Massenvergewaltigungen, Plünderungen und die bittere Realität der „Befreiung“ durch die Rote Armee

Melnyk am sowjetischen Ehrenmal in Berlin: „Die Ukrainer haben Berlin befreit“

von Alexander Wallasch (Kommentare: 8)

Über eine Millionen deutsche Frauen sollen Opfer von Vergewaltigungen geworden sein.© Quelle: Wikipedia/Bundesarchiv_Bild_183-Z1218-316/Kolbe/ 1947

Während Ukrainer und Russen heute zu Hunderttausenden in den Schützengräben sterben, legte Andrij Melnyk 2022 als ukrainischer Botschafter in Berlin einen Kranz am Sowjet-Ehrenmal nieder und behauptete damals: „Die Ukrainer“ hätten die Stadt vom Faschismus befreit. Eine Erinnerung an das, was die Rote Armee 1945 in Deutschland wirklich hinterließ.

Die Ukrainer erfahren seit Jahren unfassbares Leid. So viele Männer, Söhne, Familienväter, die elend in den Schützengräben verrecken. Das gleiche Bild auf russischer Seite: Auch dem russischen Soldaten ist es in der Stunde seines Todes ganz gleich, wer da weshalb den Krieg begonnen hat und welche Vorgeschichte es dazu gibt.

Die Russen und die Ukrainer haben eine gemeinsame Vorgeschichte in der Sowjetunion. Noch als ukrainischer Botschafter in Deutschland, erschien Andrij Melnyk 2022 am Sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten und legte zum „Tag der Befreiung“ einen Kranz nieder. Auf die Frage eines Journalisten, wer denn seiner Meinung nach Berlin vom Faschismus befreit habe, antwortete der heute als ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen tätige Melnyk laut und vernehmlich: „Die Ukrainer“.

Am 81. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches und dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hier ein paar Bemerkungen zu der damaligen Antwort von Andrij Melnyk:

Die Befreiung vom Faschismus ging einher mit den Schreien hunderttausender vergewaltigter Berlinerinnen. Die Berliner Charité hat Unterlagen aus der Zeit, die dokumentieren, mit welchen grausigen Verletzungen und Verstümmelungen die überlebenden Frauen sich auf die Operationstische schleppten oder geschleppt wurden.
Viele dieser Patientinnen kamen mit schwersten inneren Verletzungen, Risswunden, Knochenbrüchen, Bissverletzungen, Stichwunden – auch durch Bajonette – und anderen Verstümmelungen in die Klinik.

Massenvergewaltigungen durch die Rote Armee an deutschen Frauen und Mädchen am Kriegsende 1945 sind historisch gut dokumentiert und gehören zu den schwersten Kriegsverbrechen der Roten Armee in Deutschland. Historiker wie der Brite Antony Beevor in „Berlin. The Downfall 1945“ schätzen, dass allein in Berlin etwa 100.000 Frauen vergewaltigt wurden, insgesamt auf deutschem Gebiet (inkl. Ostpreußen, Pommern, Schlesien) bis zu 1,4–2 Millionen Fälle, mit Tausenden Todesfällen durch Suizid, Verletzungen oder Folgen.

Weiterlesen nach der Werbung >>>

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Die Taten waren weit verbreitet, oft in Gruppen, begleitet von Plünderungen und Gewalt. Sie betrafen Frauen von 8 bis 80 Jahren und ereigneten sich nicht nur in Berlin, sondern beim gesamten Vormarsch der Sowjets ab Ende 1944. Man einfach darf nicht müde werden, auch daran zu erinnern, solange an den 8. Mai erinnert wird.

Übrigens, Herr Melnyk: Auch befreite ukrainische Zwangsarbeiterinnen wurden nicht verschont.

Die Rote Armee war eine multiethnische Truppe. Ein großer Teil der Soldaten stammte aus der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Die 1. Ukrainische Front unter Marschall Iwan Konew rückte von Süden her auf Berlin und Schlesien vor und war – neben Schukows 1. Belorussischer Front – an der Schlacht um Berlin beteiligt.

Vladimir Gelfand, ein jüdischer Leutnant aus der Zentralukraine, führte ein sehr offenes Tagebuch. Er schilderte die Stimmung unter den Soldaten – „Sie müssen ohne Gnade vernichtet werden“ in Bezug auf deutsche Frauen – und beobachtete Vergewaltigungen, Plünderungen und die Haltung vieler Kameraden. Sein Tagebuch ist eine der direktesten Quellen eines ukrainischstämmigen Offiziers.

Davon unbenommen gilt: Die Verbrechen der Nationalsozialisten beim Überfall auf die Sowjetunion (Operation Barbarossa ab 22. Juni 1941) gehören zu den grauenhaftesten Kapiteln der Menschheitsgeschichte – sowohl in ihrem Ausmaß als auch in ihrer ideologischen Planung. Gesamtopfer der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg: Etwa 26–27 Millionen Tote, davon rund 8,7 Millionen Soldaten und 13–17 Millionen Zivilisten.

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Kommentare