Der Kriegstreiber-CEO: Selenskyjs Propagandachef in Deutschland

Matthias Döpfner – Why?

von Alexander Wallasch (Kommentare: 6)

Diese Scheiß-Sehnsucht nach dem Scheißkrieg von Opa© Quelle: Welt.de/Screenshot, Montage: Wallasch

Springer-Journalisten nahmen Selenskyjs Verdienstorden an – für „Beiträge zu Waffenlieferungen“. Seitdem führt Mathias Döpfner Krieg mit der Schreibmaschine, während er anderen Pazifismus vorwirft. Legion Springer an die Front – oder endlich den Mund halten.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, veröffentlicht alle Jubeljahre eine Art Leitartikel, der dann Deutschland bewegen soll. Medienmacht trifft hier auf Verknappung und beansprucht so Deutungshoheit. Aber Döpfner ist auch intellektuell kein Frank Schirrmacher.

Aktuell schreibt Döpfner über die Friedensbemühungen der AfD im Ukrainekonflikt. Gleich vorweg: Dem Vorstandsvorsitzenden von Springer steht es nicht zu, überhaupt ein einziges Sterbenswörtchen zum Ukrainekrieg zu schreiben. Nicht als Journalist, nicht als Springer-Chef.

Natürlich kann Mathias Döpfner schreiben, was er will. Aber seine Leser sollen wissen, dass Herr Döpfner sein Unternehmen in den Dienst von Wolodymyr Selenskyj gestellt hat. Springer hat sich mit Blick auf die Ukraine von den ethisch-moralischen Prinzipien des Journalismus losgesagt.

Olaf Scholz’ „Zeitenwende“ bedeutete bei „Welt“ einen Abschied vom Journalismus, wie wir ihn kennen. Eine Zäsur mit gravierenden Folgen. Am 15.11.2022 titelte die „Welt“: „Ukraine ehrt deutsche Journalisten mit Verdienstorden“.

Konkret hieß es vor drei Jahren in besagtem „Welt“-Artikel:

„Drei Journalisten des Axel-Springer-Verlags erhalten einen ukrainischen Verdienstorden. Darunter WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt. Er habe dazu beigetragen, die deutsche Regierung zu Waffenlieferungen an die Ukraine zu bewegen, schrieb Andrij Melnyk auf Twitter.“

Und die Zeitung erzählte das „In eigener Sache“! Ausgezeichnet wurden neben Poschardt auch der damalige stellvertretende „Bild“-Chefredakteur Paul Ronzheimer und der verantwortliche Redakteur im „Bild“-Ressort Politik, Julian Röpcke.

Die Ordensverleihung basiert auf einem Erlass von Präsident Wolodymyr Selenskyj höchstpersönlich. Poschardt und Röpke haben sich für die Verleihung bedankt. Immerhin scheint Paul Ronzheimer den Braten noch gerochen zu haben und bat sich Bedenkzeit aus: „Ich jedenfalls habe mich noch nicht entschieden, ob ich überhaupt den Orden eines Landes annehmen möchte.“ Über den aktuellen Ronzheimer-Stand ist nichts bekannt.

Was Springer, „Welt“, Poschardt und Röpcke hier gemacht haben, ist die Akzeptanz, als regierungsnahe „Journalisten“ auch noch im Dienst einer fremden Regierung zu stehen. Redaktionelle Doppelagenten. Der „Welt“-Artikel zur Ordensverleihung endet kommentarlos – und als wolle man damit die eigenen Orden noch erhöhen – mit dem Satz:

„Einen Orden bekam auch Selcuk Bayraktar, Chef des türkischen Drohnenherstellers Baykar.“

Der Wackelkandidat Ronzheimer zierte sich auch deshalb noch, so erzählte er im Interview, weil er die Ukraine nicht vor den Kopf stoßen wolle. Wie bitte? Ein Journalist möchte niemandem vor den Kopf stoßen, indem er darauf hinweist, dass er den ethischen Prinzipien des Journalismus treu bleiben will – dass er Journalist bleiben will? Springer bildet auch umfassend junge Journalisten aus.

Im selben Moment, wo der Vorstandsvorsitzende von Springer in der Ordensfrage bewusst auf die Anwendung unverrückbarer Compliance-Regeln für Springer-Journalisten verzichtet hat, hatte Döpfner automatisch jedes Recht verwirkt, sich in seiner Funktion als CEO von Axel Springer SE journalistisch zum Ukrainekrieg zu äußern.

Es steht Mathias Döpfner jedoch jederzeit offen, eine „Legion Springer“ oder ein „Bataillon Döpfner“ an die ukrainische Front zu entsenden. Poschardt und Röpcke – ggf. auch Ronzheimer – dürfen dann mit dem Verdienstorden an der Brust ins Gras beißen und Döpfner selbst dahin kriechen, wo die Eisernen Kreuze wachsen.

Was kann Mathias Döpfner über die Friedensbemühungen der anderen schreiben, wenn er sein Verlagshaus als eine Art fünfte Kolonne und Propaganda-Abteilung in Deutschland an die Ukraine verkauft hat?

Was Döpfner der Ukraine da anreicht, muss sich demzufolge auch nicht mehr an journalistische Mindeststandards halten. Und so liest es sich dann auch wie Gossenlyrik:

„Immer häufiger hört man von der amerikanischen oder ungarischen Regierung, anderen rechtspopulistischen Parteien in Europa und nicht zuletzt der AfD Sätze, die man eher John Lennon, Heinrich Böll oder Rudi Dutschke zugeordnet hätte.“

Die Transatlantiker fühlen sich seit Trump um ihre geliebte Bob-Dylan-Easy-Rider-USA betrogen, die jetzt die AfD viel lieber hat. Frieden ist Krieg. Und wer für Frieden ist, muss so ein Kommunist wie Dutschke sein. Jener Dutschke, der erschossen wurde, weil „Bild“ es so wollte, wenn man „Der Baader-Meinhof-Komplex“ liest – geschrieben von Stefan Aust, der später Herausgeber der „Welt“ wurde, bevor Ukraineordensträger Poschardt 2024 den Job als Herausgeber übernahm.

„Ich hasse Kommunisten“, lässt Aust seinen Josef Bachmann aufsagen, den Dutschke-Attentäter.

Folgt man Springer, „Welt“ und „Bild“, dann werden die Bachmanns von morgen schon wieder aufgehetzt, sich dieses Mal einen AfDler vor die Flinte zu holen. Denn schließlich, so Döpfner, unterwerfen sich alle um Diplomatie und Frieden bemühten Kräfte Putin, womit dann die freie Gesellschaft gescheitert ist.

Und was macht man, wenn man der AfD und ihren Bemühungen um Frieden an den Karren fahren will? Döpfner geht den direktesten Weg über Thüringen, so macht man es seit zehn Jahren, Höcke muss her! Döpfner schreibt:

„Die Speerspitze der pazifistischen Rhetorik verkörpert bisher Björn Höcke.“

Davon ist allerdings bisher nichts bekannt geworden, Höcke wird auch von Springer weitestgehend gemieden. Mit dem Symbol der Friedenstaube operiere Höcke, so schreibt es Döpfner. Und weiter:

„Das ist ebenso überraschend wie gefährlich. Denn im Gefieder der Friedenstaube huldigen Höcke und ihresgleichen nur dem Recht des Stärkeren.“

Aber wie begründet Döpfner seine polemische Behauptung? Gar nicht. Stattdessen fährt der im Dienst der Ukraine stehende Springer-Chef fort:

„Wenn es eine Idee gibt, die sich über anderthalb Jahrhunderte als besonders realitätsfremd und falsch erwiesen hat, dann die, dass man durch Verzicht auf Rüstung, Waffen und militärische Stärke Kriege verhindern oder beenden kann.“

Leere Worthülsen zeichnen sich dadurch aus, dass man mit ihnen auch das Gegenteil belegen kann:

„Wenn es eine Idee gibt, die sich über anderthalb Jahrhunderte als besonders realitätsfremd und falsch erwiesen hat, dann die, dass man durch Verzicht auf Diplomatie Kriege verhindern oder beenden kann.“

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Hier lohnt der Blick auf die Vorgeschichte, die zum Ukrainekrieg führte, und ein Zitat des regierungsnahen Monitor-Moderators Georg Restle, der schon 2015 erklärte:

„In der ukrainischen Hauptstadt haben die Falken die Macht übernommen und das heißt nichts Gutes. (…) Dass das Europäische Parlament der ukrainischen Regierung ausgerechnet jetzt seine uneingeschränkte Solidarität ausspricht, macht wenig Hoffnung.“

Mathias Döpfner weiß das alles, er weiß auch um das Ukraine-Engagement der USA. Dennoch schreibt er:

„Das Dumme ist nur, dass Kriege immer wieder von den Wenigen angefangen werden, die das anders sehen: von Autokraten, Diktatoren oder Psychopathen. Die lassen sich in der Regel nicht durch Friedenstauben, sondern nur durch militärische Stärke und Abschreckung abhalten.“

Es sind so viele dumme Sätze in diesem überlangen polemischen Text von Mathias Döpfner:

„Was der Rhetorik des neuen rechten Vulgärpazifismus zugrunde liegt, ist keine Sehnsucht nach Frieden, sondern nach Unterwerfung.“

Die AfD dürfe niemals Regierungsverantwortung übernehmen, meint Döpfner, weil die AfD wieder an den russischen Gashahn möchte. Das alles ist so banal und propagandistisch gedacht, dass es an Laienäußerungen zu moderner Kunst erinnert. Döpfner ist hier auf eine Weise deutsch, wie man es sich kaum ausdenken kann.

Und Döpfner vergisst beflissentlich, dass es seine Gönnerin Friede Springer war, deren Freundschaft mit der Gas-Deal-Kanzlerin Merkel die Springer-Redaktionen erst zu Propagandaschmieden gemacht hat. Und weil man vor seinem eigenen Geschwätz in Internetzeiten nicht flüchten kann: Friedensengel Döpfner erklärte im „Zeit“-Interview 2011 „Ich bin ein Pazifist im Herzen“.

An einer Stelle in einem Podcast mit Giovanna Winterfeld auf „Nius“ erzählte Ex-Bild-Chef Julian Reichelt einmal, dass es eine Rundmail von Friede Springer gab, mit der eindeutigen Anweisung, die Corona-Politik der Kanzlerin zu unterstützen und nicht zu kritisieren. Und warum sollte das bei 'Welcome-Refugees' aus dem Hause Springer anders gewesen sein?

Mathias Döpfner steht einem ethisch-moralisch verrotteten Haus vor. Über Jahrzehnte hat man sich mit der etablierten Politik ins Bett gelegt und dem Begriff 'politisch-medialer Komplex' ein Gesicht gegeben. Die Infektion war gegenseitig.

Döpfner erklärt, Friedensbemühungen bzw. ein AfD-Pazifismus opfere die offene Gesellschaft, opfere die Demokratie, die Freiheit, die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Lebensstile. Das ist Orwell pur. Krieg ist Frieden, Gefängnis ist Freiheit, kalt ist warm, Hunger ist Völlegefühl.

Döpfner scheut sich nicht, sich da oben in seiner Springer-Hochetage über imaginäre Landkarten zu beugen – es bleiben im Raum: Ronzheimer, Poschardt und Röpke. Das Napoleon-Syndrom in voller Blüte:

„Der Satz, dass man den Krieg gegen Putin nicht gewinnen kann, ist falsch. Die Nato und noch mehr die sogenannte Ramstein-Koalition, jener Zusammenschluss von 50 demokratischen Staaten zur Unterstützung der Ukraine, sind Russland sowohl finanziell als auch militärisch haushoch überlegen.“

Döpfner fürchtet die Friedensbemühungen der USA und der friedensbewegten Menschen in Europa wie der Teufel das Weihwasser. Dafür liefert er das ukrainische Volk lieber weiter den Diplomatieverweigerern aus. Es geht doch längst nicht mehr darum, zu erklären, Putin sei ein Kriegsherr und Diktator, es geht darum, diesen Krieg zu beenden oder wenigstens einzufrieren, damit nicht noch mehr junge Väter, Söhne und Enkel sterben.

Aber auf der Seite Döpfners müssen Interessen bedient werden, da geht es nicht mehr um Leben und Tod, sondern um Milliarden, um Einflusszonen und um so ein menschenverachtendes gigantisches Monopoly-Schlachtfeld.

Der Springerchef Mathias Döpfner und seine Ukraineordensträger haben jede Bodenhaftung verloren. So schrecklich es wäre, so sehr ist diesen Rohlingen anzuraten, wieder aus dem Blechnapf zu fressen. Im Osten an der Front der Großväter als Stahlhelm-Journalisten.

Europa trete „schwach und uneinig und impotent“ auf, beendet Döpfner dann endlich diese unsägliche Kriegshetze und -propaganda. Und in dem Moment wünscht man sich genau dieses schwache und uneinige und impotente Europa, denn es könnte in diesem Zustand den Krieg beenden. Und die Legion Springer bitte an die Ostfront.

Und am Ende steht dann wieder der alte Befehl:

„Wer ist das? – Ein Kind, Herr Hauptmann. – In russischer Uniform? – Ja, bei denen kämpfen jetzt schon die Kinder, gilt als Kriegsgefangener, Herr Hauptmann. – Laut Befehl dürfen auf Stoßtrupps keine Gefangenen gemacht werden. – Und was soll ich jetzt mit ihm machen, Herr Hauptmann? – Werden Sie ihn los. – Und wie, Herr Hauptmann? – Na wie, erschießen Sie ihn!!! – Erschießen Sie ihn doch selbst, Herr Hauptmann!!“
(Steiner – Das Eiserne Kreuz)

Gehen Sie doch in Ihren Scheißkrieg, Mathias Döpfner. Oder seien Sie einfach still.

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