Ein Artikel in der taz bejammert den fehlenden Protest gegen 10.000 Demonstranten in Berlin

Offenbarungseid in der taz: Stell Dir vor, es ist Gegendemo und keiner geht hin …

von Alexander Wallasch (Kommentare: 1)

Die AfD hat es sich zwar aufmunternd immer wieder selbst aufgesagt: „Wir sind nicht mehr wegzudenken.“ Aber jetzt wird es der Partei ausgerechnet in der taz von einer Linksradikalen ins Stammbuch geschrieben.© Quelle: Youtube / Tagesschau / taz.de, Montage Alexander Wallasch

Die taz jammert mit schriller Stimme über einen Misserfolg linksradikaler Kampftruppen unter dem Titel: „Antifaschistische Blamage“. Die Beschäftigung mit diesem Artikel ist auf besondere Weise lehrreich.

Ein taz-Artikel wie das Psychogram grünlackierter Ideologie-Extremisten in einer Zeitung, die den Gegner verloren hat, seit die eigenen Leute an der Regierung sind und immer deutlicher wird, was das für jeden einzelnen Bürger eigentlich bedeutet.

Ich höre es im Gespräch immer wieder mal: Die taz ist zwar links-grün gefärbt, aber doch noch lesenswert. Ich kann es anhand dieses Artikels nur bestätigen: Wer etwas über die Motivation der „Deutschland-du-mieses-Stück-Scheiße“-Apologeten erfahren will, sollte sich diesen Artikel laut vorlesen.

Autor ist Timm Kühn, Redakteur im Social-Media-Team der Zeitung. Immerhin, sein Profilbild bei Twitter belegt die mutmaßliche Aufgabe bei der taz: Er ist dort so etwas wie der wütende Alibi-Antifaschist für die grauhaarige Redaktion der Zeitung. Und statt eines Profilbildes steht bei Twitter: „Antifacist International“. Ansonsten hält sich Kühn eher bedeckt, was Kühn angeht.

Dafür ist besagter Artikel umso aufschlussreicher und wird sogar zu einer Art Missing Link für die Beurteilung einer neuen woken, also tendenziell neo-faschistischen Geisteshaltung der Klientel dieses Blattes. Der Autor jammert empört darüber, dass am Samstag bei der Auftakt-Demonstration der AfD zum heißen Herbst in Berlin nur so wenige Gewalttäter von links erschienen sind. Kühn drückt es noch etwas bedeckter aus:

„Zur AfD-Demo am Samstag erschienen bis zu 10.000 Menschen, zu den Gegenprotesten kamen nur etwa 1.500. Wie konnte das passieren?“

Das sei doch eine „antifaschistische Blamage“ des linken Gegenprotestes. Im Verlauf des taz-Textes wird darauf verwiesen, wie es eigentlich sein sollte:

Noch im Mai 2018, als die AfD sich hier das letzte Mal an einer Großdemo versuchte, stellten sich über 70.000 Menschen den 3.000 Rechten entgegen.“

Es geht hier um die Herrschaft über die Straße. Und um ein Versagen der Generation Instagram, die trotz einer gewaltigen Mobilisierungskampagne nicht mehr vom Sofa runterzubekommen ist.

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Möglicherweise liegt es aber auch inzwischen daran, dass die Radikalen und Extremisten langsam kapieren, dass sie sich vor den Karren einer Regierung spannen lassen, die den einfachen Bürger mit ihrer Energiepolitik in Armut und Verschuldung treibt und die obendrein zu echten Kriegstreibern mutiert ist.

Schon als die Antifa die Politik Angela Merkels jahrelang auf der Straße verteidigte, nahm das groteske Züge an und es ist bis heute nicht ansehnlicher geworden.

Im taz-Artikel sind weiterhin die abgedroschen Narrative zu hören von einem „Aufbegehren der Zivilgesellschaft gegen die Erfolge der Rechten“.

Aber von einer Zivilgesellschaft unter dem Banner linksextremistischer Gewalttäter kann längst keine Rede mehr sein, die sogenannte Zivilgesellschaft verweigert den zivilen und staatlich subventionierten Radikalen und Extremisten die Gefolgschaft.

Gar von einer „gesamtgesellschaftlichen Linken“ ist die Rede im Artikel. Was das sein soll, bleibt im Dunkeln. Es klingt wie Einheitsfront und ist wohl auch so gemeint sein. Eine inhaltsleere Floskel halt.

Kühn erzählt seinen Lesern, wer alles erfolglos zum Protest aufgerufen hat:

„Obwohl das Clubbündnis Reclaim Club Culture mobilisierte, obwohl zahlreiche Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und zivilgesellschaftliche Initiativen zum Gegenprotest aufriefen – letztlich erschienen sind laut Polizeiangaben nur 1.500 Berliner:innen.“

Geradezu putzig wirkt die anschließende Erklärungsnot: „Ein Grund mag sein, dass die Mobilisierung für den Gegenprotest kaum drei Wochen lief.“ Drei Wochen reichen nicht aus, regierungsnahen Protest auf die Straße zu bringen? Das ist ziemlicher Unsinn.

Die Erklärung ist viel einfacher: Die Leute sind es leid, gegeneinander ausgespielt zu werden, instinktiv wird eine Beteiligung verweigert, der Ruch der Gleichschaltung ist zu bissig geworden. Spätestens, als nach den Zuwanderungskritikern auch die Corona-Maßnahmengegner diffamiert und kriminalisiert wurden, war der Bogen überspannt, Berlin war am Samstag der klare Beleg dafür.

Nicht erwähnenswert, dass die taz im Artikel mit solchen ausgeleierten, den Bürger nicht mehr überzeugenden Diffamierungen beginnt: „Presseteams wurden attackiert“, heißt es.

Aber längst schon haben sich Zehntausende in den sozialen Medien über einen kurzen Clip amüsiert, der zeigt, wie sich der öffentlich-rechtliche Reporter Olaf Sundermeyer verzweifelt darum bemüht, so etwas wie eine Attacke mit der Kamera einzufangen, aber sie findet einfach nicht statt.

Und unfreiwillig erinnert das dann an den BBC-Kriegsreporter, der sich vermeintlich im Ukrainekrieg schützend in den Staub wirft, während im Hintergrund seelenruhig eine Anwohnerin mit Einkaufstaschen vorbeizieht.

Was passierte bei Sundermeyer real? Immer wieder bieten sich Demonstrationsteilnehmer zum Gespräch vor laufender Kamera an. Aber Sundermeyer will nicht mit ihnen, er will über die Menschen reden.

Die allerdings kennen die Sundermeyerei längst aus den Corona-Protesten. Die meisten wissen, was sie von diesem Mann zu erwarten haben, der sich im ÖR-TV gerne als Rechtsextremismus-Experte anbietet. Aber dafür braucht es eben händeringend Rechtsextremisten.

Die sind auch tatsächlich vorhanden. Aber auf der anderen Seite. Sundermeyer ist aber nicht kühn genug unterwegs, den Neo-Faschismus dort zu erkennen, wo er stattfindet: Nämlich in den eigenen Reihen.

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Timm Kühn ist es immerhin zu verdanken, dass dieses Jammergemälde endlich mal offen daliegt. Er spricht aus, was so lange konsequent mit falschen Teilnehmerzahlen weggelogen wurde:

„Von diesem Aufbegehren der Zivilgesellschaft gegen die Erfolge der Rechten war am Samstag kaum noch etwas zu spüren. Etwas Partyvolk ravte zum „AfD wegbassen“-Protest – doch wo die Rechten in vielfacher Überzahl waren, wirkte das trotzdem nicht so selbstbewusst wie beabsichtigt. Schwarz gekleidete Antifas standen etwas überfordert wirkend herum.“

Kühns zentraler Satz geht dann so: „Dem Erfolg der AfD steht eine Blamage des linken Gegenprotests gegenüber.“

Es ist ein Elend. Man stelle sich einmal vor, der linke Protest würde sich gegen eine Regierung wenden, die den Krieg befeuert, die Menschen in eine große Armut treibt und von einer Art öko-vorfaschistischer Ideologie so beseelt ist, dass ihr die Menschen vollkommen egal geworden sind. So ein Protest gegen „die da oben“ brächte die Menschen wieder auf die Straße, die AfD hat es ja gerade vorgemacht.

Aber stattdessen spielt – hier exemplarisch erzählt – die Linke den Stiefelknecht für Baerbock, Scholz und Co, wenn Gregor Gysi den heißen Herbst damit eröffnet, die Abgrenzung gegenüber den Rechten zur ersten Aufgabe seiner Gefolgschaft zu erklären.

Aber die Leute sind es satt, die Wähler in Niedersachsen haben solchen Grabenkämpfen nach dem Modell der Weimarer Republik längst eine Absage erteilt.

Die Bürger wissen recht genau, wo ihr Feind steht: Er regiert. Und er muss weg.

Die Extremisten von links haben die außerparlamentarische Kraft nach und nach zerstört. Seit 2015 laufen sie gleichgeschaltet mit der Regierung mit, im Parlament forderten Künast und Co. eine staatliche Finanzierung dieser Gleichschaltung.

Ebenfalls nicht erwähnenswert, dass Kühn konsequent nicht mit Teilnehmern oder den Organisatoren der von der AfD angemeldeten Demonstration spricht.

Spätestens bei dieser Sundermeyerei wird deutlich, dass die taz hier einen Autor beschäftigt, der als radikaler Aktivist schreibt und nicht als Journalist. Aber in dem Fall hätte man den Hintergrund zwingend kennzeichnen müssen.

Timm Kühn redet stattdessen mit der „Geschäftsführerin vom Bündnis Aufstehen gegen Rassismus“. Die spricht zwar auch nicht mit der AfD, aber sie macht der Partei von Weidel und Höcke ein ganz besonderes Geschenk, wenn sie erklärt, die AfD sei mittlerweile „Normalität geworden“.

Die AfD hat es sich zwar aufmunternd immer wieder selbst aufgesagt: „Wir sind nicht mehr wegzudenken.“ Aber jetzt wird es der Partei ausgerechnet in der taz von einer Linksradikalen ins Stammbuch geschrieben.

Nein, das kann man sich alles nicht ausdenken. Ein überaus lesenswerter Artikel, der viel mehr erzählt, als es der Autor wohl ursprünglich beabsichtigt hatte.

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Kommentare

Kommentar von Hildegard Hardt

Beim Anblick von Sundermeyers unerträglicher Visage wollte ich eigentlich schon aussteigen, aber dann habe ich's mir anders überlegt.

Obwohl man bei empfindlichem Magen Artikel der taz eigentlich nicht lesen sollte 🤢, tat ich mir den Doppelpunkt-Genderschwachsinn an und stellte fest: Dieses einseitige Hetzblatt ist noch schlimmer geworden!

Aber manchmal gibt es sogar bei der taz Ausrutscher, die von der Schlußredaktion übersehen werden: Die Trauer über die geringe Teilnahme der Linken bestätigte gleichzeitig den Erfolg der AfD. Wie schön doch Eigentore sein können, Andrea Nahles würde "Bätschii" sagen.

Die AfD ist zwar inzwischen nicht mehr wegzudenken aus dem Parteienspektrum, aber sie ist DAS Feindbild für die Etablierten und wird es auch bleiben. Vor allem wenn sie an Stimmen gewinnt, wie gestern bei der Wahl in Niedersachsen. In der anschließenden Gesprächsrunde zum Wahlausgang mit Parteienvertetern, konnte das Marco Buschmann mal wieder erleben. Daß ihm der Moderator über den Mund fuhr und ihn grob zurechtwies gehört inzwischen schon zur Diskussions"kultur" im besten Deutschland aller Zeiten.

Der ganze politische Laden ekelt mich immer mehr an.