Julian Reichelt von „Nius“ legt sich fest: Es war eine Hamas-Rakete

Krankenhaus in Gaza-Stadt getroffen – Die Hamas spricht von hunderten Toten

von Alexander Wallasch (Kommentare: 7)

Proteste gab es in vielen islamischen Ländern wie Saudi-Arabien, Iran, Jordanien und der Türkei.© Quelle: Youtube / Al Jazeera

Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen, dass eine Rakete aus Israel ein Krankenhaus in Gaza oder Anlagen der Klink getroffen hat.

Nicht auszuschließen ist allerdings ebenfalls, dass das Krankenhaus von einer Rakete der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad getroffen wurde, so jedenfalls eine Behauptung des israelischen Verteidigungsministeriums, das dafür Beweise haben will.

Eines ist sicher: Es gibt Bilder verzweifelter verletzter und blutender Menschen, Tote werden gezeigt. Das deutsche Außenministerium und Frankreichs Präsident Macron verurteilen den Angriff aufs Schärfste ohne allerdings Israel konkret zu erwähnen. Maron schrieb auf X:

„Nichts kann einen Angriff auf ein Krankenhaus rechtfertigen. Nichts kann es rechtfertigen, Zivilisten ins Visier zu nehmen."

Weltweit gibt es anhaltende Proteste pro-palästinensischer Gruppen und von Menschenrechtsorganisationen. Klar ist: Man muss kein Anhänger der Hamas sein, um einen militärischen Angriff auf ein Krankenhaus mit mutmaßlich vielen Toten zu verurteilen.

Eine weitere Frage wird sein, wem der Angriff auf ein Krankenhaus in diesem Konflikt nutzen könnte. Den Terroristen der Hamas oder Israel? Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas rief zu einer dreitägigen Staatstrauer auf. Er sprach von Völkermord. Vor wenigen Tagen noch hatte er den friedlichen Widerstand der Palästinenser betont und sich verbal vom Terror der Hamas distanziert.

Tagesschau.de schreibt zu den Ereignissen:

„Das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium gibt die Zahl der Opfer mit mindestens 500 an, hatte zuvor aber selbst von einem Treffer im ,Hof eines Krankenhauses' im Zentrum von Gaza-Stadt gesprochen.“

Proteste gab es in vielen islamischen Ländern wie in Saudi-Arabien, Iran, Jordanien und der Türkei. Der türkische Präsident sprach davon, dass solche israelischen Angriffe frei seien „von den grundlegendsten menschlichen Werten“.

Zu den Terrormorden der Hamas in Israel hatte sich Erdogan allerdings nicht explizit geäußert. Indes hatte Erdogan Gespräche mit beiden Seiten geführt, sowohl mit Abbas als auch mit Herzog. Außerdem hatte sich Erdogan als Vermittler angeboten, was die Frage der Geiselnahme angeht.

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Ohne bisher exakt zu wissen, was genau zerstört und wie viele Menschen getötet wurden, steht die Frage im Raum: Wem nutzt der Anschlag auf das Krankenhaus? Die weltweiten Proteste nutzen der Sache der Palästinenser. Die Terroranschläge der Hamas sollen dahinter vergessen sein. Aber welches Interesse könnte Israel daran haben, dass der Konflikt eskaliert?

Fakt ist auch: Mit jeder Rakete gegen Israel kann die Hamas ihren Stand in der arabischen Welt verbessern. Denn es geht hier gar nicht nur um den Gaza-Streifen, sondern vor allem auch um den Tempelberg mit der al-Aqṣā-Moschee.

Jeder, der versucht diesen Konflikt von außen zu beschreiben, scheitert, so wie auch dieser Bericht hier automatisch daran scheitert, sich dem Konflikt nur irgendwie anzunähern. Zu verworren und zu verstrickt sind die unterschiedlichen Protagonisten miteinander. Die Unversöhnlichkeit zwischen Israel und der arabischen Welt bestimmt über kurze Phasen der Annäherung an diesen Dauerkonflikt. Die Propaganda ist ein zusätzlicher dichter Schleier.

Die Israelis müssen seit Jahren mit einer dauerhaften Präsenz von Raketenabwehranlagen leben. Die Raketen selbst werden aus dem eng besiedelten Gaza-Streifen abgeschossen. Es steht demnach so gut wie außer Frage, dass die Hamas hier bewusst aus Wohnvierteln heraus agiert, um es der israelischen Armee zu erschweren, die Abschussorte zu zerstören, ohne dabei Zivilisten zu verletzten oder zu töten.

Menschliche Schutzschilde als Bestandteil des Terrors. Geht diese Rechnung auf? Während sich die deutschen etablierten Medien noch bedeckt halten, positioniert sich Julian Reichelt auf dem Portal „Nius“ und titelte gestern bereits um 23:26 Uhr: „Hamas-Rakete trifft Krankenhaus in Gaza: Hunderte tote Zivilisten!“

Reichelt präsentiert als Beleg ein Video, das seit gestern in den sozialen Medien vielfach verteilt wird und zeigen soll, dass eine aufsteigende Rakete aus Gaza im Flug über dem Krankenhaus abgestürzt sein soll. Allerdings können wohl nur Experten genau ermitteln, was dort genau zu sehen ist.

Das israelische Verteidigungsministerium berichtet zudem, dass sie ein Telefonat abgehört hätten, das belegen soll, dass auch die Dschihadisten von einer vom Kurs abgekommen Rakete gesprochen haben sollen.

Was zweifelsfrei außer Frage steht: Israel wurde angegriffen. Hunderte Israelis wurden grausam von Terroristen ermordet, viele entführt als Faustpfand, um die Freilassung von Terroristen zu erzwingen. Fakt ist auch, dass die Leidtragenden immer die einfachen Leute sind.

Fakt ist weiter, dass die israelischen Versuche, gezielt im Gaza-Streifen Hamas-Hochburgen zu bombardieren, besonders präzise sind, aber immer auch Zivilisten treffen. Die Zahl der Toten steigt mit jedem Tag.

Das liegt auch daran, dass die Hamas diese Menschen als lebende Schutzschilder benutzt, so wie es zur Wahrheit dazugehört, dass dieser schmale Streifen Land so dicht besiedelt ist, dass eine räumliche Trennung zwischen den Terroristen – der englische Nachrichtensender BBC spricht von „Kämpfern“ – und der Bevökerung erschwert ist.

Das Grauen kam nicht nach Israel. Es war schon immer da. Das gleiche gilt auch für Teile der Bevölkerung im Gaza-Streifen. Fakt ist auch, dass Israel hier noch mehr gehasst als bekämpft wird. Nicht jeder, der Israel hasst, schießt eine Rakete ab. Und Hass ist kein Verbrechen. Aber Hass steht immer am Beginn terroristischer Verbrechen.

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