Der EU-Abgeordnete Petr Bystron über Ceuta, organisierte Migration und die fehlende Wende in Europa

Petr Bystron zur Ceuta-Invasion: „Nichts hat sich geändert. Der politische Wille ist immer noch nicht da.“

von Alexander Wallasch

Organisiert und durch Schlepper angestachelt© Quelle: Youtube/AfD-Fraktion in der EU, Yotube/Tagesschau, Montage: Wallasch

Der AfD-Europaabgeordnete im Interview über die jüngsten Ereignisse an den spanischen Exklaven, die Rolle von NGOs und Kirchen – und warum er trotz allem an eine Trendwende glaubt.

Die spanischen Exklaven auf dem nordafrikanischen Festland vor Marokko wurden gestern trotz Sicherheitsmaßnahmen, die in den letzten Jahren immer wieder überprüft, ausgebaut und neu gesichert wurden, von Zigtausenden überrannt. Wie haben Sie das beobachtet?

Es ist höchste Alarmbereitschaft angesagt, denn es sind schon wieder organisiert und durch Schlepper angestachelt zigtausende junge Männer, die Europa überrennen. Und nach unseren jetzigen Informationen sind unter diesen jungen Männern auch welche, die in Marokko vorübergehend aus der Haft entlassen wurden. Diese ganzen Migranten machen sich jetzt auf nach Kontinentaleuropa.

Sie sind großer Amerikakenner. Hat Florida bzw. die USA das Gleiche nicht mal mit den Kubanern erlebt? Diese Invasion von Kriminellen ist mit „Scarface“ und Al Pacino ins Kino gekommen. Diese Zuwanderung von Kriminellen – Castro hatte damals seine Gefängnisse geöffnet und einfach alle Richtung USA entlassen.

Die Amerikaner haben heute ähnliche Probleme mit Südamerika und Mittelamerika – das, was wir als Europäer mit Nordafrika und auch Zentralafrika erleben. Die Zuwanderung erfolgt aus dem Süden.

Haben die Amerikaner den Vorteil, dass es sich dabei um Christen handelt und nicht um Muslime?

Na ja, wenn es um verurteilte Mörder in ihren Heimatländern geht, dann ist das zweitrangig, ob das Muslime sind oder Christen. Das Kriminalitätsproblem ist das gleiche. Bei den radikalen Muslimen haben wir natürlich zusätzlich noch das Problem des Hasses, der sie antreibt, und der Unvereinbarkeit der Scharia mit unserer Lebensweise. Der beste Beweis ist jetzt der letzte Anschlag auf die Schwulenparade in Berlin.

Sie sind Abgeordneter des Europäischen Parlaments. Jetzt könnte jemand annehmen: Petr Bystron sitzt an der Quelle und kann doch all das jetzt begrenzen, ändern, besprechen, debattieren und diskutieren.

Können wir, machen wir. Aber hier ist keine Diskussion verlangt. Hier ist eine komplette Wende im politischen Handeln verlangt. Und das ist das Problem. Wir sehen seit mindestens zehn Jahren, dass die Migration nicht wie in den letzten 2000 Jahren eingegrenzt wird – dass man versucht hätte, sie zu stoppen –, sondern wir haben eine totale Umkehr. Wir haben ein Management der Migration.

Und Sie werden sehen, auch jetzt mit diesem Fall von Ceuta: Die Regierung Sánchez in Spanien wird diese ganzen Migranten nicht abweisen, sondern sie wieder aufnehmen. Und dann wird es darum gehen, wie man sie in Europa verteilt. Und das ist nur ein Euphemismus dafür, dass man sie wieder nach Deutschland oder vielleicht nach Frankreich rüberbringt, und sie letztendlich bei uns landen.

Wir haben vor ein paar Jahren schon einmal darüber gesprochen. Da ging es um die Kanarischen Inseln und den Fall, dass die Spanier die Leute rübergeholt, direkt in Gratis-Busse gesetzt und zur französischen Grenze gefahren haben. Die Franzosen haben die Passagiere direkt übernommen, in ihre eigenen Busse gesetzt und sie direkt an die deutsche Grenze gefahren. Merkel nahm es hin. Was hat sich seit 2018/19 eigentlich geändert? Das ist immerhin sechs, sieben Jahre her – länger als eine Legislatur. Warum werden diese Probleme nicht endlich mal für Deutschland gelöst?

Nichts hat sich geändert. Der politische Wille ist immer noch nicht da. Und Sie haben recht: Wir haben schon 2018 darüber gesprochen. Ich habe ja als erster Abgeordneter damals gemeinsam mit dem Kollegen Frohnmaier Anzeigen gegen alle deutschen NGOs gestellt, die diese Schlepperdienste betreiben. Alle abgewiesen!

Wir haben ein strukturelles Problem, denn die Altparteien fördern diese illegale Migration. Sie beteiligen sich am Einschleusen der Migranten nach Europa. Das müssen alle Menschen erkennen: Das ist einfach die Doktrin der Parteien, die regieren. Und da ist leider die CDU auch mit dabei.

Woher kommt dieser Hass auf die Nationalstaaten oder die Völker Europas? Was treibt diese Leute an?

Einen Ausgangspunkt haben wir in der National Security Strategy der Vereinigten Staaten von Amerika gehabt. Mit dem Antritt der Regierung von Joe Biden war schon das Wording gesetzt in Form einer geregelten, organisierten Migration. Und dieses Wording wurde dann von den globalistischen Organisationen übernommen – United Nations, Global Compact on Migration.

Überall das gleiche Wording. Die Migration soll legalisiert werden und die Migrationsströme organisiert und gemanagt. Da geht es nicht mehr um Abwehr unserer Bevölkerung, sondern darum, wie man die Migranten einschleust und verteilt. Und solange man diese Leute an der Regierung lässt, solange wird das fortgesetzt. In Amerika hat sich das mit der Regierung Trump geändert. Die National Security Strategy sagt nun klipp und klar „The era of mass migration is over“. Und das steht unter den Priorities! Das ist jetzt die Wende in der Politik.

2018 wurde der Flucht- und Migrationspakt der EU in Marrakesch verabschiedet. Merkel war persönlich vor Ort. Sebastian Kurz hatte sich noch für Österreich verweigert. Aber Europa hatte sich mehrheitlich für den Migrationspakt, also für die Aufnahme von hunderten von Millionen Migranten entschieden.

Ja, das ist ein Teil dieser globalistischen Migrationsförderung und Umverteilung, die die deutsche Regierung mitgemacht hat und bis heute mitmacht. Das ist auch ein Wahnsinnsbusiness für viele Organisationen – sogenannte NGOs, die aber an der Regierung hängen, ebenso übrigens die ganzen Kirchen. Die christlichen Kirchen befördern eine Islamisierung Europas. Das widerspricht allem, was sie 2000 Jahre lang gemacht haben.

Zunächst fördern sie doch aber eine Internationalisierung. Die Kirchen sind als internationale Organisation nicht unbedingt Hüter des Nationalgedankens.

Nein, aber sie sind die Hüter des christlichen Glaubens. Und sie haben zweitausend Jahre lang gegen die Islamisierung gekämpft – nicht nur vor Wien, sondern überall in Europa. Und jetzt machen sie das Gegenteil. Sie setzen damit allein in Deutschland 50 Milliarden pro Jahr um. Das fließt in die Taschen dieser Asylindustrie.

All das passiert entgegen dem Willen der spanischen Bevölkerung. Und gegen den Willen aller Völker Europas, auch entgegen der großen Mehrheit der Deutschen. Schauen Sie sich alle Umfragen an: Merz ist gewählt worden, weil er eine Wende versprochen hat – auch und gerade in der Migrationspolitik. Umgesetzt hat er nichts davon – im Gegenteil: Er hat seine Wähler betrogen.

Das ist das große Problem auch in Europa: In Sachen Migration wird nie der Wille der großen Mehrheit der Bevölkerung umgesetzt, sondern eine globalistische Agenda entgegen dem, was die Menschen wollen.

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Diese Agenda wurde als Verschwörungstheorie geframt.

Das ist verständlich. Aber das ist nicht einmal mehr eine Verschwörungstheorie, sondern das schreiben die Globalisten in ihren Dokumenten ganz offen. Sie wollen die Auflösung der Nationalstaaten. Das ist das Ziel.

Sie sagen, es ist keine Verschwörungstheorie. Ist es eine Verschwörung?

Ob sie sich am Anfang verschworen haben, weiß ich nicht – aber mittlerweile läuft das ja ganz offiziell auf sehr vielen supranationalen Organisationen und wird auch umgesetzt. Leider mittlerweile auch von vielen nationalen Regierungen.

Sie sitzen im Europäischen Parlament. Sie müssen doch eigentlich jetzt 24 Stunden am Tag arbeiten.

Ja, wir tun das ja auch. Wir als Gruppe werden mit den Kollegen von den Patriots und von ECR eine Dringlichkeitssitzung zusammenrufen. Während wir hier sprechen, ist meine Kollegin Frau Anderson gerade in einem Gespräch mit den Kollegen der anderen Fraktionen. Wir sind im EU-Parlament in dieser Legislatur sehr erfolgreich. Wir haben den Migrationspakt im Parlament durchgekriegt. Mit diesen Mehrheiten haben wir die Linken zum Heulen gebracht und werden es noch öfters tun.

Das ist jetzt politisch Kampf auf Messers Schneide. Die Linken merken, ihre alten angestammten Mehrheiten schwinden. Wir sind erstarkt, auch im Europaparlament.

Was ist Ihre positive und negative Prognose für dieses Problem jetzt aktuell?

Die negative Prognose ist, dass es in diesem Fall mit Ceuta so abläuft wie in den letzten Jahren. Diese ganzen Sachen passieren ja nicht aus dem Nichts. Die fallen ja nicht vom Himmel. Das ist ja alles organisiert. Da stehen richtige Schlepperbanden dahinter. Eine Milliardenindustrie.

Und meine positive Prognose ist, dass das Ganze schon bald von uns beendet wird. Denn wir erstarken. Immer mehr Menschen haben sich im Widerstand gegen dieses Treiben organisiert. Es war vorher schon sehr effektiv mit einigen bilateralen Abkommen zwischen Italien und Libyen und auch zwischen der EU und Libyen. Hier war es mit sehr, sehr wenig Geld möglich, die ganzen Migrationsströme sogar schon an der Südgrenze von Libyen zu stoppen.

Nochmal: Die Möglichkeiten sind da. Wir wissen alle, wie das geht. Das wurde jahrzehntelang gemacht. Bloß jetzt wird es nicht gemacht: Die Politik fördert die Migration, anstatt sie zu bekämpfen. Aber das wird sich ändern. Mit uns, mit der AfD, mit der Gruppe, mit unseren Kollegen in ganz Europa. Wir werden das stoppen.

Ihre Sache steht bei 29 Prozent, die restlichen sind weiter bei den Etablierten. Und in Spanien wird es nicht anders aussehen, sonst wäre der Sozialist nicht gewählt worden. Wo sehen Sie denn da überhaupt die Mehrheiten?

Doch, wir erstarken immer mehr. Und vor allem: Mittlerweile wurden auch die Mechanismen erkannt, mit denen die Gegenseite arbeitet. Und diese Bewegungen, die eigentlich in der Bevölkerung immer die Mehrheit haben – um sie vor Wahlen runterzudrücken. Das sind immer die gleichen Mechanismen: Das sind künstlich hergestellte Skandale, die dann materialisiert werden. Egal ob das mit Trump in Amerika war oder bei uns in Europa mit der Voice-of-Europe-Affäre oder mit der Potsdam-Lüge.

Solche Skandale werden kreiert und dann kurz vor Wahlen massiv durch die Medien gejagt, um diese Parteien in ihren Höhenflügen in den Umfragen auf niedrigere Wahlergebnisse herunterzudrücken. Wir haben das mittlerweile erkannt. Das hat Trump durchbrochen in den USA – und auch in Europa wird das durchbrochen werden. Der Wille der Bevölkerung wird sich durchsetzen.

Wie geht es Ihnen eigentlich emotional, wenn Sie etwa den Grünen Erik Marquardt, der ja doch eine sehr explizite Rolle spielt – auch gerade was die Konstruktion des Flucht- und Migrationspakts angeht, auf den Fluren im Europaparlament begegnen?

Der ist noch ein kleineres Übel. Ich fand es viel schlimmer, diese Carola Rackete und solche Leute wie diese linksextremistischen Hammerbanden-Kriminellen im Europaparlament herumlaufen. Ich muss sagen: Die linksextremen Parteien mit den Grünen und mit den Kommunisten voran – die haben wirklich ein fürchterliches Personal. Es ist eines Parlaments nicht würdig.

Danke für das Gespräch!

 

Petr Bystron war zuvor Mitglied des Deutschen Bundestags und außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. Seit 2024 sitzt der Politikwissenschaftler und erfahrene Parlamentarier als Abgeordneter im Europäischen Parlament und gehört dort zu den klarsten Stimmen seiner Partei in der Migrationsfrage.

 

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