Deutscher 68er-Revoluzzer kommentiert das Schicksal der WikiLeaks-Revolte gegen das System

Rainer Langhans über Auslieferung von Julian Assange an die USA – Das Exklusivinterview

von Alexander Wallasch (Kommentare: 2)

„Das ist ein großes Menetekel oder ein Fanal gerade an die Jungen: Hört bloß auf, unser altes System zu hacken. Aber wie lange lassen die sich das gefallen, sich einschüchtern zu lassen von dieser noch immer bestehenden Übermacht des alten Systems?“© Quelle: YouTube / AFP Deutschland, Langhans / privat

Alexander Wallasch spricht mit Rainer Langhans über die heute bekannt gewordene Auslieferung des WikiLeaks Gründers Julian Assange von England an die USA. Wir bitten den ehemaligen Bürgerschreck Langhans, uns die Vorgeschichte noch einmal zu erzählen und die Auslieferung einzuordnen. Im Interview überrascht einmal mehr die Agilität, die Frische und die enorme Schärfe und Geschwindigkeit der Gedanken des mittlerweile ja auch schon über 80-Jährigen.

Alexander Wallasch: Also erst mal frage ich, wie es Dir geht. Bist Du gesundheitlich auf dem Damm?

Rainer Langhans: Ja, völlig.

Alexander Wallasch: Wollen wir für meine Leser beim "Du" bleiben?

Rainer Langhans: Gerne.

Alexander Wallasch: Kannst Du uns Julian Assange noch mal einordnen? Was ist da eigentlich passiert?

Rainer Langhans: Ja. Julian Assange. Der hat als Erster probiert, was die anderen Nerds weniger gemacht haben, nämlich alle Daten aus ihren Gefängnissen zu holen – das ist eigentlich das Konzept des Internets gewesen, unserer ganzen Nerds da im Silicon Valley – und die hat er sich eben vorgenommen, NSA, also diese ganzen Kriegsgeschichten, die bei den USA immer laufen.

Und er ist damals berühmt geworden mit diesem Collateral Murder Video, wo man sieht, wie die da aus einem Hubschrauber einfach Zivilisten abknallen, weil die vielleicht verdächtig sind, und das macht ihnen Spaß, das ist für die wie ein Computerspiel gewesen.

Die Vereinigten Staaten, die haben gesehen, dass ihre Betriebsgeheimnisse verraten werden. Und darauf reagieren die alle höchst ungemütlich. Und da sieht man dann, wie viel Macht die Vereinigten Staaten haben in Bezug auf ihr ständiges Kriegsgeschehen, was wir damals "Imperialismus" genannt hatten, und wie die darauf reagieren, wenn jemand das ans Licht zieht, was das wirklich bedeutet, was Krieg auch ist. Und das ist ein Grund, weswegen Assange so unbarmherzig verfolgt wird. Das passierte später auch Edward Snowden.

Das hat einen Grund: Man darf die Betriebsgeheimnisse unserer Welt, in diesem Fall die amerikanischen mit ihrem Krieg, nicht verraten. Das läuft immer so, aber niemand darf das sehen.

Alexander Wallasch: Aber nannte man das nicht früher Geheimdiplomatie, die auch zwischen den Staaten von Vorteil war für die Bürger?

Rainer Langhans: Ja, klar. Aber das ist keine Geheimdiplomatie, sondern das sind konkrete Kriegshandlungen ohne Diplomatie. Natürlich kann man auch diese Geheimdiplomatie aufdecken. Das hat Snowden gemacht mit seinem NSA-Zeug. Das sind alles verborgene Verhandlungen und Einflüsse.

Das ist auch eine grundsätzliche Angelegenheit. Das heißt, die Leute, die uns normalerweise mithilfe des Internets flächendeckend überwachen und bewachen und damit auch manipulieren können, werden jetzt zurückgehalten.  Also man hätte dann ihre Instrumente und damit sind die natürlich wirkungslos. Und das ist das Prinzip des Internets. Da darf nichts verborgen bleiben.

Alles muss aus den Besitz-Gefängnissen, aus den Geheimnis-Gefängnissen befreit werden. Dann sind wir in einem großen Gespräch, bei dem es nicht mehr hoch und niedrig, Ausbeutung und Kapitalismus und Geld und all dieses Zeug gibt. Genau das hat Julian Assange probiert. Und dann kam noch Folgendes hinzu: Die Vereinigten Staaten haben nicht direkt darauf reagiert, sondern die Feministinnen. Die Feministinnen haben den Mann fertiggemacht. Die haben ihn angeklagt und damit die Voraussetzung geschaffen für diese englische Nummer.

Die Feministinnen in Schweden haben ihn mit Falschbehauptungen drangekriegt. Das heißt, gar nicht mal zuerst die Amerikaner.

Mir ist es ja selbst passiert: Ich habe für Julian Assange gespendet. Und dann sagten die zu mir: Du bist ein Rapist. Also auf Deutsch ein Vergewaltiger. Denn wer einen Rapist, einen Vergewaltiger, der von den Feministinnen in Assange da entdeckt worden ist, wer den unterstützt, ist selber einer.

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Alexander Wallasch: Aber die Solidarität für Assange war doch eine Weile sehr, sehr groß. Kann das sein, dass Solidarität auch kein so großes Zeitfenster hat, dass sich das erschöpft? Was ist aus der Free-Assange-Bewegung geworden?

Rainer Langhans: Klar waren die Jungen dafür, aber sie haben sich nicht getraut, gegen diese Übermacht der anderen zu hacken, dahingehend, was diese gegen Assange unternehmen.

Da sind die Feministinnen die ersten gewesen, die ihn da hingehängt haben, und das haben dann die Engländer übernommen. Als er dann aus der Botschaft heraus musste, war er vogelfrei. Die haben ihn ins Gefängnis gesteckt und jetzt liefern sie offenbar aus. Das war die Patel, die hat jetzt bestätigt, dass er an die Staaten ausgeliefert werden kann.

Alexander Wallasch: Wer bitte?

Rainer Langhans: Priti Patel, die englische Innenministerin.

Alexander Wallasch: Von Festland-Europa aus sieht man immer auch diese Phalanx USA-England, da gibt es offensichtlich eine engere Verbindung als USA-Deutschland oder USA-Frankreich, irgendwas ist da zwischen diesen Angelsachsen immer am Gange ...

Rainer Langhans: Ja, obwohl, wenn er bei uns Schutz gesucht hätte, dann wäre  wahrscheinlich Ähnliches passiert, fürchte ich. Wir stecken auch im Hintern der Amerikaner. Also das ist, glaube ich, kein großer Unterschied. Aber die Schuldigsten, was Assange angeht, sind die schwedischen Feministinnen.

Alexander Wallasch: Was die Botschaft Ecuadors angeht, war ich erstaunt, wie lange das überhaupt noch gehalten hat, bis die Amerikaner es geschafft haben, Julian Assange da rauszumobben. Das waren doch einige Jahre.

Rainer Langhans: Na ja, das ist ganz einfach. Zuerst war ein ihm wohlgesonnener, etwas linkerer Präsident am Wirken und hat denen gesagt: Lasst den da! Und dann haben die aber neu gewählt. Und da kam dann einer rein und der hat das alles aufgekündigt. Und dann stand er auf der Straße, praktisch. Und die Briten haben ihn in ihr Gefängnis gesteckt.

Alexander Wallasch: Hast du eine Prognose, wie es jetzt weitergeht mit Julian Assange?

Rainer Langhans: Ich fürchte, er wird weiter ein Märtyrer bleiben und wird vielleicht irgendwann doch ein Gnadengesuch an die Amerikaner stellen. Und vorher werden die ihn wahrscheinlich noch vor Gericht stellen mit ihren komischen Paragraphen, Geheimnisverrat und so weiter.

Alexander Wallasch: War das nicht sein Whistleblower, der sich dann auch noch transmäßig hat umoperieren lassen, im Gefängnis?

Rainer Langhans: Ja, ja, genau, das war derjenige, der ihm diese Daten, also diese Leaks verschafft hat. Damals die amerikanische Soldatin/Soldat, der/die sich hat umoperieren lassen. Ich weiß nicht, wie sie heißt. [Red.: Chelsea – vorm. Bradley – Manning]. Na ja, und die ist jetzt, glaube ich, auch wieder raus aus dem Gefängnis, weil sie mittlerweile brav da mitgespielt hat.

Alexander Wallasch: Ich staune ein bisschen. Das waren ungeheure Datenmengen, und es ist doch am Ende nur ein Leak, der mir zumindest haften geblieben ist. Das war das, was du angesprochen hast mit diesen Kriegsverbrechen aus den Hubschraubern. Ist das wirklich ausgewertet worden? Umfangreich? Irgendwie nicht, oder?

Rainer Langhans: Ja, schon, doch, Das haben übrigens auch die Normalen- und die Qualitätsmedien [Red.: Hier ironische Überbetonung von Langhans], die haben das reichlich benutzt. Und deswegen wirft man ihnen vor, dass sie viel zu wenig für Assange tun, obwohl sie so davon profitiert hatten. Das Material wurde schon weitgehend genutzt.

Jetzt ist Assange der erste große Märtyrer für das ursprünglich offene und freie Internet. Und das soll die ganzen Jungen entmutigen, die sich auch so was einfallen lassen, das System zu hacken.

Das könnten die. Sie verfügen über alle Fertigkeiten, dieses alte System zu hacken. Aber sie trauen sich das nicht, weil sie genau wissen, die Alten hocken noch so drin, dass sie uns aus der alten Ecke völlig fertig machen könnten, so wie sie Snowden fertiggemacht haben.

Und insofern ist das natürlich ein großes Menetekel oder ein Fanal gerade an die Jungen: Hört bloß auf, unser altes System zu hacken. Und das ist etwas, wo man sich fragt, wie lange lassen die sich das gefallen, sich einschüchtern zu lassen von dieser noch immer bestehenden Übermacht des alten Systems gegenüber dieser neuen Möglichkeit, frei und liebevoll miteinander zu leben.

Unsere Nerds, unserer Chaos Computer Club, die sind für Datenschutz. Das ist völlig scheiße. Weil, Datenschutz heißt auch, dass du zum Beispiel solche Leaks nicht rumerzählen darfst.

Aber so sind die alle, die sind alle brav geworden, sie sind überhaupt nicht mehr im Sinne dieser großen Befreiung, die das Internet uns ermöglicht, unterwegs, leider.

Alexander Wallasch: Aber sie machen es heute so, dass sie sich mit Superkleber auf Autobahn kleben...

Rainer Langhans: Ja, großartig, das ist eben einfach verdammt noch mal zu wenig. So wie die Fridays for Future da auch auf der Straße rumtanzen. Nein, das hat uns schon damals nichts gebracht.

Wir müssen heute wirklich in dieses Internet gehen oder meinetwegen sogar in Corona reingehen und damit versuchen, das System dann endlich mal grundlegend abzulösen oder umzugestalten, zu transformieren und uns dann ein wirklich anderes Leben zu trauen.

Und da sind wir alle noch viel zu ängstlich. Und da hat sich eben der Assange und auch der Snowden, die haben sich da ein bisschen was getraut und sind dafür fürchterlich in die Wut der anderen gekommen.

Alexander Wallasch: Weil wir schon im Gespräch sind, ist denn die Rechte heute die Linke von gestern?

Rainer Langhans: In mancher Hinsicht ja, weil sie sagen: Das alte System ist scheiße und so weiter. Wir wollen ein anderes. Aber die können sich auch ein bisschen mehr einfallen lassen. Aber sie sind tatsächlich heute die neuen Alternativen.

Damals waren wir das, die sogenannten Linken, die Kommune und so weiter. Wir haben damals gewusst, es gibt ein besseres Leben und wir haben das auch eine Zeit lang leben können. Aber das ging dann weg. Und dann saßen wir da und mussten uns anhören, dass wir verloren haben.

Die haben uns mit aller Gewalt, die sie heute dann noch auf Einzelne wie Assange und Snowden ausüben, zum Schweigen gebracht. Und das ist eben etwas, was meiner Ansicht nach heute weitergeht. Aber eben entlang der Märtyrer und der ängstlichen Nerds, die sich nicht trauen, das alte System richtig zu hacken, also richtig zu Asche zu machen, um daraus einen neuen Phönix, ein neues, ein richtiges Leben entstehen zu lassen.

Alexander Wallasch: Siehst du denn tatsächlich jemanden, den du namentlich benennen könntest, gibt es irgendein Hoffnungsträger auf der rechten Seite? Kann man da jemanden nennen? Ist es etwa Götz Kubitschek als große Nummer der Szene? Wen kann man da nennen? Oder gibt es keinen?

Rainer Langhans: Ich sehe keinen, muss ich ehrlich sagen. Auch nicht Marine Le Pen oder was weiß ich. Den Hoffnungsträger habe ich noch am ehesten in Trump gesehen, der was Richtiges ausprobiert hat, anders als diese ältlichen und Retroleute hier in Europa.

Donald Trump ist aber auch an einem bestimmten Punkt gescheitert. Fragt sich an welchem. Er war aber als Internet-Avatar am nächsten dran, ein neues Leben vor allem im Internet hervorzubringen. Aber er hat sich dann in diesen ganzen Kämpfen mit den Alten, natürlich mit Obama und so weiter, so verzettelt, dass er da dann in diesem blöden Krieg, den er da gesehen – zurecht natürlich gesehen hat – erstmal untergegangen ist. Krieg ist immer scheiße. Und das hat er irgendwie nicht so richtig verstanden, sondern er führt lustvoll Krieg.

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Alexander Wallasch: Also, das System aus den Tiefen des Internets heraus zu zerstören... haben wir jetzt eigentlich schon was verfassungsfeindlich ist besprochen?

Rainer Langhans: Das weiß ich nicht. Warum denn? Denn ich würde sagen, diese Veränderung des Systems zu einer besseren Demokratie als dieser repräsentativen, die wir bisher haben, vollzieht sich meiner Ansicht nach gerade.

Aber vorher haben wir natürlich die großen Ängste: Ah, die alte Demokratie darf nicht sterben! Nein, wir müssen uns trauen, wirklich eine neue und bessere und internetbasierte Demokratie zu erfinden und damit ein ganz anderes und neues und kommunikativeres Leben erschaffen als die Demokratie, die vielleicht noch die beste von diesen ganzen alten Systemen war.

Und da sind wir immer noch auf dem Weg, aber müssen offensichtlich durch diese merkwürdigen Stationen hindurch, hier noch mal diese Altdemokratie verteidigen zu müssen. Und deswegen ist jeder, der sagt, das reicht uns nicht, der ist dann gleich rechts.

Okay, das ist mir auch passiert. Also wenn du da sagst, wir wollen da weitermachen, dann sind die Alten, die jetzt alle Achtundsechziger sind und das System verteidigen, den Neokapitalismus verteidigen, statt ihn anzugreifen, wie sie es früher mal gemacht haben.

Das sind die, die sagen, wenn du da unser System nicht verteidigst, also unsere aufgeklärte Demokratie, dann bist du rechts.

Sie sehen noch nicht, dass diese Leute, die heute von ihnen zum Teil jedenfalls als rechts verdächtigt werden, dass die was ganz anderes wollen als den alten Adolf zurück.

Irrwege müssen wir offensichtlich alle noch gehen. Aber ich finde, wir sind auf einem guten Weg. Corona hat da noch mal schweren Schub gegeben.

Auch dieser Krieg da, dieser sogenannte, den Putin zu Recht übrigens, wie ich finde, nicht so genannt haben will in der Ukraine, das sind alles Schübe, die in diese Richtung gehen. Aber natürlich durch sehr unangenehme Erfahrungen, die wir offensichtlich noch miteinander machen müssen.

Alexander Wallasch: Danke für dieses Gespräch.

 

Über Rainer Langhans:

Rainer Langhans ist Symbolfigur der Spontis und 68er-Bewegung schlechthin.

Er ist maßgeblicher Antreiber einer kulturellen Umwälzung. Langhans brachte die bundesdeutsche Gesellschaft während der Studentenproteste durch seine Lebensweise in der Kommune 1 zur Weißglut. Der polit-mediale Komplex machte Langhans und seine Frauen zu Pin-ups, vereinnahmen ließ sich Langhans deshalb aber noch lange nicht.

"Im politischen Bereich galt Langhans lange als führende Figur der sogenannten "Außerparlamentarischen Opposition" (APO). „Die Boulevardpresse stilisierte Langhans indes zum "wilden" Sex-Kommunarden und Bürgerschreck...“, wie Who is Who formulierte.

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Kommentare

Kommentar von Herbert Wolkenspalter

Zunächst Gratulation an Alexander Wallasch. Ideen für Leute und Stoff!

Zu Rainer Langhans: Der rote Faden, den ich meine zu erkennen, der trotz der Schlenker von links bis recht läuft und sogar Trump einbezieht, ist der: Es geht immer gegen das (stärkere) Establishment. Das würde ich am ehesten als liberales Freiheitsbedürfnis bezeichnen. Sein Antikapitalismus wäre eher symbolisch zu verstehen weil unifferenziert, weil der K. nun mal gleichzeitig das stark lebensbestimmende Establishment zumindest im Hintergrund und auch sonst indirekt bildet. (Die Gegenfrage wäre, wie man sich organisiertes Arbeitsleben, persönliche Zeiteinteilung usw. alternativ vorstellen sollte, und ob dies unter der Prämisse der äquivalenter Funktionsfähigkeit sowie Weiterentwicklung gravierend anders wäre.)

Der innere Widerspruch besteht indessen darin, dass ein anderes, nicht weiter konkretisiertes System (ich sehe das Suchen nach Reizen und Auffälligkeit, sehe Schlagworte aber kein Konzept) wieder ein Establishment voraussetzt, um es auf die Beine zu stellen und anschließend die Ziele zu erfüllen. Es würde nichts anderes als eine neue Inanspruchnahme von Menschen, sozusagen ein neues Gefängnis, das abermals nach Freiheit schreien würde.

Der Befreiungsschlag schlägt ins Gegenteil um. Beispielhaft zu sehen an den Grünen, dem fortgesetzten politischen Zweig grüner 68-er. Sie würden mit Veggie-Day sogar bis in die Mägen hinein regieren wollen, denken aber auch sonst exorbitant restiktiv im Namen des Gutseins, der Moral und der Weltenrettung. Das Dumme daran: sie können es nicht, weil sie unter anderem – Achtung – die Natur ignorieren, von Menschen und der Physik. Oberflächliches Laienwissen und letztlich Wunschdenken.

Man kann liebgemeinte Vorstellungen haben, wie etwas besser wäre. Auf dieser unfriedlichen Welt ist das keine große Kunst. Aber die entscheidende Frage ist und bleibt, ob es so, wie man es sich vorstellt auch tatsächlich zuerst herstellbar und dann als Selbstläufer funktionieren würde – und vor allem, ob es das ist, womit Menschen glücklich werden.

Man kann sich alles ausmalen und wünschen, man kann von sich auf andere schließen – aber nichts davon muss allgemein stimmen und so kommen. Visionen eben.

Mit ideologiegebundenen Visionen kann man sich verdammt irren, so wie sich jede Ideologie irrt, die nach der sogenannten Aufklärung entstand, weil jede auf unvollständiger, teils auch falscher Erkenntnis beruht – sei es Liberalismus, Nationalismus, Kommunismus, Demokratie oder der Eigenschaften reduzierende Biologismus der Grünen, Woken und Respektvollen, denen der Massenmensch bei aller Gutmenschlichkeit und Bellizismus ein Klumpen aus Fleisch und Knochen ist, den es tagtäglich über die Medien geistig zu betreuen gilt. Worte und Grammatik machen aber keinen Menschen – Fleisch und Knochen auch noch nicht.

Mit solchen Visionen bei derart verbogener Optik werden wir im nächsten Winter wohl frieren. Die stärkste Waffe gegen Putin.

Kommentar von La Vinia

Was meint Langhans mit einer "internetbasierten Demokratie"?