Gerade veröffentlichte Textnachrichten aus dem Diensthandy von Anthony Fauci zeigen, was der damalige führende US-Gesundheitsberater im Januar 2021 intern schrieb: Nach der zweiten mRNA-Dosis erlebten viele Menschen einen ausgeprägten Zytokinsturm und Fieber – und dies „könnte theoretisch mit einer Fehlgeburt im ersten Trimester in Zusammenhang stehen“ („significant cytokines storm and fever“ – und das „theoretically could be associated with miscarriage in the 1st trimester“)
Rochelle Walensky und Vivek Murthy, zwei der höchsten US-Gesundheitsbeamten unter der Biden-Administration, nannten den Hinweis einen „guten Punkt“. Nur Tage später erklärte Fauci trotzdem öffentlich, es gebe „no red flags“ bei geimpften Schwangeren. Schwangere waren in den Zulassungsstudien nicht enthalten – das wusste er selbst.
Diese Enthüllung wirft ein neues Licht auf den medialen Sturm, der im März 2022 über das Geburtshaus Göttingen hinwegfegte. Der NDR titelte: „Geburtshaus in Göttingen benachteiligt Schwangere mit Impfung“. Eine geimpfte Frau sei abgewiesen worden. Der Sender spöttelte über den Anspruch des Hauses, mit „Zurückhaltung, Achtsamkeit und Demut“ das werdende Leben begrüßen zu wollen. Andere Medien schlossen sich an.
Doch die Frau, die den Stein ins Rollen brachte, war gar nicht abgewiesen worden. Sie hatte sich zunächst als ungeimpft ausgegeben, später die Impfung nachgeholt und wurde um eine Blutprobe zur Kontrolle der Gerinnungswerte gebeten – wegen des bekannten höheren Thromboserisikos in der Schwangerschaft und möglicher Wechselwirkungen mit dem neuen Impfstoff. Eine zweite Frau berichtete dem Sender, sie sei wegen der Impfung nicht aufgenommen worden. Das Geburtshaus antwortete dem NDR nicht.
Damals sprach Alexander-Wallasch.de fast eine Stunde mit der geschäftsführenden Hebamme Claudia Ronsöhr. Sie leitet das Haus seit 2004, hat an über 1.300 außerklinischen Geburten mitgewirkt und mehr als 10.000 Paare in Kursen begleitet. Mit den öffentlich-rechtlichen Medien wollte sie nicht reden. Im Interview erklärte sie, warum sie das Haftungsrisiko für mRNA-geimpfte Schwangere in der Schwangerschaft bewusst nicht übernehmen wollte:
„Als das losging damit, dass Schwangere von den Ärzten massiv unter Druck gesetzt wurden, sich impfen zu lassen, sich spritzen zu lassen, da habe ich mich entschieden, dass ich mit der Haftpflicht und mit dem Haftungsrisiko, mit dem ich in jede Geburt reingehen muss, dass ich mich da gerne raushalten möchte.“
Geimpfte vor der Schwangerschaft nehme man auf, wenn alle Kriterien erfüllt seien – prüfe dann aber die Blutgerinnung. Eine Auffrischung in der Schwangerschaft sei „aus medizinischer Sicht nicht beurteilbar und kalkulierbar“. Der Impfstoff habe Notfallzulassung, acht offizielle Sicherheitsmitteilungen der Hersteller (Rote-Hand-Briefe) und sei für Kinder unter fünf Jahren nicht freigegeben. „Also in meiner Betrachtungsweise ist das Kind im Bauch der Mutter unter fünf Jahre alt.“
Eine Geburt sei Höchstleistung, verbunden mit Thromboserisiko und Blutungsgefahr in der Plazentaphase. „Wenn dieser Frau in der Geburt irgendwas passiert, wenn die einen Schlaganfall bekommt, einen Herzinfarkt oder wenn sie verstärkte Blutungen hat, dann stehe ich in der Haftung und kein anderer sonst.“
Ronsöhr betonte die strengen Ausschlusskriterien der außerklinischen Geburtshilfe: Nur gesunde Schwangere ohne Vorerkrankungen, Medikamente, OPs oder zu hohe Zuckerwerte. Die mRNA-Impfung sei für sie ein invasiver medizinischer Eingriff, dessen Langzeitwirkungen sie nicht einschätzen könne.
„Wir sind behördlich verpflichtet, genau hinzugucken, wen wir nehmen. Es geht überhaupt nicht um Diskriminierung von Menschen. Es geht darum, medizinisch einzuschätzen: Kann ich als Hebamme dieser Frau … sagen, ja, machen wir, die Frau ist gesund. Oder eben nicht, dann ist die Klinik der bessere Ort.“
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Hygienekonzepte und Qualitätsmanagement seien Standard und vom Gesundheitsamt geprüft. Impfkritische Literatur habe man ausgelegt, weil Hebammen Routinemaßnahmen hinterfragen und Frauen bestärken, selbst zu entscheiden.
Genau diese Zurückhaltung, die 2022 als Skandal galt, findet in den Fauci-Texten eine nachträgliche Bestätigung. Fauci selbst wusste um die fehlenden Daten und den theoretischen Fehlgeburts-Zusammenhang durch Fieber und Zytokinsturm. In Deutschland drängte die Bundesregierung mit speziellen Kampagnen und Werbespots auf die Impfung Schwangerer.
Die STIKO empfahl am 23. September 2021 – keine neun Monate nach Beginn erster Beobachtungen – die Impfung und schrieb: „Die Impfung erzeugt in gleichem Maße bei Schwangeren wie bei Nicht-Schwangeren eine sehr gute Schutzwirkung vor Infektion und schweren COVID-19-Verläufen.“
Während Anthony Fauci also bereits im Januar 2021 intern vor einem theoretischen Fehlgeburtsrisiko durch Fieber und starke Immunreaktion nach der zweiten mRNA-Dosis im ersten Trimenon warnte, empfahl er öffentlich die Impfung von Schwangeren und behauptete, es gebe keine Warnsignale.
Die deutsche Impfkommission STIKO erkannte denselben Zusammenhang später selbst und schloss das erste Trimenon aus – doch ihre Empfehlung kam erst im September 2021, als bereits unzählige Frauen in der Frühschwangerschaft geimpft worden waren. Und selbst die Beschränkung auf das zweite und dritte Trimenon war fragwürdig: Dieselben Unsicherheiten – fehlende Zulassungsdaten, unklare Langzeitwirkungen, systemische Immunreaktionen und das inakzeptable Haftungsrisiko für Mutter und Kind – hätten eigentlich jede Impfung in der gesamten Schwangerschaft ausgeschlossen.
Das RKI erklärte, im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden. Um dann auf perfide Art und Weise nachzulegen, „um zu verhindern, dass die in der Frühschwangerschaft häufigen Spontanaborte fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden und so im Einzelfall für die Betroffenen zu einer besonderen psychischen Belastung werden.“
Das Göttinger Geburtshaus, eines der ersten in Deutschland mit Qualitätsmanagement, wog ab, wie jede verantwortungsvolle Hebamme es muss. Man kann hier die Hebammen rund um Claudia Ronsöhr nicht oft genug erwähnen. Die Hebamme Ronsöhr blieb unbeirrt standhaft und immer auf der Seite ihrer Schwangeren. Eine Heldin unserer Zeit! Vielleicht ist es vielen noch nicht vollumfänglich klar, aber die Standfestigkeit dieser Frau gehört zweifellos in eine Reihe mit den ganz großen Widerständlern der Geschichte. Ohne diese Leuchttürme gäbe es keine Hoffnung und kein Vertrauen mehr.
Die Medien sahen nur Diskriminierung. Heute, da selbst Fauci privat vor möglichen Fehlgeburten durch die zweite Dosis warnte, während er öffentlich Entwarnung gab, erscheint die Haltung der Göttinger Hebammen als das, was sie immer war: professionelle Vorsicht in einem Feld, in dem die Datenlage von Anfang an dünn war und die Haftung allein bei denjenigen lag, die das Kind auf die Welt bringen halfen.
Die Hebamme Claudia Ronsöhr ist für mich eine Heldin unserer Zeit. Ich will mich heute einmal mehr vor dieser couragierten und unbeirrbaren Frau verneigen.
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