Das Drama nimmt seinen Lauf: Auf der Suche nach dem Sündenfall von Sonneberg

Sonneberg am Tag danach: Axel Steier fordert alliierte Bombardierung – Reichsbürger verteilt blaue Ballons vor Kita

von Alexander Wallasch (Kommentare: 22)

Dieser Mann trägt Hose und Shirt in den Reichsfarben schwarz-rot-weiß …© Quelle: Twitter Screenshot

Es wird immer düsterer: Während Bodo Ramelows Regierung offenbar einen Weg gefunden zu haben meint, den Landrat von Sonneberg noch mit einer Demokratie-Tauglichkeitsprüfung zu kippen, fordern andere die Bombardierung des Kreises oder werden im Nazi-Dress auffällig.

Gestern hatte alexander-wallasch.de ausführlich über die Entgleisungen eines einflussreichen Protagonisten der Massenzuwanderung berichtet. Mit Axel Steier, dem Gründer des linkradikalen so genannten Seenotrettungsunternehmens „Mission Lifeline“ ist ein Akteur zum wiederholten Male mit einer unfassbaren Äußerung via Twitter auffällig geworden.

Axel Steier twitterte:

„Hätte es genug Zuzug aus dem Ausland gegeben (…) und hätte man diesen Menschen sofort das Wahlrecht eingeräumt, wäre #Sonneberg heute kein Thema. Deshalb: Grenzen auf!“

Als wäre das noch nicht genug gewesen und offenbar, als eine Art cholerisch-hysterische oder kalkulierte Aktion, setzt Steier dem Entsetzen über seine Entgleisung noch einen obendrauf, als er am Montagvormittag um 9:45 Uhr twittert:

„Man kann nur hoffen, dass sich im Zweifel rechtzeitig Alliierte finden, die den Deutschen Einhalt gebieten können.“

Hier fordert Axel Steier also am Tag nach der Wahl des AfD-Landrates von Sonneberg übersetzt so etwas wie die Bombardierung des Landkreises, Thüringens oder gleich von ganz Nazi-Deutschland, Steier präzisiert hier nicht, überlässt es dem Leser, wie die Bomber ihre Last fallen lassen sollen.

Die Empörung darüber bleibt aus. Warum? Vielleicht, weil die Empörung gerade an einer anderen Stelle hochkocht: Dem Büro der linken Abgeordneten des thüringischen Landtags, Katharina König-Preuss, wird etwa zeitgleich ein Video zugespielt.

Dieses Video zeigt Daniel W., der in einem kleinen Tal in der Nähe von Sonneberg leben soll. Das Video zeigt, wie der Mann Luftballons über einen Kindergartenzaun hinweg verteilt.

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Das ist zunächst nicht grundsätzlich ungewöhnlich, obwohl selbst solche Aktionen mittlerweile von Anwohnern mit besonderer Aufmerksamkeit zu beobachten sind, wenn hier die Kindergartenleitung nicht involviert wäre.

Aber auffälliger ist, dass diese Ballons mutmaßlich Reste der AfD-Fete zum Sieg ihres Landrates sind und dass der Mann seine Ballons in einem T-Shirt verteilt, auf dem „Wehrmacht wieder mit“ steht, mit einem Stahlhelm in der Mitte. Gleichzeitig ziert die Heckscheibe seines weißen Busses die Aufschrift: „Ehrenamtlicher Abschiebehelfer“, was man ohne viele Umwege deutlich als Aufforderung zur Lynchjustiz gegen Ausländer verstehen kann.

Dieser Mann trägt Hose und Shirt in den Reichsfarben schwarz-rot-weiß und fährt mit diesem Auto durch Sonneberg und hatte offenbar auch Kontakte zum Landrats-Kandidaten Sesselmann, die aber laut AfD nicht über ein Fan-Foto hinausgingen. Auch soll er an einem AfD-Stand an seinem Wohnort schon einmal dazu aufgefordert worden sein, seine Kleidung zu wechseln oder zu verschwinden.

Der Co-Chef der thüringischen AfD, Stefan Möller, mit dem alexander-wallasch.de gestern ein Interview zur Wahl des Landrats veröffentlichte, wurde ebenfalls auf den Film aufmerksam, teilte diesen via Twitter und schrieb dazu:

„Zur Klarstellung: Der Mann ist kein Mitglied der #AfD. Weder würden seine Kleidung & die ausgedruckten Parolen bei uns akzeptiert, noch drängen wir uns politisch Kindern auf. Für letzteres sind andere bekannt. Alles sieht sehr inszeniert aus, bis hin zum "zufälligen" Mitfilmen.“

Möller geht also davon aus, dass der politische Gegner aktuell alles versucht, gegen diese Wahl aktiv zu werden, eine Wahl, die im übrigen von Friedrich Merz gestern als „demokratisch“ bezeichnet wurde.

Schnell tauchen Bilder auf, die den Ballonverteiler mit Höcke und Sesselmann zeigen, aber über Selfies nicht hinausgehen. Die Frage ist, wie eng man hier mit seinem Nachbarn verwoben ist und was hier noch durchgewunken wird, ohne mit dem „Nachbarn“ endgültig zu brechen.

Und um zum linksextremistischen Axel Steier und seinen Bombardierungsfantasien zurückzukommen: Niemand fragt, niemand mahnt, niemand scheint sich daran zu stören, dass Steier immer wahnsinniger wird und sein Wahnsinn offenbar immer engere Kreise zieht. Selbst die Bundesregierung sah zuletzt als Antwort auf eine Anfrage keine Veranlassung, zu Steier und seinem Engagement in Afghanistan auf Distanz zu gehen.

Die Frage, wer nun für dieses Land gefährlicher sein oder werden kann, muss sich jeder selbst beantworten.

Daniel W., der Ballonverteiler im Dress des Rechtsradikalen twitterte kurz nach der Verbreitung des Films:

„Das ist nicht mehr lustig, was jetzt überall abgeht. Ja, ich hatte die falsche Kleidung an, ich meinte es aber nur gut mit den Kindern. Es waren einfache blaue Luftballons und nichts stand drauf. Ich möchte mich für meine Kleidung entschuldigen.“

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