Krieg als Profitmaschine – Was Sie gleich lesen, wird Sie sprachlos zurücklassen!

Perverses Punktesystem für gekillte Russen: Ukraine wird Testlabor deutscher Rüstungskonzerne – und Kriegsgewinnler Springer klatscht Beifall

von Alexander Wallasch

Das tägliche Verrecken flankiert von einer Springer-Berichterstattung, die längst jede kritische Distanz aufgegeben hat.© Quelle: https://www.welt.de/videos, Screenshot

Ein „Amazon für den Krieg“, ein Punktesystem für getötete Russen und deutsche Konzerne, die ukrainische Brigaden als kostenlose Tester nutzen. Was Marie Droste in der „Welt“ nüchtern als „Win-Win“ zitiert, ist Teil eines größeren, schmutzigen Geflechts aus Medienmacht, Rüstungsinteressen und transatlantischer Tech-Kontrolle.

Ein moralisches und demokratisches Desaster – pervers, zynisch und menschenverachtend. Während die Ukraine zum blutigen Versuchslabor für westliche Rüstungstechnologie verkommt, verkaufen die Springer-Medien diesen Prozess als fortschrittlich und alternativlos.

Der Springer-Palantir-Komplex wird immer sichtbarer: Ein enges Netzwerk aus US-Tech mit CIA-Wurzeln, deutschen Drohnenherstellern und Springer-Journalisten, die nahtlos zwischen Redaktion und Rüstungslobby wechseln.

Johannes Boie, ehemaliger „Bild“-Chef, arbeitet heute für Helsing – genau jenes bayerische Unternehmen, das in einer aktuellen „Welt“-Sendung als positives Beispiel gefeiert wird.

Springer-Kriegsberichterstatter Julian Röpcke wechselte zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenhersteller. Ex-„Welt“-Herausgeber Poschardt und Röpcke nahmen 2022 den ukrainischen Verdienstorden für ihre Waffen-Propaganda entgegen. Moritz Döpfner, Sohn des Springer-Chefs, war Chief of Staff bei Peter Thiel (Palantir-Mitgründer) und profitiert von dessen Millioneninvestments – inklusive in Drohnenfirmen wie Stark Defence, die inzwischen Bundeswehr-Aufträge erhalten.

Palantir selbst, dessen CEO Alex Karp die Software als „Betriebssystem für den Krieg“ anpreist, ist tief in die Ukraine integriert und wird von Springer-Medien wie der „Welt“ prominent und unkritisch platziert. Während die Bundeswehr sich noch ziert, was Palantir angeht, läuft in der Ukraine genau das KI-gestützte Kriegsszenario, das hierzulande noch blockiert wird. Was wir hier live erleben, ist ein Interessenkomplex, der am Leid der Ukraine verdient – und die Berichterstattung gleich mitliefert.

„Welt“-Moderatorin Marie Droste berichtet gut gelaunt an einem sonnigen Mai-Mittwochnachmittag bei „Welt“-TV. Überschrift ihres Beitrags:

„Waffen kaufen bei ‚Amazon for War‘ – ‚Punkte sammeln für getötete Soldaten‘.“

Das sei ein spannendes Feld, berichtet die Moderatorin. Die Ukraine sei inzwischen „wirklich enorm wichtig“ für Rüstungskonzerne weltweit. Warum? Liefert Droste gleich mit: „Um schlichtweg auf den neuesten Stand der Technik zu kommen und auch Daten zu sammeln.“

Und weiter im O-Ton:

„Man kann also konstatieren: Die Ukraine wird immer mehr zum Schlachtfeld als Testlabor. Denn natürlich: Auch viele deutsche Konzerne versuchen dort, ihre Produkte von den Soldaten im Gefecht erst mal ausprobieren zu lassen, um dann auch mögliche Fehler zu beheben. Wir haben zum Beispiel die Firma Helsing aus Bayern, die direkt damit wirbt, dass sie letztendlich ihre Produkte in der Ukraine auf dem Feld testen. Das ist die HX-2. Das ist also eine Angriffsdrohne, die da auch eingesetzt wird. Es gibt inzwischen auch Aufnahmen davon, wie auch dieses Modell wirklich von ukrainischen Brigaden der 59. benutzt worden ist, um russische Tanklaster und Ähnliches auszuschalten.“

In dem Fall habe man es mit Angriffsdrohnen mit Loitering-Munition zu tun, weiß Marie Droste. Die könnten sehr lange in der Luft fliegen und dann, wenn per KI und per Zielsteuerung ein Ziel erkannt worden sei, „entsprechend da runterfallen und für eine Explosion sorgen.“

Das große Sterben im Ukrainekrieg im Sound der Sendung mit der Maus.

Helsing – das Drohnenunternehmen mit dem Ex-Bildchef als Sprecher – wird dahingehend zitiert, dass es dem Unternehmen wichtig sei, „dass wir dort Erfahrungen sammeln, dass wir dort auch trainieren mit den Soldaten.“

Die Firma aus Bayern hat Frau Droste auch erzählt, man habe, wie sie es ausdrückt, „bis zu 60 Trainingsmenschen, die in der Ukraine permanent mit ukrainischen Soldaten zusammenarbeiten, um da neueste Informationen zu bekommen.“

Helsing seien natürlich nicht die einzigen, weiß Marie Droste für „Welt“-TV:

„Viele andere deutsche Rüstungsfirmen – Quantum Systems etwa – bauen auch Aufklärungsdrohnen, die auch dort entsprechend getestet werden. Seit mehr als drei Jahren produzieren die auch in der Ukraine, haben dort ein eigenes Werk und haben inzwischen auch ein Joint Venture mit ukrainischen Kollegen gestartet, wo sie diese Mehrzweckdrohne vom Typ Linza produzieren, die entweder aufklären kann oder eben auch mit Loitering-Munition, also abfallender Munition, bestückt werden kann.“

Das alles sei natürlich auch im Interesse der Ukrainer, betont Frau Droste. Aber, ergänzt sie, das sei auch im Interesse der deutschen Rüstungsfirmen, „aber natürlich auch des deutschen Verteidigungsministeriums“.

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Und weiter bei „Welt“-TV im O-Ton der Moderatorin:

„Boris Pistorius hat das mal als Win-Win-Situation bezeichnet, dass beide Seiten profitieren mit den Daten. Und wie machen die Ukrainer das? Ziemlich einfach aufgestellt, muss man sagen, ziemlich praxisnah. Die haben nämlich nicht nur ihr Programm ‚Test in Ukraine‘ im letzten Sommer gestartet, sondern die haben auch die Plattform Brave1 initialisiert. Man spricht da schon davon, dass das so eine Art ‚Amazon for War‘ ist, also eine Art Shoppingplattform für Kriegsgüter. Es ist nämlich so, da kann man sich sowohl als Produzent registrieren als auch die Soldaten können das machen.“

Und dahinter stecke „sozusagen eine Art Punktesystem“. Und weiter erklärt Droste:

„Ich kann mich darüber tatsächlich registrieren lassen, kann Punkte dafür sammeln, wenn ich etwa einen russischen Tanklaster ausschalte, wenn ich einen russischen Soldaten töte, wenn ich diese und jene Waffen und Drohnen und Ähnliches eingesetzt habe, bekomme da also ein Punktesystem und kann damit dann quasi über dieses System mir andere Waffen bestellen.“

Frau Droste ist begeistert:

„Was früher im Beschaffungswesen – auch wenn wir nach Deutschland gucken – Monate, wenn nicht Jahre dauert, ist inzwischen so heruntergebrochen worden, dass man sagt, innerhalb von einer Woche sind diese normalen Güter tatsächlich zu liefern. Und für die Firmen ist es insofern auch praktisch und interessant, als dass im Hintergrund die Datenauswertung läuft.“

Das Ganze sei nicht öffentlich:

„Gerade mit diesen sensiblen Daten versucht man das so geheim wie möglich zu halten, um eben nicht auch den Wettbewerb zu verzerren. Aber so ist eben direktes Feedback möglich. Man wirbt seitens des ukrainischen Verteidigungsministeriums damit, dass man sagt: Okay, Sie entwickeln Ihr Produkt, wir übernehmen den Rest. Sie machen einen Schulungsplan für die Soldaten und wir feedbacken von ihnen, was funktioniert und was nicht funktioniert.“

Das sind inhaltlich und gemessen an ihrer Tragweite wirklich Sätze wie aus der Hölle.

Aber Marie Droste ist bei „Welt“-TV noch nicht zu Ende, Insofern sei das mittlerweile ein ziemlich ausgeklügeltes System, was schon in der Startphase von mindestens 45 internationalen Unternehmen genutzt worden sei. Aber von „Welt“-TV und Droste erfährt der Zuschauer den neuesten Stand:

„Ich vermute jetzt, knapp ein Jahr später, dürften es mehr als 100 sein, die wirklich sagen, wir versuchen da das Bestmögliche zu nutzen aus dieser Kriegserfahrung, aus den Daten, um unsere Produkte wiederum auch nicht nur für die Ukraine, sondern für den internationalen Markt so gut und so zeitgemäß wie möglich zu gestalten.“

Die Welt und die „Welt“ sind wirklich verrückt geworden. Krieg als Videospiel ist Realität geworden. „Im Westen nichts Neues“ vermischt sich mit den „Tributen von Panem“ und über den elend Verreckenden regnet es Milliarden.

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