Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund liegt in Umfragen klar vorne bei über 40 Prozent und will im Falle einer Regierungsübernahme als Sofortmaßnahme die Verträge kündigen, darunter den MDR-Staatsvertrag mit Sachsen-Anhalt. Eine Kündigung zum Jahresende wäre mit zweijähriger Frist möglich und würde Sachsen-Anhalt ab 2029 aus dem MDR ausscheiden lassen, regionale Angebote wie „MDR Sachsen-Anhalt heute“, Radioprogramme und Online-Inhalte fielen weg.
Der MDR bestünde noch als Zwei-Länder-Anstalt (Thüringen und Sachsen) weiter, der Rundfunkbeitrag müsste aber vorerst weitergezahlt werden, und es müsste eine neue öffentlich-rechtliche Struktur geschaffen werden. Der MDR reagierte am Montagabend mit einer kurzen Unterbrechung durch schwarzen Bildschirm und Off-Stimme: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? … Das könnte passieren.“
Intendant Ralf Ludwig — 300.000 Euro Jahresgehalt plus Pension – begründete das als Aufklärung über die Folgen und nannte das AfD-Wahlprogramm. Der Sender kündigte zudem juristischen Widerstand an.
Aber war das besonders klug? Solche Aktionen können im Internet-Zeitalter der schnellen Vernetzung brutal nach hinten losgehen – gerade im blauen Sachsen-Anhalt. So mag ein schwarzer Bildschirm des MDR für Kritiker nicht den Verlust neutraler Information vermitteln, sondern viel mehr das mögliche Ende einer von vielen als einseitig und propagandistisch empfundenen Berichterstattung.
Statt Wähler zu schockieren und von der AfD abzubringen, kann das als amüsanter Booster wirken: Der Sender nutzt sein Programm für politische Einflussnahme im Wahlkampf und demonstriert damit genau die Abhängigkeit und den Aktivismus, den Gegner monieren – ein Schuss ins Knie und es blutet stark.
In einem Bundesland mit starker AfD-Unterstützung sorgt das nur dafür, die Wahrnehmung von „Staatsfunk“ und damit die Partei noch zu stärken, weil es die Kritik am ÖRR als bestätigt erscheinen lässt. Die Aktion selbst wird zum Wahlkampfthema und unterstreicht, dass der MDR sich „unfreiwillig“ als Staatsfunk positioniert – eine Erosion des Vertrauens und er Endphase?
Im AfD-Programm und in Anträgen im Landtag von Sachsen-Anhalt heißt es zur Abschaffung bzw. radikalen Umgestaltung: Als Sofortmaßnahme sollen die Rundfunkstaatsverträge – Medienstaatsvertrag, Rundfunkbeitragsstaatsvertrag, ARD-, ZDF-, Deutschlandradio- und MDR-Staatsvertrag – gekündigt werden, um Reformdruck zu erzeugen. Angestrebt wird eine erhebliche Reduzierung auf einen „Grundversorgungs-Rundfunk“ bzw. „Grundfunk“ mit Konzentration auf Nachrichten und Information, Bildung, Regionales, Dokumentation, Kultur und Tradition, Verbraucherschutz usw., strikt politisch ausgewogen und ohne Zwangsbeitrag.
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Die Finanzierung soll über Haushaltsmittel oder Werbung laufen, Pflichtbeiträge abschaffen. Siegmund hat formuliert, man wolle die Bürger „von dieser Zwangsabgabe, von dieser Desinformation befreien“ und „dieser woken, antideutschen und manipulativen Beeinflussung den Stecker ziehen“.
Die Anwürfe sind hinlänglich bekannt: mangelnde Ausgewogenheit, links-grüne Schlagseite, selektive Themenwahl und fehlende Neutralität. Die Debatten darum reichen von der Gebührenhöhe und Intransparenz über die Berichterstattung zu Migration, Klima oder Corona bis hin zu Talkshows und Magazinen.
Beispielsweise die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht erklärte im Juni 2026:
„Leider ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu einem propagandistischen Staatsfunk nach dem Vorbild des DDR-Fernsehens verkommen.“
Wagenknecht allerdings war lange das Hätschelkind in öffentlich-rechtlichen Talkshows. Wo die Einladungen ausbleiben, wächst halt die Unzufriedenheit. Dazu passt dann eine aktuelle Bemerkung von Ulf Poschardt:
„Der öffentliche Rundfunk ist eine rot-grüne Propaganda-Maschine.“
Der Ex-Journalist allerdings war lange „Welt“-Chefredakteur und hat in der Rolle etwa auf explizite Anweisung der Springer-Chefetage die Regierungspolitik von Merkel umgesetzt. Poschardt ging sogar soweit, dass er für die Propagandaarbeit für die Waffenlieferungen der Regierung in die Ukraine von Präsident Selenskyj den Verdienstorden dritter Klasse für Propaganda angenommen hatte. Somit ist auch Poschardt ein MDR-Charakter.
Die MDR-Aktion wollte nun die Folgen eines Endes des MDR in Sachsen-Anhalt visualisieren. Der Bumerang-Effekt ist vorprogrammiert. Die Lachnummer garantiert.
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Kommentar von Liam
Vor einem belanglosen Beitrag in „Sachsen-Anhalt heute“ wurde hysterisch und dramaturgisch eine Abschaltung simuliert:
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Im Radio gab es während der Nachrichten mehrere Unterbrechungen sowie ein oberflächliches Gespräch mit Funkhausdirektor Herden:
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Auch der Norddeutsche Rundfunk macht mit – in Mecklenburg-Vorpommern ist die AfD ähnlich stark. NDR 1 Radio MV hat exakt denselben Wortlaut übernommen:
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