Dr. Jonas Tögel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie an der Universität Regensburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Soft Power, Motivationstechniken und Propaganda – Themen, zu denen er zahlreiche wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht hat, darunter Arbeiten zu „Kognitive Kriegsführung“ und „Kriegspropaganda damals und heute“. Dr. Tögel analysiert regelmäßig, wie Narrative in Medien und Politik gezielt eingesetzt werden.
In einem Ausschnitt aus einem seiner Videobeiträge greift Tögel ein hochaktuelles Beispiel auf: die Berichterstattung über die Proteste im Iran im Januar 2026. Er beginnt seine Analyse mit einer klaren Ansage: „Jetzt komme ich zur alles entscheidenden Frage“, sagt er. „Ich spitze es zu und Sie werden sehen, es wird heikel. Es wird wirklich schwer, das Ganze zu durchdringen.“ Tögel nimmt sein Publikum mit auf eine Recherche, die er gemeinsam mit der Arbeit von Max Blumenthal und Wyatt Reed auf The Grayzone vorstellt.
Der Forscher betont zunächst, wie wichtig es sei, an die Quellen einer Nachricht zu gehen. Man solle sich genauer anschauen, woher eigentlich Meldungen kämen. Tögel erinnert an ähnliche Fälle wie die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ in London und warnt: „Das sind wirklich haarsträubende Dinge, die dann passieren.“ Viele Medien verbreiten nur noch die nackte Zahl – 30.000 getötete Demonstranten. „Jeder schreibt voneinander ab“, kritisiert Tögel. „Am Ende wird die Botschaft vielfach wiederholt und keiner weiß mehr, woher kommt die eigentlich?“
Genau das hätten Blumenthal und Reed nun richtig gemacht:
„Die haben sich angeschaut: Woher kommt die? Und diese Frage, die ist ganz zentral, weil es hier wirklich um das Fundament dieses Krieges geht. Die ganze Unterstützung ist auch möglich, weil sie diese Geschichte erzählen können.“
Tögel verweist auf zwei Artikel zu den 30.000 Toten aus Januar 2026: Eine Meldung im „Guardian“ und eine im „Time Magazine“. „Das sind die Ursprungsberichte“, fasst er zusammen. Für den Guardian schrieb die Bloggerin Deepa Parent, die laut Tögel „immer sehr engagiert“ sei, „wenn es darum gehe, Berichte zu schreiben, die den Iran und die iranische Regierung eigentlich schlecht darstellen lassen“.
„Ihre Quelle ist ein ‚Doktor X‘, der wird überhaupt nicht genannt!“, so Tögel weiter. „Wir wissen nicht, wer das ist. Der Guardian sagt: Vertraut uns mal! Wir als Zeitung haben das überprüft. Aber wir geben den Namen nicht raus.“
Dr. Tögel legt offen, dass der Guardian teilweise von Pierre Omidyar finanziert wird und die „Rights and Freedom Section“ von dessen NGO „Humanity United“.
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„Und die arbeiten natürlich darauf hin, dass im Iran die Regierung gestürzt wird“, erklärt er weiter. Omidyar kooperiere zudem mit US-Stellen wie USAID und dem National Endowment for Democracy – „die sind ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, dieses Drehbuch für Regime Change umzusetzen“.
Beim Time Magazine sähe es ähnlich aus: Dort berufen sich die Autoren auf „zwei Senior Officials of Iran’s Ministry of Health“ – ebenfalls anonym. Zusätzlich werde, so liest es Tögel im Artikel des „Time Magazin“, ein deutscher Augenchirurg namens Amir Parasta zitiert.
Doch auch Parasta sei „ein enger Verbündeter des Lobbyisten für den Kronprinzen Reza“ – den Sohn des Schahs, der nach dem geplanten Regime Change an die Macht sollte.
„So hätten es die USA gerne gehabt. Sie haben es versucht. Das ist jetzt natürlich gescheitert“, bilanziert Tögel. Die Bilanz des Regensburger Wissenschaftlers ist deutlich: Wenn Quellen anonym bleiben, Aktivisten eigene Interessen verfolgen und finanzielle Verbindungen zu Regime-Change-Netzwerken bestehen, „dann wird es sehr, sehr schwer, wirklich zu sagen, dass man es hier mit handfesten Belegen zu tun hat“.
Tögel schließt:
„Das Ganze steht auf tönernen Füßen. Wir haben es uns jetzt im Detail angeschaut.“
Der Regensburger schreibt in seinem persönlichen Fazit zur Zahl von 30.000 Toten:
„Nach ausgiebiger Recherche bin ich der Überzeugung: sie stimmt so nicht. Die Realität ist viel komplexer als die einfache Botschaft vom „mörderischen Regime“. Sicher ist, dass es Gewalt gab und Demonstranten getötet wurden. Die Demonstrationen sind jedoch nicht zufällig entstanden: Ausländische Geheimdienste haben laut eigenen Aussagen dabei geholfen, diese Aufstände zu inszenieren und Gewalt zu schüren. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht. Auch leidet der Iran unter harten Wirtschaftssanktionen, die sehr viel Leid verursacht haben."
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Kommentar von Olaf
Ich habe so einige Vorträge von Herrn Tögel gehört in der Vergangenheit und alle waren eine Lehrstunde, wie wir alle auf gut Deutsch maximal verarscht werden.
Es lohnt sich einige seine Videos rauszusuchen und ihm zu lauschen.
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Kommentar von stephan manus
Es gibt ein Times Interview hauptsächlich zu diesem Thema (30000 Tote) mit dem iranischen Literaturprofessor Marandi. Sehenswert. Sehr tapfere Journalistin, meiner Meinung nach.
Wen es interessiert: "you`ve messed with the wrong country"
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Kommentar von Palmström
Die Zahl 30.000 wurde einfach so in den Raum geworfen. Das Propagandisten sich nicht einmal die Mühe machen in welcher Stadt es wieviel Tode gab, spricht dafür das die Zahl einfach nur ein fake ist. Seitens des Iran wurde eine Zahl über 3.000 benannt, örtlich aufgeteilt inkl. einer hohen Zahl an Polizisten. Eigentlich interessant wäre die Herkunft der Waffen aus denen „Zivilisten“ feuerten.
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Kommentar von stephan manus
Russland ist sehr böse, Iran ist sehr böse. Das ist die Basis der sog. westlichen Narrative. Deren sog. "Werte" sind (angeblich) minderwertig ggü. den sog. westlichen "Werten"
Bzgl. Iran ist nun mal Fakt, dass die beiden größten Geheimdienste der Welt, CIA und Mossad, kein Interesse an friedlichen Demonstrationen im Iran haben sondern nur an gewaltsamen Randalen via deren (bewaffneten) Agenten vor Ort. Zu einem Regimechange hat das nicht geführt, m.E. eher zu einem Zusammenschweissen der iranischen Bevölkerung.
Iran selbst geht von 3117 Toten aus. Viele Unschuldige. M.E. völlig unnötig.
Die westlichen Narrative decken sich m.E. nicht mit der Realität. Die Trauerprozessionen für den getöteten Chamenei überall im Iran, in Pakistan, im Irak, in Nord-Indien usw. sprechen für das Gegenteil was Exiliraner und Oppositionelle kommunizieren. Sebst wenn es 10 Mio Regierungskritiker geben sollt, gibt es immer noch +80Mio Regierungsbefürworter. Die Mehrheit des iranischen Volkes ist zu repektieren, meiner Meinung nach.
Zurück zur Diplomatie wäre m.E. der bessere Weg. Die narrativgesteuerten Kriege sind abzulehnen.
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Kommentar von Schwar Zi
Die Frage ist doch eher, traut man dem Mullah-Regime, diesen Endzeit-Islamisten zu 30.000 Menschen zu ermorden? Und da lautet meine Antwort: Ja!
Und wenn wir zurückblicken, in unserer eigenen Geschichte der jüngeren Zeit...hätte sich "der Westen" vorstellen können, dass Hitler 6 Mio. ausgelöscht hat?
Und als ehemaliger Bürger der DDR sage ich es ganz offen, das was das persische Volk hier erduldet, da fehlt dem kollektiven Westen die Vorstellungskraft. Ich stelle es mir ungefähr wie das rumänische Regime unter Ceaușescu vor. Aber vermutlich ist selbst dies zu harmlos. Deshalb habe ich größte Hochachtung vor den Persern, ich habe sie immer als besonders kultiviert empfunden, eine Hochkultur im Klammergriff der Barbaren.
Diese Endzeit-Sekte wollte seit 1979 den großen Showdown. Sie haben nichts, absolut nichts unternommen um diesen Konflik zu verhindern. Anfangen bei einem vollständigen uneingeschränkten Zugang der IAEA zum gesamten Land. Inkl. das man der Opposition hätte die Ausreise erlauben können.
Und das man diesen Gestalten nicht trauen kann, zeigt doch der Einsatz der Mittelstrecken-Rakete...haben sie nicht immer gesagt, sie beschränken sich selbst auf 2.000km...Überraschung, das war eine Kriegslist!
Ich hätte kein Problem damit, wenn sie sich auf ihr eigenes Land beschränken würden, aber dieses Regime finanziert seit Jahren, seit Jahrzehnten Terroristen und bildet diese auch aus.
Und ja, viele werden es anders sehen, ich bleibe bei meiner Einschätzung, fanatische, religiöse Endzeitsekte, zumindest die Führungsebene.
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Kommentar von Micha
Kommt jetzt noch das Märchen vom ach so demokratischen und menschenfreundlichen Mullah-Regime? Sollten wir vielleicht noch froh sein, wenn die sich hier bei uns breit machen?
Steinmeier hat sich ja auch schon immer so wohlwollend über das Mullah-Regime geäußert und war denen stets freundschaftlich verbunden. Das war zu seiner Zeit als SPD-Außenminister. Auch jetzt aktuell wirkt er eher wie eine Propagandatröte der Mullahs denn wie der deutsche Bundespräsident!
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Kommentar von T S
"30.000 getötete Demonstranten" - da fragt man sich als Erstes, waren überhaupt so viele auf den Straßen?
Und falls ja, wie würde die dortige Bevölkerung reagieren wenn die Zahl stimmt?
Andere Regierungen sind schon an wesentlich kleineren Zahlen gestolpert.