Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat nach dem klaren AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt eine Forderung erhoben, die in ihrer Rhetorik weit über das übliche Getrommel einer starken Lobbygruppe hinausgeht.
Der Bundesvorsitzende Gökay Sofuoğlu erklärte gegenüber der dpa: „Menschen mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt haben keine Zeit mehr für theoretische Sicherheitsdebatten.“ Die Politik müsse sie „aktiv vor Rechtsextremisten schützen“. Geflüchtete seien besonders gefährdet. Deshalb solle die Residenzpflicht aufgehoben werden. Niemand müsse an einem Ort bleiben, an dem er „zur Zielscheibe von Rechtsextremisten“ werden könne.
Aber der Schlüsselsatz, der den Rücktritt von Sofuoğlu zur Pflichtaufgabe macht:
„Wir dürfen nicht erst reagieren, nachdem Menschen getötet wurden.“
Das ist eine lupenreine präventive Schuldzuweisung!
Ein demokratisches Wahlergebnis und ein Ministerpräsident Siegmund wird hier als unmittelbare, lebensgefährliche Bedrohungslage für Türken in Deutschland behandelt.
Was für eine kranke Logik soll dahinterstecken? Weil viele Bürger in einem Bundesland eine bestimmte Partei gewählt haben, wird das gesamte Land zu einem Ort, an den man Asylbewerber nicht mehr schicken darf, weil dort AfD-Rechtsextremisten lauern, die sie töten könnten? Aber wer riskiert denn auf der Straße seit 2015 zunehmend sein Leben? Wer sind die Opfer der Messer-Attentäter?
„Wir dürfen nicht erst reagieren, nachdem Menschen getötet wurden“ – Das erinnert an die alte Pazifisten-Parole „Soldaten sind Mörder“ von Kurt Tucholsky, die das Bundesverfassungsgericht 1995 als allgemeine Kritik am Kriegshandwerk schützte, nicht als konkrete Beleidigung einzelner Personen.
Hier wird der Vorwurf jedoch nicht abstrakt gegen „das Militär“ erhoben, sondern konkret an ein Bundesland und seine Wähler geknüpft – und zwar nicht nach einer Gewalttat, sondern nach einer Wahl!
Fakt ist: Sachsen-Anhalt hat – wie Deutschland insgesamt – ein Problem mit illegaler muslimischer Zuwanderung und nicht umgekehrt.
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Diese bizarre TGD-Forderung kommt unmittelbar nach dem Wahltag, ohne neue – man mag diesen Schwachsinn gar nicht erklären -, wahlbedingte Tötungen oder eine plötzliche Eskalationswelle bekannt wären.
Der Vereinsvorsitzende erhebt hier eine vorauseilende Kollektivhaftung: Nicht einzelne Täter, sondern das Wahlergebnis macht den Ort unzumutbar.
Übrigens – und ganz einfach erklärt: Die Residenzpflicht für Asylbewerber ist kein Schikane-Instrument, sondern Teil der Steuerung des Verfahrens. Sie soll verhindern, dass Asylbewerber unkontrolliert in wenige Großstädte ziehen, wo Kapazitäten, soziale Spannungen und Integrationsprobleme oft am größten sind. Sie aufzuheben, nur weil ein Land AfD gewählt hat, würde die Verteilungslogik des Königsteiner Schlüssels untergraben und faktisch einzelne Bundesländer als „No-go-Zonen“ für Schutzsuchende markieren.
Hinzu kommt eine Ironie, die die TGD-Aussage zusätzlich extrem schräg erscheinen lässt: Die AfD findet auch unter Türken in Deutschland Resonanz: nämlich türkeistämmige Unternehmer, konservativere türkischstämmige Milieus, die sich von etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen und Communities, die eine anhaltende illegale Zuwanderung aus anderen Regionen skeptisch sehen.
Und noch was: Die AfD hat gezielt um diese Wähler geworben („Atatürk würde AfD wählen“). Dass ausgerechnet ein Verband, der die Interessen türkeistämmiger Menschen vertritt, ein ganzes Bundesland pauschal als Bedrohungsraum für „Menschen mit Migrationsgeschichte“ deklariert, ignoriert diese Türken und Türkischstämmigen, die sich in Deutschland unter Deutschen wohl fühlen.
Die Rhetorik „wir dürfen nicht warten, bis Menschen getötet werden“ ist ein Angriff auf die deutsche Gesellschaft insgesamt. Eine verbale Kriegserklärung an das Gastland der Menschen um die es hier geht. Und auch deshalb vollkommen Gaga, weil diese Menschen tausende Kilometer reisen um hierher zu kommen. Zu Mördern?
Gökay Sofuoğlu hat der türkischen Gemeinde schweren Schaden zugefügt. Er muss sofort zurücktreten.
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Kommentar von Marcus Thiemann
Wer ist die "Türkische Gemeinde" überhaupt. Ich kenne Türken die sich damit sicher nicht identifizieren.
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Kommentar von stephan manus
Sorry, aber die jährlichen +Mio 4 Euro staatliche Fördergelder kann man m.E. ersatzlos streichen.
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Kommentar von F. Lo
Stellt türkische Gemeinde AfD und Siegmund als potenzielle Mörder hin? Antwort: Das könnte man meinen.
https://tgd.de/2026/09/07/nach-afd-wahlerfolg-in-sachsen-anhalt-tgd-fordert-konkrete-schutzgarantien-fuer-betroffene/
Gökay Sofuoğlu stellt zum einen implizit die These auf, durch die Landtagswahl seien andere Verhältnisse entstanden. Dabei hat sich die Einwohnerschaft des Landes ja wohl kaum verändert. Kommen jetzt überall gewalttätige Rechtsextreme aus den Löchern? Die TGD scheint das zu denken.
Und er gehtt wohl auch davon aus, dass „Menschen mit Migrationsgeschichte“, Leute mit anderer Religion und Queere nach der Wahl jetzt stärker gefährdet sind. Was zur Forderung führt, nicht überraschend: langfristige Förderprogramme (=Steuergelder) und Infrastruktur.
„Die TGD fordert deshalb die demokratischen Fraktionen im neu gewählten Landtag von Sachsen-Anhalt, die Bundesregierung sowie die Ministerpräsident*innen der Länder auf, einen schnellen und verbindlich finanzierten Ausbau sowie den Erhalt bestehender Schutz-, Beratungs- und Präventionsangebote für Betroffene antisemitischer, rassistischer, antimuslimischer und queerfeindlicher Gewalt sicherzustellen. Bund und Länder müssen die dafür notwendigen Förderprogramme langfristig absichern und insbesondere dort konkrete Vorsorge treffen, wo sich durch offen angekündigte Ausgrenzungs- und Vertreibungspläne eine Verschärfung der Bedrohungslage abzeichnet. 'Die Antwort auf rechtsextreme Einschüchterung darf niemals die Anpassung der Betroffenen sein. Wir brauchen verlässliche Strukturen, an die sich Menschen wenden können, wenn sie bedroht werden, und einen Staat, der ihnen glaubhaft signalisiert: Wir schützen euch', betont Sofuoğlu.“
Hier wird eine wahre Katastrophenstimmung erzeugt, fast eine Verschwörungserzählung verbreitet und der einseitige Opferstatus aller Migranten gepflegt. Dies alles evtl. mit dem Einverständnis staatlicher Stellen, die die TGD finanziell kräftig fördern? Die Organisation lebt abgesehen von Mitgliedsbeiträgen von großzügigen öffentlichen Zuwendungen. Das Lobbyregister des Bundestags nennt diverse Finanzquellen: das Bundesfamilienministerium, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Innenministerium, die Bundeszentrale für Politische Bildung, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Stehen diese alle hinter der Warnung des Herrn Sofuoğlu? Andernfalls sollten sie die TGD vielleicht doch etwas im Tonfall bremsen.
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Kommentar von stephan manus
Gökay Sofuoğlu ist m.E. ein Beispiel total misslungener Integration.
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Kommentar von Kira Mandini
"Aber wer riskiert denn auf der Straße seit 2015 zunehmend sein Leben? Wer sind die Opfer der Messer-Attentäter?"
Ja, genau, es ist eine rhetorisch misslungene Retourkutsche.
Die Gefahr geht - klar belegt durch alle Kriminalitätsstatistiken - von den Invasoren aus, nicht umgekehrt.
Die Masche, den Spiess dessen, was Realität ist, einfach trotzig umzudrehen, ist deutlich erkennbar.
Der Typ mit dem Zungenbrecher-Nachnamen sollte zurücktreten.
Was er macht, ist überdies als Volksverhetzung strafbar.
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Kommentar von T S
Man sollte diesem Sofuoglu (SPD) mal sagen daß auch in seinem Musterländle-Wohnort im Remstal mehr als jeder 6. für sein Schreckgespenst gestimmt hat. Mit Hochburgen in denen sie ersplaziert ist in der näheren Umgebung.
Am besten er packt schon mal seine Koffer griffbereit. Fragt sich aber ob Erdogan ihn überhaupt zurücknehmen will.
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Kommentar von Palmström
Ja brutale und blutige Kämpfe zwischen türkischen-anatolischen-kurdischen-arabischen-nordafrikanischen Clans müssen verhindert werden damit es keine Toden gibt.