Julian Adrat im Interview

Leihmutterschaft: Der Abgrund hinter dem Regenbogen

von Alexander Wallasch

Adrat strebt ein politisches Amt an. Er kandidiert für die AfD für das Berliner Abgeordnetenhaus.© Quelle: privat

In diesem Interview spreche ich mit Julian Adrat schonungslos über Leihmutterschaft, Kinderkauf und die dahinterliegende Industrie.

Du hast via X aufgefordert: „Betet für Georg“. Georg ist der Name des Kindes des Spahn-Funke-Paares. Beten ist etwas Religiöses. Inwieweit wird Dein Katholizismus das folgende Gespräch beeinflussen? Sollten wir es erwähnen, so, wie man zum Fall Spahn berichten könnte, dass ein Autor schwul ist, um seine Haltung besser einordnen zu können?

Ich finde, das ist ein fantastischer Vergleich. Und ich halte das auch für sinnvoll, meinen katholischen Hintergrund zu erwähnen. Und wahrscheinlich wäre es dann auch empfehlenswert, wenn Autoren, die journalistisch tätig sind und homosexuelle Neigungen haben, zum Thema „Leihmutterschaft“ diese auch aus Transparenzgründen offenlegen.

Jetzt ist ja in deiner Kirche mittlerweile die Ehe zwischen Homosexuellen erwünscht und wird auch vermählt.

Nein, das ist mindestens ein Missverständnis. Es gab unter Papst Franziskus die neue Möglichkeit eines Segens, der sich aber einfach allgemein darauf bezog, dass man niemanden abweist, der einen Segen haben möchte, egal ob das ein Mann ist, eine Frau, zwei Männer oder zwei Frauen. Einfach Menschen, die einen Segen haben wollen. Die können den bekommen. Aber nicht in dem Sinne, dass man deren bzw. eine bestimmte Lebensform oder eine Handlung segnet, sondern einfach zwei Menschen, die um einen Segen bitten, denen kann man den Segen geben.

Aber das ist auch unter Papst Leo noch mal klargestellt worden: Es war und ist bis heute nicht Absicht der katholischen Kirche, die Ehe oder die Verbindung zwischen Mann und Frau mit der zwischen zwei Männern oder zwei Frauen gleichzusetzen. Ganz einfach, weil man nicht gleich machen kann, was nicht gleich ist. Und ich habe da als Katholik ein tiefes Vertrauen darin, dass der liebe Gott auch seine Hand drüber hält und uns in diesem Bewusstsein – oder gerade die Kirche – weiter standhaft bleiben lässt.

Das war jetzt alles sehr plakativ von Dir erzählt. Aber vielleicht machen wir es ein bisschen konkreter: Ich hatte beim letzten Christopher Street Day den Gedanken, dass dort weniger Schwule unterwegs waren als beim Priesterseminar um die Ecke.

Das ist eine sehr richtige Feststellung.

Es ist aber statistisch nicht wirklich belegt, denn im Priesterseminar ist es schwierig, Statistiken aufzustellen.

Ja, aber es ist bekannt, dass sich im Priesterseminar durchaus viele Homosexuelle wiederfinden. Das ist ja ein offenes Geheimnis. Das war aber auch nie per se anders, das war immer schon. Es gibt da Hardcore-Zitate von historischen Figuren. Auch Papst Franziskus war da sehr eindeutig. Also gerade der, dem man immer die Regenbogen-Gutgläubigkeit angelastet hatte, der hatte mal von so etwas wie einer Homomafia im Vatikan gesprochen, einer Homolobby.

Wir sind jetzt aber zusammengekommen wegen Herrn Spahn und Daniel Funke, die ein Kind in den USA gekauft haben. Was kostet denn so ein Kind? Hast Du da Zahlen?

Das kann schnell sechsstellig werden. Aber es ist ganz unterschiedlich und es gibt sogar ein Ranking. So verdient eine Leihmutter, die es zum ersten Mal macht, eher zwischen 30.000 bis 60.000 Dollar. Und diejenige, die es mehrfach macht, bekommt schnell die genannte sechsstellige Zahl. Das heißt, man kann hier quasi von der bronzenen zur silbernen zur goldenen Leihmutter werden. Es gibt auch eine Zusatzzahlung für Mehrlinge. Auch deshalb ein interessanter Punkt, der mich ein bisschen verwundert hat. Vorstellbar wäre ja, dass auch hier so eine Art Jungfräulichkeit bevorzugt wird.

Hier allerdings wird offenbar die erfahrene Leihmutter und ihre Professionalisierung bevorzugt. Gibt es da nicht auch verschiedene Konstellationen? Also etwa auch Leihmütter, die ihre eigenen Eizellen mit anbieten?

Ich glaube, der Normalfall ist, dass die Leihmutter via Katalog ausgewählt wird und die Embryonen außerhalb vorbereitet werden. Oder etwas technischer: Bei der sogenannten In-vitro-Fertilisation – umgangssprachlich Reagenzglasbefruchtung – werden Eizellen der Frau entnommen und im Labor außerhalb des Körpers mit den Samenzellen des Mannes befruchtet. Die befruchteten Eizellen reifen dort für wenige Tage zu Embryonen heran, bevor sie in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Du hast im Vorgespräch von einer Art Leihmutter-Industrie in den USA gesprochen. Was weißt Du da inzwischen darüber?

Ja, ist erschreckend. War mir auch in dem Umfang neu bis gestern. Wer sich mal diese Kataloge anschaut, der blickt in einen echten Abgrund. Das hatte ich vorher nicht für möglich gehalten. Da sind Hundertschaften von Frauen, die sich in Agenturen anbieten und von ihrer Bestimmung schwärmen, Leihmutter zu sein. Konkret, ihren Körper für einige Monate als Brutkasten zu verkaufen für ein Jahresgehalt oder zwei. Bei den zahlenden reichen Männern sind es allerdings, wenn es hochkommt, ein paar Monatsgehälter.

Es gibt Kataloge, wo sich Kinderkäufer die Leihmutter aussuchen können.

Genau. Es ist eine regelrechte Wirtschaft, die so in den Medien gar nicht vorkommt. Also dieses Produktdenken – nicht nur „Mensch“, sondern insbesondere Frau! – das da durchscheint, ist nicht nur unwürdig, sondern traurig und schockierend zugleich.

Also haben wir hier nicht nur das Baukastenprinzip Kind, das etwa per Embryonenauswahl auch geschlechtlich selektiert. Wir haben auch das Selektionsprodukt Frau. Nun gibt es seit Jahrzehnten Kataloge etwa von thailändischen und ukrainischen Frauen für einsame deutsche Männer. Die wurden allerdings massiv von grünwokelinker Seite angegriffen. Offensichtlich gibt es hier einen Unterschied. Die Leihmutter-Kataloge haben diese Kritik kaum erfahren.

Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Denn wir leben in einer Zeit der totalen Toleranz und man darf niemanden hassen oder beleidigen. Du darfst nicht sagen, du hasst Frauen und du darfst nicht gegen Ausländer sagen. Aber was immer geht, ist der Männerhass. Der Männerhass blüht. Das ist die Endstufe des modernen Feminismus. Frauen gelten als die besseren Menschen. Männer sind böse.

Aber der schwule Mann ist dann doch noch mal gut. Der ist sogar der Allerbeste. Die dürfen sich sogar Frauenkörper mieten. Die dürfen Babys von ihrer Mutter trennen, direkt nach der Geburt. Und dann titelt die Bild in etwa, das sei die höchste Form der Liebe.

Du hast den Migrantenmann vergessen, der vergewaltigt überproportional, aber das wird auch von Frauen entschuldigt, dass sei halt herkunftsbedingt und man darf niemanden wegen seiner Herkunft diffamieren.

Die Regenbogen-Menschen sind gleicher.

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Es gab Ende der 70er einen Bestseller von Svende Merian, der hieß „Der Tod des Märchenprinzen“. Da suchte eine Frau einen impotenten Mann fürs Leben. Aber nochmal zurück zur Leihmutterindustrie. Da gibt es Programme für Leihmütter inklusive eines psychologischen Trainings.

Ja, man hat richtige Kurse, die man anbietet, um dieser Frau, dieser Mutter, dieser Leihmutter, die ein Kind in sich trägt, beizubringen, sie zu konditionieren, von sich selbst nur noch als Gefäß zu denken, um jegliche Bindung zu dem wachsenden Kind in ihr zu unterdrücken. Und hier natürlich auch entgegen des natürlichen hormonellen Verhältnisses in Wechselwirkung mit dem Kind, das auch schon von Anfang an mit Beginn der Schwangerschaft beginnt.

Und um da eine Beziehung zu unterdrücken, bietet man also Kurse an.

Und was für mich auch neu und abstoßend war, ist, dass man dieser Leihmutter dann Decken zum Schnüffeln gibt – Decken der beiden schwulen Männer, die die vollgemacht haben mit ihrem Geruch –, um die Mutter vom Kind zu entwöhnen und um sie neu zu disponieren.

Um über die olfaktorische Wahrnehmung der Frau zum Kind zu gelangen im Mutterleib?

Man kann sich diesen Horror gar nicht vorstellen, der wie gesagt immer unter dem Label der Höchstform der Liebe läuft. Das muss man sich immer noch mal völlig klar machen. Man geht genau auf diese biologische Komponente. Man versucht da irgendwie reinzuwirken. Aber dann, wenn das Baby da ist, dann ist es plötzlich okay, das sofort von der Mutter, von dem Geruch zu trennen.

Dann kommt es meinetwegen auf die behaarte Männerbrust. Man kennt ja diese Bilder oder diese Videos mittlerweile auch von Influencern auf TikTok und überall. Völlig abstrus, gerade für Menschen, die eigene Kinder haben. Das kann eine der Motive für diese leichtfertige Verklärung der ganzen Sache sein.

Unter anderem werden in diesen Trainings Techniken gelernt, auch über sogenannte Mantras wie zum Beispiel: „Das ist nicht mein Kind, ich helfe nur dabei, es gesund zur Welt zu bringen“.

Es ist die absolute Gehirnwäsche. Der Mensch wird zum Produkt abgerichtet. Das ist übrigens interessant auch vor dem Hintergrund der verbotenen Konversionstherapien, wenn erwachsene Menschen das vielleicht machen wollen. Ich will das jetzt und hier gar nicht explizit bewerten, damit macht man ein weiteres Fass auf Ich habe ihn dabei bewusst etwas geschont – die Fakten sind hart genug. Aber fakt ist: Sich selbst vom Schwulsein zu lösen wird verboten, aber Frauen sollen sich für viel Geld von Homosexuellen von ihrer Mutterrolle lösen – das wird gewollt und praktiziert.

Tatsächlich kann man nicht nur die Mutter via Katalog auswählen, sondern man kann offenbar auch wählen, welches Geschlecht, ob es ein Junge oder ein Mädchen sein soll. Erstaunlicherweise sind die schwulen Käufer wieder ganz traditionell in zwei Geschlechtern verfangen. Und es gibt hier nicht die Entscheidungsmöglichkeit für „divers“. Warum nicht? Weil es biologisch gar nicht existiert. Sonst könnte man es ja bestellen. Oder Schwule wollen keine diversen Babys.

Natürlich zeigt uns das auch, dass es an diesem Abgrund doch wieder biologische Wahrheiten gibt. In diesem Abgrund sehen wir dann außerdem, dass seltsamerweise vor allem Jungen bevorzugt werden. Ich habe ja von dem Gerücht gehört, dass der kleine Georg, in den sich jetzt Jens Spahn und Daniel Funke „schockverliebt“ haben, dass der nach ihrer Lieblings-Schwulenbar benannt wurde, die Stadt muss ich noch herausfinden.

Nein, das können wir hier gleich aufklären, das war ein böswilliges Gerücht. Der verstorbene Vater von Spahn hieß Georg und Spahns Zweitname ist ebenfalls George.

Immerhin. Beruhigt mich aber in der Sache insgesamt kaum.

Der Spahn-Vater führt mich zur Frage, ob nicht vielleicht am Ende in einer Gesellschaft, die sich so weit von der traditionellen Familie entfernt hat, wo Mütter weiter schuften müssen – ob hier nicht zunehmend Mann-Frau-Paare auf diese Leihmutterschaften zurückgreifen werden, schlicht, weil es einfach bequemer ist. Dieses Angebot in den USA bezieht sich ja offenbar nicht nur auf Homosexuelle.

Und obwohl es in Deutschland verboten ist, haben wir ja hier auch in Berlin schon die Leihmutterschaftsmessen, die aber zu absolut höchsten Anteilen von schwulen Männern besucht werden. Und wir kennen das von Stars, die sich ein Kind in der Leihmutter austragen lassen, von den Reichen und Schönen, die ihren Frauen die Schwangerschaft ersparen wollen.

Ebenfalls anzumerken ist übrigens, dass bei der Leihmutterschaft – wenn sich zwei Männer ein Baby kaufen wollen – auch viel schiefgeht. Da werden eine Menge Eizellen befruchtet, eingepflanzt und dann funktioniert es nicht. Zudem werden überzählige, überschüssige befruchtete Eizellen entweder direkt entsorgt oder eingefroren. Im Falle Jens Spahn muss man vielleicht auch noch dazu sagen: Wir finanzieren das ja alles mit. Die Reichen und Schönen haben schon immer gemacht, was sie wollen. Und mit Geld kannst du dir fast alles kaufen.

Bei Jens Spahn ist es jetzt so, dass er ein Politiker ist, der sich explizit gegen die Leihmutterschaft ausgesprochen hatte. Sein Ministerium hat ja noch vor wenigen Jahren, als er Gesundheitsminister war, gesagt, „die damit verbundenen besonderen Schwierigkeiten bei der Selbstfindung des Kindes ließen sich aus Sicht des Gesetzgebers negative Auswirkungen auf dessen Entwicklung im Sinne einer Gefährdung des Kindeswohls befürchten“, so dass das Ministerium unter Spahn.

Nun hat natürlich jeder das Recht, seine …

…Meinung zu ändern, ja, ja. Aber diesen Babykauf, den finanzieren wir alle mit. Und er ist nicht der Erste.

Da würde ich jetzt widersprechen, denn wir finanzieren natürlich auch seine Hummergelage mit. Wofür jemand sein Geld ausgibt, ist zunächst jedem selbst überlassen. Er wurde gewählt und wird noch als Abgeordneter bezahlt. Bist du eigentlich homophob?

Nein.

Danke für das Gespräch!

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