.
Matthäus 10,38:
„Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.“
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In eigener Sache:
Mein Großonkel wurde von Hitler in Plötzensee am Schweinehaken aufgehängt. Der Strick war so konstruiert, dass der Tod ein qualvolles Ersticken war. Dieses elende Verrecken wurde von den Nazi-Schergen gefilmt. Die Filme tauchten irgendwann nach dem Krieg wieder auf und wurde im engen Kreis vorgeführt. Mein Onkel erzählte mir, er sei eingeladen worden, dieser Vorführung beizuwohnen. Aber er schaffte es nicht. Hitler nannte die Attentäter vom 20. Juli 1944 eine „ganz kleine Clique ehrgeiziger, gewissenloser und zugleich unvernünftiger, verbrecherisch-dummer Offiziere“. Mein Großonkel war kein Terrorist.
Historisches:
Der Wandel vom Fisch zum Kreuz als zentralem christlichen Symbol vollzog sich schrittweise im 4. Jahrhundert n. Chr., vor allem durch die sogenannte konstantinische Wende. Das Kreuz selbst wurde bewusst selten öffentlich dargestellt, weil es als schändliches römisches Hinrichtungsinstrument galt und Spott oder Gefahr einlud. Frühe Christen bekreuzigten sich zwar schon mit der Hand, aber als Bildsymbol war das Kreuz noch nicht dominant.
Ab Mitte des 4. Jahrhunderts wurde das Kreuz zunehmend öffentlich verwendet und aufgewertet. Es wandelt sich vom Zeichen der Schande zum Sieges- und Hoffnungszeichen. Heute ist das Kreuz das universelle Symbol des Christentums, während der Fisch vor allem in der modernen Zeit (seit den 1970er/80er Jahren) vor allem in freikirchlichen Kreisen eine Art „Retro“-Renaissance – unter anderem als Autoaufkleber – erlebt hat.
Nachtrag:
Wir haben bei der israelischen Regierung freundlich angefragt, ob sie für „Welt“-Herausgeber Ulf Poschardt und seine Redaktionsjünger ein Tütchen voll goldener Galgen zu verkaufen hätten. Wir würden aber auch darum würfeln: Doppelt oder nichts.
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