Die Ukraine-Frage zum AfD-Leak hatte ich vor dem ZEIT-Interview in den Raum gestellt

Nord Stream 3 – AfD-Hacker und Fälscher aus der Ukraine

von Alexander Wallasch (Kommentare: 1)

Die Akte brennt lichterloh© Quelle: Grok

Was gestern noch als spekulative Frage im Raum stand, hat die "Zeit" heute beantwortet – und damit den Blick dorthin gelenkt, wo er für manche am unbequemsten ist. Ein "Zeit"-Interview bestätigt: Einer der Hacker stammt aus der Ukraine. Wer hat etwas davon – und warum lenkt das Bekenntnis den Blick erst recht auf staatliche Unterstützung?

Hunderttausende interne E-Mails der AfD liegen seit Tagen offen zugänglich im Netz. Rund 421.000 Mails, rund 280 Gigabyte Daten aus mindestens zehn Postfächern, darunter Konten, die mit Alice Weidel, Alexander Gauland und weiteren Spitzenfunktionären in Verbindung gebracht werden. Die Partei bestätigt einen Angriff im September auf einen Hosting-Dienstleister, spricht aber von überwiegend alten, kaum noch genutzten Postfächern.

Bestimmte Analysen und stichprobenhafte Überprüfungen durch Medien behaupten, dass es sich um authentisches Material handelt – inklusive Spendernamen, Kontoauszüge, interner Protokolle und persönlicher Daten.

Gestern schrieb ich auf X:

"Wer kann eigentlich ausschließen, dass es sich hierbei um eine ukrainische Aktion handelt?"

"Warum sollen nicht die ukrainischen Dienste hier massiv tätig geworden sein, möglicherweise mit wohlwollender Unterstützung anderer deutscher oder sogar US-amerikanischer Dienste? Warum sollen es nicht die Ukrainer gewesen sein? Denn man muss sich zunächst die Frage stellen: Wer hat etwas davon? Wer hat etwas gegen die AfD? Wer möchte nicht, dass die AfD politische Macht beansprucht und letztlich auch erhält? Das ist die gesamte Ukraine-Fraktion."

Genau hier wird es interessant. Schauen wir uns an, wie sich unsere Ukraine-Versteher – von Ulf Poschardt über Julian Reichelt bis hin zu Dieter Stein – zu diesem Leak positionieren. Der Fokus sollte auch einmal auf der Ukraine liegen. Noch wissen wir nicht endgültig, wer dahintersteckt. Es gibt eine Bekennermeldung der Hacker, in der erklärt wird, dass es keine staatliche Unterstützung gegeben habe. Allein das ist schon höchst verdächtig und möglicherweise auch ein Stück weit ungeschickt: Sich auf diese Weise ausdrücklich zu bekennen und damit den Fokus erst recht auf die Frage nach einer möglichen staatlichen Unterstützung zu lenken.

Um etwa 17 Uhr führte ich gestern ein Interview, unter anderem mit der Frage:

„Wenn wir schon spekulieren – wem nutzt es am Ende? Gar der Ukraine?“

Heute um 10:21 Uhr veröffentlichte die „Zeit“ ein Gespräch mit einem der Hacker. Die Schlagzeile:

„Hacker haben Hunderttausende interne E-Mails der AfD veröffentlicht. Die ZEIT hat die Kriminellen kontaktiert. Hier erklären sie, welches Ziel sie verfolgen.“

Dort erklärt einer der Hacker:

„Geboren und aufgewachsen bin ich in der Ukraine, einem wunderschönen Land, das gerade eine schwere Zeit durchmacht. Heute lebe ich in den USA. Ich habe als Softwareentwickler und Datenwissenschaftler gearbeitet. Meine Branche hat sich komplett verändert, und mein Wohnsitz bietet mir nicht mehr das, was ich mir einst davon versprochen hatte. Deshalb habe ich beschlossen, »wirkungsvollere Dinge« zu tun. Hier in den USA sind das Justizsystem und vieles andere völlig kaputt. Und es lässt sich nicht reparieren. Aber vielleicht ist das anderswo möglich.“

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Der Sprecher, der sich „Ver“ nennt, betont, man sei zu zweit, organisiere sich selbst und habe aus eigener Tasche finanziert. Keine staatliche Steuerung, kein Auftrag.

Die Motivation sei: Transparenz, Aufdeckung von Korruption und Hass, der Wunsch, dass der Staat endlich einschreitet.

Die „Zeit“ hat den Kontakt kryptografisch verifiziert und von einer Sicherheitsforscherin bestätigen lassen.

Ein in der Ukraine geborener und aufgewachsener Mann, der heute in den USA lebt, steht als Sprecher der Gruppe hinter einem der größten Datenlecks gegen die AfD. Die AfD wiederum ist die einzige größere deutsche Partei, die konsequent gegen weitere Militär- und Finanzhilfen für die Ukraine, gegen die Fortsetzung des Krieges und für Verhandlungen eintritt.

Die Frage, wer etwas davon hat, wenn die AfD intern und öffentlich unter Druck gerät, beantwortet sich fast von selbst. Und das ausdrückliche Bekenntnis, man habe keine staatliche Unterstützung gehabt, macht den Blick auf genau diese Möglichkeit nicht schwächer – es lenkt ihn erst recht dorthin.

Oder nochmal ganz konkret: die einzig verbleibende Volkspartei, der  Oppositionsführer AfD wird hier angegriffen. Von außen. Eine Gruppe, deren Sprecher in der Ukraine geboren und aufgewachsen ist und heute in den USA lebt, hat Hunderttausende interne E-Mails der AfD gestohlen und ins Netz gestellt. Die Partei liegt in den Umfragen vorne und ist die einzige größere Kraft, die klar gegen weitere Militär- und Finanzhilfen für die Ukraine und für Verhandlungen eintritt.

Eigentlich müsste der deutsche Staat jetzt kompromisslos ermitteln. Und zwar weit über die die technischen Schwachstellen beim Hosting-Dienstleister hinaus! Die Herkunft der Akteure muss ausermittelt werden, ihre Auftraggeber, ihre Netzwerke, ihre Finanzierung und vor allem: mögliche staatliche Hintermänner – insbesondere aus der Ukraine!

Gab es Unterstützung, Hinweise, Zugang oder zumindest wohlwollendes Wegschauen? Die Frage steht im Raum, und sie wird nicht kleiner, nur weil man die AfD politisch nicht mag. Wer hier relativiert, weil ihm die Opfer nicht passen, macht ausländische Einflussnahme gegen die eigene Opposition zur Normalität.

Aber die, die jetzt bei Nord Stream 3 handeln müssten, sind dieselben, die schon beim Anschlag auf Nord Stream 2 nicht gehandelt haben.

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