Poschardt outet sich bei der taz: Keine Fahne bedeutet ihm mehr als die israelische. Ukraine-Orden inklusive. Und die taz nickt brav.

taz bei Poschardt: „Welt“-Herausgeber wedelt mit Ukraine-Orden für Waffen-Propaganda

von Alexander Wallasch

„Er hat dazu beigetragen, die deutsche Regierung zu Waffenlieferungen an die Ukraine zu bewegen.“© Quelle: Wikipedia/Screenshot Verdienstorden_(Ukraine) Youtube/NDR Doku, Screenshot, Montage: Wallasch

Wenn die taz mit Ulf Poschardt kuschelt, ist das keine Überraschung – schließlich hing einst der Penis von Ex-Bild-Chef Kai Diekmann fünf Stockwerke hoch an ihrer Fassade. Nun sitzt Poschardt auf dem Vitra-Stuhl, prahlt mit Davidstern-Knöpfen, ukrainischem Verdienstorden (für Propaganda!), israelischer Fahnenliebe und seiner „Shitbürgertum“-Tasse.


Wenn die „taz“ mit dem Herausgeber der „Welt“ ins Interview geht, dann fußt das auf einer jahrzehntelangen Liebesbeziehung. Der Penis – kein Witz – von Ex-Bild-Chef Kai Diekmann zierte sogar einst die fünfstöckige Verlagswand des „Rudi-Dutschke-Haus“ der Tageszeitung mit der stilisierten Hundepfote als Markenzeichen.

Die „taz“ war zwei Mal bei Poschardt, zunächst der interviewende Journalist. Dann der Fotograf. Das merkt man dem Artikel an. Dort, wo der „taz“-Journalist eine prägnante Beobachtung macht, fehlt das passende Foto. Alexander-Wallasch.de will vom „taz“-Fotografen wissen, ob er denn fotografiert habe, was dem schreibenden Kollegen aufgefallen sei. Leider nicht. Die „taz“ schrieb nämlich:

„Selbst Poschardts unaufgeräumter Schreibtisch wirkt wie ein ideologisches Miniaturschlachtfeld. Darauf stehen ein Modell des World Trade Centers aus Messing, ein Armee-Patch mit den Lettern „Poschardt“, ein ukrainischer Orden, Davidstern-Manschettenknöpfe des jüdischen Sportvereins Makkabi und eine knallgelbe „Shitbürgertum“-Tasse – voller Bonbonpapiere.“

Nun sind das World Trade Center und die Manschettenknöpfe fast erwartbare Abzeichen analog zu den Springer-Geboten, transatlantisch und israelisch.

Spannender sind Armee-Patch und Ukraine-Orden. Denn Predigersohn Ulf Poschardt ist Zivildienstleistender. Seinen Ersatzdienst leistete er zudem noch in der Methodistenkirche des Vaters, wie Poschardt einmal gegenüber einer Kirchenzeitung erzählte:

„Er war ein hervorragender Prediger. Mich hat das beeindruckt und letztlich geprägt, meinen Vater auf der Kanzel zu sehen.“

Woher also der Uniformaufnäher „Poschardt“? Womöglich ein Beifang zum Ukraineorden, den Ulf Poschardt besonders teuer bezahlt hat: Er kostete ihn die Bezeichnung „Journalist“. Logisch: Wer sich von der ukrainischen Regierung dafür auszeichnen lässt, dass er Propaganda für Waffenlieferungen gemacht hat, und wer diese Auszeichnung annimmt und noch stolz präsentiert, der hat jedes Recht verwirkt, sich Journalist zu nennen. Das sagen nicht nur wir, selbst Springer Kollege Paul Ronzheimer hat das ukrainische Blech abgelehnt, weil er noch Journalist bleiben wollte.

Stolz zitiert die „Welt“, was der ehemalige ukrainische Botschafter selbst über den damaligen „Welt“-Chefredakteur zur Ordensverleihung schreibt:

„Er habe dazu beigetragen, die deutsche Regierung zu Waffenlieferungen an die Ukraine zu bewegen.“

Die „taz“ erfährt aber noch mehr von Poschardt:

„Es gibt keine Fahne, die mir so viel bedeutet wie die israelische in Berlin.“

Wäre es an der Stelle verwerflich, sich an erster Stelle zur deutschen Fahne zu bekennen? Oder kommt Schwarz-Rot-Gold erst an zweiter Stelle? Nein, an dritter Stelle, man darf ja die ukrainische Fahne nicht vergessen!

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Über das Judentum sagt Poschardt gegenüber der „taz“ auf einem „Vitra-Stuhl“ sitzend etwas Merkwürdiges:

„Das Judentum steht als Chiffre für all die Sachen, die ich geil finde: Hedonismus, Schönheit, Avantgarde. Wenn das jemand angreift, dann ist er mein Feind.“

Hatte Springer das wirklich so gemeint? Ist mit der Staatsräson für Israel die geile Strandparty am Strand von Haifa gemeint? Ob sich einer wie Michel Friedman mit diesem Champagner-Bekenntnis zum Judentum wirklich zufrieden gibt?

Nun kann man beim Methodistensohn Ulf Poschardt fest davon ausgehen, dass die Sehnsucht zwar immer da ist, er aber für Huren und Koks zu feige ist. Der 510-PS-Käfig des Ferrari 430 Scuderia knurrt lauter als der Magen. Aber er ist auch ein effektiver Fluchtweg. Die Partydrachen im Hause Springer sind mit Döpfner-Kumpel Benjamin von Stuckrad-Barre in einem umfassenden Exorzismus ausgetrieben worden.

Poschardt, so die „taz“ weiter, antwortet „auf jeden einzelnen Kommentar, auch die negativen; weniger aus Dünnhäutigkeit als aus Trollust“. Das kann mindestens in einem Fall nicht stimmen, denn @AlexWallasch wurde von Poschardt längst blockiert.

Ausgerechnet Poschardt von Refugees-Welcome-Springer gibt dem braven Jungen von der „taz“ noch mit auf den Weg, „dass wir eine Zeit erleben, in der immer wieder versucht wird, den Raum des Sagbaren einzuengen – und das halte ich für höchst problematisch.“ Vom Honorar der „Shitbürger“-Empörungsleser – überwiegend AfD-Wähler – habe er sich, so erzählt er noch stolz, einen weiteren Ferrari gekauft.

Und weil dann noch zwei Zeilen Platz sind in der „taz“-Huldigung an Poschardt, darf der noch seinen Best-Kumpel Julian Reichelt in sein Shitbürger-Gebet mit einschließen – Carte Blanche bei der „taz“ für den Ukraine-Orden und Ex-Journalisten:

„„Ich finde es bemerkenswert, dass er als totaler Outlaw gilt“, sagt Poschardt. Er würde Reichelt gerne in mehr öffentlich-rechtlichen Talkshows sehen, „um den Diskurs breiter zu machen“. Und er findet, dass die ARD auch in dieselbe Richtung wie Nius recherchieren solle, das rechtspopulistische Hetzportal, an dessen Spitze Reichelt steht. Dieses sei nicht tendenziöser als der Deutschlandfunk, sagt Poschardt.“

Gegenüber der „taz“ kündigt Poschardt eine Fortsetzung von „Shitbürger“ an. Teil 2 soll „Die Bückbürger“ heißen.

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