Als innerhalb weniger Stunden Zehntausende Menschen die spanische Exklave Ceuta stürmten, war schnell klar: Das war keine spontane Fluchtbewegung. Es war eine logistisch präzise orchestrierte Aktion Marokkos. Im Gespräch mit RA Dirk Schmitz wird deutlich, wie stark das Königreich wirtschaftlich von der EU abhängt – und wie wenig Europa bisher bereit ist, diese Abhängigkeit als Druckmittel einzusetzen. Von Handelsbeziehungen über geostrategische Interessen bis hin zur deutschen Migrationspolitik: Ein schonungsloser Blick auf ein Lehrstück gescheiterter Grenz- und Interessenpolitik.
Du hast dich gerade mit den Zahlen beschäftigt – Wirtschaftsverbindungen, Handelsverbindungen zwischen Marokko und Deutschland. Was war das Ergebnis?
Dass Marokko maximal von Deutschland und von Europa abhängig ist. 33,7 Prozent des Außenhandels von Marokko ist EU. Wenn sich die Grenzen schließen – und zwar nicht für marokkanische Flüchtlinge, sondern für marokkanische Produkte – ist dieses Land innerhalb von drei Monaten pleite. Es ist Aufgabe richtiger europäischen Politik, das klar mitzuteilen: Wenn zukünftig auch nur zufällig ein einziger Flüchtling über die Grenze schwimmt oder springt, ist das für die marokkanische Ökonomie das Aus. Ein bisschen Trump könnte helfen – und nicht ein grenzdebiler Wadephul, der Außenpolitik in Marokko simuliert.
Aber Frau Ursula von der Leyen, Kommissionspräsidentin der EU, möchte doch Massenzuwanderung. Das passt nicht zusammen mit dem, was du gerade erzählt hast.
Ich habe nichts dagegen, wenn Frau von der Leyen zukünftig ihr Exil in Marokko suchen wird.
50.000 Leute landen binnen kürzester Zeit, innerhalb weniger Stunden, in der spanischen Exklave. Ich habe mich gewundert: Die ganze Zeit habe ich nichts von den Engländern gehört. Die haben doch in Gibraltar auch einen Stützpunkt. Die sind offensichtlich an den EU-Problemen nicht mehr interessiert.
Die Engländer sind ja auch nicht mehr Mitglied der EU.
Hast Du eine Idee, warum diese Mittelmeerenge so wichtig ist? Gibt es hier möglicherweise auch geostrategische Interessen der Amerikaner? Möglicherweise der Israelis, die ja offensichtlich mit Marokko eng verbunden sind und dort mitmischen – wie wir gestern recherchiert haben.
Die Israelis mischen überall mit, wo sie in die arabische Welt einen Keil treiben können. Marokko gehört zu den Staaten, die noch mit Israel reden, und deshalb wird dort unterstützt. Echte geostrategische Interessen von Israel an Gibraltar bzw. in der Meerenge sehe ich nicht.
Dazu kommt Folgendes: Ceuta liegt an der Straße von Gibraltar gegenüber dem spanischen Festland. Es wurde 1415 von Portugal erobert. Und nach der Personalunion der spanischen und portugiesischen Krone ab 1580 an Spanien gebunden. Seit 1668 völkerrechtlich endgültig Spanien zugeordnet. Melilla liegt weiter östlich an der Mittelmeerküste. Es wurde bereits 1497 vom Herzogtums Medina Sidonia für die kastilische Krone besetzt. Seitdem ist es ununterbrochen unter spanischer Herrschaft. Ceuta und Melilla besitzen seit 1995 den Status „autonomer Städte“ Spaniens und gehören staatsrechtlich vollständig zu Spanien. Das ist kein Neo-Kolonialismus. Diese beiden Orte sind Teil Europas – fast seitdem Kolumbus Amerika entdeckt hat.
Du gehst davon aus, dass die Marokkaner diese Invasion durchaus hätten verhindern können?
Natürlich hätten die das verhindern können. Man muss den Marokkanern umgekehrt ein Kompliment machen: Wer es schafft, innerhalb von zwei Tagen 50.000 Flüchtlinge dort abzuwerfen, der ist deutlich besser als die Deutsche Bahn. Der marokkanische König schafft sogar Logistik, wo keine logistische Infrastruktur ist. Insoweit ein Kompliment an den Erb-Diktator. Das war keine spontane Aktion – das war eine staatlich gesteuerte Aktion, allein anhand der zahlenmäßigen Eckdaten.
Jetzt haben wir auch ein ganz aktives Mitmischen der sozialen Medien, die das am Ende mitinitiiert haben. Das erinnert mich an die nordafrikanischen Revolutionen, die den Titel „Facebook-Revolution“ hatten. Offensichtlich werden hier gelernte Muster immer wiederholt.
Das Interessante ist: Normalerweise standen an dem Grenzübergang zu Ceuta nicht Marokkaner, sondern Afrikaner aus ganz anderen Ländern, die versuchten, über die spanischen Exklaven nach Europa zu kommen. Diesmal waren es fast ausschließlich Marokkaner. Und die haben noch 7.000 Jugendliche nach vorne geschickt, die jetzt der spanische Ministerpräsident auf sein Land verteilen will und damit Akzeptanzprobleme hat. Das heißt: Diese 7.000 Kinderinvasoren werden nicht zurückgeschickt. Die bleiben in Spanien, weil sie faktisch wegen irrem spanischen und EU-Recht nicht nach Marokko zurückgeschickt werden dürfen. Teil der Invasionspolitik der EU.
Du sprichst Akzeptanzprobleme an. Tatsächlich sind in Spanien, wenn ich es richtig gesehen habe, gestern gleich große Massendemonstrationen gegen den Sozialisten in Gang gekommen. Die 57 Toten scheint übrigens niemanden zu interessieren. Bei dieser Aktion sind viele Menschen gestorben. Wenn an anderer Stelle 57 Menschen sterben, dann ist die Hölle los.
Ja, wenn in Berlin einer stirbt, der das falsche oder richtige Geschlecht hat, ist schon die Hölle los. Tote sind verhandelbar, da es auf Motivlagen ankommt.
Jetzt hat man auf Fotografien von diesem Sturm auf diese Exklaven gesehen, dass die fast alle mit Schwimmreifen unterwegs waren. Und die waren vom selben Produzenten. Simulationen von Autoreifen, wie sie Kinder im Schwimmbad haben. Also unterstützt das doch die These, dass das massiv gut vorbereitet war, wenn alle denselben Schwimmring hatten.
Für jeden Sicherheitsexperten ist klar, dass war vom marokkanischen Staat flächendeckend vorbereitet. Dieser Ort liegt ja nicht irgendwo an einer Schnellstraße oder einer internationalen Eisenbahnverbindung, sondern verkehrstechnisch isoliert. Und wenn 50.000 Menschen kurzfristig innerhalb von zwei Tagen da sind, war das eine staatliche False-Flag-Organisation der Marokkaner. Und dafür müssen sie meines Erachtens büßen.
Praktisch keinerlei Kritik der Amerikaner und der Israelis an Marokko. Jede Kritik richtet sich gegen die Spanier. Demgegenüber hat der Korrespondent von Tichys Einblick heute, der direkt in Ceuta sitzt klargemacht, dass die Spanier damit eigentlich sehr gut umgegangen sein sollen. Also die sollen das relativ gut abgewiesen haben.
Da sage ich jetzt nichts dazu. Ich war nicht dabei. Leute, die das tatsächlich gesehen haben, können sagen, wie gut die das vor Ort gemanagt haben.
Aber ich hatte Massen an Bildern gesehen, wie sie ankommen. Aber wie sie zurückgehen, wurde weniger intensiv gefilmt.
Ja, deshalb wissen wir nicht genau, wie viele zurückgegangen sind und wie viele tatsächlich noch da sind.
Noch einmal zu den Amerikanern und den Israelis: Kein Wort, keine Kritik an Marokko, wegen enger Verbindungen usw. Was sagt das denn über unsere natürlichen Verbündeten USA und Israel?
Die Israelis sind nicht unsere Verbündeten. Die Israelis machen eine originär und aggressiv interessengeleitete Eigenpolitik, denen ist die Welt scheißegal – sowohl Europa als auch Trump. Eigentlich können wir von Israel lernen, was ein Land schafft, wenn es primär Politik für sein Volk betreibt. Wir sind in Marokko in einem Land, in dem es schon 1911 einen Panthersprung mit einem deutschen Kriegsschiff gegeben hat, wo Deutschland, die USA und Frankreich vor dem Ersten Weltkrieg um Einflussgebiete gerungen haben.
Und genau an dem gleichen Punkt sind wir wieder: Marokko ist auch Einflussgebiet der USA, Marokko lebt aber außenhandelsmäßig von Europa. 2025 importierten die USA Waren im Wert von nur 1,9 Milliarden US-Dollar aus Marokko. Das entspricht lächerlichen 4 Prozent. Umgekehrt exportierten die USA 2025 Waren im Wert von 5,5 Milliarden US-Dollar nach Marokko. Die USA erzielten damit einen Warenhandelsüberschuss von etwa 3,7 Milliarden Dollar.
Und hier hat die EU keine Eier in der Hose, um seine eigene Interessenpolitik und die der Mitgliedsstaaten durchzusetzen. Früher war das anders: Im Marokko-Kongo-Vertrag von 1911erkannte Deutschland zwar Frankreichs besondere Stellung in Marokko an. Frankreich trat dafür aber Teile Französisch-Äquatorialafrika an das Deutsche Reich ab. Diese wurden dann als Neukamerun der deutschen Kolonie Kamerun zugeschlagen. Quid pro quo.
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Jetzt haben wir einen Politakteur aus Wien, Martin Sellner, der sich gestern schon auf den Weg gemacht hat Richtung Gibraltar. Wahrscheinlich europäisch vernetzt und einfach mal direkt vor Ort hingefahren ist, um mit den Spaniern zu sprechen und dort gegen diese Zuwanderung zu demonstrieren. Da kann man sich zunächst fragen: Was will der Wiener? Was wollen die Deutschen dort unten? Aber uns geht es doch ganz besonders an. Ist Martin Sellner hier ein guter Vertreter für eine deutsche Sache?
Nein. Sellner ist ein Aktivist, der den Finger in die Wunden legt. Und die brutale Wunde heißt hier: Afrikanische Einwanderung nach Europa sickert über Spanien am Ende auch nach Österreich und Deutschland. Das sind die berühmten maghrebinischen jungen Männer, die besonders auffällig in Deutschland vergewaltigen, belästigen und rauben. Da kommt ein Großteil dieses Packs exakt über solche Schienen.
Wir schauen in ein Sieb und sprechen über ein einziges kleines Loch. Das ist mein Eindruck. Wenn ich mir überlege, dass wir aktuell gerade wieder den Flugverkehr mit Syrien aufgenommen haben und eigentlich jeder nach Hause fliegen könnte: Diese Massenzuwanderung, Familiennachzug – das ist doch mittlerweile alles so subtil verteilt, dass wir nach wie vor ein massives Einsickern haben. Ich habe zum Beispiel mit dem BAMF gesprochen, zuletzt vor wenigen Tagen, und die haben mir erklärt, sie wären jetzt immer vorbereitet auf auch größere Zahlen. Man habe jetzt so eine Art flexible Bürokratie. Hier geht es demnach nur noch um Verwaltung von Zuwanderung, nicht mehr um Abschottung.
Es ging nie um Abschottung. Diese verkommene Regierung in Berlin – CDUSPD – macht Folgendes: Sie unterstützt eine unumkehrbare Zuwanderung kulturfremder Menschen nach Deutschland. Sie vollzieht systematisch eine Umvolkung und verarscht das deutsche Volk, indem sie lügend erklärt, sie sorge für Rückführung. Bullshit. Die Statistik beweist das exakte Gegenteil. Wir haben einen verkommenen Kanzler, einen verkommenen Außenminister und ein verkommenes Kabinett. Wir brauchen eine Regierung die deutsche Interessen vertritt.
An welcher Stelle müssen wir denn als Deutsche einfach mal akzeptieren, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist? Wie lange wollen wir uns eigentlich noch empören und uns mit Adrenalin fluten? Und es ändert sich nichts. Wir machen das seit elf Jahren. Vor elf Jahren sind wir bei Roland Tichy angetreten, das erste Mal, und ich habe gesagt: An der Stelle funktioniert etwas nicht. Ich kann mich erinnern an Katrin Göring-Eckardt und beispielsweise Dieter Zetsche von Mercedes, die damals unkten: Wir kriegen ein neues Wirtschaftswunder mit dieser Zuwanderung. Facharbeiter wandern ein. Der Asylmissbrauch ist mittlerweile im millionenfachen Stil elf Jahre alt.
Das ist letztlich eine Wette: Beseitigt diese heruntergekommene Regierung, dieses heruntergekommene Establishment Deutschland? Oder ist Deutschland rechtzeitig in der Lage, diese Regierung, dieses Establishment zu beseitigen, bevor es so nicht mehr existiert?
Egal wo man Taxi fährt: In der Regel hat man noch einen türkischen Fahrer der zweiten, dritten, vierten Generation. Auch all diese Leute sind schockiert von dem, was in ihrer zweiten Heimat – oder in ihrer echten Heimat oder in ihrer neuen Heimat – mittlerweile passiert. Egal mit wem man spricht, selbst mit Homosexuellen: Sie sind alle teilweise wirklich schockiert, was aus diesem Land, was das grünwoke Establishment aus Deutschland gemacht hat. Ich persönlich glaube mittlerweile, dass das tatsächlich nicht mehr zu retten ist. Und da bin ich wieder ganz bei Krah – oder leider ganz bei Krah – der sagt: Wir können uns nur noch retten, indem wir eigene Enklaven, deutsche Enklaven im eigenen Land bilden müssen.
Ich bin kein Anhänger einer Rückzugsideologie. Ich gehe davon aus, dass - wenn selbst Zuwanderer der ersten und zweiten Generation – viele Deutschtürken – Sorge haben vor weiteren Zuwanderströmen aus der Dritten und Vierten Welt eine radikale Wende möglich ist.
Islam, Religiosität – das steht im Grunde doch diese Wolke dieser Religion dahinter. Dieses Christentum versus Islam versus Ungläubige.
Das sehe ich nicht so. Denn die, die über die Grenzen fluten, tun das überwiegend aus arabischen oder islamischen Staaten. Aber sie fluten nicht Deutschland, weil sie den Islam verbreiten möchten, sondern weil diese leider regelhaft aggressiv-primitive Bevölkerungsethnie, nix Fachkräfte, letztlich ihre Steinzeit, ihr Mittelalter nach Deutschland importieren und uns mit ihren Maßstäben dominieren wollen. Das sind keine erzeugten Islamisten. Es sind einfach Menschen, die ihre primitiv-kulturfremde Lebensart - vor der sie eigentlich flüchten - in Deutschland umsetzen wollen – und zwar dramatisch aggressiver, als wir uns verteidigen. Niemand flüchtet nach Pakistan oder Saudi-Arabien. Und genau das ist das Problem. Im Strafrecht gilt bei diesen Gruppen eine Bewährungsstrafe nicht ganz zu Unrecht als Freispruch.
Aber da gibt es doch dieses berühmte Foto – jetzt fast schon ikonisch – aus Ceuta, wo wohl eine etwas ältere Dame, wahrscheinlich jenseits des Klimakteriums, im kurzen Rock, freudig mit langem offenen Haar den Migrantenstrom oder diesen Strom junger Marokkaner ins Land winkt. Und diese Frauen glauben noch in der Regel: Wenn sie erst einmal hier bei uns angekommen sind, dann werden sie auch schon unsere Kultur übernehmen und so weiter und so fort. Das ist ja der Standardglaube, dass es nur an der fehlenden Bildung liegt. Wenn wir ihnen Bildung geben, haben wir wieder neue Deutsche.
Du hast es gerade gesagt: Außerhalb der Regel, innerhalb der Regel denken die meisten Frauen noch anders. Es drängt sich mir auf: Diese Frauen haben unbefriedigte sexuelle Fantasien, die sie mit ganz großen Flüchtlingsströmen in Übereinstimmung zu bringen versuchen. Ansonsten wäre das postmagisches Denken.
Das musst du kurz noch in einem Satz erklären, denn das hat ja fast was Sexistisches.
Das ist etwas Sexistisches. Wir sollten die Kraft der Sexualität nicht unterschätzen.
Danke für das Gespräch!
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