HAARP 2.0 – Kommt die Kontrarevolution direkt aus dem Mittelpunkt der Erde?

Plötzlich Erdbeben in Kuba – hat Trump eine seismologische Geheimwaffe gezündet?

von Alexander Wallasch

Hasta la victoria siempre© Quelle: Pixabay/HtcHnm, BuyCustomThings

Der Satz ist seit Corona immer häufiger zu hören: ich glaube mittlerweile alles und nichts mehr. Erdbeben in Kuba? Na klar, da hat Trump seine Finger im Spiel. Oder präziser: Der Tiefe Staat hinter der US-Präsidenten-Marionette.

Darauf gibt es im Wesentlichen drei Reaktionen: Kopfschütteln und ein großes Unverständnis. Zweitens: Ein amüsiertes Grinsen. Und nicht zuletzt dieses Schweigen mit hochgezogener Augenbraue und Mitwisserblick, sie wissen schon!

Machen wir es konkret: Sind die Erdbeben in Kuba ein natürliches Phänomen oder eine künstlich erzeugte Waffe der USA? Fakt ist: Mehrere Erdbeben waren in den letzten Wochen im Osten Kubas spürbar. Aber sind das wirklich nur rein natürliche Vorgänge – oder könnte es sich um eine gezielte Manipulation handeln?

Die Spekulation reicht bis zur These, die USA könnten Erdbeben künstlich auslösen, um einen Regimewechsel in Havanna zu erzwingen. Was könnte helfen, der Wahrheit auf den Grund zu gehen? Die Amerikaner werden es von sich aus nicht zugeben. Also müssen seismologische Daten, historische Statistiken und andere wissenschaftliche Fakten aushelfen der Ungeheuerlichkeit auf die Spur zu kommen oder eine Manipulation auszuschließen.

Seit Beginn des Jahres 2026 hat Kuba mehrere moderate Beben erlebt, die vor allem im Osten des Landes (Provinzen Guantánamo und Santiago de Cuba) spürbar waren:

17. März 2026: Erdbeben der Stärke 5,8 (teilweise als 6,0 gemeldet) ca. 49 km süd-südwestlich von Maisí.
8. Februar 2026: Stärke 5,5 (zunächst auf 5,9 geschätzt), Epizentrum südöstlich von Guantánamo. Das Beben war bis Havanna spürbar, verursachte aber keine Schäden oder Opfer.
6. März 2026: Stärke 5,3 (manche Meldungen nennen 5,0) südlich von Imías (Guantánamo), gefolgt von kleineren Nachbeben.

Diese Ereignisse wurden vom kubanischen Nationalen Seismologischen Dienst (Cenais), dem European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) und internationalen Netzen wie dem GFZ Potsdam bestätigt.

Es gab keine Tsunami-Warnungen und bislang keine Berichte über Tote oder schwere Zerstörungen. Die Aktivität konzentriert sich auf die sogenannte Oriente-Verwerfung – die tektonische Grenze zwischen der Karibischen und der Nordamerikanischen Platte.

Kuba liegt in einer Zone moderater Seismizität. Laut Auswertungen der letzten 56 Jahre (plus Archiv seit 1900) treten pro Jahr im Schnitt auf:

Stärke 6,0 oder höher: ca. 0,05 Beben (einmal alle ca. 20–25 Jahre)
Stärke 5,0 oder höher: ca. 0,48 Beben (ungefähr alle 2 Jahre)
Stärke 4,0 oder höher: ca. 5–6 Beben
Kleinere Beben (unter 4,0): Hunderte bis über 2.000 pro Jahr – die meisten kaum spürbar.

Etwa 70 Prozent der seismischen Aktivität Kubas entstammt der Oriente-Verwerfung. Historisch starke Beben (M7+) gab es 1766 (7,6), 1852 (7,2) und zuletzt 2020 (7,7 im Cayman-Trog). Seit November 2024 (nach zwei starken Beben der Stärke 6,0 und 6,7) wurden allein im Osten über 9.400 Nachbeben registriert – ein Zeichen erhöhter, aber natürlicher Aktivität durch Spannungsabbau an der Plattengrenze.

Die aktuellen Beben liegen im normalen statistischen Rahmen. Sie sind weder ungewöhnlich häufig noch ungewöhnlich stark für die Region.

Bleibt noch die Frage, nach einer künstlichen Auslösung durch die USA (oder andere Akteure) wie sie in sozialen Medien und Verschwörungskreisen immer wieder gestellt wird. Was ist theoretisch überhaupt möglich?

Erster kleiner Schockmoment: Es gibt tatsächlich menschengemachte Erdbeben – sogenannte „induzierte Seismizität“. Beispiele:

Abwassereinspritzung beim Fracking oder in Öl-/Gasfeldern
Füllung großer Stauseen (Reservoir-Induced Seismicity)
Bergbau-Explosionen oder unterirdische Sprengungen

Aber solche künstlichen Beben erreichen fast nie Stärke 5,0 – und wenn doch, nur extrem selten und lokal. Sie sind klein, flach und sofort weltweit nachweisbar durch das globale Seismometer-Netz. Aber in Kuba gibt es weder großflächiges Fracking noch relevante Staudämme, die solche Effekte erklären könnten.

Ein Beben der Stärke 5,8 in 10–15 km Tiefe an einer tektonischen Verwerfung lässt sich so nicht erzeugen. Wie sieht es mit einer Atomexplosion aus? Sie könnte theoretisch eine seismische Wellen auslösen – wie bei historischen Kernwaffentests.

Weiterlesen nach der Werbung >>>

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Aber seit dem Verbot von Kernwaffentests (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty) sind solche Versuche international verboten und sofort detektierbar. Die benötigte Sprengkraft für ein M5,8-Beben entspricht etwa der Hiroshima-Bombe – für ein echtes tektonisches Beben an einer Plattengrenze müsste man jedoch unvorstellbar mehr Energie präzise an der richtigen Stelle und Tiefe platzieren. Das wäre logistisch unmöglich, politisch-suizidal (150 km Luftlinie zu Florida!) und global messbar.

Was bleibt noch? Klar: Die HAARP und „Wetter-/Erdbeben-Waffen“ als populärste Verschwörung! Das High-frequency Active Auroral Research Program (HAARP) in Alaska wird regelmäßig als „Erdbeben-Maschine“ genannt. Es sendet Radiowellen in die Ionosphäre (oberste Atmosphäre) zur Erforschung von Funkverbindungen und Polarlichtern.

Allerdings hat HAARP null Einfluss auf die Erdkruste oder tektonische Spannungen. Die Energie reicht nicht einmal aus, um das Wetter zu beeinflussen – geschweige denn Erdbeben. Das Programm selbst, die NOAA, USGS und unabhängige Geophysiker (z. B. Boston University) haben dies wiederholt widerlegt. Gleiches gilt für alle angeblichen „geheimdienstlichen“ Erdbeben-Waffen: Es existiert keine Technologie, die tektonische Platten gezielt verschieben könnte.

Chemtrails, Mikrowellen oder Elektromagnetismus: Keine physikalische Grundlage. Die benötigte Energie, um eine Verwerfung wie die Oriente-Fault zu aktivieren, übersteigt die gesamte globale Stromerzeugung um Faktoren.

Geheimtechnologien der USA oder anderer Mächte: Selbst bei hypothetischer Existenz wäre eine gezielte Auslösung in Kuba extrem riskant – die Erschütterungen würden Florida und die Bahamas ebenso treffen. Globale Seismometer, Satelliten und Tsunami-Warnsysteme würden jede Anomalie sofort erkennen.

Kombination mit geopolitischem Druck: Erdbeben sind blind. Sie zerstören Infrastruktur, aber sie zwingen keinen Regimewechsel. Im Gegenteil: Naturkatastrophen stärken oft die nationale Einheit (wie nach Hurrikanen in Kuba). Es gibt keinerlei Hinweise auf US-Beteiligung – weder in offiziellen Dokumenten noch in seismischen Daten.

Auch wenn es für wirklich kritische Geister ernüchternd ist: Es gibt keine bekannte oder plausible Technologie, mit der ein Staat gezielt ein tektonisches Erdbeben der beobachteten Stärke und Lage erzeugen könnte.

Alle aktuellen Beben in Kuba sind eindeutig natürlichen Ursprungs – verursacht durch die permanente Bewegung der Erdplatten. Die Erdbeben in Kuba sind ein normales geologisches Phänomen, das seit Jahrhunderten dokumentiert ist. Die jüngste Aktivität ist weder außergewöhnlich noch verdächtig. Kuba verfügt über ein gut ausgebautes Seismologisches Netz und ist auf solche Ereignisse vorbereitet.

Verschwörungstheorien mögen in sich gewisse Plausibilitäten haben, halten aber keiner wissenschaftlichen Prüfung stand.

Wer dennoch Zweifel hat: Die Daten sind öffentlich einsehbar bei Cenais, EMSC, USGS und VolcanoDiscovery. Erdbeben sind ein Risiko der Karibik – kein politisches Werkzeug. Kuba bleibt ein seismisch aktives, aber stabiles Land.

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.