Es gibt keine relevante politische Bühne für Joana Cotar oder Frauke Petry. Eine neugegründete libertäre Partei – die wievielte für Petry? – läuft weit unter dem Radar mit noch deutlich weniger Aufmerksamkeit und Halbwertszeit, als etwa die gescheiterte Werteunion oder ein Bündnis für Deutschland für sich verbuchen konnten.
Mit Blick auf die genannten AfD-Aussteigerinnen – und möglicherweise der Idee, so Werbung für ihre neue Partei zu machen – ist nun zu erklären, wie die beiden sich auf einer linksradikalen Veranstaltung am Thalia-Theater Hamburg verirren konnten, die ein Verbot der AfD verhandelt.
Die zentrale Frage ist eindeutig: Warum überhaupt ein AfD-Verbot?
Weil die etablierten Parteien die ihnen auf Zeit übertragene Regierungsgewalt nicht abgeben wollen! Weil die Bundes- und Landesregierungen die AfD als mittlerweile größte – vielleicht noch einzige – deutsche Volkspartei in einigen Bundesländern über politische Verfassungsschutzämter als „gesichert rechtsextrem“ markiert haben. Mit dem erklärten Ziel, sie mit V-Leuten gezielt unterwandern, diffamieren, diskreditieren und verbieten zu lassen.
Grundsätzlich gilt: Wer sich in den linksradikalen Morast hinbegibt, macht sich gemein mit der Idee, dass man die AfD verbieten muss.
Aber dafür liegen nicht mehr Gründe vor, weswegen man nicht die CDU, die SPD, die Grünen oder sonst wen verbieten sollte. Allerdings gemessen an der Politik der Etablierten könnte man auf Ideen kommen: Die Stichworte sind hier „Herrschaft des Unrechts“, „Corona-Regime“ und „Zeitenwende“.
In der Nacht dann eine kleine Empörung aus der Fanblase von Joana Cotar – offensichtlich gibt es noch eine. Ich hatte nach dem Auftritt Cotars aus den eben hier erwähnten Gründen via X geschrieben:
„Frau Joana Cotar wohl in der Hoffnung auf etwas öffentliche Aufmerksamkeit. Ausgerechnet auf dieser Kasperlaufführung der Linksradikalen. Was sie sagt klingt okay. Aber im Thalia-Theater an diesem Abend ist es nur Prostitution.“
In weiteren Posts hatte ich auch den ebenfalls teilnehmenden Kolumnisten Harald Martenstein und die Top-Moderatorin von „Nius“, Pauline Voss, mit einbezogen.
Sie alle haben sich für eine von Wolfram Weimers Kulturstaatsministerium co-finanzierte Antifa-Fanbase-Veranstaltung zur Verfügung gestellt, die auf der Bühne des Thalia-Theaters ein AfD-Verbot in einem fingierten Prozess verhandelt.
Es geht hier um nicht weniger als Legitimation!
Aus sicherer Quelle erfuhr Alexander-Wallasch.de, dass ein kritischer Anwalt hier ebenfalls angefragt wurde, aber mutmaßlich aus eben diesen Gründen eine Teilnahme abgesagt hatte. Die ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete Cotar hat sich noch in der Nacht ebenfalls via X zu meiner Kritik geäußert. Cotars Antwort:
„Ja, es ist eine tolle Idee, den Linken die Bühne, den Kulturraum und die Deutungshoheit zu überlassen. Ganz ohne Gegenrede. So gewinnt man sicher.
Fühlen Sie sich übrigens angesprochen, wenn ich über das selbstgefällige Dasein in der Blase rede.“
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Das ist leider tragisch. Denn die AfD-Aussteigerin suggeriert hier, dass das Thalia-Theater irgendein öffentlicher Raum wäre. Ist es aber nicht. Es gibt auch keine relevante Übertragung in einen öffentlichen Raum hinein. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist nicht involviert. Und auch hier gilt: Wer an einer Kasperltheater-Aufführung über ein von Teilen der Etablierten gefordertes AfD-Verbot teilnimmt, der legitimiert diese Veranstaltung, der macht sich gemein.
Und wer etwa die Auftritte der ehemaligen AfD-Chefin und AfD-Aussteigerin Frauke Petry kennt, der weiß, dass Petry alles dafür tut, ihre ehemalige Partei in die rechtsextreme Ecke zu drängen. Da sind also noch Rechnungen offen, für die dann gemeinsam mit der neuen Parteigenossin und ebenfalls AfD-Aussteigerin Joana Cotar die linksradikale Bühne genutzt wird.
Auf der Bühne des Thalia-Theaters saßen gestern auch zwei Verteidiger der AfD. Nein, das sind nicht etwa die Juristen Ulrich Vosgerau, Anwalt Höcker oder andere Experten, die sich mit der Materie auskennen, nein, auch hier sind zwei AfD-Gegner in Stellung gebracht worden: eine Publizistin und ein Journalist.
Jetzt laufen auch wir hier Gefahr, uns mit der linksradikalen Sache gemein zu machen, wenn wir diesem regierungsnahen Affentheater Aufmerksamkeit widmen.
Das Tragische an dem Auftritt von Frau Cotar war, dass ihr Zehnminuten-Vortrag zudem den Versuch unternahm, sich dem Ort und Anlass auch sprachlich in einer getragenen Vortragsweise anzupassen. Inhaltlich grundsätzlich nicht uninteressant. Aber im Moment der Auseinandersetzung mit Inhalten der Reden dieser AfD-Aussteiger beginnt bereits eine grundsätzliche Legitimierung einer von der Bundesregierung co-finanzierten Veranstaltung.
Eine groteske Theateraufführung, die nur zwei Hauptziele hat: Zunächst soll so gewohnheitsmäßig die finanzielle Grundversorgung der linken Veranstalter garantiert werden. Und – die eigentliche Bedeutung – im Superwahljahr soll Wahlkampf gegen eine AfD gemacht werden, die sich anschickt, in Sachsen-Anhalt mit Ulrich Siegmund den ersten Ministerpräsidenten zu stellen.
AfD-Kritiker wie Cotar und Petry nutzen die linke Bühne, wo sie keine mehr bekommen. Sie lassen sich instrumentalisieren und attestieren Kritikern ihres Auftritts dann reflexartig ein „selbstgefälliges Dasein in der Blase“.