Die Ukrainer erfahren seit Jahren unfassbares Leid. So viele Männer, Söhne, Familienväter, die elend in den Schützengräben verrecken. Das gleiche Bild auf russischer Seite: Auch dem russischen Soldaten ist es in der Stunde seines Todes ganz gleich, wer da weshalb den Krieg begonnen hat und welche Vorgeschichte es dazu gibt.
Die Russen und die Ukrainer haben eine gemeinsame Vorgeschichte in der Sowjetunion. Noch als ukrainischer Botschafter in Deutschland, erschien Andrij Melnyk 2022 am Sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten und legte zum „Tag der Befreiung“ einen Kranz nieder. Auf die Frage eines Journalisten, wer denn seiner Meinung nach Berlin vom Faschismus befreit habe, antwortete der heute als ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen tätige Melnyk laut und vernehmlich: „Die Ukrainer“.
Am 81. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches und dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hier ein paar Bemerkungen zu der damaligen Antwort von Andrij Melnyk:
Die Befreiung vom Faschismus ging einher mit den Schreien hunderttausender vergewaltigter Berlinerinnen. Die Berliner Charité hat Unterlagen aus der Zeit, die dokumentieren, mit welchen grausigen Verletzungen und Verstümmelungen die überlebenden Frauen sich auf die Operationstische schleppten oder geschleppt wurden.
Viele dieser Patientinnen kamen mit schwersten inneren Verletzungen, Risswunden, Knochenbrüchen, Bissverletzungen, Stichwunden – auch durch Bajonette – und anderen Verstümmelungen in die Klinik.
Massenvergewaltigungen durch die Rote Armee an deutschen Frauen und Mädchen am Kriegsende 1945 sind historisch gut dokumentiert und gehören zu den schwersten Kriegsverbrechen der Roten Armee in Deutschland. Historiker wie der Brite Antony Beevor in „Berlin. The Downfall 1945“ schätzen, dass allein in Berlin etwa 100.000 Frauen vergewaltigt wurden, insgesamt auf deutschem Gebiet (inkl. Ostpreußen, Pommern, Schlesien) bis zu 1,4–2 Millionen Fälle, mit Tausenden Todesfällen durch Suizid, Verletzungen oder Folgen.
Weiterlesen nach der Werbung >>>
Ihre Unterstützung zählt
Die Taten waren weit verbreitet, oft in Gruppen, begleitet von Plünderungen und Gewalt. Sie betrafen Frauen von 8 bis 80 Jahren und ereigneten sich nicht nur in Berlin, sondern beim gesamten Vormarsch der Sowjets ab Ende 1944. Man einfach darf nicht müde werden, auch daran zu erinnern, solange an den 8. Mai erinnert wird.
Übrigens, Herr Melnyk: Auch befreite ukrainische Zwangsarbeiterinnen wurden nicht verschont.
Die Rote Armee war eine multiethnische Truppe. Ein großer Teil der Soldaten stammte aus der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Die 1. Ukrainische Front unter Marschall Iwan Konew rückte von Süden her auf Berlin und Schlesien vor und war – neben Schukows 1. Belorussischer Front – an der Schlacht um Berlin beteiligt.
Vladimir Gelfand, ein jüdischer Leutnant aus der Zentralukraine, führte ein sehr offenes Tagebuch. Er schilderte die Stimmung unter den Soldaten – „Sie müssen ohne Gnade vernichtet werden“ in Bezug auf deutsche Frauen – und beobachtete Vergewaltigungen, Plünderungen und die Haltung vieler Kameraden. Sein Tagebuch ist eine der direktesten Quellen eines ukrainischstämmigen Offiziers.
Davon unbenommen gilt: Die Verbrechen der Nationalsozialisten beim Überfall auf die Sowjetunion (Operation Barbarossa ab 22. Juni 1941) gehören zu den grauenhaftesten Kapiteln der Menschheitsgeschichte – sowohl in ihrem Ausmaß als auch in ihrer ideologischen Planung. Gesamtopfer der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg: Etwa 26–27 Millionen Tote, davon rund 8,7 Millionen Soldaten und 13–17 Millionen Zivilisten.
Einen Kommentar schreiben
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.
Zur Anmeldung
Kommentare
melden
Kommentar von Berni Klein
In der Tat! Die erste 1. Ukrainische Front hat 1945 den Süden Berlins "befreit", während der Norden von der 1. Weissrusschen Front erobert wurde. Das kann man hier schön sehen: https://zms.bundeswehr.de/de/mediathek/aktuelle-karte-einschliessung-berlin-1945-5386472
Sehr aufschlussreich die Schilderungen über die Zustände in Berlin in dem Buch "Als die Soldaten kamen. Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des zweiten Weltkriegs." Die Geschichten sind so dermaßen brutal, dass man seinen Hass auf dies Täter nicht in Worte fassen kann. Insbesondere die aus den südlichen Bezirken Berlins.... https://de.scribd.com/document/272864004/Als-Die-Soldaten-Kamen
melden
Kommentar von Kurt Wührer
Hätte Melnyk und Ko zuerst den Banditen Stalin eleminiert, wäre es zum Wk II nicht gekommen.
melden
Kommentar von Eddy Nova
Bizarr , 2022 war Melnyk schon im Raubritter Modus ...er wird das gesagt haben von dem er sich den meisten BRD Profit verspricht. -Das er BEFREIUNG anstatt ZUSAMMENBRUCH wählt spricht Bände !
****
Niemand sprach nach dem Zusammenbruch 1956 bis mittig der 80s - der abscheulichen WEIZÄCKER Rede von Befreiung ...ZUSAMMENBRUCH 1945 hiess es ...und als gemeinsamer Nenner galt 'Jeder Endsieg wäre besser als der Zusammenbruch 1945 gewesen' ...
****
Weiterer Beleg : meine Schulzeit 1965 bis 1977 ...im Geschichtsunterricht fragte ich einst den Lehrer warum die chronologisch aufsteigend gegliederten Geschichtsbücher im letzten Band mit dem Exil des Kaiser 1918 endeten.
****
Die historische Wahrheit ist immer die Lüge der Siegermächte und bevor wir unsere Ehre und würde verlieren sagen wir lieber gar nichts ...
Das konnte ich bestens nachvollziehen -muss 1976 oder 1977 gewesen sein ...Alss Deutschland noch normal war ...
****
MELNYK , UKRAIN hält DEUTSCHLAND ,DEUTSSCHE also für EHRLOS & WÜRDELOS sonst hätte der Ganneff von Räuberhauptmann ZELENSKYY nicht von BEFREIUNG gesprochen. Befreit wirde 1945 niemand - ausgeplündert !!! GröFaZ ADOLFO lag allerdings selbst im April 1945 in puncto Zusstimmungswerten im Volk noch deutlich über den 18 % vom EIERARSCH Kubickis ...
melden
Kommentar von Marco B.
Seht ihr, nun schlägt der "n.... Irrsinn" der mit Beibehaltung des RuStAG (Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz, gelöscht erst vor ein paar Jahren, geltend seit der Kaiserzeit) begonnen wurde. Auch die seit Jahrhunderten über zig Generationen im Osten lebenden "Deutschen" fühlten sich ja noch als Deutsche. Viel Spaß mit dieser I .....
melden
Kommentar von Red Marut Jr.
Aber sicher doch. Die Türken haben Deutschland nach der ukrainischen Befreiung ja auch wieder aufgebaut. Bildung und Kultur waren dann italienischen Gastarbeitern zu verdanken. Und ohne Syrer und Iraner hätte heute Neuwokistan weder ein Gesundheits- noch Sozialsystem. In diesem Sinne: alles im Lot. Wenn nur diese dummen, rechtsextremen Altdeutschen nicht so stören würden. Aber die wandern oder sterben aus. Und dann, tja, mal schauen, was dann. Erst einmal werden die Geschichtsbücher wieder im Interesse geändert. Damit das Runde ins Eckige passt.
melden
Kommentar von Max Meier
Die Ukrainer haben Deutschland befreit, während vornehmlich die Russen für schlimmste Kriegsverbrechen an der deutschen Bevölkerung verantwortlich sind. Diesem selektiven Narrativ dienliche Stories und Berichte werden sich in den ÖRR-Medien problemlos (er)finden und erzählen lassen. Ist doch jetzt eine logische und "befreiende" Sprachregelung, ganz im Sinne der gewünschten Mobilisierung gegen Russland. Wer was Anderes behauptet, kann nur ein Hetzer, Relativierer, Delegitimierer u.a. sein ...
melden
Kommentar von stephan manus
„Die Ukrainer“.
Die Ukrainer gab es weder damals noch heute. Ost-Süd- und z.T. Zentralukrainer haben gemeinsam mit der roten Armee gekämpft. Die Westukrainer haben gegen die Sowjets gekämpft.
Melnyk gilt als Anhänger des Bandera Kults. Deshalb sein ausgeprägter Russenhass. Mit den Ukrainern, welche mit den Sowjets gekämpft haben, hat Melnyk nichts zu tun. Sie sind Feinde. Deren (militärische) Bekämpfung im Osten der Ukraine hat leider 2014 zum Ausbruch des (unnötigen) Krieges geführt.
melden
Kommentar von Robert Falck
Die Zeit des gegenseitigen Aufrechnens sollte zwar vorbei sein. Aber die historische Wahrheit kennt kein Enddatum. Quantitativ mit den sowjetischen Kriegsverbrechen durch Massenvergewaltigungen nicht vergleichbar, haben sich auch die alliierten Truppen nicht zurückgehalten. Beispiel Freudenstadt im Schwarzwald. Dort waren es insbesondere die marokkanischen Hilfstruppen der französischen Armee, die brandschatzten, plünderten und vergewaltigten. Die Offiziere ließen sie gewähren. Das hat sich dort bis heute ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.