Die Institutionen gegen die AfD

Kirche und Universität zum „Menschenbild der AfD“ – AfD ist nicht eingeladen

von Alexander Wallasch (Kommentare: 12)

Es wird nicht mit, sondern über den politischen Gegner geredet.© Quelle: MDR aktuell Screenshot

Die katholische Kirche hat sich in den Europawahlkampf eingeschaltet. Gemeinsam mit dem Westfälischen Nachrichten und der FH Münster, eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland, will man die AfD bekämpfen.

Und weil das am besten ohne die AfD geht, ist die AfD am 28.Mai 2024 auch nicht eingeladen, wenn auf einer Podiumsdiskussion für 15 Euro Eintritt über die AfD gesprochen wird.

Der Veranstaltungsort ist die Katholisch-Soziale Akademie Franz Hitze Haus in Münster. Prof. Dr. Thomas Rose von der Fachhochschule Münster schriebt zum Termin:

„Kurz vor der Europawahl ist die AfD mit Forderungen nach Remigration oder EU-Austritt aufgetreten, sie darf vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Daher schien mir und einigen Kollegen, insbesondere unserem Dekan Prof. Riedl, eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Positionen dieser Partei angebracht. (...) Glücklicherweise haben wir jetzt mit der Katholischen Akademie Franz Hitze Haus in Münster einen Partner für dieses Symposium.

Die Podiumsdiskussion, die Axel Roll von den Westfälischen Nachrichten moderiert, beginnt mit einer Darstellung des Menschenbildes der AfD im Vergleich zum christlichen Menschenbild. Die Konsequenzen der Europapolitik aus Sicht der Wirtschaft werden dargestellt und wie die Migrationsforderungen der AfD die politische Diskussion geändert haben. Die Veranstaltung endet mit dem Bild, das die AfD-Wählerschaft von der Partei hat.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie an dieser Veranstaltung kurz vor der Europawahl teilnehmen und an Ihre KollegInnen und Studierende weiterleiten würden. Viele Grüße Thomas Rose.“

Weiter heißt es da: „Initiierung der Veranstaltung: Prof. Dr. Thomas Rose, FH Münster, Moderation: Axel Roll, Westfälische Nachrichten“.

Und auf der Webseite des Franz-Hitze-Haus:

„Die Positionen der AfD und ihre Erfolge bei Wahlen beunruhigen viele. Eine grundlegende Änderung der deutschen und europäischen Nachkriegsordnung wird befürchtet. Forderungen nach "Remigration" haben eine breite Protestbewegung entfacht. Katholische Bischöfe kritisieren das Menschenbild der Partei, Wirtschaftsverbände ihre Positionen zur europäischen Zusammenarbeit.“

Als Referierende werden folgende Personen genannt:

„Referierende: Prof. Dr. Daniel Bischof, Dr. Matthias Diermeier, Dr. Josef Könning, Dr. Philipp Rhein, Axel Roll, Moderator, Westfälische Nachrichten, Münster, Dr. Jens Schneider“

Über diese Herren heißt es in der Einladung von Prof. Rose:

„Das Menschenbild der AfD
Dr. Josef M. Könning, Bildungsstätte Haus Ohrbeck, bis 2022 Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster:
Die AfD nimmt die christliche Tradition und humanistische Prägung Europas für sich in Anspruch. Zugleich fällt sie mit pauschalen und diffamierenden Äußerungen über die ‚Anderen‘ auf. Anlass genug, das Menschenbild der AfD zu analysieren.

Europa
Dr. Matthias Diermeier leitet das Cluster Demokratie, Gesellschaft, Marktwirtschaft am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und ist Geschäftsführer der IW Gesellschaftsforschung gGmbH:
Die AfD geriert sich als wirtschaftsnah, die programmatischen Vorschläge der Partei stoßen in der deutschen Wirtschaft hingegen immer wieder auf breite Kritik. Dieses Spannungsfeld zeigt sich im Europa-wahlkampf der AfD.

Migration
Prof. Dr. Daniel Bischof ist Professor für Vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Münster sowie Associate Professor am Department of Political Science der Aarhus Universität (Dänemark):
Wie hat sich die Migrationspolitik der AfD verändert seit den Anfängen der Partei? Wie wirkt sich die Forderung nach Remigration auf den politischen Diskurs aus?

Motive der AfD-Wählerschaft
Dr. Philipp Rhein ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Politisches System der BRD - Staatlichkeit im Wandel der Universität Kassel:
Es gibt gute Gründe, die AfD als populistisch zu beschreiben. Wähler*innen der populistischen AfD sind mitunter nicht-populistisch orientiert. Die Partei ist ihren Wähler*innen nicht pauschal ein Sprachrohr einer vermeintlich schweigenden Mehrheit. Das zeigt, dass Populismus auch wählerseitig eine vornehmlich angstmotivierte, restaurativ-wiederherstellende, konservative Veranstaltung ist.“

Die AfD ist nicht eingeladen.

Wer teilnehmen möchte, um einmal zu schauen, was Kirche und Wissenschaft so zur AfD erzählen, kann sich hier anmelden.

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