Eine angebliche Affäre von Boris Palmer geht an die Öffentlichkeit:

Irre Attacke gegen Boris Palmer: Mund auf und Augen zu als Strafe für Busengrapschen?

von Alexander Wallasch

Die Tübinger Tiefgaragen-Affäre: Wie Boris Palmer vom Regelwütigen zum Verdächtigen wurde© Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Palmer, Die Partei/Wahlplakat, Instagram, Samantha Hilsdorf, Montage: Wallasch

Boris Palmer, der Mann, der in Tübingen nachts Fahrräder und Parkplätze kontrolliert, steht jetzt selbst unter Verdacht in seiner Tiefgarage eigene Verkehrsregeln aufgestellt zu haben. Eine Gemeinderätin der Satirepartei "Die Partei" schildert detailliert eine Tiefgaragenszene wie aus einem Billigporno – die Staatsanwaltschaft ermittelt, Palmer nennt alles haltlos.

Ja, diese Story muss man erst einmal zusammenbringen: Auf der einen Seite haben wir den mittlerweile parteilosen Ex-Grünen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, seines Zeichens halbseidener – nein, halbherziger! – Migrationskritiker, der sich mit seiner Partei überworfen hat, weil er nicht gruppentauglich und offensichtlich auch nicht parteitauglich ist und sich immer wieder als Grüner gegen die eigenen Grundsätze gestellt hat.

Auf der anderen Seite ist Boris Palmer auch der personifizierte deutsche Spießer, der nachts in seiner Stadt als Bürgermeister Passanten belästigt, die irgendwie falsch parken, Fahrräder falsch abstellen oder während der Coronazeit irgendetwas tun, was nicht in die Regeln passt.

Jetzt soll Palmer daneben noch ein ganz anderes Eigenleben führen. Wir betonen gleich zu Beginn: Es handelt sich um Verdachtsberichterstattung. Die Aussagen der Frau sind nicht verifiziert. Die Unschuldsvermutung gilt uneingeschränkt.

Aber die Vorwürfe kommen immerhin von Samantha Hilsdorf, ehemalige Gemeinderätin der Satirepartei „Die PARTEI“ in Tübingen. Sie hatte über Jahre regelmäßig mit Palmer zu tun. Hilsdorf hat ihre Anschuldigungen nicht bei der Staatsanwaltschaft, sondern öffentlich auf Instagram in einem rund 17-seitigen Text erhoben. Der Downloadserver war zeitweise überlastet. Screenshots kursieren.

Nach ihrer Darstellung entwickelte sich aus dem politischen Kontakt eine heimliche Beziehung, in der es auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein soll. Hilsdorf behauptet zudem, Palmer habe mehrere solcher Verhältnisse parallel geführt. Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat von Amts wegen Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts eines sexuellen Übergriffs aufgenommen – ausgelöst durch eine Anzeige einer unbeteiligten dritten Person, nicht durch Hilsdorf selbst.

Palmer kommt damit vom Regen in die Traufe. Noch vor wenigen Tagen hatte die „Junge Freiheit“ ihn in einer Liste möglicher „Volkspräsidenten“ geführt – neben Harald Schmidt, Wolfgang Grupp, Peter Hahne, Jürgen Klopp, Jan Josef Liefers, Monika Maron und anderen. Über Palmer schrieb die JF, er sei bundesweit durch seine Positionen zu Migration, Umwelt und Kommunalpolitik bekannt geworden und setze sich unter anderem für eine kommunale Verpackungssteuer ein. Nach der Nummer mit Hilsdorf wird er allerdings durch eine sexuell konnotierte Unappetitlichkeit zu einem neuen Beinamen kommen, wie der Pinkelprinz aus Hannover.

Stichwort „kommunale Verpackungssteuer“ – die taucht auch in Hilsdorfs Text auf. Die Geschichte beginnt laut ihres freizügigen Instagram-Statements mit einem Mehrweg-Pizzakarton, den Palmer eingeführt hatte. Er habe ihr in der Tiefgarage ein Stück Salami-Pizza angeboten – obwohl er gewusst haben müsse, dass sie Veganerin ist. Ab du eskaliert die Schilderung hin zu einem Akt aus Youporn.

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Hilsdorf beschreibt, Palmer sei vergesslich und verwechsle offenbar seine Affären. Sie erzählt, sie habe ihm einmal gesagt, ihre Periode sei spät. Er sei in Panik geraten und habe gefragt, ob sie schwanger sei. Sie habe geantwortet: „Wir hatten doch nie Sex.“ Er darauf erleichtert: „Oh, stimmt ja.“

Dann kommt die zentrale Szene in der Tiefgarage. Hilsdorf schreibt, sie habe ihn zunächst gerne umarmt. Palmer habe jedoch sofort mit dem Fummeln begonnen und ihr an die Brüste gefasst, obwohl er vom vorherigen Mal gewusst haben müsse, dass das für sie eine harte Grenze sei. Sie formuliert: Er vergesse, dass sie Veganerin ist – warum solle er dann nicht auch vergessen, dass sie das nicht mag?

Wörtlich schreibt sie weiter:

„Ich versuchte gegen den Ekel anzukämpfen und irgendwann hörte er wieder von allein auf. Ich nahm noch seinen Schwanz in den Mund, vermutlich um wieder in einer Machtposition und in Kontrolle zu fühlen.“


Er habe gesagt: „Ja, Baby, lass dich fallen.“

Hilsdorf schildert außerdem, sie habe Palmer gestanden, einem Freund von dem Verhältnis erzählt zu haben. Er soll geantwortet haben, das sei gefährlich, weil der Freund dann damit prahlen könnte, mit einer Frau geschlafen zu haben, mit der auch Boris Palmer geschlafen habe. Das ist alles ein wenig undurchsichtig, weil es ja hier noch gar nicht zu einem Sexualakt gekommen sein soll, wie die Frau eingangs geschrieben hatte.

Wiederum landet man hier bei „Die Partei“: eine Spaßpartei, eine Scherzpartei, eine Satirepartei – und fragt sich dann, wo hier eigentlich die Satire sein soll, wo der Witz.

Boris Palmer hat die Vorwürfe öffentlich als „haltlos“ bezeichnet, rechtliche Schritte angekündigt und laut FAZ bereits einen Presserechtler eingeschaltet, um seine Persönlichkeitsrechte zu schützen. Er hat die Medien ausdrücklich gebeten, seine Privatsphäre und insbesondere die seiner Familie zu respektieren.

Auf Bitte von Ministerpräsident Cem Özdemir hat er zudem sein Ehrenamt als Berater für Verwaltungsmodernisierung ruhen lassen. Die Staatsanwaltschaft Tübingen ermittelt. Die Unschuldsvermuung gilt.

Was für eine Posse rund um den Wunsch-Bundespräsidenten der Jungen Freiheit. Aber damit ist die Eintrittskarte ganz sicher versperrt. Ohne eigenes Zutun selbstverständlich, wenn man davon ausgeht, dass diese Tiefgaragenszene eine ziemlich schräge Erfindung von Frau Hilsdorf ist.

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