CIA rüstet Kurden für Aufstand im Westiran – US-Hilfe, dann Abzug und Verrat: Die Kurden kennen das Spiel eigentlich

Trump rüstet Kurden gegen Mullahs – nächster Verrat vorprogrammiert?

von Alexander Wallasch

Flagge ohne Land© Quelle: Youtube/Tagesschau, Screenshot

Für die einen klingt es nach Befreiung, für die anderen nach neuem Blutbad: Die USA rüsten kurdische Kräfte auf, um das Mullah-Regime zu stürzen. Trump telefoniert bereits mit KDPI-Chef Mustafa Hijri. Wiederholt sich Geschichte und die Kurden zahlen wieder den Preis?

Für die einen mag das hoffnungsvoll klingen, für andere bedrohlich: CNN-Reporterin Natasha Bertrand berichtete gestern am späten Abend von Aktivitäten des CIA in Richtung Kurden. Wörtlich heißt es bei Bertrand:

„Die CIA arbeitet daran, kurdische Streitkräfte zu bewaffnen, um einen Volksaufstand im Iran anzuzetteln, wie mehrere mit dem Plan vertraute Personen CNN mitteilten. Iranisch-kurdische Oppositionskräfte sollen in den kommenden Tagen an einer Bodenoperation im Westen des Iran teilnehmen und rechnen mit Unterstützung durch die USA und Israel, wie ein hochrangiger iranisch-kurdischer Beamter CNN mitteilte.“

Damit ist im Grunde schon zusammengefasst, was die Journalistin in Zusammenarbeit mit weiteren CNN-Autoren veröffentlichte. Dort heißt es auch, dass Präsident Donald Trump in der Sache bereits gestern laut Angaben eines hochrangigen iranisch-kurdischen Beamten mit dem Vorsitzenden der Demokratischen Partei Irans Kurdistans (KDPI), Mustafa Hijri, gesprochen habe.

Und hochrangige iranisch-kurdische Vertreter erzählen, iranisch-kurdische Oppositionskräfte sollen schon in den kommenden Tagen an einer Bodenoperation im Westen des Iran teilnehmen. Die kurdischen Milizen rechnen mit Unterstützung der USA und Israels.

Gegenüber dem Sender erklärte ein US-Beamter, die Kurden könnten dazu beitragen, Chaos in der Region zu säen und die militärischen Ressourcen des iranischen Regimes zu schwächen. Weitere Ideen sollen sich darum drehen, ob die Kurden Gebiete im Norden des Iran einnehmen und halten könnten, um eine Pufferzone für Israel zu schaffen.

Allerdings ist die Geschichte der Unterstützungen und Bewaffnungen verschiedener Kräfte durch die USA/CIA im Nahen Osten immer auch eine folgenreiche. So meldete sich eine ehemalige hochrangige Beamtin des Außenministeriums und Nahost-Expertin zu Wort, die gegenüber CNN ihre Besorgnis äußerte, dass die Auswirkungen der Bewaffnung der Kurden nicht vollständig bedacht worden seien:

„Wir sind bereits mit einer instabilen Sicherheitslage auf beiden Seiten der Grenze konfrontiert. Dies könnte die Souveränität des Irak untergraben und im Wesentlichen bewaffnete Milizen stärken, die keiner Rechenschaftspflicht unterliegen und kaum verstehen, was sie damit in Gang setzen könnten.“

Die Kurden sind eine ethnische Minderheit ohne eigenen Staat von bis zu 30 Millionen Menschen. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich von der Türkei über den Irak, Iran, Syrien und Armenien. Und ihre Kriegsgeschichte als „Verbündete“ der USA ist auch ein tragischer Wiedergänger in der x-ten Version.

Trumps Verteidigungsminister Jim Mattis aus der ersten Amtszeit trat unter anderem deshalb zurück, weil Trump, als er den Abzug der US-Truppen aus Syrien veranlasste, die kurdischen Verbündeten im Stich gelassen haben soll.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schriebt dazu: „Für die Entscheidung, Truppen aus Syrien abzuziehen, wurde der amerikanische Präsident heftig kritisiert.“

Bleibt die Frage, warum die Kurden immer wieder ihre Kämpfer in von den USA inszenierte Gefechte schicken, aus denen sie am Ende ohne Zugewinn und unter hohen Verlusten herausgehen. Den Grund dafür fasste die Süddeutsche Zeitung (SZ) vor gerade mal einem Monat zusammen, als von einem konkreten israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran noch gar keine Rede war:

Weiterlesen nach der Werbung >>>

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Die Kurden seien gerade in einer fast verzweifelten Situation, sie würden etwa in Syrien immer weiter in die Ecke gedrängt:

„Nachdem Regierungstruppen die kurdischen Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) nach kurzen Kämpfen zuerst aus der nördlichen Metropole Aleppo und anschließend auch aus den Provinzen Raqqa und Deir ez-Zor vertrieben hatten, bleibt ihnen nur noch ihre Hochburg al-Hasaka.“

Zudem setzte Damaskus den SDF-Führern eine Frist von wenigen Tagen, sich der Zentralregierung vollständig unterzuordnen und alle Kämpfer in die Armee zu integrieren. Dem hatten sich die Kurden bisher erfolgreich widersetzt.

Zwischenfazit der Zeitung: „Alles, was die Kurden an Selbständigkeit gewonnen haben, droht wieder verloren zu gehen“.

Und jetzt kommt der Amerikaner und die Israelis um die Ecke und machen den Kurden erneut Angebote, wenn sie dazu beitragen – und darum geht es –, Teile der iranischen Truppen durch Störfeuer in einem Mehrfrontenkrieg an sich zu binden, damit die Bevölkerung nach Trumps Wunschplänen das Mullah-Regime überwältigen kann.

Washington hatte sich vor etwas mehr als einem Jahr rasch auf die Seite des neuen syrischen Machthabers geschlagen, der nun die Minderheiten im Land unter Kontrolle bringen will, um ungestört regieren zu können. Die Amerikaner stehen ihm zur Seite: Trumps US-Sonderbeauftragter Tom Barrack hatte von den Kurden sogar eine vollständige Integration gefordert, nur so könnten die Kurden in Syrien kulturelle Rechte und politische Teilhabe sichern bzw. erlangen.

Die SZ schreibt am 21. Januar 2026:

„Nun erleben die syrischen Kurden, was die irakischen Kurden in den Jahren des Saddam-Regimes und nach dem Sturz des Bagdader Diktators 2003 zweimal erfahren mussten. Washington benutzte sie politisch und bestärkte sie in ihrem Wunsch nach Autonomie oder gar Unabhängigkeit. Es lässt sie bei Bedarf aber auch wieder fallen.“

Keine zwei Monate später werden die Kurden von den USA erneut um Hilfe gebeten. Und die Amerikaner erwischen die Kurden in einem Moment, wo sie Fürsprecher mehr als dringend brauchen, weil sich ausgerechnet Amerika von ihnen abgewandt hat. Dieser Fürsprecher soll nun wiederum die USA sein.

Für die Kurden wird der Brandstifter zum Feuerwehrmann? Es ist grotesk. Es ist ein Drama. Aber es ist für die Kurden offenbar alternativlos.

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal