Es ist der klassische Hollywood-Moment: „Wer ist dran?“ – „Hollywood“. Nur dass es diesmal kein Witz war. Der Berliner Autor, Porträtmaler und AfD-Kandidat Julian Adrat bekam tatsächlich Post aus der Avenue of the Stars in Los Angeles. Allerdings nicht von Bill Kaulitz persönlich, sondern von dessen Hamburger Anwälten.
Der Tokio-Hotel-Star, bekennender Werbeträger für queere Inszenierungen und Star der Netflix-Show „Kaulitz & Kaulitz“, fühlte sich durch einen Post von Adrat in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt. Adrat hatte Mitte März in den sozialen Medien ein Foto eines Syoss-Werbeplakats in einer Berliner Drogerie geteilt und dazu geschrieben:
„Es ist schon eine besondere Form des Widerwärtigen. Welche Frau kauft Shampoo, weil ein Popo-selfie-süchtiger, gepiercter Schwuler dafür wirbt? Ernsthaft – wie weit müsste die Gehirnwäsche fortgeschritten sein, dass sich ein Mann Rasierzeug kaufen würde, weil eine Undercut-geschorene Lesbe dafür wirbt?“
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Die Anwälte forderten Adrat auf, den Post samt Foto binnen 24 Stunden zu löschen und eine strafbewehrte Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Begründung: Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts.Doch Adrat sagte: Auf keinen Fall. Er schaltete Rechtsanwalt Dirk Schmitz ein. Der konterte scharf:
Adrats Äußerung sei ein geschütztes Werturteil im Rahmen der Meinungsfreiheit (Art. 5 GG). Sie knüpfe nicht an Kaulitz’ sexuelle Orientierung an, sondern ausschließlich an dessen bewusst provokative und kommerziell verwertete öffentliche Selbstdarstellung.
Schmitz legte dem Schreiben sogar Bildmaterial und Links zu Kaulitz’ eigenen Auftritten bei – inklusive Popo-Selfies und Schlagzeilen wie „Bill Kaulitz schickt Grüße aus der Fickt-Euch-Allee“ oder „Toiletten-Sex bei Hollywoodstar“. Kommentar des Anwalts:
„Wer sich in Gefahr begibt und – pardon – seinen Arsch und seine Sexualität zum medialen Thema macht, muss mit ebenso provokanter Gegenrede rechnen und diese hinnehmen.“
Schmitz bot Kaulitz zudem ein unzensiertes Interview auf Alexander-Wallasch.de an.
Interessanter Hintergrund: Die Kaulitz-Zwillinge positionieren sich klar gegen die AfD. In ihrem Podcast riefen sie die Deutschen auf, nicht die AfD zu wählen – und damit auch nicht Julian Adrat.
Der Fall ist ein Lehrstück: Ein Prominenter, der seine queere Inszenierung jahrelang vermarktet, zieht plötzlich die Persönlichkeitsrechts-Karte, sobald Kritik von der „falschen“ Seite kommt.
Alexander-Wallasch.de bleibt dran. Und fragt: Seit wann darf man über Werbung keine Meinung mehr haben?
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