Pathologische Selbstverleugnung? Nius-Chef kehrt die eigene Bild-Vergangenheit unter den Teppich

„Refugees Welcome“ ist Antifa-Parole schimpft Nius – Reichelt auf dem Gipfel der Leserverarsche angekommen

von Alexander Wallasch

Das Prinzip Springer/Reichelt: Etwas angreifen für das man selbst verantwortlich ist© Quelle: Nius, Screenshot (Markierung: Wallasch)

Bei "Bild"-Chefin Marion Horn hängt ein „Fuck AfD“-Poster im Büro – Julian Reichelt macht daraus einen Aufmacher und schimpft „Bild“ habe schon mal eine Antifa-Parole genutzt. Dabei hatte er selbst „Refugees Welcome“ für „Bild“ zur Leitlinie der Willkommenskultur gemacht.

Das ist mittlerweile eine Form der Selbstverleugnung, die man kaum mehr vernünftig erklären kann: Nius hat heute den Aufmacher „„Fuck AfD! Das ist meine Haltung“, sagt Bild-Chefin Marion Horn“. Im Kern geht’s darum, dass das Medienmagazin „Kress“ Bild-Chefin Marion Horn interviewt hat und mit dem Aufmacher „Fuck AfD! Das ist meine Haltung“ veröffentlichte.

Der „Nius“-Artikel erregt sich darüber, dass Frau Horn ein Poster in ihrem Büro hängen habe, ein Sportflugzeug, das eine Werbung hinter sich herzieht, auf dem „Fuck AfD“ stehe. Laut „Nius“ sei das die zentrale Antifa-Parole überhaupt – was stimmt. Der Artikel ist mit „Redaktion“ gezeichnet. Julian Reichelt ist Gründer und Chefredakteur von „Nius“.

Wörtlich heißt es diesem Redaktionsartikel:

„Die Aussage kommt elf Jahre nach dem Bild schon einmal mit einer Antifa-Parole warb: ‚Refugees welcome!‘“

Ex-Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt hatte dazu bei Maischberger erklärt, was heute bei "Nius" verschwiegen wird: „Julian Reichelt hat ‚Refugees welcome‘ erfunden.“ Er habe den Slogan der Antifa bei Bild neu aufgelegt als Hauptpropaganda-Leitlinie der illegalen Massenzuwanderung von Angela Merkel.

Auf diesen Antifa-Slogan wurde die neue deutsche Willkommenskultur aufgebaut. Hinzu kamen Reichelt-Erfindungen bei „Bild“ wie der „Pranger der Schande“, wo Kritiker der illegalen Massenzuwanderung namentlich gebrandmarkt wurden.

„Refugees Welcome“ war die Leitplanke als Grundhaltung des ehemaligen Kriegsreporters Reichelt, der Syrer und Afghanen schon mal vor Ort als Kriegsreporter für Springer erlebt hatte. Ebenso übrigens wie Julian Röpke, der heute beim Drohnenhersteller arbeitet, und andere Kollegen wie Ronzheimer und Co.

Reichelt hatte übrigens schon lange vor Trump immer eine US-Flagge in seinem Büro hängen – die er auch mit zu Nius nahm. Das war Demonstration seiner Haltung.

Die Subhead über dem „Nius“-Artikel von heute lautet „Elf Jahre nach Refugees Welcome“.

Bleiben wir noch kurz bei Ulf Poschardt. In seinem Buch „Shitbürger“ hatte er im Übrigen schon angelegt, was er bei Maischberger sagte. Dort hieß es nämlich ebenfalls: Die Erfinder von „Refugees Welcome“ seien Kai Diekmann und Julian Reichelt, beide damals verantwortlich für die Bild.

„Refugees welcome!“ – Jetzt sagen viele Kommentatoren in den sozialen Medien gleich wieder: Ach Mensch, na ja, man kann sich doch mal irren, Hauptsache, man revidiert sich nachher. Und die Arbeit von Julian Reichelt ist natürlich in der Hinsicht exzellent.

Die Frage bleibt allerdings: Wie weit sind seine Verbindungen nach wie vor zu Springer? Was macht er hier? Was ist die Idee hinter „Nius“? Noch mehr, wenn dann immer wieder neue Dependancen eröffnet werden, wie Apollo-Nius, die vorher bei Reichelt waren, oder ganz neue Portale von ehemaligen Reichelt-Mitarbeitern. Was für ein Geflecht entsteht hier? Was ist das Grundrauschen?

Die Verlegerin, Buchhändlerin und Messemacherin Susanne Dagen hat es im Interview mit Alexander-Wallasch.de gesagt: Es gibt die drei großen Hauptthemen. Das ist zum einen die illegale Massenzuwanderung, das war der Corona- und Impfkomplex, und das ist der Ukrainekrieg.

In allen drei Fragen sind Springer und seine Medien regierungskonform gewesen oder sind es noch. Und dasselbe gilt für Julian Reichelt, der allerdings mit „Nius“ in den erstgenannten Themen mittlerweile eine neue Haltung eingenommen hat – die regierungskritische Haltung der neuen Medien.

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Allerdings weiterhin nicht in der Ukrainefrage. Und das ist zweifellos die wichtigste Frage unserer Zeit, denn sie transferiert hunderte Milliarden Euro Steuergelder aus Deutschland nach Kiew und schwört eine reale Kriegsgefahr herauf. Merz bindet die Schicksalsfrage Deutschlands auf Teufel komm raus an die Ukraine. Ein Kanzler, der offensichtlich mittlerweile der Kanzler der Ukraine geworden ist, samt aller Reisetätigkeiten.

Was passiert in der Ukrainefrage? Was ist die Rolle von Reichelt und seinen Dependancen?

Julian Reichelt hatte in einem Interview mit Giovanna Winterfeldt auf seinem eigenen Portal einmal erklärt, dass die Chefin von Springer, Friede Springer, an alle Geschäftsführer und Redakteure, Chefredakteure eine E-Mail geschrieben hatte, dass man den Kurs der Bundesregierung ohne Wenn und Aber zu teilen habe. Was dann auch exakt so passiert ist.

Das hatte Reichelt als Entschuldigung angeführt für seine damalige Impfpolitik und seine Verteidigung der Coronamaßnahmen.

Wichtigere Frage: Gab es solche regierungsnahen Regieanweisungen von oben auch bei der illegalen Massenzuwanderung ab 2015? Davon muss man leider ausgehen. Die Freundschaft von Friede Springer und Angela Merkel ist kein Geheimnis gewesen. Also „Welcome Refugees“, erfunden von Julian Reichelt, dann ebenfalls auf Anweisung von Friede und Matthias Döpfner.

Und dasselbe Spiel jetzt auch bei der Ukraine. Hier ist Springer sogar wirtschaftlich involviert über die Döpfner-Familie. Man investiert etwa 50 Millionen in Drohnengeschäfte. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs: Führende Springer-Mitarbeiter sind mittlerweile Marketingchef dieser Drohnenunternehmen. Der Gründer des größten Kriegslogistikers Palantir wird mit dem Springer Award ausgezeichnet. Palantir selbst ist systemisch bei Springer implantiert. Der Döpfner-Sohn war Chief of Staff bei Peter Thiel.

Und nun also Julian Reichelt bei Nius. Mit einer Chuzpe und einer Frechheit, die man sich trauen muss: Er schimpft über einen Antifa-Slogan im „Bild“-Chefbüro „elf Jahre nach Refugees Welcome“.

Er schreibt nicht – und das hätte er eigentlich schreiben müssen – „elf Jahre nach Julian Reichelt“.

Zitat „Nius“ heute am Morgen zum „Fuck AfD“ der Bild-Chefin:

„Es ist die zentrale Parole der linksextremen Antifa. Die Aussage kommt elf Jahre nachdem Bild schon einmal mit einer Antifa-Parole warb: ‚Refugees welcome!‘“

Ja, es war Bild, die damit warb. Aber es war vor allen Dingen der damalige Bild-Chef Julian Reichelt.

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