Kanzler Merz und sein enger Vertrauter Kulturstaatsminister Wolfram Weimer machen einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Die Tegernsee-Connection ist öffentlich geworden, man kann auch sagen aufgeflogen, Weimer als Hochstapler entlarvt.
Aber das alles tangiert Merz nicht, er legt stattdessen einfach noch einen drauf: Jetzt soll mit der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) eine Vertraute von Christiane Goetz-Weimer im Gespräch für den Posten der Bundespräsidentin sein.
Weimers Ludwig-Erhard-Gipfel wirbt unberührt weiter mit Einfluss auf Politiker, niemand nimmt Anstoß daran, dass die Weimers als Ausrichter jahrelang hunderte Autoren erfunden, ihre eigene und die Vita des Unternehmens bis zur Unkenntlichkeit überdehnt und mit Müll-Produkten eine Weimer Media Group vorgegaukelt hatten, die es nicht gibt. Zum besseren Verständnis: Insgesamt hatten alle Online-Auftritte der Produkte der Weimer Media Group zusammengenommen deutlich weniger Leser als Alexander-Wallasch.de allein.
In einer Gazette vom Tegernsee heißt es über Ilse Aigner und ihre Beziehung zu Frau Weimer:
„Am Tegernsee treffen sie sich nicht nur, weil sie Duz-Freundinnen sind. Sondern auch, weil Ilse Aigner hier ihren Stimmkreis hat und weil sie dem Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group schon seit Anfang an eng verbunden ist. Und auch, weil sie als erfolgreiche und selbstbewusste Frauen immer noch nicht die Regel sind.“
Damit ist im Schatten der Staatsaffäre Weimer bereits hinreichend erklärt, um was es hier geht. Die Künstliche Intelligenz (KI) von Google ist übrigens so beeindruckt von den Verbindungen zwischen Merz und Weimer, dass sie Merz kurzerhand zum Mitorganisator des Ludwig-Erhard-Gipfels macht:
„Das Stichwort ‚Merz Haus Tegernsee Weimer‘ bezieht sich auf die enge Verbindung zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: Beide besitzen Häuser in Gmund am Tegernsee, sind gut befreundet und organisieren dort zusammen mit anderen einflussreichen Persönlichkeiten den Ludwig-Erhard-Gipfel.“
Der Ludwig-Erhard-Gipfel Ende April 2026 wirbt nach wie vor mit Slogans wie „Deutsches Meinungsführertreffen“. Größen aus Politik und Wirtschaft überwinden hier beim Häppchen und Plaudereien am Tegernsee die lästige Schranke zwischen Amt und Interessen.
Heute nun die Meldung, dass der Kanzler die Tegernsee-Freundin zur Bundespräsidentin machen will. Der „Merkur“ titelt etwa: „Merz-Treffen heizt Spekulationen an – Name aus Bayern kursiert für Amt des Bundespräsidenten“.
Dazu kein Dementi von Aigner, im Gegenteil, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk“ sagte die Landtagspräsidentin: „Es gibt schlimmere Schicksale. Es ist ja ein Kompliment, wenn man überhaupt in Erwägung gezogen wird.“
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Passend dazu erscheint der Bundeskanzler – als gäbe es keine eiligeren Termine – beim Neujahrsempfang des Wahlkreises von Aigner im Kreis Miesbach/Bayern am Tegernsee. Aigners Wahlkreis veröffentlicht Fotos per Instagram: „Was für eine Freude“. Und mutmaßlich einer der Parteifreunde vor Ort schreibt dazu in den Kommentaren: „Meine Bundespräsidentin “.
Wieder der „Bayerische Rundfunk“ schreibt über das Neujahrstreffen am Tegernsee in fast poetisch klingenden Huldigungsstil:
„Draußen eine schneeweiße Winterlandschaft, drinnen Blasmusik: Der CSU-Kreisverband Miesbach präsentiert sich von seiner besten Seite. Allen voran die örtliche Stimmkreisabgeordnete und Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner. Seite an Seite zieht sie mit Kanzler Friedrich Merz vor rund 800 Gästen in den Veranstaltungssaal ein.“
Und Aigner meint auf der Veranstaltung über Merz (die beiden kennen sich seit fast 30 Jahren): „Ich darf wirklich sagen, dass wir gut befreundet sind – und das freut mich sehr.“
Friedrich Merz hatte bereits im Sommer klar gemacht, dass er sich eine Frau im Schloss Bellevue wünscht. Jetzt ist klar, wer gemeint ist, die Tegernsee-Connection des Hochstaplers Wolfram Weimer zieht die Schlinge um Deutschland mit Hilfe des teilnehmenden Bundeskanzlers wieder ein Stück enger.
Unnötig zu erwähnen, dass der Bayerische Rundfunk die Staatsaffäre Weimer mit keinem Wort erwähnt, stattdessen wird eine angeblich besondere Eignung einer Ilse Aigner als Bundespräsidentin hervorgehoben:
„Gelobt wird sie auch von politischen Konkurrenten, etwa für ihre moderierende Rolle, ihren strengen Umgang mit der AfD im Landtag und ihren Einsatz für demokratische Werte.“
Oder übersetzt: Merz und Weimer haben sich noch tiefer in die Macht eingegraben und die Duz-Freundin der Weimers verspricht, sich streng an die Ausgrenzungspolitik gegenüber der AfD zu halten. Und warum ist das so wichtig? Weil aktuell nur die AfD der Union die Macht auf Zeit nehmen und gewillt ist, vehement auch juristisch gegen den Filz vom Tegernsee vorzugehen.
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Kommentar von Mathias Markert
Ja, sie werden weitermachen. Keiner von denen wird zurücktreten wegen irgendetwas.
Ich denke und mir dünkt, die alten Sprüche sind schon richtig:
"Du kannst das Böse nicht besiegen, indem Du nett zu ihm bist und über es nur redest"!
Ja, scheint mir wahr, sehr wahr!
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Kommentar von Torsten Kandziora
Na ja. Caligula hatte einst sein Lieblingspferd Incitatus (Heißsporn) in den Palast geladen, ihm veredelte Gerstenkörner kredenzt und aus einem güldenen Becher zugetrunken und allen verkündet, es zum Konsul zu machen. Was er letztendlich zwar nicht durchsetzte, aber ein durchaus interessanter Gedanke war. Da ich in heutiger Politik gewisse Ähnlichkeiten betreffend „spätrömischer Dekadenz" erkenne, sollten wir froh sein, dass Kanzler Merz sich noch einen Menschen als Bundespräsident wünscht. Mal so betrachtet.