Natürlich stand Springer damals auch für jene „Bild“-Politik, die Ihnen, Julian Reichelt, Ihre „Refugees-Welcome“-Kampagne und die Pro-Impfkampagne ermöglicht hatte, für die Diffamierung der Opposition und der regierungskritischen Presse!
Was für ein merkwürdiges Framing und Springer-Greenwashing versuchen Sie hier als Beteiligter eigentlich? Und dann wanzen Sie sich noch an den Angriff gegen Apollo-News heran! Ja, Gewalt gegen Journalisten ist immer verwerflich, egal von welcher Seite. Tritte gegen den Kopf auf offener Straße sind kriminell und gehören vom Staat hart verfolgt – Punkt.
Linksextreme, die „jede Aktion“ fordern und Journalisten hetzen, sind Fanatiker und gehören beobachtet, nicht gefördert. Das Schweigen oder Verharmlosen mancher Medien und Politiker dazu ist schäbig.
Aber Ihr Text, Herr Reichelt, ist kein mutiger Aufruf zur Pressefreiheit. Es ist ein geschicktes Ablenkungsmanöver eines Insiders, der jahrelang selbst Teil des Mainstream-Apparats war, der genau diese Polarisierung und Diffamierung mitbetrieben hat.
Springer stand für Anti-Kommunismus und freien Westen – richtig. Aber „Bild“ unter Ihrer Mitwirkung stand auch für sensationsgeile Kampagnen, die mal Willkommenskultur pushen, mal Stimmung machen, je nach Auflage und politischer Wetterlage. Von empathischer Flüchtlingsberichterstattung 2015 zur harten Anti-Migrations-Linie später – das war kein mutiger Kurswechsel, sondern Anpassung an den Markt. Genau wie die Pro-Impf-Linie, bei der Kritiker als Schwurbler, Rechtsextreme und Gefährder gebrandmarkt wurden.
Und vergessen wir nicht die historische Kehrseite Ihrer Springer-Huldigung: Viele Zeitgenossen sahen gerade in der hetzerischen, kompromisslosen Anti-Kommunisten- und Anti-68er-Berichterstattung der „Bild“ genau jenen Brandbeschleuniger, der die Radikalisierung zur RAF mitbefördert hat.
Die Parole „Bild schießt mit“ nach dem Attentat auf Rudi Dutschke 1968 war keine bloße linke Propaganda – sie spiegelte die weit verbreitete Rezeption wider, dass Springers Kampagnen-Journalismus („Ich hasse Kommunisten“-Stil) die gesellschaftliche Spaltung vergiftet und den Boden für linken Terror bereitet hatte.
Aus dem Gefühl, von der Springer-Presse und dem Establishment systematisch als Feinde behandelt zu werden, entstand ein militantes Milieu, das später mit der RAF in den Terrorismus abdriftete. Geschichte wiederholt sich nicht eins zu eins – aber wer heute einen ach so edlen Springer-Mythos zelebriert, sollte wenigstens diese dunkle Seite der Medienmacht ehrlich mitdenken.
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Heute positionieren Sie NIUS und Apollo News als die neuen Opfer des „Linksterrorismus“. Das klingt dramatisch und verkauft sich gut. Realität: Es gibt reale Übergriffe durch militante Linke, und die müssen konsequent bekämpft werden. Gleichzeitig war es bei „Bild“ genau Julian Reichelts Milieu- und Kampagnen-Journalismus („Pranger der Schande“ etc.) der jahrelang jede kritische Stimme als „rechts“, „populistisch“ oder „demokratiefeindlich“ diffamiert hat.
Sie selbst haben als Bild-Mann genug mitgemacht, um zu wissen, wie Framing funktioniert.
„Antifa“ ist kein harmloser Ottifant – da haben Sie recht. Ja, linker Straßenterror ist Realtiät. War es aber für andere schon, als Sie noch bei Springer gehetzt haben, sondern die jahrzehntelange Verengung des Diskursraums durch etablierte Medien und Politik – eine Verengung, an der Sie aktiv beteiligt waren. Kritischer Journalismus lässt sich tatsächlich nicht aufhalten.
Aber der muss glaubwürdig sein. Wer gestern noch Teil des „Refugees-Welcome“- und Cancel-Mainstreams war und heute den heldenhaften Widerstandskämpfer mimt, der wirkt nicht wie Axel Springer 2.0. Der wirkt wie jemand, der die Welle reitet, die ihm gerade passt.
Gewalt bleibt Gewalt – verurteilt sie klar. Aber benutzen Sie sie nicht als Feigenblatt für Ihr eigenes opportunistisches Framing. Die Pressefreiheit gilt für alle, nicht nur für die, die gerade Ihre Narrative bedienen.
Wer jetzt feststellen will, dass ich hier irgendwie gleichgesinnten neuen Medien ans Bein pisse, dem sei gesagt: Die Wahrheit hierzu bleibt mein persönlicher Gottesdienst.
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Kommentare
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Kommentar von T S
Reichelt, nichts als ein Mitläufer der da hinwandert wo er sich am meisten mitzunehmen erhofft.
Bestenfalls kontrollierte Opposition, und das ist schlimmer als Komplizerei, denn sie klaut ernstzunehmenden anderen Kräften die Aufmerksamkeit der leicht zu begeisternden und abzulenkenden Masse.
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Kommentar von Pat Mair
Genau so!
Und das hatte ich vor zig Jahren auch zu Reitschuster gesagt, als er anfing, den Wendehals zu feiern.
#WirVergessenNicht