„Unsere Demokratie“ hat ein heimliches Vorbild: Die Deutsche Demokratische Republik. Aber sie will es noch besser machen. Eine „unsere Demokratie“ begleitende Zeitung ist die „taz“. Eine linke Online-Zeitung mit grünen Wurzeln, bisweilen gern linksradikal aufmüpfig.
Heute am Sonntag gibt es eine Schulung für die Kinder der „taz“-Leser. Die erscheint sogar in der Wochen-„taz“, dem letzten Rest an Printausgabe. Die Rubrik lautet „Kinder fragen, die taz antwortet“. Und heute hat die Redaktion folgende Frage ausgewählt – ach Quatsch, natürlich den Kindern in den Mund gelegt: „Warum wurde die AfD nicht verboten?“
Fragen Kinder so etwas? Vielleicht tatsächlich Kinder von „taz“-Lesern, deren Eltern ihnen tagein, tagaus Rotkäppchen-Geschichten erzählen: „Unsere Demokratie“ ist Rotkäppchen und die AfD ist der böse Wolf, der schon die Oma gefressen hat.
Im Intro zum Artikel heißt es: „Diese Frage kommt von Stella, 13 Jahre alt.“ Wer’s glaubt. Ist das schon digitaler Kindesmissbrauch? Interessant an der Frage ist die Vergangenheitsform „wurde“. Auch die „taz“ geht also davon aus, dass der Zug abgefahren ist und ein Verbot nicht mehr in Reichweite?
Gareth Joswig, „taz“-Redakteur mit Themenschwerpunkt AfD, antwortet: „Liebe Stella, das ist eine sehr komplizierte Frage.“ Das wirkt schon im Sound so missbräuchlich wie eine Werbeansprache des Apfelsinensaftmannes. Zum Glück ist die arme Stella wohl nur eine Erfindung. Zunächst beschwört die Antwort an die fiktive Stella die Meinungsfreiheit:
Kompliziert werde es allerdings, so Joswig, „wenn eine Partei ihre Freiheit benutzt, um die Freiheit anderer Menschen zu verletzen.“ Und das mache die AfD immer wieder: „Sie beleidigt andere Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer Herkunft und ihrer Meinungen. Sie behauptet also, bestimmte Menschen seien weniger wert als andere.“
Und Fazit der „taz“ also: „Parteien, die so etwas vorhaben, darf man in Deutschland aus historischen Gründen verbieten.“
Das ist schon deshalb schräg, weil es, wenn, dann keine historischen Gründe wären, sondern schlicht die aktuelle Gesetzeslage. Die AfD-Historie kann ja nicht gemeint sein, es sei denn, die „taz“ will einer 13-Jährigen erzählen, die AfD sei die Nachfolgeorganisation der NSDAP. Schade, dass Stella hier nicht widersprechen kann. Denn dann würde sie dem „taz“-Onkel mit DDR-Attitüde davon berichten, dass auch an ihrer Schule bei der letzten großen Probewahl die AfD weit vorn lag.
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Aber weiter beim „taz“-Joswig. Der Erkläronkel gibt zum Besten, dass es so schwer wäre, der AfD zu beweisen, dass sie „bestimmte Menschen schlechter behandeln würde als andere“. Die AfD gebe das nicht einfach so zu und versuche sich als normale Partei darzustellen. Die Sendung mit der Maus für eine Dreizehnjährige:
„Trotzdem hat die AfD schon jetzt Angst davor, dass sie verboten wird. Deswegen wehrt sie sich vor Gericht dagegen, dass man sie rechtsextrem nennt. Allerdings verliert sie dabei meistens, weil sie eben rechtsextrem ist.“
Das Miststück AfD wehrt sich also auch noch, wenn man sie angreift? Viele Politiker hätten Angst, so Joswig weiter, gegen die sich als harmlos darstellende AfD zu verlieren. Und dann zieht die „taz“ angewidert die Augenbraue hoch über diese Politiker:
„Sie finden, dass es besser wäre, die Wähler davon zu überzeugen, dass die AfD schlechte Politik macht – oder selbst bessere Politik zu machen.“
Tja, liebe „taz“, Demokratie kann schon richtig kotzig sein. Das musste übrigens schon einmal der ehemalige „taz“-Chefredakteur Peter Unfried erfahren, als er den damaligen Vize-Kanzler Robert Habeck im „taz“-Sommergarten auf Monoblog-Stühlen vor Publikum dahin schieben wollte, dass Demokratie auch mal links liegen bleiben dürfe, wenn es um die Rettung der Welt vor der Klimakatastrophe ginge und den Aufstieg einer „sozialökologischen Transformation“, wie es Unfried nannte.
Nicht dass Habeck das damals nicht auch im Sinn gehabt haben mag, aber die plumpe Art der Vorgehensweise war ihm dann doch zuwider. Klar war Habeck nach wie vor ein Befürworter eines totalitären Umbaus der Gesellschaft. Aber seiner Idealvorstellung nach sollte es obendrein eine freiwillige Selbstaufgabe von Freiheit sein im Namen der Freiheit. Und dieser grauhaarige „Taz“-ler setzte Habecks Skrupel damals noch entgegen:
„Man wird ja die Demokratie verlieren, wenn die Erderhitzung nicht einigermaßen gebremst und die Wirtschaft transformiert wird.“
Und damit sind wir dann wieder bei den Joswigs 2026. Ihre Angriffe gegen die Demokratie führen diese Ideologen in einfacher Sprache. Am liebsten so, als wäre der Gegenüber eine Stella und dreizehn Jahre alt. Denn eines haben sie seit 1967 auf dem langen Marsch durch die Institutionen gelernt: Wir dürfen uns nicht intellektuell zersplittern. Einfache Botschaften sind wichtig. Wir müssen alle noch viel mehr Greta werden: „Scheiß AfD, how dare you?“
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