Die kurze Meldung eines queer-affinen Journalisten in einem queeren Ressort thematisierte einen gefährlichen Angriff gegen Homosexuelle in einem Park in Berlin. Berichtet wurde von einer Gruppe von 15 jungen Männern, die im Volkspark Friedrichshain gezielt Schwule gejagt und angegriffen haben. Ein Mann erlitt dabei erhebliche Verletzungen im Gesicht. Es sei nicht der erste Vorfall dort gewesen.
Tatsächlich berichtete Manuel Koch vom „Salon-Schinkelplatz“ https://www.salon-schinkelplatz.de bereits vor neun Monaten via LinkedIn von Menschenjagden im Volkspark Friedrichshain. Unter anderem schrieb er:
„Am Sonntagabend haben arabisch gelesene Männer – genaue Herkunft unbekannt – Jagd auf schwule Männer im Volkspark Friedrichshain in Berlin gemacht. Es war eine Gruppe von etwa 10 kräftigen Männern im Alter von ca. 20 bis 35 Jahren.“
Dazu muss man wissen, dass der Volkspark ein beliebter Treffpunkt von Schwulen zur direkten Kontaktanbahnung für schnellen Sex geworden ist.
Neudeutsch nennt man solche Schwulentreffs „Cruising-Gebiet“. Als „Cruising“ wird die Suche nach Sexualpartnern in der Öffentlichkeit bezeichnet. In vielen Städten existieren solche Orte in Parks, bei Toiletten- oder Grünanlagen. Die größte, älteste und bekannteste Gay-Cruising-Area in Berlin befindet sich im Tiergarten.
Auf gay-szene.net heißt es zu dieser Cruising Area:
„Der beliebteste und sicher schönste Cruising-Ort im östlichen Zentrum Berlins ist sicher der Volkspark Friedrichshain. Oberhalb des Spanienkämpferdenkmals, direkt an der Bushaltestelle Weinstraße, ist der Wald von Wegen durchzogen. Dort geht es bei schönem Wetter 24 Stunden am Tag ab.“
Dort heißt es im Forum unter anderem in einem Beitrag vom März 2025:
„Vorsicht, in letzter Zeit haben sich öfters kleine Gruppen im Gelände herumgetrieben, Erscheinungsbild ‚Talahon‘, fragen nach Zigaretten, folgen potenziellen Opfern, werden sehr aufdringlich, schlagen/treten unverhofft zu. Es hat wohl leider einige böse erwischt, teilweise konnte Schlimmeres durch Eingreifen von Anwesenden verhindert werden. Man merkt, dass diese Leute nicht wirklich zum üblichen Publikum gehören.“
In einer älteren Meldung heißt es lapidar zum Geschehen:
„Ich war 3 Tage zu Besuch in Berlin. Hier geht ja richtig die Post ab. Nur schade, dass sich dann viele um ein Pärchen herum (stellen), wenn 2 richtig Spaß miteinander haben.“
Von „arabisch gelesenen Männern“ zu „Talahon“. Aber wer waren die Täter in der Gruppe von 15 jungen Männern, die zuletzt Schwule im Park gejagt haben? Das wollten wir von der Berliner Polizei genauer wissen. Und nach dem von Alexander-Wallasch.de erstrittenen Grundsatzurteil zum Auskunftsrecht konnte auch hier mit einer Auskunft gerechnet werden.
Und ein Polizeisprecher bestätigte Alexander-Wallasch.de am Telefon, dass Medien diese Informationen grundsätzlich von der Berliner Polizei auch erhalten. Jedenfalls dann, wenn es Festnahmen gibt. Allerdings grundsätzlich nicht, wenn es keine Festnahmen gibt und nicht aus Zeugenaussagen heraus. Schriftlich antwortete die Polizei Berlin auf Nachfrage.
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Wir wollten wissen:
Welche polizeilichen Schutz- oder Kontrollmaßnahmen werden in der Regel in diesem als „Cruising Area“ bezeichneten öffentlichen Treffpunkt von Homosexuellen in Berlin unternommen? Gibt es weitere Treffpunkte, die einer besonderen Kontrolle bedürfen?
Es gibt eine Vielzahl an Cruising-Gebieten in Berlin, unter anderem im Großen Tiergarten und im Volkspark Hasenheide. In regelmäßigen Abständen finden Präventionsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit dem Antigewaltprojekt MANEO und den örtlich zuständigen Präventionsbeamten statt. Inhaltlich geht es um die Anzeigenerstattung im Falle eines Übergriffs und um Hasskriminalität gegen LSBTIQ-Personen.
Gab es Festnahmen oder Identitätsprüfungen? Welcher Nationalität sind die Mitglieder der vom Tagesspiegel benannten Gruppe von 15 Personen, was wissen Sie darüber?
Nach Recherche in den Aufzeichnungen des Einsatz- und Lagezentrums der Polizei Berlin ging am 22. Mai 2026 gegen 23:50 Uhr ein Notruf bei der Berliner Feuerwehr ein. Gemeldet wurde eine verletzte Person nach einer Körperverletzung in der Büschingstraße Ecke Friedensstraße. Die Polizei Berlin stufte den Sachverhalt nach Übermittlung als eilbedürftiges Delikt ein und leitete sofortige Maßnahmen ein.
Ein 45-jähriger Mann kam mit Verletzungen im Gesicht zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Nach bisherigen Erkenntnissen und Zeugenaussagen kann bei dem geschilderten, scheinbar von einer Gruppe Jugendlicher oder Heranwachsender organisierten Angriff auf Besuchende des Cruising-Gebiets im Volkspark Friedrichshain von einer mutmaßlich queerfeindlichen Tatmotivation ausgegangen werden. Die weitere Bearbeitung erfolgt somit durch den Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes.
Zu dem benannten Sachverhalt wurde im Nachgang der Sachverhaltsaufnahme eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gefertigt. Da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handelt, können derzeit keine weiteren Auskünfte zum Sachverhalt gemacht werden, wofür ich um Verständnis bitte.
Gab es schon vorher Übergriffe von Personen – sortiert bitte nach Deutschen, Personen mit Migrationshintergrund und mit ausländischem Hintergrund – gegen Schwule an diesen Cruising-Plätzen?
Für das Jahr 2026 sind bei der Polizei Berlin in den angefragten Bereichen keine weiteren Straftaten mit homophobem Hintergrund erfasst worden. Die sogenannte „Cruising-Area“ im Volkspark Friedrichshain unterliegt einer verstärkten Beobachtung. Der Polizei Berlin liegen in dem genannten Bereich Anzeigen zu Raub, gefährlicher Körperverletzung (GefKV), Bedrohung, Beleidigung und Nötigung für insgesamt vier Tattage im August 2025 vor.
Die Polizeidienstkräfte des zuständigen Abschnitts 51 wurden erneut für die Thematik sensibilisiert. Zielgerichtete Präventions- und Präsenzmaßnahmen wurden veranlasst. Diese werden stetig überprüft und je nach Lageentwicklung angepasst. Der A 51 steht zudem im Austausch mit dem Anti-Gewalt-Projekt MANEO Berlin. Eine der Maßnahmen lautet „Schöner Cruisen“: Hier werden in regelmäßigen Abständen die Cruisinggebiete, auch der Volkspark Friedrichshain, begangen. Der Themenschwerpunkt liegt dabei auf der Sauberkeit von Cruisinggebieten und den ggf. umliegenden Parklandschaften. In diesem Zusammenhang unterstützt die Polizei Berlin mit einem Präventionsstand und Informationsmaterialien.
Straftaten sowie Anfeindungen im Umfeld von queeren Orten/Objekten schaffen ein zunehmend diffuses Bedrohungsklima und sorgen dafür, dass das Sicherheitsgefühl für Betroffene nachhaltig beeinträchtigt wird. Für eine zuverlässige und optimierte Vorbeugung sowie Verfolgung von Straftaten ist die Anzeigenerstattung für die Polizei Berlin von unerlässlicher Bedeutung.
Der AfD-Kandidat für das Berliner Abgeordnetenhaus, Julian Adrat, hat ebenfalls von dem Fall gehört und kommentiert das Geschehen gegenüber unserem Portal:
„Wir haben mittlerweile viele Kinder in Berlin, deren Schulweg, deren Pausenaufenthalt zum Spießrutenlauf wird, aber die Polizei verteilt "Schöner Cruisen"-Broschüren und Ratschläge an schwule Männer, wie sie beim öffentlichen Sex in Parks mit Migrantengewalt umgehen sollen. Das wirft Fragen nach den Prioritäten unserer Behörden auf.“
Die BZ meldete sich gestern ebenfalls aus dem Park in Friedrichshain, dabei ging es um, so die Schlagzeile: „Grill-Horror im Volkspark Friedrichshain“.
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