Suggestive Fragen, gezielte Auslassungen und der „demokratiepädagogische Auftrag“ als Wahlkampfwaffe

Lehrer unter Druck: Wie eine fragwürdige Studie Neutralität zum Kampfbegriff gegen die AfD macht

von Alexander Wallasch (Kommentare: 2)

Das "Schulbarometer" enthüllt mehr über die Auftraggeber als über die Schulrealität© Quelle: Grok

Die Bosch-Stiftung-Studie sollte die Lage an Schulen abbilden – der Spiegel folgt hier mit einer Kampagne gegen das Neutralitätsgebot. Mit suggestiven Fragen und gezielter AfD-Ausgrenzung wird Lehrern „Haltung zeigen“ nahegelegt, während echte Probleme wie Gewalt und Integrationsversagen marginalisiert werden. Der „demokratiepädagogische Auftrag“ dient vor allem der Bekämpfung der größten Oppositionspartei.

Man sollte den Vergleich bundesrepublikanischer Zustände mit der DDR nicht überstrapazieren – die Unterschiede im Umgang mit Dissidenten und Oppositionellen sind jedenfalls noch fundamental. Dennoch ist die jüngste Studie, die der „Spiegel“ in enger Zusammenarbeit mit der Bosch Stiftung und dem linken Umfrageinstitut Forsa vorgelegt hat, auf erschreckende Weise aufschlussreich, weil sie unfreiwillig enthüllt, wie systematisch und manipulativ gegen die AfD vorgegangen wird.

Unter dem Titel „Schulbarometer“ wurden Lehrer befragt. Dankenswerterweise hat die Bosch Stiftung den Fragenkatalog veröffentlicht – und der offenbart bereits in der Anlage eklatante methodische Mängel: suggestive Formulierungen und vorgeprägte Meinungsbilder, die den Befragten in eine bestimmte Richtung lenken sollen.

Der „Spiegel“ titelt „Die Angst der Lehrer vor der Politik“ und liest aus der Studie heraus, dass erstaunlich viele Lehrkräfte noch immer glauben, im Klassenzimmer politisch neutral bleiben zu müssen.

Dabei beruft man sich auf einen „demokratiepädagogischen Auftrag“. Auffällig ist, dass sowohl in der Studie als auch in der begleitenden Berichterstattung die AfD konsequent nicht namentlich genannt wird. Dennoch geht es genau darum: um den Wahlkampf im Herbst und die weitere Verankerung der Narrative, die AfD stehe außerhalb des demokratischen Spektrums und müsse daher in den Schulen als „rechtsextrem“ gebrandmarkt und ausgegrenzt werden.

Die Auftraggeber haben offenbar registriert, dass die AfD bei Schülern mittlerweile auf Platz eins liegt – ebenso wie bei Homosexuellen und anderen vermeintlichen Randgruppen. Selbst bei integrierten Migranten erzielt sie starke Werte. Das soll bekämpft werden. Deshalb wird den Lehrern suggeriert, sie bräuchten keine Angst zu haben, ihre Meinung zu sagen. Ironischerweise fürchten Spiegel, Forsa und Bosch Stiftung offenbar genau das: dass Lehrer aus ihrer täglichen Berufserfahrung heraus eine Nähe zur AfD entwickeln könnten.

Denn das eigentliche Hauptproblem der Schulen – das die Studie zwar erfasst, aber nicht klar benennt oder sogar bewusst missinterpretiert – ist die Folge der Migrationspolitik: zunehmende Gewalt, fehlende Sprachkenntnisse, mangelndes Grundwissen. Viele Lehrer erleben diese Realität täglich, auch wenn sie ursprünglich aus dem linksuniversitären Milieu kommen. Ihre berufliche Erfahrung nährt tendenziell eine kritische Haltung gegenüber den Zuständen der letzten zehn Jahre – und damit potenziell Sympathien für die AfD.

Genau hier setzt die politische Vorarbeit der Verfassungsschutzämter ein, die die AfD als „rechtsextrem“ und „demokratiefern“ einstufen. Die etablierten Parteien sprechen von „unserer Demokratie“ und grenzen die mittlerweile erfolgreichste Volkspartei AfD systematisch seit über einem Jahrzehnt aus. Verbotsverfahren scheitern mangels Belegen, doch mit Studien wie dieser wird weitergearbeitet: von einer linken Stiftung, einem linken Institut und einem regierungsnahen Medium.

Lehrer unterliegen selbstverständlich einem Neutralitätsgebot. Sie dürfen sich nicht vor die Klasse stellen und parteipolitische Verlautbarungen abgeben. Dieses Gebot lässt sich jedoch nur dann umgehen, wenn man eine große Oppositionspartei künstlich außerhalb des demokratischen Rahmens positioniert. Dann kann man plötzlich einen „Demokratieauftrag“ beanspruchen.

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Hier zur Verdeutlichung ein Beispiel: Abfrage 23 des Fragebogens für Lehrer, „Deutsches Schulbarometer 2026“ lautet:

„Ich fühle mich durch das Neutralitätsgebot in meinem beruflichen Handeln verunsichert.“

Diese Formulierung ist methodisch hochproblematisch, weil sie bereits in der Frage selbst ein vorgeprägtes Meinungsbild transportiert: Sie spricht von einem „Neutralitätsgebot“ und suggeriert gleichzeitig, dass die Verunsicherung der Lehrkräfte möglicherweise unbegründet oder übertrieben ist. Zusammen mit dem Begleittext der Studie, der durchgängig vom „vermeintlichen Neutralitätsgebot“ spricht und dieses als Instrument der „extremen Rechten“ darstellt, lenkt die Frage die Antworten klar in eine Richtung. Das ist ein klassisches Beispiel für suggestive Fragestellung.

Besonders perfide wirkt der „Spiegel“, wenn er „gezielte Desinformation vor allem aus dem rechten Spektrum“ und Meldeportale für angeblich nicht neutrale Lehrer beklagt. Tatsächlich waren es zunächst linke Akteure und Medien die solche Pranger und Meldesysteme etabliert haben. Heute betreiben sogar staatliche Stellen solche Portale.

Zum Kern des demokratiepädagogischen Auftrags: Er soll Schüler befähigen, aktiv an einer demokratischen Gesellschaft teilzunehmen. Aber jetzt kommt‘s:

Dazu gehört nämlich notwendigerweise eine kritische Auseinandersetzung mit der Regierung, mit Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit sowie mit dem Umgang mit der Opposition. Ein echter Demokratieauftrag wäre hier regierungskritisch und würde die systematische Verunglimpfung, Denunziation und Ausgrenzung der größten Oppositionspartei thematisieren. Stattdessen wird er hier als Wahlkampfinstrument gegen die AfD missbraucht.

Wer Schülern neben fachlicher Kompetenz auch die Fähigkeit zur Gestaltung demokratischer Prozesse vermitteln will, stärkt zwangsläufig die Opposition – denn genau darin besteht das Wesen der Demokratie. Der Umgang mit der Opposition ist ihr neuralgischer Punkt.

Wenn Lehrer, die tagtäglich die Konsequenzen verfehlter Politik ertragen müssen, diesen Auftrag ernst nehmen, kann die Rechnung der etablierten Kräfte nicht aufgehen. Denn dann insistieren sie gegenüber ihren Schülern sogar noch stärker auf die Notwendigkeit einer starken Opposition.

Das wäre kein Schaden für die Demokratie – im Gegenteil. Es wäre ein längst überfälliger Schritt zurück zu echter Pluralität in den Klassenzimmern.

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